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Rammstein

Martialische Gesten, rollende „R“s, bewusste Koketterie mit Symbolen und Ästhetik des dritten Reichs - mit dieser Mischung, verpackt in ebenso wuchtige wie präzise Industrial-Sounds, wurden Rammstein zu einer der erfolgreichsten und dabei äußerst kontrovers diskutierten deutschen Bands des ausklingenden 20. Jahrhunderts. Die punktgenaue Vermengung ur-deutscher Stereotypien und stahlharter Präzisionsriffs verhalf Rammstein auch im benachbarten Ausland und sogar in den USA zum großen Durchbruch.

Bereits zu DDR-Zeiten waren die allesamt im Osten der Republik aufgewachsenen Rammstein-Mitglieder in diversen Punk- und Rock-Bands aktiv: Sänger Till Lindemann bediente bei First Arsch das Schlagzeug. Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz und Paul Landers spielten bei der Szenegröße Feeling B., während Christoph Schneider für Die Firma trommelte. Oliver Riedel musizierte bei den Inchtabokatables am Bass. Richard Kruspe-Bernstein, der zuvor in den Westen geflohen war, kehrte nach dem Mauerfall 1989 in seine Heimatstadt Schwerin zurück und schloss sich dort der Gruppe Das Auge Gottes an.

Mit seinen WG-Mitbewohnern Riedel und Schneider beschloss Kruspe-Bernstein 1993, ein musikalisches Nebenprojekt zu starten und zog zur vokalen Unterstützung den ehemaligen DDR-Auswahlschwimmer und Jugend-Vizeeuropameister Till Lindemann hinzu, der sich seinerzeit mit dem Flechten von Körben verdingte. Mit Landers und Flake wurde das Line-Up komplettiert, und die Gruppe begann die Arbeit an ersten Songs. Um sich ganz der neuen Band widmen zu können, verließen alle Mitglieder ihre bisherigen Gruppen - und fast zeitgleich auch ihre Frauen. Bei der Wahl des Bandnamens ließ sich die Gruppe von der deutschen Kleinstadt Ramstein inspirieren, wo 1988 70 Menschen bei einem tragischen Unglück während einer Flugshow ums Leben kamen, änderten den Ortsnamen aber mit einem zweiten „m“ leicht ab.

Mit einem ersten Demo bewarb sich Rammstein bei einem lokalen Bandwettbewerb, gewann diesen und durfte als Siegprämie einen kostenlosen Studioaufenthalt zur Produktion weiterer Songs nutzen. 1995 begleiteten Rammstein das deutsche Düsterpop-Urgestein Project Pitchfork auf Tour und gewann rasch erste Anhänger. Noch im selben Jahr unterschrieb die Gruppe einen Major-Vertrag bei Motor Music und machte sich unter der Ägide von Produzent Jakob Hellern (u.a. Clawfinger) an die Produktion des Debütalbums „Herzeleid“ . Bereits die erste Single „Du riechst so gut“ entwickelte sich rasch zum Hit in bundesdeutschen Rockdiscotheken. Mit Songs wie „Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?“ und „Seeman“ vergrößerte Rammstein seine Fanbasis stetig. Das Album arbeitete sich kontinuierlich die deutschen Charts hinauf und konnte auch im benachbarten Ausland rasch ordentliche Platzierungen erreichen. Angefeuert wurden die Verkäufe nicht zuletzt von den bombastischen Live-Shows der Gruppe, bei denen neben Stahl und Schweiß vor allem pyrotechnische Effekte für eine apokalyptische Atmosphäre sorgten.

Ihren größten Hit bis dahin landeten Rammstein im April 1997 mit der Single „Engel“ vom zweiten Album „Sehnsucht“. Das Video wurde bei MTV und Viva häufig gespielt und schließlich bei der Echo-Verleihung 1998 als „Video des Jahres national“ ausgezeichnet. Mit „Du hast“ gelang ein weiterer durchschlagender Single-Hit, und Rammstein schickten sich an, in der Oberliga der deutsprachigen Rocklandschaft Fuß zu fassen. Auch Amerika begeisterte sich zusehend für die martialischen „Krauts“: Tatkräftig unterstützt wurde die Band bei ihrer Amerika-Eroberung von Kult-Regisseur David Lynch, der die Rammstein-Songs „Heirate Mich“ und „Rammstein“ in seinem Film „Lost Highway“ verwendete und der Gruppe so das Tor zum US-Markt weit aufstieß. Bald wurde das Sextett auch live in den USA vorstellig und erreichte dabei für eine deutsche Band beeindruckende Zuschauerzahlen.

Mit dem Video zum Depeche-Mode-Cover „Stripped“ überspannten Rammstein dann den Bogen erstmals: Mit einer Bildästhetik, die dem Olympia-Film von Leni Riefenstahl entlehnt war, ernteten Rammstein heftige Kritik. Die Nazi-Koketterie war in diesem Fall wohl doch zu deutlich gewesen. Dem Erfolg der Band tat die Kontroverse indes keinen Abbruch: Mit ihrer im Sommer 1999 veröffentlichten Live-CD/DVD „Live aus Berlin“ gelang erneut ein massiver Charts-Erfolg. Bis dahin hatte die Band weltweit insgesamt bereits über drei Millionen Alben verkauft. Das dritte reguläre Studio-Album, „Mutter“ , folgte im Frühjahr 2001, eroberte aus dem Stand die Chartsspitze in Deutschland und erreichte später Platin- und dreifachen Gold-Status. Im Jahr 2003 folgte mit „Lichtspielhaus“ die zweite DVD, mit der Rammstein bis auf Rang 25 der Charts vordrangen.

Die Single „Mein Teil“ fungierte im Sommer 2004 als Vorbote des vierten Studioalbums „Reise, Reise“. Inhaltlich griff die Gruppe dabei das Reizthema Kannibalismus auf, inspiriert von der in den Medien umfassend behandelten Bluttat von Armin Meiwes, der im Jahr 2003 einen Menschen getötet und anschließend Körperteile verspeist hatte. „Reise, Reise“ folgte im September und bot einmal mehr eine perfekte Umsetzung des Rammstein’schen Erfolgsrezepts. Bereits ein Jahr später meldeten sich Rammstein mit dem neuen Album „Rosenrot“ zurück. Einige der darauf vertretenen Stücke stammten noch aus den Aufnahme-Sessions zu „Reise, Reise“, was mit ein Grund für den raschen Veröffentlichungsrhythmus war. „Rosenrot“ erklomm einmal mehr mühelos die Chartsspitze und wurde bald mit Gold und Platin verziert. Ein Jahr später erschien mit „Völkerball“ ein beeindrückendes Live-Dokument der Band auf CD/DVD, das Rammstein ihre sechste Nummer-eins in den MusikWoche Top 100 Longplay bescherte.

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