The Beatles

The Beatles Poster

Leben & Werk

Innerhalb von acht Jahren hoben vier Liverpooler die Musikwelt aus den Angeln und lösten eine bis dahin nicht gekannte globale Euphoriewelle aus. Ihr Werk bleibt bis heute vor allem eines: unerreicht.

Kaum eine Band hatte je eine derart große Bedeutung für und so großen Einfluss auf die Entwicklung der Popmusik wie die Beatles. Auf zwölf Alben schufen sie die Blaupause für zahlreiche Stilarten der Pop- und Rockmusik. Mit schier unerschöpflicher Energie starteten die Vier in den frühen Sechzigern von Liverpool aus über Hamburg in eine unvergleichliche Karriere. Dabei schuf die Gruppe um das geniale Songwritergespann Lennon/McCartney ein opulentes Gesamtwerk an hochklassigen Songs, die bis heute nichts von ihrer Strahlkraft und Klasse verloren haben.

Mitte der Fünfziger gründete der Gitarrist John Lennon in Liverpool die Gruppe The Quarryman. 1957 schloss sich mit Paul McCartney ein zweiter, später mit George Harrison ein dritter Gitarrist an. Während die weiteren Musiker regelmäßig wechselten, blieb das Trio stets als Kern der Gruppe bestehen. 1960 benannte sich die Band in The Silver Beatles um, strich aber bald das „Silver“ aus dem Namen. Mit Stuart Sutcliffe, einem Kunstschulfreund von Lennon am Bass und Pete Best am Schlagzeug machte sich die Gruppe auf nach Hamburg, um ein mehrmonatiges Engagement auf der Reeperbahn anzunehmen. Untergebracht in einfachsten Unterkünften, spielten die Beatles in muffigen Clubs oft mehrere Shows am Tag . Nach der Rückkehr nach Liverpool wurden sie in ihrer Heimatstadt zu lokalen Stars.

1961 kehrte die Band für einige Gigs nach Hamburg zurück. Sutcliffe verließ die Gruppe, und McCartney übernahm den Bass. Sutcliffe starb ein Jahr später an den Folgen eines Gehirnschlags. Die Beatles traten mittlerweile regelmäßig als Begleitband des Hamburger Sängers Tony Sheridan auf, mit dem sie 1961 auch ihre ersten Platten aufnahmen. Gegen Ende des Jahres übernahm der Plattenladenbesitzer Brian Epstein das Management der Band, scheiterte aber zunächst mit seinen Versuchen, die Beatles bei einer Plattenfirma unterzubringen. Nach zahlreichen Absagen fand die Gruppe in George Martin einen Produzenten, der sie schließlich für das Label Parlophone unter Vertrag nahm. Epstein übte zu dieser Zeit großen Einfluss auf das Erscheinungsbild der Band aus und bewog sie, die Lederjacken gegen adrette Anzüge einzutauschen, die schließlich wie die Pilzkopffrisuren zu ihrem frühen Markenzeichen wurden.

Kurz vor den ersten Aufnahmen wurde Pete Best auf Bestreben des Managements durch Richard Starkey, alias Ringo Starr ersetzt. Im September 1962 kam die erste Single „Love Me Do/P.S. I Love You“ auf den Markt und erreichte die Top 20 der UK-Charts. Schon mit der Folgesingle gelang der große Wurf: „Please Please Me“ erreichte Anfang 1963 die Chartsspitze ebenso wie die nächste Single „From Me To You“. Auch das ebenfalls „Please Please Me“ betitelte Debütalbum schoss auf Platz eins und machte aus den Beatles eine der erfolgreichsten Gruppen im Vereinten Königreich. Mit dem zweiten Album „With The Beatles“ bauten sie ihre Vormachtstellung weiter aus und zündeten die Lunte für ein Phänomen, das bald als „Beatlemania“ bekannt wurde. Die Beatles verkauften von jeder LP über eine Mio. Einheiten, bei den Konzerten verfielen die Fans in Hysterie, und wo immer die vier in der Öffentlichkeit auftauchten, wurden sie von kreischenden Fans umzingelt.

