Die Toten Hosen

Ihrem Rauf- und Sauf-Image der frühen Tage ist die Truppe um Sänger Campino in jeder Hinsicht längst entwachsen. Die Toten Hosen sind bunt, sauber, und sorgen für mäßig rebellisches Chartfutter. 1982 fand sich die Band aus Mitgliedern der lokalen Punk-Combos ZK und KFC in Düsseldorf zusammen und benannte sich nach einem Trend-Wort der damaligen Zeit. Campino (Andreas Frege), Breiti (Andreas Breitkopf), Kuddel (Andreas von Holst), Andi (Andreas Meurer) und Wölli (Wolfgang Rohde) debütierten mit derben Nummern wie „Altbier“, „Hofgarten“ oder „Bommerlunder“ und erhielten dafür bald das Image einer trinkfreudigen Rabaukencombo. Nichts für Campino und seine Jungs, die nun heftig daran arbeiteten, alle Welt wieder vom Gegenteil zu überzeugen. Die Hosen tourten ernsthaft, spielten via Telefonbuchung in Privathaushalten, wurden schließlich vom Goethe-Institut als Kulturbotschafter nach Seoul geschickt. Doch erst mit der Single „Hier kommt Alex“ (1988) von der LP „Ein kleines bisschen Horrorschau“ (die Hosen-Musik zur deutschen Bühnenfassung von „A Clockwork Orange„) gelang erstmals der Einstieg in die deutschen Charts. Mit dem Nachfolger „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ (1990) festigten die Toten Hosen ihre Position zwischen Pop und Punk, mit „Learning English, Lesson One“ ihre Glaubwürdigkeit als Punks: die 1991 mit Johnny Thunders und Joey Ramone aufgenommene Platte fiel kommerziell durch. 1994 traten Campino & Co in den USA als Vorgruppe von Green Day auf und sogen den Geist der großen Freiheit ein. 1995 erschien auf dem neu gegründeten Hosen-Label JKP das Album „Opium fürs Volk“, von Campino als Gesellschaftskritik konzipiert. Die Scheibe hielt sich vier Wochen lang in den Charts. Bei ihrem 1.000 Jubiläumskonzert im Düsseldorfer Rheinstadion brach 1997 eine 16-Jährige vor der Bühne zusammen und starb, die Band sagte die restlichen Auftritte für die Saison ab. Man tourte verhalten durch Australien und veröffentlichte als Die Roten Rosen eine Platte mit Weihnachtsliedern. Solche Phasen besagen jedoch nichts: Metallica-Fan Campino will als Punk weitermachen, bis er sechzig ist.

In den folgenden Jahren lieferten die Düsseldorfer mit schöner Regelmäßigkeit weitere Erfolgsalben wie „Auswärtsspiel“ (2002), den zweiten Teil der Best-Of-Kopplung „Reich und Sexy“ (2002) oder „Zurück zum Glück“ (2004) ab, mit denen sie stets bis in die höchsten Charts-Regionen vorstießen. Musikalisch präsentierte sich die Band dabei gereift, und überraschte mitunter mit durchaus anspruchsvollen Kompositionen, die immer öfter die straighten 3-Akkorde-Punk-Songs ersetzten. Auch textlich widmete sich Frontmann Campino mehr und mehr existenzialistischen Lebensbetrachtungen mit fast schon philosophischem Einschlag. Ihren Status als eine der drei erfolgreichsten Bands der Nation, festigte die Band in dieser Zeit u.a. bei Headliner-Auftritten bei den größten deutschen Sommerfestivals wie Rock am Ring und Rock im Park, wo sie ihr Publikum nachhaltig begeisterten. Der Musiksender MTV produzierte mit der Band im Jahr 2005 die wöchentliche Reality-Doku „Friss oder stirb“, die tiefe Einblicke in den Alltag der Band ermöglichte. Ausgewählte Ausschnitte der Serie erschienen im Juli 2005 auf der DVD „Friss oder stirb (Director’s Cut)“. Nach einer kolossalen Tournee mit insgesamt über 700.000 Zuschauern, kündigten die Toten Hosen an, in der nächsten Zeit eine längere Pause einzulegen. Zuvor erschien aber noch ein Doppelschlag in Form der Live-DVDs „Nur zu Besuch - Unplugged im Wiener Burgtheater“ und „Heimspiel - Live in Düsseldorf“, die beide hervorragende Verkaufszahlen erzielten und bald reichlich mit Edelmetall verziert wurden.

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