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Arctic Circle

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Filmhandlung und Hintergrund

In der ersten finnisch-deutschen ZDF-serie treibt der schlimmste Killer der TV-Geschichte sein Unwesen in den endlosen Weiten Lapplands.

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Kritikerrezensionen

  • Arctic Circle: In der ersten finnisch-deutschen ZDF-serie treibt der schlimmste Killer der TV-Geschichte sein Unwesen in den endlosen Weiten Lapplands.

    In der ersten finnisch-deutschen Serie des ZDF treibt der schlimmste Killer der TV-Geschichte sein Unwesen in den endlosen Weiten Lapplands.

    Obwohl Krimiserien aus Skandinavien auch hierzulande hoch im Kurs stehen, hat sich der Genrebegriff „Nordic noir“ als Qualitätsmerkmal vor allem im englischen Sprachraum durchgesetzt. „Noir“ (schwarz) bezieht sich selbstverständlich auf die Düsternis der Geschichten, die regelmäßig die finstersten Abgründe der menschlichen Seele beleuchten. „Arctic Circle“ (die englische Bezeichnung für den nördlichen Polarkreis) wäre demnach „Nordic noir et blanc“, denn die erste finnisch-deutsche Krimireihe im ZDF spielt in den scheinbar endlosen winterlich weißen Weiten Lapplands. Vor dem Hintergrund dieser faszinierenden Landschaft erzählt Drehbuchautor Joona Tena eine Geschichte, die zwei gänzlich unterschiedliche Sujets und somit auch zwei völlig verschiedene Figuren kombiniert: Eine mutige einheimische Polizistin (Iina Kuustonen) sucht einen Serienmörder, ein deutscher Virologe (Maximilian Brückner) den Ursprungswirt, der im nördlichsten Norden Europas ein tödliches Virus verbreitet; die beiden treffen aufeinander, weil sie dasselbe Ziel verfolgen.

    Es gibt noch weitere deutsche Mitwirkende, darunter Clemens Schick und Aleksandar Jovanovic, doch für den wichtigsten deutschen Einfluss sorgte der Mann auf dem Regiestuhl: Hannu Salonen ist gebürtiger Finne, hat sein Metier aber an der dffb gelernt. Er repräsentiert also gewissermaßen das Beste zweier Welten: finnische Seele und deutsches Handwerk. Skandinavische Serien leben oft von ihrer ganz speziellen Atmosphäre, was nicht jedermanns Sache ist: Action zum Beispiel gehört eher nicht zu den typischen Merkmalen. Salonen gleicht das aus, indem er seine Heldin regelmäßig mit dem Schneemobil durch die Landschaft brausen lässt. Das bringt tolle Bilder (Kamera: Mikael Gustafsson) und hat zur Folge, dass „Arctic Circle“ Ähnlichkeit zu Taylor Sheridans modernem Western „Windy River“ (2017) aufweist.

    Außerdem weiß Salonen, wie man für Thriller-Spannung sorgt: Nina Kautsalo (Kuustonen) stößt in der Hütte eines angeblichen Wilderers auf eine halb erfrorene Frau, unter dem Eis finden sich weibliche Leichen; es handelt sich um russische Prostituierte. Weil das erste Opfer ein tückisches Virus in sich trägt, alarmieren die Behörden den Seuchenspezialisten Thomas Lorenz (Brückner). Im Jemen hat der Erreger ganze Dörfer ausgelöscht, konnte aber isoliert werden; in der westlichen Welt droht eine Pandämie. Während die ersten neunzig Minuten durchgehend fesseln, stellt sich bei den weiteren Episoden erst eine gewisse Ermüdung und dann die Frage ein, ob der Stoff tatsächlich über siebeneinhalb Stunden trägt. Einige Seitenstränge hätten sich in der Tat zur Kürzung angeboten, und auf Dauer büßen selbst die Schneemobiltrips ihre Faszination ein, selbst wenn die fast schwarzweiß wirkenden Landschaftsaufnahmen exquisit bleiben. Einen Sonnenuntergang lässt Gustafsson so aussehen, als würde sich der Schlund der Hölle öffnen.

    Für einen gewissen Reiz sorgen auch die rätselhaften Rollen, die Clemens Schick und Aleksandar Jovanovic in dem Mehrteiler spielen. Richtig spannend wird „Arctic Circle“ tatsächlich erst wieder, als die beiden zu Hauptdarstellern werden und die furchtbare Wahrheit über das Virus ans Licht kommt; nun stellt sich auch raus, auf welch‘ tragische Weise die Schicksale des schwerreichen Unternehmers Eiben (Schick) und des russischen Mafiabosses (Jovanovic) miteinander verwoben sind. Ein von Eiben organisiertes Himmelfahrtkommando nach Russland beschert der Serie schließlich zum Finale klassische Action-Spannung. tpg.

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