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Was ist ein Gaffer?

Ehemalige BEM-Accounts |

© UIP

Sie sind die unbesungenen Helden jeder Produktion: unzählige Fach- und Hilfskräfte, die dazu beitragen, dass der fertige Film professionellen Standards entspricht. In minutenlangen Abspännen werden sie gewürdigt, doch kaum jemand weiß, welche Tätigkeit sich hinter den einzelnen Fachbegriffen verbirgt.

Beleuchtungsarbeit für "Riddick-Chroniken eines Kriegers" © UIP

· Gaffer

Als Teil der Kameracrew sorgt der Oberbeleuchter für das richtige Licht am Set. Er ist verantwortlich für den Entwurf und die Ausführung des kompletten Beleuchtungsplans eines Projekts.

Die englische Bezeichnung hat ihren Ursprung in den Anfangstagen des Films, als viele Produktionen hauptsächlich natürliches Licht nutzten. Dieses wurde je nach Bedarf mit großen Zeltplanen abgeschirmt, die von den Helfern mit langen Holzstangen namens „Gaffs“ bewegt wurden. Im Altenglischen bedeutet „Gaffer“ im übrigen auch „Vorarbeiter“.

Kameraarbeit bei "Alexander" © Constantin

· Best Boy

Ursprünglich verstand man darunter den Hauptassistenten des „Gaffers“ und somit den ersten Lichttechniker. Dieser übernimmt neben der Materialverwaltung auch das Koordinieren von Vorbauten und das Überwachen weiterer Helfer. Die Berufsbezeichnung stammt aus der Seefahrt. Beim Film setzte sie sich durch, weil Aushilfsarbeiten am Set zu Beginn häufig von Matrosen übernommen wurden.

Mittlerweile ist man dazu übergegangen, die Hauptassistenten jeder Fachabteilung als „Best Boy“ zu bezeichnen, jeweils mit einem entsprechenden Anhängsel, z.B. „Best Boy Grip“.

Kameramann Fischerkoesen und Materialwart Siebert am Set von "Grenzverkehr" © Thomas Blieninger

· Grip

Der Materialwart übernimmt die Wartung und Justierung technischer Geräte. Zusätzlich ist er in der Regel für den Aufbau von Gerüsten und Kameraschienen, sogenannten „Dolly Tracks“ zuständig. Dieser Name setzt sich aus dem englischen Wort für Schienen (Tracks), sowie der Bezeichnung des Wagens (Dolly) zusammen, auf den die Kamera montiert wird.

Entsprechend nennt man Assistenten des Materialwarts, die nur mit der Bewegung dieser Wägen beschäftigt sind, „Dolly Grips“. Der Leiter einer Gruppe von „Grips“ wird im übrigen auch als „Key Grip“ bezeichnet.

Oscar für Art Direction: "Moulin Rouge" © Fox

· Production Designer

Der Szenenbildner ist neben dem Regisseur einer der Hauptverantwortlichen für den „Look“ eines Films. Er entwirft die Bühnenbilder.

· Set Director

Als Filmarchitekt ist er für die Umsetzung der Entwürfe zuständig. Er entwickelt Sets, welche die technischen Voraussetzungen für die vom Regisseur geplanten Arbeiten bieten.

· Art Director

Er fällt ebenfalls unter den Begriff des Szenenbildners, ist dem Production Designer unterstellt und überwacht hauptsächlich die Aufbauarbeiten am Set.

Jede Menge Anschlussfehler bietet die Highwayszene aus "Matrix: Reloaded" © Warner

· Continuity

Darunter versteht man jene Mitarbeiter, die über Ablaufdetails wachen, damit Anschlussfehler vermieden werden. Sie stellen sicher, dass alle Bestandteile von verschiedenen Einstellungen innerhalb einer Szene zueinander passen. Typische Fehler wären zum Beispiel Änderungen bei der Kleidung von Schauspielern.

Die Entwicklung digitaler Effekte und die damit verbundene Möglichkeit, solche Missgeschicke kostengünstig zu beseitigen, erweiterte die Aufgaben von meist reiner Beobachtung während des Drehs zur Aufsicht über Korrekturen in der Postproduktion.

Massives Aufgebot an Statisten trotz CGI: "Die Rückkehr des Königs" © Warner

· Background Artists

Schlicht die englische Bezeichnung für Statisten, auch wenn diese im Einzelfalll im Vordergrund zu sehen sein sollten.

· Foley Artists

Jene sagenumwobenen Geräuschemacher, die Aktionen auf der Leinwand unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Gegenstände nachträglich vertonen. Insbesondere für mechanische, komplexe oder extrem laute Geräusche greift man aber mittlerweile auf digitale Bibliotheken zurück.

Dennoch behalten „Foley Artists“ ihre Existenzberechtigung, denn insbesondere Klangfolgen, die exakt mit dem Geschehen im Film synchronisiert werden müssen (z.B. Schritte), können von ihnen erheblich effektiver erzeugt werden. Die Berufsbezeichnung rührt übrigens von einem Pionier dieser Technik namens Jack Foley her.

Einsatz eines "Booms" am Set von "Resident Evil: Apocalypse" © Constantin

· Boom Operator

Keineswegs ein Sprengmeister, sondern jener Tontechniker, der den Originalton am Set mit Hilfe einer Mikrofonangel (Boom) aufnimmt.

Ein häufiger Fehler bei Filmen ist das versehentliche Auftauchen dieser Angel im sichtbaren Bildbereich. Meist passiert dies, wenn Filme in einem nicht für den Kinoeinsatz vorgesehenen Bildformat ausgestrahlt werden.

· Greensman

Im Grunde genommen ein Gärtner. Er stattet Sets mit Pflanzen aus und sorgt für die Pflege der verschiedenen Gewächse.