Nachdem sie England im Sturm erobert hatten, setzten die Beatles zum Sprung über den großen Teich an. Mit der Single „I Want To Hold Your Hand“ gelangten sie im Dezember 1963 an die Spitze der US-Charts, und nach einem Aufritt in der populären Ed Sullivan Show im Februar 1964 war die Beatlemania auch in den USA entfacht. Die Begeisterung für die vier kannte keine Grenzen: Zeitweise belegten sie die ersten fünf Positionen der Singles-Charts und parallel die zwei Top-Positionen der Album-Hitliste. Dem dritten Album „Beatles For Sale“ folgte 1964 der erste Film: „A Hard Day’s Night„, eine schräge Komödie, die an den Kinokassen genau so einschlug wie das begleitende Album in den Plattenläden. Der zweite Film, „Help!“ folgte ein Jahr später und geriet wiederum zum Kassenschlager. Mit „Rubber Soul“ legten die Beatles 1965 ihr künstlerisch bis dahin ambitioniertestes Album vor, auf dem sie ausgiebig mit Folkmusik, Verzerreffekten und Mehrspur-Technik experimentierten.

Diese Experimente führte die Gruppe auf „Revolver“ (1966) fort, das bis heute als eines der besten Beatles-Album gilt. Die Experimentierfreude beschränkte sich nicht nur auf musikalische und technische Gebiete, auch in Sachen Drogen sammelten die Musiker Erfahrungen, die in psychedelischen Songs Niederschlag fanden. Doch die Experimentierfreude der Band wurde durch ihre massiven Tour-Verpflichtungen stark behindert. Zudem bereiteten die Live-Konzerte der Gruppe immer weniger Freude, da oft das Gekreische der Fans die damals noch wenig leistungsstarken Verstärker übertönte. So gab die Band nach einer letzten Welttournee im Jahr 1966 bekannt, fortan keine Konzerte mehr geben und sich stattdessen ganz auf die Arbeit im Studio konzentrieren zu wollen.

Das Resultat ihrer neu erlangten Freiheit präsentierte die Band im Juni 1967: „Sgt. Pepper’s Loneley Hearts Club Band“ zeigte die Beatles auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Kreativität. Tief beeindruckt vom kolossalen „Pet Sounds“-Album der Beach Boys setzte sich die Band über sämtliche stilistische Grenzen hinweg und präsentierte einen höchst unterschiedlichen Songreigen mit oft starken psychedelischen Einflüssen, der vor allem von der Hippie-Gemeinde begeistert aufgenommen wurde. Im August 1967 starb Brian Epstein an einer Überdosis. Doch der tragische Zwischenfall stoppte die Band nicht in ihrem Elan: Im Dezember 1967 erschien ihr dritter Film „Magical Mystery Tour“ und wurde trotz kruder Story ein Erfolg. Ein vierter Film folgte ein Jahr später mit dem Comic-Machwerk „Yellow Submarine“. Anfang 1968 reisten die Beatles nach Indien und besuchten den Guru Maharishi. Nach ihrer Rückkehr begann die Arbeit für ein weiteres großes Album.

Das unbetitelte Doppelalbum mit weißem Cover (später als „White Album“ bezeichnet) erschien Ende 1968 und wurde wieder zu einem phänomenalen Erfolg. Auf ihrem eklektischstem Album demonstrierte die Band einmal mehr die enorme Bandbreite ihrer Kreativität. Das Bandgefüge geriet indes zusehends aus den Fugen, die Musiker entfernten sich menschlich immer weiter voneinander. Der kreative Austausch, der vor allem die Kompositionen von Lennon/McCartney stets zu höchster Güte geführt hatte, verkümmerte zusehends. Zudem brachten äußere Einflüsse Unruhe in die Gruppe: Lennon fokussierte sich zunehmend auf seine Lebensgefährtin Yoko Ono, und die gemeinsam gegründete Firma Apple Records geriet rasch zum unternehmerischen Fiasko.

