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23 Morde

Filmhandlung und Hintergrund

In der ursprünglich für Sat.1 produzierten Serie hilft ein vermeintlicher Serienkiller der Polizei, echte Mörder zu finden.

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23 Morde ist leider derzeit nicht bei den größten Streaming-Anbietern in Deutschland verfügbar. Das Programm der Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video oder Sky Ticket wird mehrmals monatlich aktualisiert. Auf Kino.de findest Du weitere Infos und Hintergründe zu 23 Morde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 23 Morde: In der ursprünglich für Sat.1 produzierten Serie hilft ein vermeintlicher Serienkiller der Polizei, echte Mörder zu finden.

    Der Mann erkennt auf den ersten Blick Zusammenhänge, wo andere nur im Nebel stochern. Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten hat er zudem ein untrügliches Gespür für Details. Das macht ihn zur perfekten Ergänzung für eine attraktive Kriminalkommissarin, die sich ihrerseits auf ein untrügliches Gespür verlassen kann. Die beiden sind die Hauptfiguren einer Sat.1-Serie, aber die Rede ist nicht etwa von „Einstein“ mit Tom Beck, sondern von „23 Morde“. Die sechs Folgen sind bereits 2015 gedreht worden, doch der Sender hat sich nie dazu durchringen können, sie auszustrahlen: „weil die Serie eher spitz angelegt ist“, wie es heißt. Vier Jahre lang lag sie auf Eis, nun kann sie kostenlos im ProSiebenSat.1-Streamportal Joyn abgerufen werden.

    Das Konzept orientiert sich einerseits an amerikanischen Krimiformaten, wie sie vor einiger Zeit in Mode waren, als hellsichtige Menschen die Polizei bei der Verbrecherjagd unterstützten, enthält aber auch Anteile von „Dexter“ (2006 bis 2013), jener US-Serie, in der ein seit seiner Kindheit traumatisierter Forensiker als Serienmörder Selbstjustiz übt: Maximilian Rapp (Franz Dinda) gilt als 23facher Mörder, und weil er die Taten zugegeben hat, gibt es keinen Ermittlungsgrund. Einzig Hauptkommissarin Tara Schöll (Shadi Hedayati) hat Zweifel, und tatsächlich stellt sich aufgrund eines anonymen Hinweises heraus, dass Rapp zumindest drei Morde nicht begangen haben kann; er hat sich als Kind die Schuld am Tod seines kleinen Bruders gegeben und deshalb auch die 23 Morde gestanden. Weil er das Muster der drei Taten durchschaut, weiß er, dass es eine vierte geben wird. Er erklärt sich bereit, Schöll zu helfen. Fortan klärt das ungleiche Duo einen Fall nach dem anderen.

    Die Qualität der Serie liegt neben der an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnernden Konstellation der Hauptfiguren in der sorgfältigen Ausarbeitung der ungewöhnlich raffinierten Drehbücher und deren Umsetzung. Bildgestaltung und Spannung unterscheiden „23 Morde“ ohnehin deutlich von Sat.1-Krimiserien wie „Josephine Klick - Allein unter Cops“, „Einstein“ oder „Der Bulle und das Biest“, die stets auch große komödiantische Anteile enthielten. Die Entscheidung des Senders gegen „23 Morde“ lässt sich daher nachzuvollziehen: Das prägende düstere Element hat offenbar nicht in die Programmstrategie gepasst.

    Ähnlich clever wie die jeweils in sich abgeschlossenen Handlungen ist die Integrierung eines horizontalen Erzählstrangs, bei dem es um das Schicksal von Schölls verstorbenem Vater geht. Angeblich hat er sich vor zwei Jahren das Leben genommen, aber Rapp ahnt, dass das allenfalls die halbe Wahrheit ist. Der besondere Reiz von „23 Morde“ liegt ohnehin in der Diskrepanz zwischen Schein und Sein, aber auch im Verzicht auf Gewissheiten: Nur weil Rapp einige der ihm zur Last gelegten Taten nicht begangen hat, heißt das nicht, dass er gänzlich unschuldig ist. Auch Tara Schöll ist keine ausnahmslos strahlende Heldin. Gerade diese Vielschichtigkeit der Figuren macht sie auch darstellerisch anspruchsvoll. Shadi Hedayati, in Bochum geborene Tochter iranischer Einwanderer, versieht ihre Rolle mit genau den richtigen Zwischentönen. Franz Dinda ist eine ähnlich gute Besetzung, weil er zwar die Abgründe des hypersensiblen Rapp glaubwürdig verkörpert, dank seiner Jungenhaftigkeit aber durchaus sympathisch wirkt. Sehenswert ist „23 Morde“ auch wegen der ausgefeilten aufwändigen Bildgestaltung (Mathias Neumann) und der dynamischen elektronischen Musik (Dirk Leupolz), die die Handlung immer wieder antreibt. Die letzte Folge endet mit einem fetten Fragezeichen, das höchstwahrscheinlich nie aufgelöst wird; es sei denn, die Abrufzahlen bei Joyn sind derart überwältigend, dass ProSiebenSat.1 eine Fortsetzung in Auftrag gibt. tpg.

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