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Jethro Tull

Im Jahre 1967 kam der schottische Musiker Ian Scott Anderson mit der John Evans Blues Band nach London. Als sich die Gruppe bald danach aus Mangel an Engagements auflöste, gründete Anderson zu Weihnachten des gleichen Jahres seine Epoche machende Formation Jethro Tull. Den Namen adaptierte er von einem englischen Landwirt und Schriftsteller, der 1731 ein Standardwerk über das Beschlagen von Huftieren verfasst hatte...

Im Jahre 1967 kam der schottische Musiker Ian Scott Anderson mit der John Evans Blues Band nach London. Als sich die Gruppe bald danach aus Mangel an Engagements auflöste, gründete Anderson zu Weihnachten des gleichen Jahres seine Epoche machende Formation Jethro Tull. Den Namen adaptierte er von einem englischen Landwirt und Schriftsteller, der 1731 ein Standardwerk über das Beschlagen von Huftieren verfasst hatte. Beim National Jazz and Blues Festival 1969 im Kempton Park erntete die Band stürmischen Beifall. In altertümlichen Kleidern bot das Quartett eine sehr britische Mixtur aus anfangs noch stark am Blues orientierter Rockmusik, Burleske und Comedy-Show. Der charismatische Multiinstrumentalist Anderson entwickelte einen einzigartigen Flötenstil, der ihn bis heute zum unumstrittenen Großmeister dieses für die Rockmusik eher untypischen Instrumentes gemacht hat. Auf einem Bein stehend pfiff, blies, keuchte, sprach und grunzte er durch die Klappen, was neben Tönen auch ungeheuer dynamische, perkussive Effekte erzielte. Anfangs fälschlicherweise als Vorreiter des Progressive Rock gepriesen, machten sich Jethro Tull bereits 1972 mit dem Album „Thick As A Brick“ (etwa: dumm wie Bohnenstroh) über die zuweilen spießige Engstirnigkeit dieses Stils lustig. Auf Alben wie „Aqualung“, „Too Old To Rock ’n‘ Roll, Too Young To Die“ oder „M.U.“ (einer Satire auf die Musikergewerkschaft Musicians‘ Union) beackerte Anderson ein weites musikalisches Feld zwischen Rock, Neo-Folk und den mittelalterlichen Balladen seiner schottischen Heimat. Mit einem Stilwechsel änderte sich häufig auch die Besetzung. Anfang der Achtziger versuchten Jethro Tull mit dem Album „Broadsword And The Beast“ (1982) der Hard-Rock-Welle Rechnung zu tragen und warteten mit mächtigen Sounds und teilweise synthetischen Klängen auf. Der Stilschwenk wurde vom Publikum nicht gerade jubelnd begrüßt, auch der Nachfolger „Under Wraps“ (1984) verkaufte sich eher schleppend. Auf Grund von Stimmbandproblemen legte Anderson von 1985 an eine mehrjährige schöpferische Pause ein, während der er sich ganz dem Landleben widmete: Er baute eine Lachsfarm auf, begann, Schafe zu halten und setzte sich für den Tierschutz ein. 1988 bescherte ihm das Hard-Rock-Album „Crest Of A Knave“ einen Grammy. In den Neunzigern wurde Anderson ruhiger und akustischer, ließ weiterhin die verschiedenartigen Elemente und Instrumente in seine Musik einfließen, die er nun abwechselnd unter den Markennamen Jethro Tull oder Ian Anderson präsentierte. 2004 ging er mit dem Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt a. M. auf eine Orchestertournee, die einen Querschnitt seines Werkes bot. Im Folgejahr erschienen eine Doppel-CD und eine DVD, die diese Tournee dokumentieren.

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