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Nirvana

Gerade mal sechs Jahre dauerte die Karriere der wichtigsten Rockband der neunziger Jahre. In dieser Zeit verhalfen Nirvana der Alternative-Musik zum großen Durchbruch und wurden zum Sprachrohr der so genannten Generation X. Nach dem Selbstmord von Kurt Cobain wurde die Band zur Legende.

Der Sänger und Gitarrist Kurt Cobain wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei diversen Verwandten im US-Bundesstaat Washington auf und entdeckte schon früh seine Liebe zur Musik. Er begeisterte sich für die Beatles und für Heavy Metal, später für amerikanische Hardcore-Punk-Bands wie Black Flag und die Melvins. Bald lernte er seine Idole persönlich kennen und spielte mit Melvins-Bassist Dale Crover in der Band Fecal Matter. Melvins-Chef Buzz Osbourne stellte den Kontakt zu dem jungen Bassisten Krist Novoselic her, mit dem Cobain 1985 in Aberdeen, in der Nähe von Seattle, die Band Stiff Woodies gründete. Cobain spielte damals Schlagzeug, Novoselic Bass, während der Posten des Sängers und Gitarristen immer wieder neu besetzt wurde. Irgendwann beschloss Cobain, selbst die Aufgabe des Frontmann zu übernehmen. Als neuer Schlagzeuger wurde 1986 Aaron Burkhart verpflichtet, und die Band benannte sich in Skid Row um. Burkhart verließ die Band bereits ein Jahr später wieder und wurde durch Chad Channing ersetzt. Die Band benannte sich in Nirvana um.

Die Gruppe gab ihre ersten Konzerte auf Parties und erspielte sich mit ihrer schroffen Mischung aus Punk, Hardcore und Metal rasch eine treue Anhängerschaft. 1987 produzierte die Band eine ganze Reihe von Demos, die schließlich auch beim lokalen Indie-Label Sub Pop landeten. Die Firma nahm die Gruppe unter Vertrag und veröffentlichte im Dezember 1988 die erste Single mit einer Coverversion des Songs „Love Buzz“ von Shocking Blues. Mit einem Budget von gerade mal 600 Dollar nahm die Formation ihr Debütalbum „Bleach“ auf, das im Frühjahr 1989 auf den Markt kam. Die Platte entwickelte sich bald zum Hit bei diversen US-College-Radiostationen. „Bleach“ verkaufte sich über 35.000 mal, und Nirvana wurden bald zu den neuen Lieblingen der Alternative-Szene. Die Band veröffentlichte mit „Sliver/Dive“ eine neue Single mit Dan Peters von Mudhoney am Schlagzeug, der den ausgestiegenen Chad Chennings ersetzte. Unter der Regie von Butch Vig produzierte die Gruppe neue Demos, mit denen sie sich bei zahlreichen Majorlabels vorstellte, denen der Underground-Erfolg nicht verborgen geblieben war.

1990 fanden die Musiker, einmal mehr durch Vermittlung der Melvins-Kollegen, mit Dave Grohl einen neuen festen Schlagzeuger, der zuvor in der Punkband Scream gespielt hatte. Gegen Vorauszahlung von fast 300.000 Dollar unterschrieb die Band beim Major Geffen und machte sich mit Butch Vig an die Produktion ihres zweiten Albums. Nach einer Europa-Tour im Vorprogramm von Sonic Youth kam „Nevermind“ im September 1991 auf den Markt. Die Platte erzielte auf Anhieb umwerfende Verkaufszahlen, die durch die Single „Smells LIke Teen Spirit“ zusätzlich befeuert wurden. Für den Titel des Songs zeichnete der Legende nach die Sängerin der Rrrrriot-Girl-Band Bikini Kill, Kathleen Hanna, verantwortlich, die den Satz als Kommentar zu Cobains Körperdüften an die Wand seiner Wohnung gesprüht haben soll. Das düstere Video zum Song lief bei MTV ständig, und schon bald verkauften Nirvana rund 300.000 Alben pro Woche. Wie groß die Sache war, die da aus dem Underground erwuchs, zeigte sich 1992 in den US-Charts: „Nevermind“ stieß Michael Jacksons Comeback-Album „Dangerous“ vom Charts-Thron und zeigte damit nachdrücklich, dass eine neue Musiker-Generation die angestaubten Pop-Helden der Achtziger ablösen würde.

