Die Düsseldorfer Musikstudenten Ralf Hütter (Keyboard, Gesang) und Florian Schneider-Esleben (Flöte, Violine, Gesang, Percussion) gründeten 1968 die Band Organisation, die sie zwei Jahre später in Kraftwerk umtauften. Wie viele Bands ihrer Zeit versuchten auch Kraftwerk, die eingerosteten Grenzen der Rockmusik zu sprengen. Das von Conny Plank produzierte und auf dem neu gegründeten Philips-Label erschienene Debüt „Kraftwerk“ (1970, mit Michael Rother an der Gitarre) lieferte mit dem Titel „Ruckzuck“ den zeitgemäßen Hit für die Underground-Diskotheken und die Titelmusik zum TV-Dauerbrenner „Kennzeichen D“. Die Band kultivierte ihren elektronisch unterkühlten Sound mit Titeln wie „Strom“, „Spule 4“ oder „Megaherz“ und baute geschickt das Image einer Mensch-Maschine um sich herum auf. Im Gegensatz zu den oft übertrieben komplexen Klangwänden der Krautrock-Jünger verlegten sich Kraftwerk auf einen zelebrierten Technik-Minimalismus, der dem eckigen Garagenstil der Neuen Deutschen Welle und Techno um Jahre vorauseilte. 1972 erschien „Kraftwerk 2“, und die Band wurde vom Magazin „Sounds“ zur beliebtesten Gruppe des Jahres gewählt. Die vierte LP „Autobahn“ (1974), das erste konsequent elektronische Album, verkaufte sich hunderttausendfach in den USA und verhalf Kraftwerk damit als zweiter deutscher Band nach dem transatlantischen Projekt Nektar zu einer goldenen Schallplatte in den Staaten. Im ironischen Kontrast zu den technischen Klangcollagen nannten die Musiker - zu denen inzwischen auch der Perkussionist Karl Bartos zählte - Fritz Lang und den Komponisten Oskar Sala als Einflüsse. Der Erfolg der Single „Autobahn“ versetzte die Gruppe in die Lage, ihr eigenes Plattenlabel „Kling-Klang“ zu gründen. Das sechste Album „Trans Europa Express“ enthielt den Titel, der das gesamte Erscheinungsbild des folgenden Jahrzehnts prägen sollte: „Die Roboter“ inspirierte Bands wie die Einstürzenden Neubauten, Cabaret Voltaire und die Deutsch-Amerikanische Freundschaft. Das 1978 erschienene „Mensch-Maschine“ und „Computerwelt“ (1981) setzten abermals Maßstäbe. Residents-Gitarrist Snakefinger machte „The Model“ zu einem Hit. Auch Künstler wie David Bowie borgten gerne von den deutschen Elektro-Musikern. Kraftwerk vermieden es jedoch bewusst, auf den Wellen NDW oder New Wave zu schwimmen, knauserten in den Achtzigern mit ihren Veröffentlichungen und wurden so zur Legende. Während der Neunziger widmeten sich die Mitglieder mehr oder weniger verschiedenen Soloprojekten und bürgerlichen Karrieren, bis sich die Band 1999 mit einer Single für die Expo 2000 in Hannover zurückmeldete. 2004 begab sich die Gruppe auf ihre „Tour de France Soundtracks“, eine Welttournee, die auf der Live CD/DVD/SACD/LP „Minimum - Maximum“ dokumentiert ist.

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