Sie zählen zu jener Handvoll legendärer Bands, deren Name von nachkommenden Generationen mit Ehrfurcht genannt wird - auch dann, wenn deren Angehörige nie selbst eine Platte besessen haben. Die Doors, deren Sänger Jim Morrison als ewig junge Ikone des Rock’n’Roll auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise eine letzte Ruhestätte gefunden hat (sieht man von den kultischen Handlungen der Pilger aus aller Welt einmal ab), sind ein Mythos der jüngeren Musikgeschichte. Mit Titeln wie „Light My Fire“, „Riders On The Storm“ und „The End“ erforschten sie in psychedelischen Klangfarben die Abgründe hinter der sonnig-fröhlichen Fassade des kalifornischen Lebensstils. Die in Anlehnung an Aldous Huxleys Essay „The Doors Of Perception“ (der damit seinerseits William Blake zitierte) und die Meskalinerfahrungen ihres Sängers benannte Gruppe wird 1965 am Strand von Venice Beach gegründet. Der Keyboarder Ray Manzarek, der in der Band Rick & the Ravens bereits erste Erfahrungen gesammelt hat, ist von einigen Gedichten des schwermütig-verträumten Morrison derart beeindruckt, dass er ihm eine Zusammenarbeit vorschlägt. Bei einem Esotherik-Kurs lernen die beiden den Gitarristen Robbie Krieger und den Schlagzeuger John Densmore kennen, mit denen die Besetzung vervollständigt wird. Das Fehlen eines Bassisten gleicht Manzarek mit den Pedalen seiner Orgel aus. Bei Auftritten als Vorgruppe und einem Engagement im Club London Fog (für ganze fünf Dollar am Abend) entwickelt das Quartett seinen unverkennbaren Stil, der maßgeblich vom Orgelspiel Manzareks und der dunklen Stimme des charismatischen Morrison geprägt ist. Nach einem fruchtlosen Vertragsverhältnis mit dem Plattenlabel Columbia erscheint 1967 die erste LP „The Doors“ auf Elektra, der in schneller Folge weitere Klassiker wie „Strange Days“ (1967), „Waiting For The Sun“ (1968) oder „Morrison Hotel“ (1970) folgen. Als Schreckensvisionen verbreitender Gegenpol zu den Beatles werden The Doors bald zur Kultband eines jungen, kritischen Publikums, das sich gegen die Politik ihrer Väter auflehnt. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere macht die Band Millionenumsätze und kassiert Traumgagen. Doch der im Grunde schüchterne Morrison, der auf der Bühne den Derwisch gibt, verkraftet die Popularität nur schlecht, versinkt in Drogen und Wahnvorstellungen. Nach seiner Verhaftung wegen „Entblößung in der Öffentlichkeit“ während eines Konzertes kommt es Anfang 1969 zu vom bürgerlichen Lager organisierten Anti-Doors-Demonstrationen. Am 3. Juli 1971 stirbt Morrison in Paris an Herzversagen. Seine Bandkollegen veröffentlichen noch zwei LPs als Trio, dann lösen sich The Doors 1973 endgültig auf. Von 2002 an sind Manzarek und Krieger mit dem Schlagzeuger Ty Dennis, dem Bassisten Angelo Barbera und dem ehemaligen Sänger der britischen Rocker The Cult, Ian Astbury, als „Doors Of The 21st Century“ unterwegs. Die Verwendung dieses Namens ist jedoch seit Juli 2005 gerichtlich verboten. Nun will man unter der Bezeichnung „Riders On The Storm“ weiter die Rente aufbessern.

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