Depeche Mode

Depeche Mode Poster

Leben & Werk

Ohne Depeche Mode sähe die elektronische Musik heute anders aus. Als eine der ersten Bands überhaupt erforschten sie die popmusikalischen Möglichkeiten des Synthesizers und wurden damit zu Superstars, die auch im Underground stets höchsten Respekt genossen.

1976 gründeten Vince Clarke und Andrew Fletcher im britischen Basildon das Keyboard-Duo No Romance In China. Die Gruppe zerbrach bald wieder, doch 1979 meldete sich Clarke mit dem Duo French Look zurück, das er zusammen mit dem Gitarristen und Keyboarder Martin Gore gegründet hatte. Fletcher schloss sich den beiden bald an, und gemeinsam traten sie fortan unter dem Namen Composition of Sound auf. Den Gesangspart übernahm zunächst Clarke, bis sich 1980 der Sänger David Gahan anschloss und die Gruppe zum Quartett komplettierte. Die vier vollzogen ihren letzten Namenswechsel und nannten sich künftig, inspiriert von einer französischen Modezeitschrift, Depeche Mode.

Mit Auftritten in der Londoner Club-Szene und der Veröffentlichung des Songs „Photographic“ auf der einflussreichen Compilation „Some Bizarre“ im Jahr 1981 erspielte sich die Gruppe rasch eine begeisterte Anhängerschaft. Ihr ungewöhnlicher Ansatz, komplett auf traditionelle Instrumente zu verzichten und ihre Musik ausschließlich mit elektronischen Hilfsmitteln zu erzeugen, war damals ebenso innovativ wie spektakulär. Bei einem frühen Konzert in London wurde der Produzent Daniel Miller auf Depeche Mode aufmerksam und nahm die aufregende neue Band für sein Label Mute unter Vertrag. Im März 1981 veröffentlichten Depeche Mode mit „Dreaming Of You“ ihre erste Single bei Mute und erzielten mit einer Platzierung auf Rang 57 der britischen Charts einen ersten Auftakterfolg. Drei Monate später erreichte die Band mit der Single „New Life“ bereits Platz elf der Charts, bevor mit „Just Can’t Get Enough“ erstmals der Einstieg in die Top Ten gelang. Im Herbst folgte das Debütalbum „Speak And Spell“ und wurde rasch zum durchschlagenden Erfolg: Die Platte erreichte die Top Ten und hielt sich stolze 33 Wochen in den Charts.

Begleitet wurden die erfolgreichen Veröffentlichungen von ausgedehnten Konzertreisen, die jedoch bald ihren Tribut forderten: Hauptsongwriter Vince Clarke wurde der Tourstress zu viel und er beschloss, die Gruppe zu verlassen, um künftig verstärkt im Studio Musik zu machen. Zusammen mit der Sängerin Alison Moyet meldete er sich unter dem Namen Yazoo zurück und gründete später gemeinsam mit Andy Bell das überaus erfolgreiche Elektropopduo Erasure. Ihres musikalischen Rückgrats beraubt, war das weitere Schicksal von Depeche Mode zunächst ungewiss. Notgedrungen übernahm Martin Gore das Songwriting, der jedoch schon bald beweisen sollte, dass auch er zu Großem berufen war. Unter der kreativen Führung von Gore und mit dem neuen Keyboarder Alan Wilder meldeten sich Depeche Mode mit der Single „See You“ zurück, die bis auf Platz sechs der Charts vorrückte und rasch klarmachte, dass der Ausstieg von Clarke den stetigen Aufstieg der Band nicht hatte stoppen können.

Nach zwei weiteren Hit-Singles folgte im Oktober 1982 das zweite Album „A Broken Frame“, das die Top Ten erreichte und mit dem die Band ihren Kultstatus weiter ausbaute. Das dritte Album „Construction Time Again“ präsentierte die außergewöhnlichen Songwriting-Fähigkeiten von Gore erstmals in voller Pracht. Der Sound der Band erhielt durch Gore einen deutlich dunkleren Anstrich, der der Band zu neuen Höhenflügen verhelfen sollte. Während „Construction Time Again“ in Großbritannien erneut in die Top Ten einstieg, stellten sich auch zunehmend Erfolge im europäischen Ausland ein: In Deutschland etwa stieß die Platte bis auf Rang sieben der Charts vor. Mit der Single „People Are People“ gelang 1984 sogar der Durchbruch in den USA, wo der Song auf Platz 13 landete. Das nächste Album „Some Great Reward“ erreichte im gleichen Jahr Platz 51 der US-Charts. Nach dem internationalen Durchbruch gönnte sich die Band zunächst eine Auszeit und veröffentlichte im folgenden Jahr lediglich zwei Singles sowie ihre erste Best-Of-Kopplung „The Singles 1981 – 85“. 1986 meldeten sie sich mit dem erneut überaus erfolgreichen Album „Black Celebration“ zurück, das bei einer ausgedehnten Welttournee vorgestellt wurde.

