The Rolling Stones

The Rolling Stones

Leben & Werk

Zusammen mit den Beatles und den Beach Boys bilden die Rolling Stones das Dreigestirn der bedeutendsten und einflussreichsten Rock-Bands aller Zeiten. Als rebellischer Gegenpart zu den Beatles erlangten sie in den Sechzigern Weltruhm und erzielten auch im neuen Jahrtausend überwältigende Erfolge mit ihren Welttourneen.

Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards lernten sich während ihrer Schulzeit in den Fünfziger Jahren auf der Dartford Maypole County Primary School kennen, verloren sich danach aber zunächst wieder aus den Augen. Durch ihren gemeinsamen Freund Dick Taylor, der mit Richards an der Sidcup Art School studierte, kam es 1960 zum Wiedersehen der beiden. Jagger widmete sich zu dieser Zeit einem Wirtschaftsstudium an der London School Of Economics. Richards schloss sich der Blues-Band Little Boy Blue And The Blue Boys an, bei der Jagger und Taylor schon seit längerem spielten. Die beiden lernten mit Brian Jones den Mann kennen, der die Frühphase der Stones maßgeblich prägen sollte. Jones spielte Gitarre bei der Gruppe Blues Inc., freundete sich mit Jagger und Richards an, und begann, bald öfters mit ihnen zu jammen. Nachdem Jagger den Posten des Leadsängers bei Blues Inc. übernommen hatte, produzierte die Gruppe ein erstes Demotape, das bei den Plattenfirmen aber auf wenig Interesse stieß. Daraufhin verließ Taylor die Gruppe, um sich wieder seinem Kunststudium zu widmen. Er gründete später die Band The Pretty Things. Inspiriert von einem Muddy-Waters-Song nannte sich die Band in The Rolling Stones um und gab am 12. Juli 1962 ihr erstes Konzert im legendären Londoner Marquee Club.

Für den ausgeschiedenen Taylor kam Bill Wyman zur Band, der Pianist Ian Stewart und Mick Avory am Schlagzeug komplettierten das Line-Up. Letzterer verließ die Band ebenfalls kurz darauf wieder und schloss sich später den Kinks an. Ersatz wurde kurzzeitig in Tony Chapman gefunden, mit dem die Zusammenarbeit aber nicht recht klappen wollte. Deshalb wurde er bereits nach kurzer Zeit durch den ehemaligen Blues-Inc.-Drummer Charlie Watts ersetzt, der seinerzeit in einer Werbeagentur arbeitete. In dieser Formation übernahm die Band ein achtmonatiges Engagement als Hausband im Crawdaddy Club. Mit Andrew Loog Oldham fand die Band damals auch ihren ersten Manager, der zwar von Musik wenig Ahnung hatte, dafür aber ein findiger Geschäftsmann war. Von ihm stammte auch der Plan, die Stones als anarchisches Gegenmodell zu den seinerzeit eher braven Beatles aufzubauen. In diesen Plan passte Klavierspieler Stewart nicht recht hinein, der nach Oldhams Ansicht zu brav für die designierte Rüpelband war und deswegen kurzerhand rausflog. Als Roadie blieb Stewart der Band aber bis zum seinem Tod im Jahr 1985 erhalten. Er beteiligte sich auch immer wieder an den Studioaufnahmen.

Oldham verschaffte der Band bald ihren ersten Plattenvertrag bei Decca Records, und im Juni 1963 erschien mit dem Chuck-Berry-Cover „Come On“ die erste Single der Rolling Stones, die prompt bis auch Platz 21 der britischen Charts kletterte. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung, dem Beatles-Cover „I Wanna Be Your Man“, erreichte die Band Ende des Jahres bereits die Top 15. Mit jeder weiteren Single vergrößerte sich die Fanbasis der Gruppe, was sich auch in wachsenden Chart-Erfolgen zeigte. Mittlerweile hatte sich die Gruppe gemäß Oldhams Plan einen Ruf als Elternschreck aufgebaut. Die Rivalität mit den Beatles wurde von den Medien dankbar vorangetrieben, und die Stones sorgten regelmäßig mit wüsten Aktionen wie öffentlichem Urinieren für Schlagzeilen. Der Medienrummel kam den Verkaufszahlen ihres Debütalbums „The Rolling Stones“ zugute, das nach der Veröffentlichung im Jahr 1964 in die britischen und US-amerikanischen Charts schnellte. Oldham motivierte die Band, künftig auch eigene Songs zu schreiben – nicht zuletzt, weil sich mit den dazugehörigen Verlagsrechten ordentlich Geld verdienen ließ. Mit ihrer ersten Eigenkomposition „Tell Me (You’re Coming Home)“ erreichte die Band erstmals die Top 40 der US-Charts. Der Song markierte den Beginn einer Serie von Hit-Singles des Autorenteams Jagger und Richards, das 1965 mit „The Last Time“ bereits den ersten Nummer-eins-Hit der Band in den USA und Großbritannien hervorbrachte.

