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Fakten und Hintergründe zum Film "Zweiohrk?ken"

Kino.de Redaktion |

Zweiohrküken Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Stoffhasen mit lustig verdrehten Augen – aber ohne Ohren – begeistern über 6,3 Millionen Zuschauer auf der Leinwand: Solche Sternstunden erlebt das deutsche Kino nicht oft – vom Dauerspitzenplatz in den DVD-Charts ganz zu schweigen. In großen Scharen organisierten sich die „Keinohrhasen“-Freunde in Online-Fanclubs und nahmen die putzigen Titelhelden mit auf ihre Reisen, um die Fotos dann im Internet zu präsentieren, was nicht zuletzt Produzent Tom Zickler schwer beeindruckte: „Der Keinohrhase war schon auf den Pyramiden, in Neuseeland, Chile und in der Antarktis. Einfach traumhaft!“

Doch nicht erst der überwältigende Erfolg der romantischen Komödie brachte Til Schweigers und Tom Zicklers Barefoot-Films-Team darauf, über eine Fortsetzung nachzudenken. Zickler berichtet: „Schon beim Dreh von ,Keinohrhasen‘ merkten wir bald, wie gut das Zusammenspiel der Figuren funktioniert und dass die Geschichte von Ludo und Anna mit dem ersten Drehbuch noch nicht zu Ende erzählt war. Wir erfanden auch bereits eine Szene, die den Anschluss an einen möglichen weiteren Film ermöglicht hätte – sie wurde dann aber in der Kinofassung nicht verwendet. Ich will damit sagen: Das Sequel hat uns gedanklich von Anfang an begleitet. Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen: Wir machen einen zweiten Teil nur, wenn wir eine gute Geschichte finden. Denn eine mäßige Fortsetzung hätte im Nachhinein auch die Qualität des Originals geschmälert – mit ,Keinohrhasen‘ entstand eine ganz eigene Welt, die wir auf jeden Fall bewahren wollten.“

2008 machte Til Schweiger in der Türkei Urlaub. „Aber schon nach einer Woche fühlte er sich erholt“, erinnert sich Zickler. „Til rief Anika Decker an und sagte: ‚Komm her, wir arbeiten am zweiten Teil.‘“

Schweiger und Anika Decker hatten bereits bei „Keinohrhasen“ sehr fruchtbar zusammengearbeitet und seitdem schon einige Ideen für den neuen Film durchgespielt, ohne dass eine richtig gezündet hätte. Doch dann klickte es: Da sich Anna und Ludo bereits gefunden haben, steht diesmal ihre Beziehung im Zentrum der Komödie: Eifersucht, Misstrauen, die Alltagsroutine, also Dinge, die die Zuschauer aus ihrem eigenen Leben wieder erkennen – wie zum Beispiel der Vertrauensbruch, heimlich ins Handy oder in die E-Mails des Partners zu schauen. Viele Beziehungen gehen aufgrund solch mangelnder Freiräume zu Bruch. Denn zum gegenseitigen Vertrauen gehört der Umgang mit der Eifersucht, die in Ludos Fall auf eine harte Probe gestellt wird, als sich Annas Ex-Freund Ralf in ihrer Wohnung einnistet. „Als diese Idee geboren war, wussten wir sofort: Das wird sehr lustig!“, sagt Tom Zickler.

Am Urlaubsort schrieben Til Schweiger und Anika Decker die erste Fassung innerhalb von zehn Tagen. „Mitten im Raum steht der Laptop, an den die beiden sich abwechselnd setzen, um Ideen und Dialoge zu formulieren – und vielleicht auch schnell wieder zu löschen“, erzählt Zickler über die bewährte Arbeitsmethode der Autoren. „Die intensive Zusammenarbeit bringt umgehend konkrete Ergebnisse. Schon bei ,Keinohrhasen‘ haben die beiden in Los Angeles sehr effektiv und schnell ihr gemeinsames Buch erarbeitet. Der Vorteil war diesmal natürlich, dass wir inzwischen alle wissen, wie gut die Geschichte des Paares auf der Leinwand funktioniert, wie hundertprozentig die Chemie zwischen Til und Nora stimmt, wie gut die Eigenarten von Ludo und Anna beim Publikum ankommen. Das Gleiche gilt für Ludos Kumpel Moritz, der in jedes Fettnäpfchen tritt, weil er nichts kapiert.“

Auf einem zweiten Laptop recherchieren die beiden Autoren im Internet, um die Story mit den wichtigen kleinen Details auszustatten: die medizinische Behandlung von Nebenbuhler Ralfs gebrochener Nase bzw. seine Erfahrungen als Anthropologe in Afrika.

„Wichtig bei einer Beziehungskomödie ist vor allem, dass weder das weibliche noch das männliche Element zu kurz kommen“, weiß der Produzent. „Insofern ergänzen sich Anika und Til beim Schreiben perfekt – ähnlich wie sich Billy Wilder und seine eher drastische Interpretation der menschlichen Natur wunderbar spannungsvoll ergänzte mit der distinguierten Oberklassenkultur seines Schreibpartners Charles Brackett, mit dem er zusammen 13 Filmklassiker schrieb.“

Bei „Keinohrhasen“ haben Anika Decker und Til Schweiger eine vergleichbare Methode entwickelt – sie werfen sich gegenseitig die Bälle zu, wobei sie die Position der Frauen verteidigt und er eine Lanze für die Männer bricht. „Natürlich fliegen dabei die Fetzen!“, sagt Zickler. „Anika hat sehr viel Humor, ist äußerst schlagfertig und verblüfft nicht zuletzt die Männer immer wieder mit Pointen, die unerwartet auch mal unter die Gürtellinie zielen. Wer es schafft, selbst Til Schweiger mit seinem ausgeprägten Humor sprachlos zu machen, profiliert sich schon dadurch als seine Schreibpartnerin!“