Der endgültige Aufstieg zu internationalen Superstars gelang 1987 mit dem Album „Music For The Masses“. Die CD erreichte Platz 35 der US-Charts und wurde von einer gigantischen US-Tour begleitet. Die Konzertreise gipfelte in einem fulminanten Auftritt in der Rose Bowl in Pasadena, wo die Gruppe von über 75.000 begeisterten Zuschauern gefeiert wurde. Die spektakuläre Tour dokumentierte der legendäre amerikanische Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker mit dem Tour-Film „101“. Unter dem gleichen Titel erschien 1988 auch eine Live-CD. 1989 kündigte die Single „Personal Jesus“, die zur erfolgreichsten Maxi-Single in der Geschichte ihres Labels Warner Bros. wurde, die Veröffentlichung des siebten Studioalbums „Violator“ an. Auf dem Album präsentierten sich Depeche Mode von einer musikalisch härteren Seite denn je, lagen damit indes einmal mehr goldrichtig: „Violator“ erreichte in Deutschland und in Großbritannien Platz zwei, in den USA Platz sieben und verkaufte weltweit rund sechs Mio. Einheiten.

Noch härter ging es auf dem Nachfolger „Songs Of Faith And Devotion“ (1994) zur Sache, auf der die Band starke Einflüsse aus der gerade pulsierenden Grunge-Bewegung verarbeitete und einen deutlichen Rockeinschlag erkennen ließ. Die CD gelangte in Großbritannien und in den USA auf Platz eins der Charts und öffnete der Band eine neue Erfolgdimension. Entsprechend gigantisch gestaltete sich die anschließende Tour: 14 Monate lang bereisten Depeche Mode im Rahmen der „Devotional“-Tour die Welt und gaben dabei 156 Konzerte. Die extremen Strapazen einer derart ausgedehnten Konzertreise zeitigten bald Folgen: Nach Abschluss der Tour folgte der kollektive mentale Zusammenbruch der vier Musiker. Alan Wilder veranlasste das Extremerlebnis sogar, die Band nach 13 Jahren zu verlassen.

Die Band stand zu dieser Zeit kurz vor dem Aus. Die verbliebenen Bandmitglieder Martin Gore, Dave Gahan und Andrew Fletcher zogen sich weitgehend aus der Musikwelt zurück. Gahan sorgte zwischenzeitlich mit Drogeneskapaden sowie mit einem Selbstmordversuch für Schlagzeilen. Es schien, als ob das Schicksal von Depeche Mode endgültig besiegelt sei. Doch das außergewöhnliche Songwriting-Talent von Gore brachte die Band drei Jahre später schließlich wieder zusammen. Begeistert von den neuen Songs von Gore, beschlossen die drei Musiker, es noch einmal anzugehen und meldeten sich 1997 mit der Single „Barrel Of A Gun“ triumphal zurück. Das folgende Album „Ultra“ wurde ein weiterer kolossaler Erfolg in der Depeche-Mode-Geschichte und erreichte weltweit Top-Positionen in den Charts. Im Herbst 1998 gaben Depeche Mode ihr erste Live-Konzert seit Jahren und gingen im Anschluss an die Veröffentlichung ihrer zweiten Best-Of-Kopplung „The Singles 86-98“ sogar wieder auf eine fünfmonatige Welttournee.

Auch im neuen Jahrtausend war die Kreativität der Band ungebrochen. Mit ihrem zehnten Album „Exciter“ gelang im Jahr 2001 ein weiterer internationaler Erfolg, im Mai 2002 folgte die Live-DVD „One Night In Paris“. Im Jahr 2003 veröffentlichten David Gahan und Martin Gore Soloalben, Andy Fletcher gründete das Label Toast Hawaii. Hin und wieder kam es in der Folge zu Spannungen innerhalb der Band, etwa als David Gahan Anspruch auf einen stärkeren kreativen Einfluss erhob – andernfalls drohte er damit, die Formation verlassen. Ein neues Album stand zu dieser Zeit nicht auf dem Plan, vielmehr veröffentlichten Depeche Mode mehrere DVDs, unter anderem eine Dokumentation zur desaströsen „Devotional“-Tour, sowie ein einige Remix-Alben. Im Oktober 2005 erschien mit „Playing The Angel“ das langerwartete neue Studioalbum, auf dem endlich auch Sänger Dave Gahan einige seiner Songideen unterbringen konnte. Die Platte wurde von Fans und Kritikern gefeiert und bewies nicht zuletzt durch die Platzierung auf dem Spitzenrang der Charts, dass die britische Formation nach wie vor zu den Spitzenkräften der internationalen Popszene zählte.

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