Loving

  1. Ø 3.1
   2016

Loving: Wahre Geschichte um ein Paar aus den Südstaaten, das die Rechtmäßigkeit seiner Ehe vor Gericht erstreiten muss, weil er weiß und sie schwarz ist.

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Filmhandlung und Hintergrund

Loving: Wahre Geschichte um ein Paar aus den Südstaaten, das die Rechtmäßigkeit seiner Ehe vor Gericht erstreiten muss, weil er weiß und sie schwarz ist.

Richard und Mildred Loving (Joel Edgerton und Ruth Negga) lieben sich und haben geheiratet. Ein ganz normaler Akt. Nicht so im segregierten Virginia des Jahres 1958, wo Eheschließungen zwischen Menschen verschiedener Hautfarben nicht rechtens sind. Ihre Beziehung wird öffentlich missbilligt, die Liebenden diskriminiert und schließlich vor Gericht zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt. Um dieser zu entgehen, müssen sie den Bundesstaat verlassen und dürfen 25 Jahre lang keinen Fuß mehr nach Virginia setzen. Das Ehepaar und ihre mittlerweile drei Kinder ziehen mit Hab und Gut nach Washington D.C., um wenig später heimlich doch wieder zurück in die Heimat zu ziehen. Die Nähe zu ihren Familien und die vertraute Umgebung ist ihnen das Risiko wert. Der unerschütterliche Glaube an die Rechtmäßigkeit ihrer aufrichtigen Liebe bestärkt sie in ihrer Entscheidung. Im Laufe der Zeit haben sich in ihrem Heimatort Bürgerrechtsbewegungen gegründet, die auf den Fall „Loving versus Virginia“ aufmerksam machen und die beiden im Kampf um ihre Rechte unterstützen. Der Fall landet vor dem obersten Gerichtshof und hat das Potenzial, die Rechtslage für afroamerikanische Bürger nachhaltig zu verändern.

“Loving” – Hintergründe

Regisseur und Drehbuchautor Jeff Nichols (“Take Shelter“, “Mud“, “Midnight Special“) knüpft mit dieser Verfilmung einer wahren, tragischen Geschichte an ein Thema an, das auch heutzutage in Zeiten von gleichgeschlechtlicher Eheschließung von brisanter Aktualität ist. Für die Ausarbeitung der Geschichte ließ sich Nichols von Nancy Buirskis Dokumentarfilm „The Loving Story“ von 2011 inspirieren, der auch Originalaufnahmen des Ehepaares aus den 1960er Jahren enthielt. Richard und Mildred Lovings geschichts- und gesetztesveränderndem Kampf wird in den USA jährlich am 12. Juni mit dem „Loving Day“ gedacht.

Jeff Nichols wurde für dieses adaptierte Drama in Cannes für die Goldene Palme nominiert und mit stehenden Ovationen geehrt, während seine beiden Hauptdarsteller Joel Edgerton (“Black Mass“) und Ruth Negga (“Warcraft: The Beginning“) für einen Golden Globe für ihre schauspielerische Leistung nominiert wurden und Negga im Rennen für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin war.

