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© Universal Music

Pearl Jam

Es gab wohl kaum einen Rock Act, der das musikalische Leben der Neunziger nach Nirvana mehr geprägt hatte wie Pearl Jam. Fanatische Fans, unvergessliche Liveshows und Millionen verkaufter Tonträger zeugen von der Größe einer ungewöhnlichen Band, die alle gängigen Vermarktungsstrukturen links liegen ließ und trotzdem heute zu den berühmtesten Gruppen der Welt zählt.

Ihr Geschichte begann 1990 mit einer Tragödie in Seattle: Andy Wood, der Sänger der Lokalgröße „Mother Love Bone“, starb an einer Überdosis. Die Bandmitglieder Jeff Ament (Bass) und Stone Gossard (Rythmusgitarre) beschlossen, weiter zu machen, holten noch Mike McCready (Leadgitarre) und Jack Irons (Schlagzeug) ins Boot und nahmen erste Demotapes auf. Eines dieser Bänder fiel in die Hände des Surfers Eddie Vedder. Der versah die Instrumental-Stücke mit Stimme und Texten und schickte sie zurück - Pearl Jam war geboren. Nach ein paar Shows in Seattle bekam die Gruppe im Zuge der mittlerweile emporschießenden Grunge-Bewegung einen Major Deal mit Epic und ging als Vorprogramm von Alice In Chains auf ausgedehnte Clubtournee. In London wurde 1991 das Debutalbum „Ten“ eingespielt. Dave Abruzzese ersetzte Schlagzeuger Jack Irons. Die Debüt-Single „Alive“ wurde ein Welthit, das Album zählt bis heute zu den größten Rockalben aller Zeiten, das außerdem schon nach einem Jahr eine Million Exemplare absetzen konnte. 1992 dann erste frenetisch gefeierte Europakonzerte der Band sowie ein „MTV Unplugged“-Auftritt, der weltweit für Furore sorgte. Der Nachfolger „Vs.“ (1993) verkaufte in der ersten Woche seines Erscheinens 950.000 Kopien und wurde mit vier MTV Video Awards prämiert. Eddie Vedder glänzte nicht nur auf dem Cover des „Rolling Stone“, sondern zierte auch den Titel des „Time Magazine“, eher eine Ausnahme für Rocksänger.

Außerdem waren Pearl Jam eine der Hauptattraktionen der zweiten „Lollapalooza“-Tour: Gäste der Tribute-Show zum 30. Bühnenjubiläum von Bob Dylan im New Yorker Madison Square Garden. Und sie waren zum ersten Mal Teilnehmer des von Neil Young initiierten „Bridge School“-Benefizfestivals in der Nähe von San Francisco. Eine bis heute andauernde enge Freundschaft zwischen dem Rock’n’Roll-Urgestein und den Nachwuchsstars hatte an diesem Abend ihren Ursprung. Anfang des Jahres 1994 erklärten die Musiker unter Führung von Ament und Gossard dem nordamerikanischen Konzertkarten-Monopolisten Ticketmaster sowie der von ihm betriebenen Preistreiberei den Krieg. Pearl Jams US-Tour wurde gecancelt, da man sich weigerte, die obligatorisch horrenden Eintrittspreise zu verlangen. Alle großen Hallen und Amphitheater hatten Exklusivdeals mit Ticketmaster, und so gab es keine Venues für Pearl Jam-Konzerte. Abruzzese verließ im Sommer das Line-up und wurde wieder durch Jack Irons ersetzt. Im Dezember veröffentlichte die Band „Vitalogy“ und 877.000 verkaufte Exemplare innerhalb der ersten Woche markierten den nach „Vs.“ zweitgrößten Absatz eines Albums direkt nach Erscheinen in der Geschichte der US-Tonträgerindustrie. Im Juli 1994 erschien die Neil-Young-CD „Mirror Ball“, die vom Altmeister zusammen mit Pearl Jam komponiert und eingespielt worden war. Eine gemeinsame einmonatige Europatour fand direkt im Anschluss an den Release statt, und zum Jahresende erschien Pearl Jams EP „Merkinball“. Diese enthielt zwei weitere Tracks der Kollaboration mit Young und erreichte Goldstatus. Einen Grammy durften die Herren für „Spin The Black Circle“ als „Best Hard Rock Performance“ einstreichen, und „Better Man“ wurde als einer der meistgespielten Songs des Jahres 1995 ausgezeichnet. Die Single „Who You Are“ bereitete die Welt auf „No Code“ (1996) vor, das vier Wochen später in den Läden stand und wenige Tage darauf die US-Albumcharts anführte. Nach vereinzelten Shows - noch immer gab es keine komplette US-Tournee durch die einschlägigen Arenen - widmeten sich die Mitglieder Gastauftritten bei befreundeten Künstlern, Solo- bzw. Nebenprojekten und Sampler-Beiträgen, bevor es im Spätsommer erneut ins Studio ging. Das 1997 veröffentlichte „Given To Fly“ ist der Vorbote für den fünften Longplayer „Yield“, der 1998 erschien. Eigentlich nur als Single für Fanclub-Mitglieder zur Weihnacht 1998 gedacht, mutierte „Last Kiss“, eine Coverversion des einzigen Erfolgs von J. Frank Wilson & The Cavaliers von 1964, dank Unmengen von Radio-Einsätzen zum größten Hit ihrer gesamten Historie und erreichte 1999 Rang 2 der US-Popcharts. Kurz zuvor wurden Pearl Jam „Diamond Awards“ für mittlerweile über zehn Millionen (allein in den USA) verkaufter Exemplare des „Ten“-Albums verliehen. Nach der Single „Nothing As It Seems“ erschien 2000 das sechste Studiowerk „Binaural“. Die Musiker starten die dazugehörige Tour mit einem sechswöchigen Europa-Trip, der mit der Roskilde Festival-Tragödie ein jähes Ende fand, als bei dem Auftritt der Gruppe neun Festivalbesucher von den Massen zu Tode getrampelt wurden. Nach einem Monat der Besinnung entschlossen sich Eddie Vedder und Co., die bereits gebuchten und zum allergrößten Teil längst ausverkauften US-Dates zu spielen. Um Fans preisgünstige Soundboard-Aufnahmen und somit Alternativen zu überteuerten Schwarzpressungen zu bieten, veröffentlichten Pearl Jam die Mitschnitte aller Konzerte der Europa-Tournee (mit Ausnahme des abgebrochenen Auftritts in Dänemark) sowie sämtlicher US-Shows. Am Ende dieser Kampagne standen 72 neue Tonträger in den PJ-Fächern der Plattenläden, von denen es 13 in die „Billboard Charts“ schafften - ein weiterer Rekord. Anstelle, wie zunächst geplant, eine Raritäten-Compilation zu veröffentlichen, begann die Formation im Frühjahr 2002 mit den Aufnahmen zu „Riot Act“, das Ende 2002 erschien, bis Rang 13 in den deutschen Albumcharts kletterte und sich insgesamt sechs Wochen dort hielt. Die verschobene Raritäten-Sammlung folgte rund ein Jahr später mit der Doppel-CD „Lost Dogs“, weitere zwölf Monate später dann die Best-Of-Kopplung „Rearviewmirror“ die von „Once“ bis „Yellow Ledbetter“ noch einmal alle Hits der Gruppe auf zwei CDs versammelte. Wer die beiden Kopplungen bereits als Abschiedsgeschenke interpretierte, lag falsch, denn 2006 meldeten sich die Grunge-Veteranen mit „Pearl Jam“, dem ersten Album für ihr neues Label J Records, eindrucksvoll zurück.

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