Der ganz große Durchbruch sollte wenig später mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“ gelingen: Der Song besetzte vier Wochen lang die Position Nummer eins und machte die Band endgültig zu Superstars. Diesen Status bauten sie mit Hit-Singles wie „As Tears Go By„, Get Off My Cloud“ oder „19th Nervous Breakdown“ weiter aus. 1966 folgte mit „Aftermath“ das erste Album, das ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand. Auch ihre Serie von medienwirksamen Skandalen setzte die Gruppe seinerzeit beständig fort: So wurden Jagger, Richards und Jones 1967 wegen Drogenbesitzes verhaftet. Die Band zog sich daraufhin etwas aus der Öffentlichkeit zurück. Jagger reiste mit seiner Freundin Marianne Faithfull und den Beatles zum indischen Guru Maharishi Mahesh Yogi und experimentierte, ebenso wie Jones, mit psychedelischen Drogen und Sounds. Die neuen Einflüsse fanden in den folgenden Stones-Alben ihren Niederschlag: So wurde der Sound auf „Their Satanic Majesties Request“ (1967), deutlich experimenteller, womit die Kritiker allerdings wenig anfangen konnten. Nachdem die Musiker Anfang 1968 Will Oldham gefeuert und mit Allen Klein einen neuen Manager gefunden hatten, veröffentlichten sie mit „Beggar’s Banquet“ (1968) eines ihrer stärksten Alben, das von der Presse als Meisterwerk gefeiert wurde.

Unterdessen hatte Brian Jones‘ Drogensucht bedrohliche Ausmaße angenommen. Der Gitarrist wurde außerdem durch die kreative Vormachtstellung von Richards und Jagger zunehmend verbittert und verließ im Juni 1969 schließlich die Rolling Stones. Einen Monat später wurde er tot in einem Swimmingpool gefunden. Die Umstände seines Todes konnten nie vollständig aufgeklärt werden und boten reichlich Stoff für die bald einsetzende Mythenbildung. Die Stones fanden in Mick Taylor Ersatz für Jones, veröffentlichten mit „Let It Bleed“ ein weiteres Glanzlicht ihrer Diskografie, bevor sie der zweite schicksalhafte Vorfall im Jahr 1969 ereilte: Bei einem kostenlosen Konzert der Band in Altamont wurde ein schwarzer Konzerbesucher von einem Mitglied der Hell’s Angels erstochen, die die Gruppe als Security-Personal engagiert hatte. Die tragische Szene ist auch in dem Konzertfilm „Gimme Shelter“ zu sehen, für den der Auftritt mitgeschnitten wurde. Schockiert von dem Ereignis zogen sich die Rolling Stones zunächst erneut aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Herbst 1970 meldete sich die Gruppe mit einem neuen Album zurück. „Get Yer Ya-Ya’s Out“ war das letzte Album der Band für Decca Records, die daraufhin ihr eigenes Label Rolling Stones Records unter dem Dach von Atlantic Records gründete.

Mick Jagger bewegte sich zu dieser Zeit bereits in Kreisen der High Society und betätigte sich ebenso wie Keith Richards auch als Schauspieler, unter anderem in dem Film „Performance“, der später Kultstatus erreichen sollte. 1971 veröffentlichte die Band mit „Sticky Fingers“ ein weiteres Erfolgsalbum, das nicht nur wegen seines provokanten Cover-Designs von Andy Warhol überwältigende Resonanz erhielt. Der nächste Geniestreich folgte ein Jahr später mit dem Doppelalbum „Exile On Main St.“, das oftmals als das beste Album der Gruppe bezeichnet wird. Während der siebziger Jahre widmete sich Jagger ausführlich seiner Jet-Set-Karriere, während Richards seine Zeit mehr und mehr mit dem Konsum von Drogen verbrachte. Auf den Erfolg von Alben wie „Goats Head Soup“ (1973) oder „It’s Only Rock’n Roll“ (1974) hatten die neuen Leidenschaften des Führungsteams indes keinen allzu negativen Einfluss. 1976 verließ Taylor die Band und wurde durch den ehemaligen Faces-Gitarristen Ron Wood ersetzt, mit dem die Band das Album „Black ‚N Blue“ aufnahm. In der Folgezeit widmeten sich die Stones-Mitglieder Soloprojekten, bevor sie mit „Some Girls“ 1978 ein weiteres gemeinsames Album aufnahmen.

Die zu Beginn der achtziger Jahre veröffentlichten Alben „Emotional Rescue“ (1980), „Tattoo You“ (1981) oder „Undercover“ (1983) zählten nicht unbedingt zu den Höhepunkten der Bandgeschichte. Erst 1988 meldete sich die Band mit dem Album „Steel Wheels“ wieder erstarkt zurück, das von Fans und Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde. Der Veröffentlichung schloss sich eine gigantische Welttournee an, die der Band Rekordeinnahmen bescheren sollte. In gleichem Stile ging es auch im nächsten Jahrzehnt weiter: Mit „Voodoo Lounge“ (1994) und „Bridges To Babylon“ (1997) präsentierte die Formation immer wieder vielgelobte Alben, denen jeweils ausgedehnte Konzertreisen folgten, die die Bandmitglieder auch in fortgeschrittenem Alter noch mit bemerkenswerter Energie und Kondition bewerkstelligten. Zu jeder Tour folgte kurze Zeit später das entsprechende Live-Album, und im Jahr 2002 veröffentlichte die Band mit „Forty Licks“ ihre erste Best-Of-Kopplung.

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