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Kritiken und Bewertungen

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    Virginia, 1958. Richard Loving liebt Mildred über alles. Als Mildred schwanger wird, ist es für Richard überhaupt keine Frage, sie zu heiraten und mit ihre eine gemeinsame Existenz aufzubauen. Doch Richard ist ein Weißer, Mildred eine Schwarze. Und in Virginia verbietet ein Gesetz die sogenannten "Mischehen". Richard und Mildred werden verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dies bleibt ihnen nur dann erspart, wenn sie Virginia verlassen und für 25 Jahre nicht mehr dorthin zurückkehren. Richard und Mildred akzeptieren das Angebot und ziehen nach Washington. Doch Mildred vermisst ihre Familie und fühlt sich im neuen Zuhause nicht wohl. Die Jahre vergehen. Und in Mildred wächst der Wunsch, gegen die Ungerechtigkeit aufzubegehren. Sie nimmt Kontakt zu Menschenrechtlern und Anwälten auf und ist entschlossen, für die Liebe zu kämpfen, die vom Staat nicht gewollt ist. Der Fall Loving vs. Virginia ging 1967 in die US-Geschichtsbücher ein. Denn fortan war die Ehe ein Grundrecht, ohne Einschränkung durch die Hautfarbe. In LOVING setzt Regisseur Jeff Nichols dem Ehepaar Loving ein Denkmal und zeigt die beiden Protagonisten als stille Helden, denen es nicht um den großen und dramatischen Bürgerrechtskampf geht, sondern um die simple Gerechtigkeit und die Anerkennung ihres Glücks. Von der ersten Minute an glaubt man dem Paar seine Nähe, Vertrautheit und Liebe. Ruth Negga spielt Mildred mit sanfter Entschlossenheit, wohingegen Joel Edgerton als Richard mit einer Mischung aus Verbissenheit und dem gleichgültigen Streben nach dem richtigen Handeln überzeugt. Das Thema vermittelt sich bei Nichols auch dank seines gut gebauten Drehbuchs eindrücklich, obwohl der Film auf die stereotypen Bilder des Rassismus verzichtet. Doch dieser zeigt sich in Dialogen, Blicken, Alltagssituationen und wirkt durch seine Beiläufigkeit noch viel unmittelbarer, weil näher. Dafür sorgen auch die ruhige Kameraführung und die bewusst langsame Erzählweise, die den Zuschauer die Bedrohung stets spüren lassen. Das Set-Design ist bis ins Detail stimmig und lässt die 1950er und 1960er Jahre zum Leben erwachen. LOVING von Jeff Nichols ist ein unaufgeregt erzählter Film, der seine Botschaft eindringlich, sensibel und mit viel Liebe vermittelt. Und der daran erinnert, dass die Liebe keine Hautfarbe kennt.

    Jurybegründung:

    Virginia im Jahre 1958. Die junge farbige Mildred erwartet ein Kind des weißen Richard Loving. Es ist die große Liebe, aber eine Heirat zwischen Weiß und Schwarz ist in Virginia gesetzlich verboten. So reisen sie heimlich in den District of Columbia und lassen sich dort trauen. Gefängnis und Verurteilung zu einer Haftstrafe, ersatzweise die Verbannung für 25 Jahre aus dem Staat Virginia, ist die Konsequenz. LOVING ist ein auf einem authentischen Fall beruhendes Drama, das beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten endete. Entgegen den sonst bekannten amerikanischen Gerichtsdramen wählt Regisseur Jeff Nichols inszenatorisch einen ganz anderen Weg: Er verzichtet auf die sonst üblichen emotional und von Pathos geschwängerten Gerichtszenen und vermeidet komplett blutige, brennende und von Gewalt bestimmte Szenen des Südstaaten-Rassismus. Dagegen zeichnet er ein scheinbar harmonisches Familienleben in einer schwarzen Gemeinde, in der Maurermeister Loving unbehelligt und zufrieden lebt. Es ist eindeutig die Erzählperspektive aus der Sicht eines Weißen, der aber in seiner schwarzen Stammkneipe sich von seinen schwarzen Freunden vorhalten lassen muss, dass er sich wie ein Schwarzer fühlt. Diese konventionelle Form der Inszenierung mag manchen missfallen und auch Mitglieder der Jury äußerten ihre entsprechenden Bedenken. Aber gerade die ruhige Erzählweise unter Verzicht auf Aktion und Spektakulum macht die Stärke des Films aus. Eine Fülle von Szenen gehen gerade deswegen eindrucksvoll unter die Haut, weil die latente Bedrohung der Familie zu spüren ist, verbunden mit der scheinbaren Gewissheit, dass jetzt doch etwas Schreckliches passieren müsste. Dass der Film seinen Spannungsbogen jederzeit durchhalten kann, verdankt er auch dem grandiosen Spiel von Ruth Negga als Mildred und dem kantigen, erdigen und in sich gekehrten Spiel von Joel Edgerton als Richard Loving. Ein besonderes Lob verdient die sehr sorgfältige, stimmige und dennoch unaufdringliche Ausstattung hin bis zu den kleinsten Details.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Auf einem wahren Fall basierendes Drama um ein Paar aus den Südstaaten, das die Rechtmäßigkeit seiner Ehe vor Gericht erstreiten muss, weil er weiß und sie schwarz ist.