Im Fahrwasser von Nirvana war mittlerweile eine ganze Riege neuer Bands in die Hitlisten geschossen, die überwiegend aus Seattle stammten. Die Medien fassten die neue Rockeuphorie, die Bands wie Nirvana, Soundgarden, Alice In Chains oder Pearl Jam ausgelöst hatten, unter dem Namen Grunge zusammen, obwohl die einzelnen Bands stilistisch nur ihre Vorliebe für laute Gitarren verband. An der Spitze der Bewegung standen ganz klar Nirvana, die jedoch mit ihrem neuen Status als Superstars mitunter ihre Probleme hatten. Kurt Cobain trieb der wachsende Druck in eine ausgeprägte Drogen- und Alkohol-Sucht, die von Depressionen begleitet wurde. 1992 heiratete Cobain die Sängerin der Punkgruppe Hole, Courtney Love, die ihrerseits bereits des öfteren mit Drogen- und Gewaltexzessen in die Schlagzeilen gekommen war. Die Medien stürzten sich dankbar auf das neue Skandal-Paar, vielerorts wurden Vergleiche mit dem ebenso selbstzerstörerischen wie legendären Punk-Paar Sid und Nancy angestrengt. Im August 1992 brachte Love ihr erstes Kind Frances Bean zur Welt. Wenig später berichtete die Zeitschrift „Vanity“, die Sängerin habe während ihrer Schwangerschaft weiter Heroin gespritzt, was zum nächsten Medien-Skandal führte. Den Eltern wurde daraufhin kurzzeitig das Sorgerecht entzogen.

Cobains Zustand hatte sich indes weiter verschlechtert. Er klagte über anhaltende Magenbeschwerden und begab sich im Juni 1992 in ein Krankenhaus in Belfast. Dadurch musste eine Reihe von Konzerten abgesagt werden. Cobain erwies sich als unfähig, neues Material einzuspielen. Deshalb griff das Label Geffen kurzerhand auf alte Demo-Aufnahmen und Outtakes zurück und veröffentlichte sie 1992 unter dem Titel „Incesticide“. Auf Aufforderung der Band wurde die CD jedoch nicht beworben und erreichte nur Platz 39 der US-Charts. Gemeinsam mit Produzent Steve Albini (u.a. Pixies, The Breeders, Jesus Lizard) machte sich die Gruppe daraufhin an die Aufnahmen zu ihrem dritten Album. „In Utero“ wurde in nur zwei Wochen eingespielt. Mit dem Ergebnis war man bei Geffen aber alles andere als zufrieden. Die Firma lehnte nicht nur den geplanten Album-Titel „I Hate Myself And I Want To Die“ ab, sondern warf der Band auch vor, bewusst ein unkommerzielles Album aufgenommen zu haben. Nach ausgiebigem Streit zwischen Musiker und Label wurde schließlich beschlossen, dass R.E.M.-Produzent Scott Litt das Album noch einmal neu abmischen und das Brachiale zumindest etwas in Richtung Massentauglichkeit trimmen sollte. Zuvor hatte Cobain im Mai einen ersten Selbstmordversuch unternommen, der von der Plattenfirma als Drogen-Überdosis getarnt wurde.