Im Januar 1969 traf sich die angeschlagene Band im Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Die Arbeiten waren jedoch von Spannungen geprägt. Um den alten Bandgeist wieder zu beleben, beschloss die Gruppe am 30. Januar 1969, ein spontanes Live-Konzert auf dem Dach des Apple-Firmensitzes in London zu geben. Es sollte der letzte Auftritt der Beatles gewesen sein. Doch die Spontanaktion auf dem Dach verfehlte ihre Wirkung: Während der weiteren Aufnahmen zerstritten sich die Musiker immer mehr. Vor allem unterschiedliche Ansichten über Produktion und Mischung verhärteten die Fronten. Die Veröffentlichung von „Let It Be“ wurde so immer weiter verzögert. Dennoch fanden sich die Musiker noch im gleichen Jahr wieder im Studio zusammen, um ihre letzten gemeinsamen Aufnahmen zu absolvieren. Obwohl sie die Parts für ihr finales Album „Abbey Road“ (das dann noch vor „Let It Be“ veröffentlicht wurde) weitgehend getrennt voneinander einspielten, demonstrierte der Longplayer noch einmal die unerreichte Klasse der Band.

Nach der Veröffentlichung von „Abbey Road“ gingen alle bereits weitgehend getrennte Wege: Lennon veröffentlichte erste Solosingles, musizierte mit seiner Frau und der Plastic Ono Band. McCartney, Harrison und sogar Ringo Starr arbeiteten ihrerseits an Soloprojekten. Die Band stand unmittelbar vor dem Aus. „Let It Be“ lag weiterhin auf Eis, bis Lennon, Harrison und der neue Manager Allen Klein gegen den Widerstand von McCartney den Produzenten Phil Spector beauftragten, die Aufnahmen mit zusätzlicher Instrumentierung abzurunden und den finalen Mix vorzunehmen. So wurde das Album schließlich doch noch vollendet und kam fünfzehn Monate nach Abschluss der Aufnahmen im Mai 1970 auf den Markt. Erzürnt darüber, von seinen Kollegen bei der Verpflichtung Spectors hintergangen worden zu sein, zog Paul McCartney im April 1970 einen Schlussstrich und erklärte öffentlich, die Band zu verlassen. Damit war das Ende der Gruppe besiegelt.

Alle Mitglieder widmeten sich weiter eigenen Projekten: Lennon feierte Erfolge mit seinen Solo-LPs und der Plastik Ono Band. Harrison legte das viel gelobte Album „All Things Must Pass“ vor. McCartney verbuchte mit den Wings Erfolge. Selbst Ringo Starr veröffentlichte einige Solo-Titel, die durchaus erfolgreich abschnitten. Jegliche Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der Beatles musste im Dezember 1980 begraben werden, als John Lennon in New York erschossen wurde. 1990 legten McCartney, Starr, Harrison und Lennons Witwe Ono ihre Streitigkeiten bei. Das führte dazu, dass nun lange unter Verschluss gehaltene Aufnahmen auf den Markt kommen konnten. Die drei „Anthology“-Doppel-CDs, die in den Jahren 1995 und 1996 erschienen, bescherten den Beatles noch einmal sensationelle Verkaufszahlen. Am 29. November 2001 schied ein weiter Beatle aus dem Leben: George Harrison erlag im Alter von 58 Jahren einem langjährigen Krebsleiden. 2003 erschien „Let It Be … Naked“, das „letzte“ Album, ohne die umstrittene Spector-Instrumentierung, drei Jahre später folgte „Love“ auf dem George Martin mit seinem Sohn Giles in 80 Minunten 30 Beatles-Songs miteinander vermischte.

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