Better Call Saul Staffel 2 Finale: Wir diskutieren über Theorien & Spoiler des Endes

Andreas Engelhardt  

Am 19. April 2016 erreichte uns, einen Tag nach dem US-Release, die letzte Folge „Better Call Saul“ für ein ganzes Jahr. Ein durchaus schmerzvolles Ereignis für alle Fans, immerhin müssen sie wohl zwölf Monate auf die nächste Episode des „Breaking Bad“-Spin-Offs warten. Ob der oder vielmehr die Cliffhanger Segen oder Fluch sind, muss jeder letztlich selbst klären. Natürlich will man nun unbedingt wissen, wie es weitergeht, auf der anderen Seiten haben wir so einiges zu diskutieren, was die Pause teilweise überbrücken dürfte.

Ein wichtiger Hinweis zu Beginn: Wie aus der Überschrift zu entnehmen ist, handelt es sich hierbei um einen Artikel über das Finale von „Better Call Saul“ Staffel 2. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass ihr nur weiterlesen solltet, wenn ihr die letzte Folge auch gesehen habt, aber wir weisen dennoch lieber darauf hin, dass hier wichtige Details und Wendungen verraten werden.

Bevor wir uns daran machen, die Auswirkungen der zehnten Folge aus Season 2 zu ergründen, fassen wir zunächst zusammen, was überhaupt passiert ist.

Zusammenfassung zu „Better Call Saul“ Staffel 2 Folge 10 – „Klick“

Zu Beginn der Folge spielt „Breaking Bad„-Schöpfer Vince Gilligan, der das Finale geschrieben und inszeniert hat, zunächst mit den Erwartungen des Zuschauers. Wir sehen Jimmy (Bob Odenkirk) im Krankenhaus sitzen, doch als eine Schwester den Blick auf seinen Sitznachbarn freigibt, erkennen wir, dass es sich dabei um Chuck (Michael McKean) handelt und die Mutter der beiden im Bett liegt. Anscheinend war sie seit drei Tagen nicht bei Bewusstsein. Jimmy erträgt inzwischen die Ungewissheit nicht mehr;  seinen Vorschlag, ein Sandwich holen zu gehen, lehnt sein Bruder ab, weswegen nur er das Zimmer verlässt. Sobald er alleine ist, bricht Chuck in Tränen aus. Kurz darauf kommt die Mutter zu sich und ruft nach Jimmy, erkennt aber nicht, dass sie ihren ältesten Sohn vor sich hat. Die Mutter der beiden verstirbt wenige Augenblicke später, was Jimmy verpasst. Als er vom Essen zurückkommt und die Neuigkeit erfährt, fragt er Chuck, ob sie noch etwas gesagt habe, was dieser aber verneint.

Wieder zurück in der Gegenwart, beschließt Jimmy doch, in den Kopierladen zu gehen. Er lässt einen Notarzt rufen, allerdings kommt Chuck vorher kurz zu Bewusstsein und erkennt seinen Bruder. Im Krankenhaus angekommen, stellt er Jimmy deswegen zur Rede, da er ein weiteres Indiz für dessen Manipulation gefunden hat. Ernesto (Brandon K. Hampton) gibt ihm jedoch ein Alibi und behauptet, er habe Jimmy angerufen, weswegen dieser in verdächtig schneller Zeit zur Stelle war. Jimmy nutzt anschließend eine vorübergehende Patientenverfügung, wodurch er einige Untersuchungen an Chuck vornehmen lassen kann, auch gegen dessen Willen. Die Vermutung, dass Chucks Elektrosensibilität psychosomatisch bedingt ist, erhärtet sich durch die Ergebnisse.

Chucks Befürchtung, Jimmy würde die Verfügung nutzen, um ihn in eine Nervenheilanstalt einweisen zu lassen, stellt sich als unbegründet heraus, denn Jimmy lässt diese Möglichkeit verstreichen und bringt seinen Bruder stattdessen nach Hause. Kurze Zeit später erhält Jimmy in seiner neuen Kanzlei einen Anruf von Howard Hamlin (Patrick Fabian), der ihn darüber informiert, dass Chuck seine Kündigung bei HHM eingereicht hat. Jimmy fährt daraufhin zu Chuck, der gerade damit beschäftigt ist, sein Wohnzimmer mit Rettungsdecken auszukleiden. Chuck sagt, dass er nicht weiter Anwalt sein könne, da die Krankheit seinen Verstand angreife, weswegen er Mesa Verde als Kunden verloren habe und dafür sogar seinen eigenen Bruder verantwortlich macht.