„In Utero“ kam im September 1993 auf den Markt und erreichte aus dem Stand die Spitze der Charts in den USA und in Großbritannien. Auf der anschließenden Tour begleitete der ehemalige Germs-Musiker Pat Smears die Band als zusätzlicher Gitarrist. Im November 1993 trat die Gruppe bei „MTV Unplugged“ auf und absolvierte dort ein beeindruckendes Akkustik-Set. Auf der anschließenden Europa-Tour verschlechterte sich Cobains Zustand zusehends. Nach einem Auftritt in München Anfang März reiste der Sänger mit Ehefrau für einige Tage nach Rom. Dort unternahm Cobain einen weiteren Selbstmordversuch. Auch zurück in Seattle verbessert sich sein Zustand nicht. Am 18. März musste Love die Polizei in ihr Haus rufen, nachdem sich ihr Ehemann im Badezimmer eingeschlossen hatte und damit drohte, sich umzubringen. Am 30. März willigte Cobain ein, sich einer Entziehungskur im Exodus Recovery Center in Los Angeles zu unterziehen, flüchtete aber bereits nach zwei Tagen wieder aus der Klinik. Cobain verschanzte sich in seinem Haus in Seattle, seine Mutter meldete ihn als vermisst. Am 5. April nahm sich Cobain durch einen Kopfschuss mit einer Schrotflinte das Leben. Seine Leiche wurde erst drei Tage später von einem Elektriker gefunden, der eine Alarmanlage in dem Haus installieren sollte.

Am 10. April pilgerten hunderte von Jugendlichen zum Haus des Sängers, um von ihrem Idol Abschied zu nehmen. Ähnlich wie Jim Morrisson, Janis Joplin oder Jimi Hendrix zuvor wurde Cobain nach seinem frühen Tod zur Legende. Die Medien stilisierten ihn zum tragischen Helden und Sprachrohr der Generation X. Noch im selben Jahr veröffentlichte Geffen einen Mitschnitt des „MTV Unplugged“-Auftritts, der ohne Umweg an die Spitze der Charts in Großbritannien und in den USA schoss. 1996 folgte das Live-Album „From The Muddy Banks Of The Wishkah“, das ebenfalls an die Chartsspitze stürmte. Die verbliebenen Nirvana-Musiker widmeten sich derweil neuen musikalischen Projekten: Drummer Dave Grohl gründete die Foo Fighters, wo er die Rolle des Sängers und des Gitarristen übernahm. Krist Novoselic veröffentlichte ein Album mit seiner neuen Band Sweet 75. Gemeinsam mit Cobains Witwe Courtney Love schlossen sich die drei zur Nirvana L.L.C. Partnership zusammen, um den musikalischen Nachlass des Sängers gemeinsam zu verwalten. Doch schon bald führten Uneinigkeiten zwischen Love und den beiden Musikern zu einem handfesten Streit, der schließlich vor Gericht fortgesetzt wurde. Die geplante Veröffentlichung eines Box-Sets mit unveröffentlichten Nirvana-Aufnahmen wurde zunächst auf Eis gelegt.

Im Jahr 2002 kam zumindest ein „Best-Of“-Album auf den Markt, das mit „You Know You’re Right“ auch einen unveröffentlichten Song enthielt. Kurz vor Weihnachten des gleichen Jahres veröffentlichte Love die Tagebücher ihres Mannes. Dave Grohl feierte derweil mit den Foo Fighters überwältigende Erfolge und glänzte auch bei zahlreichen Gastauftritten auf den Platten anderer Stars: So trommelte er zwischenzeitlich unter anderem bei den Queens Of The Stone Age und Killing Joke und formierte mit Probot eine Art Heavy-Metal-Allstar-Band mit den Kultfiguren des Genres. Bei Novoselic wollte es musikalisch dagegen nicht mehr recht klappen: Nachdem sich auch die Erfolge seiner neuen Band Eyes Adrift zusammen mit Ex-Sublime-Schlagzeuger Bug Gaugh und Meat-Puppets-Musiker Curt Kirkwood in Grenzen hielten, kündigte der Bassist 2003 seinen Rückzug aus der Musik an, um sich fortan einer Karriere in der Politik zu widmen.

Im Jahr 2004 kam es dann doch noch zur Veröffentlichung der umstrittenen Raritäten-Box. „With The Lights Out“ kam als 3-CD-Set auf den Markt.

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