    Nur drei Monate, nachdem er “Midnight Special” bei der Berlinale vorgestellt hat, war Jeff Nichols schon wieder bei einem großen A-Festival vertreten: “Loving”, der fünfte Film des 36-jährigen Amerikaners, ist sein zweiter Film im Wettbewerb von Cannes nach “Mud” im Jahr 2012 (zuvor lief sein “Take Shelter” in der Semaine) und wenn schon nicht tonal und inhaltlich, so aber doch thematisch mit dem Vorgänger verwandt: In beiden Filmen müssen sich Außenseiter einer feindlichen Umwelt erwehren, die Jagd auf alles Andere und Fremde macht. Wie die vorangegangenen Arbeiten spielt auch “Loving” in den amerikanischen Südstaaten, aber anders als die bisherigen Filme von Nichols ist dieser deutlich konventioneller und berechenbarer. Was natürlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass der Filmemacher hier seiner Fantasie nicht freien Lauf lassen kann, weil er von einer historischen Begebenheit erzählt, von der Ehe eines weißen Arbeiters mit einer schwarzen Frau im Jahr 1958 im segregierten Süden, die knapp zehn Jahre später dazu führte, dass der Oberste Gerichtshof im Fall Loving v. Virginia entschied, dass Ehe ein Grundrecht ist, bei dem die Hautfarbe der Eheleute keine Rolle spielt. Die damalige Argumentation war auch im vergangenen Jahr von Bedeutung, als der Oberste Gerichtshof die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durchsetzte.

    Es ist ein außerordentlich sorgfältig gemachter Film mit einem bestechenden Auge für Details: Jedes Automobil, jedes Musikstück, jede zerschlissene Jeans trägt dazu bei, das Publikum Zeit und Ort förmlich spüren zu lassen. Richard Loving und seine schwangere Verlobte Mildred Jeter stehlen sich aus ihrem Heimatstaat in den District of Columbia, um heiraten zu können. Wenig später werden sie in Virginia festgenommen und drangsaliert, und um einer mindestens einjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, müssen sie sich bereiterklären, ihren Heimatstaat 25 Jahre nicht mehr gemeinsam zu betreten. Mit großer Empathie sieht der Film den beiden Liebenden dabei zu, wie sie ihr Leben mit ihren schließlich drei Kindern in Washington DC einrichten, und später unentdeckt doch wieder nach Virginia zurückkehren, um ihren Familien nahe zu sein. Zu dieser Zeit beginnen Bürgerrechtsorganisationen, auf das Ehepaar aufmerksam zu werden und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit aufzunehmen.

    Natürlich ist es unmöglich, nicht von dieser Geschichte berührt zu sein, von dieser Liebe, die sich mit stiller Halsstarrigkeit allen Repressalien und Härten widersetzt. Besonders Ruth Negga ist großartig als willensstarke Mildred Loving, die die Dinge in die Hand nimmt, während Joel Edgerton in seiner zweiten Rolle für Nichols nach “Midnight Special” den bulligen und wortkargen Richard mit der nötigen Intensität spielt, um einer so nach innen gekehrte Figur, die jeden Augenkontakt meidet, die nötige Präsenz zu verschaffen. Anstatt auf großes Feuerwerk im Gerichtssaal setzt dieser Film nur auf seine beiden Protagonisten, und er macht es ganz still, ganz ruhig, ohne kaum je die Stimme zu erheben oder Tränen zu vergießen. Allerdings kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich in diesem Szenario ein noch viel besserer Film versteckt, dass die Möglichkeiten des Stoffs nicht richtig genutzt werden, weil sich der Regisseur den historischen Eckdaten verpflichtet fühlt: Man erfährt nichts darüber, wie sich Richard Loving in einer schwarzen Gemeinde fühlt, wie der Film auch nicht darauf eingeht, wie ein schwarzes Viertel auf seinen scheinbar einzigen weißen Einwohner reagiert. Was denken die beiden Hauptfiguren, was fühlen ihre Kinder? Das wäre noch spannender gewesen. ts.

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