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Jimmy gesteht daraufhin, dass Chuck mit seiner Theorie Recht hatte, sogar bis ins kleinste Detail. Chuck erinnert Jimmy daran, dass dieser gerade eine Straftat gestanden hat, woraufhin er nur entgegnet, dass vor Gericht Aussage gegen Aussage stehen würde und verlässt anschließend das Zimmer, um Tee zu kochen. In den letzten Momenten sehen wir, wie Chuck eine Rettungsdecke anhebt und darunter ein eingeschaltetes Diktiergerät liegt.

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Im anderen Handlungsstrang der zehnten Folge namens „Klick“ will Mike (Jonathan Banks) derweil doch seinen Plan umsetzen, Hector Salamanca (Mark Margolis) zu erschießen. Er kauft ein Scharfschützengewehr und verfolgt Nacho Varga (Michael Mando) zu deren Unterschlupf. Als er das Gewehr aus sicherer Distanz anlegt, steht jedoch Nacho in der Schussbahn, weswegen Mike nicht den Abzug betätigt. Daraufhin hört er die Hupe seines Wagens, den er in einiger Entfernung abgestellt hatte. Bei seinem Gefährt angekommen, findet Mike jedoch niemanden vor, nur ein Zettel mit der Aufschrift „Don’t“ („Tu es nicht“) ist hinter einen Scheibenwischer geklemmt worden.

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Die zweite Staffel von „Better Call Saul“ endete wahrlich mit einem Knall, der die Beziehung zwischen Chuck und Jimmy in eine andere Dimension heben dürfte. Chuck hat nun ein vortreffliches Druckmittel gegen seinen Bruder, mit dem er ihn massiv schädigen kann. Die Frage ist, ob er Jimmy wirklich genug hasst und beneidet, um dessen Geständnis gegen ihn zu verwenden. Jimmy hat sich gerade erst als Anwalt selbstständig gemacht, seine Werbung lief ausreichend gut, um einen Kundenandrang auszulösen; doch all das könnte er bald verlieren.

Zumal auch Kim (Rhea Seehorn) von den Enthüllungen schwer getroffen werden könnte. Sie hat Mesa Verde nur aufgrund des Fehlers von Chuck zurückerhalten, doch das wird sich vielleicht ändern, sollte die Wahrheit ans Licht kommen. Dies würde Jimmys Absichten natürlich untergraben, der seiner Freundin helfen wollte; wobei es natürlich sein grundlegendes Problem anschaulich demonstriert: Er handelt oftmals in den besten Absichten, richtet aber letztlich viel Schaden an.

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Bei „Better Call Saul“ handelt es sich bekanntlich um die Vorgeschichte zu „Breaking Bad“, weswegen wir natürlich wissen, zu welchem Punkt sich Jimmys Leben entwickeln muss. Er wird irgendwann den Namen James McGill abstreifen und als Saul Goodman zwielichtige Mandanten vertreten. Es wäre daher stimmig, dass Chuck Jimmy tatsächlich ans Messer liefert, dieser daraufhin seine Zulassung verliert und sich mit einer neuen Identität zurück im Geschäft meldet. Somit könnte das Ende von Staffel 2 zur Geburtsstunde von Saul Goodman werden.

Die andere große Unsicherheit betrifft Mike. Wer hat ihm die Botschaft überbracht, Hector Salamanca nicht zu erschießen? Nacho Varga wusste von Mikes Absichten, doch dieser befand sich zum fraglichen Zeitpunkt in der Hütte mit Hector, weswegen er als Verdächtiger ausscheidet. Der Waffenhändler konnte sich wohl zusammenreimen, was Mike vorhat, aber warum sollte er ihn warnen? Nein, die Antwort hat wohl mit einem Rückkehrer zu tun.

Nachdem mit Hector in Staffel 2 eine weitere Figur aus „Breaking Bad“ auftauchte, können wir in Staffel 3 mit einem neuen Gaststar rechnen. Denn wie kürzlich entdeckt wurde, ergeben die Anfangsbuchstaben der Episodentitel aus Season 2 in der richtigen Reihenfolge die Nachricht „Fring’s Back“. Wer sich jetzt denkt, dass dies doch lediglich ein gewaltiger Zufall ist, der hat Vince Gilligan und die Macher unterschätzt, denn die haben die Absicht dahinter inzwischen bestätigt. Außerdem legen die Aussagen von Gilligan die Vermutung nahe, dass Gus direkt oder indirekt Mike die Nachricht übermittelt hat, Hector zu verschonen. Die Wege von Mike und dem berechnenden Drogenboss werden sich in der nächsten Season aller Voraussicht nach kreuzen und Mike damit noch stärker in den Sumpf der Verbrecherwelt ziehen.

 

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