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Bier Royal

  

Filmhandlung und Hintergrund

Der Intrigantenstadl mit Gisela Schneeberger und Lisa Maria Potthoff scheitert bei dem Versuch, an berühmte Vorbilder von Helmut Dietl anzuknüpfen. Der Titel ist wirklich clever, schließlich geht es in „Bier Royal“ um die Geschicke einer Brau-Dynastie. Aber er ist auch riskant, denn die Anspielung auf „Kir Royal“ weckt Erwartungen, an denen der zweiteilige Film fast zwangsläufig scheitern muss. Helmut Dietls 1987...

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Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Intrigantenstadl mit Gisela Schneeberger und Lisa Maria Potthoff scheitert bei dem Versuch, an berühmte Vorbilder von Helmut Dietl anzuknüpfen.

    Der Titel ist wirklich clever, schließlich geht es in „Bier Royal“ um die Geschicke einer Brau-Dynastie. Aber er ist auch riskant, denn die Anspielung auf „Kir Royal“ weckt Erwartungen, an denen der zweiteilige Film fast zwangsläufig scheitern muss. Helmut Dietls 1987 und 1988 gleich zweimal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Serie handelte von den Erlebnissen eines Klatschreporters und war eine liebevolle Abrechnung mit dem Münchener Schickimicki-Milieu. In diese Richtung zielt auch „Bier Royal“: Nach dem Tod des Patriarchen liefern sich die Erbinnen einen Machtkampf um die Münchener Traditionsbrauerei Arnulf. Tochter Vicky (Lisa Maria Potthoff) hat die letzten zehn Jahre in Amerika verbracht und möchte dem Unternehmen eine zukunftsweisende neue Ausrichtung geben. Ihre Stiefmutter Gisela Hofstetter (Gisela Schneeberger) will dagegen alles lassen, wie es ist. Weil sie die größeren Stimmanteile besitzt, beginnt bereits mit der Testamentseröffnung ein munterer Intrigantenstadl, bei dem die beiden Frauen alle Register ziehen, nicht ahnend, dass Geschäftsführer Maxlhuber (Robert Palfrader) noch viel weniger Skrupel hat, seine Interessen durchzusetzen.

    Mit „Kir Royal“ mag die Geschichte bis hierhin nicht viel zu tun haben, aber es gibt noch eine weitere wichtige weibliche Figur, und die ist die schlimmste von allen: Renate Rottmann (Ulrike Kriener) arbeitet für ein lokales Boulevardblatt, soll eine „Bier Royal“ betitelte Reportagereihe über die Münchener Bier-Dynastien schreiben und ist somit das Pendant zu Baby Schimmerlos aus der Dietl-Serie. In dieser Rolle manifestiert sich auch das satirische Potenzial des Stoffs; die bitterbösen Dialogduelle, die sich die Journalistin mit ihrem Chefredakteur (Thomas Lobil) liefert, sind die einsamen Höhepunkte des Zweiteilers.

    Trotzdem ist das Potenzial des Zweiteilers offenkundig, zumal Autorin Carolin Otto auch all‘ die Mauscheleien und Kungeleien aufs Korn nimmt, für die München berüchtigt ist. Außerdem gibt es diverse Nebenschauplätze, die oft allerdings nur mittelbar mit der Handlung zu tun haben. Einige sind amüsant, andere wirken überflüssig, aber das größere Manko von „Bier Royal“ ist die Umsetzung: Es ist Christiane Balthasar, Regisseurin unter anderem fast aller Filme der guten Krimireihe „Kommissarin Heller“, nicht gelungen, aus den kleinen und großen Ereignissen einen harmonischen Handlungsfluss zu bilden. Deshalb wirkt der Zweiteiler nicht bloß zu lang, sondern auch episodisch. Zu den Episodendarstellerinnen gehört unter anderem Marianne Sägebrecht, die als Vickys einstige Kinderfrau für Lokalkolorit sorgt.

    Carolin Otto lässt sich mit der Bemerkung zitieren, ihr habe „eine Mischung aus ‚Kir Royal‘ und ‚Denver Clan'“ vorgeschwebt. Es ist dann, wenn überhaupt, mehr „Denver Clan“ geworden, zumal das bei den Fans der Serie bis heute legendäre und von Joan Collins verkörperte „Denver-Biest“ offenbar Patin für gleich beide weibliche Hauptfiguren war. Am besten ist „Bier Royal“, wenn Otto und Balthasar an den richtigen Stellen dick auftragen. Maxlhuber sammelt nationalsozialistische Devotionalien, und als sich die einstige Marxistin Rottmann zwecks Recherche auf eine Affäre mit dem Geschäftsführer einlässt, zeigt ihr der Österreicher voller Stolz seine Sammlung von Devotionalien, darunter auch eine riesige Unterhose von Hermann Göring. Das hat zwar keine tiefere Bewandtnis, aber nun weht wenigstens ein Hauch von „Schtonk!“ durch die Handlung. Trotzdem schwebt über den knapp 180 Minuten die Frage, was Helmut Dietl aus diesem Stoff gemacht hätte. tpg.

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