Doch diesmal holte sich das Autorenduo auch Unterstützung aus dem Publikum: Auf der „Keinohrhasen“-Website forderten die Filmemacher die Fans auf, ihre peinlichsten Erlebnisse in Bezug auf Partnerschaft und Beziehungen aufzuschreiben und einzusenden – die besten Ideen sollten dann im Drehbuch zu „Zweiohrküken“ verwendet werden. Etwa 500 Zuschauer antworteten, eine Idee wurde ausgewählt, der Geschichte angepasst und ins Drehbuch integriert: Moritz’ (Matthias Schweighöfer) verzweifelter, höchst peinlicher Alleingang, als in der Wohnung der schönen Lana plötzlich das Wasser abgestellt wird. Dazu Tom Zickler: „Der Autor dieser Szene hat unseren ,Wettbewerb‘ gewonnen, wird im Nachspann genannt und mit seinen Freunden zur Premiere eingeladen. Generell bekamen wir tolle, sehr außergewöhnliche und teils ultraschräge Geschichten zugeschickt, aber natürlich eignen sich nicht alle für dieses spezielle Drehbuch.“ Aus den Testvorführungen wissen die Filmemacher inzwischen, dass die Zuschauer bei Moritz’ Eskapaden in dieser Sequenz fünf Minuten pausenlos lachen.

Produktion: Zweiohrküken kommen selten allein

„Als Til im März 2008 mit der ersten Drehbuchfassung aus dem Urlaub zurückkehrte, fand ich die bereits irre komisch“, fährt Zickler fort. „Aber natürlich wird an den Szenen noch lange gefeilt, und zwischendurch drehten wir ,1 1/2 Ritter‘. ‚Zweiohrküken‘ musste also erst einmal zurückstehen, doch im Herbst ging es weiter, ich arbeitete an der Finanzierung, die diesmal aufgrund des großen Erfolges von ,Keinohrhasen‘ relativ einfach war. Alle Beteiligten wollten gern wieder dabei sein, und ich musste im Gegenteil aufpassen, dass das Budget des zweiten Teils nicht aus dem Ruder lief, weil manche Mitarbeiter impulsiv der Meinung sind, sich in ihrer Abteilung aufgrund des ersten Hits ‚alles‘ leisten zu können.“ Tom Zickler und Til Schweiger arbeiten jedoch grundsätzlich mit moderatem Budget.

Im Gegensatz zum ersten Film hatte das Barefoot-Team diesmal genug Zeit für die Vorbereitung, denn als Drehtermin war das Frühjahr 2009 vorgesehen, um „Zweiohrküken“ bis zum bewährten Starttermin kurz vor Weihnachten fertig stellen zu können.

„Trotzdem ist die Terminplanung immer sehr schwierig“, sagt Tom Zickler. „Denn Til ist ja auch Familienvater, er spielt außerdem Rollen für andere Regisseure, und jeden Tag erhalten wir 15 bis 20 Anfragen mit der Bitte um Auftritte in TV-Shows oder ähnlichem. Und wenn dann ein attraktives Angebot wie die Mitwirkung in Quentin Tarantinos ,Inglourious Basterds‘ kurzfristig dazukommt, dann ist es eine große Herausforderung, diese Dreharbeiten in Tils Terminkalender unterzubringen. Damals drehte er tagsüber in Berlin und mischte nachts in München ,1 1/2 Ritter‘!“

Das Casting zu „Zweiohrküken“ war abgeschlossen, als Til Schweiger in Los Angeles federführend in der RTL-Casting-Show „Mission Hollywood“ mitwirkte.

„Til hat die sechswöchige Arbeit an ,Mission Hollywood‘ ausgesprochen Spaß gemacht“, erzählt Zickler. „Er wollte mit den Kandidatinnen jedenfalls nicht so gnadenlos umgehen, wie es eine Heidi Klum vielleicht getan hätte, deren sehr erfolgreiche Show vom gleichen Team produziert wird. Er freute sich auf die Arbeit mit den Mädchen, und er hat sich selbst sehr intensiv und ernsthaft eingebracht, auch wenn die Lektionen mit den Nachwuchsschauspielerinnen für die Kamera humorvoll aufbereitet wurden.“

Zwei Kandidatinnen aus der Casting-Show engagierte Schweiger sofort für „Zweiohrküken“: Annika Ernst, die eine der drei Freundinnen spielt, mit denen Anna im Café-Garten über Ludos Ex-Freundin redet, und Margarita Ruhl als eine der schönen Frauen, mit denen Moritz in der Disco anbandeln will.

Nach seiner Rückkehr aus Los Angeles blieben Schweiger vier Wochen, um den Drehstart von ‚Zweiohrküken‘ im Mai vorzubereiten – was nicht zu kurz ist, weil die entscheidenden Kreativen des Barefoot-Teams bereits den fünften Film mit Schweiger drehten – sie wissen genau, was er will. Bei seinen eigenen Regiearbeiten verlässt sich Schweiger seit einigen Jahren unter anderem besonders auf Torsten Künstler (1st AD) und Christof Wahl (Kamera). Er braucht also nur kurz über die bereits vorausgewählten Drehorte und die Auflösung der Drehbuchszenen in einzelne Einstellungen zu entscheiden – 90 Prozent der Vorarbeiten lassen sich so gezielt auf sein Abnicken hin vorbereiten.

Produktion: Die Besetzung

„Ludo muss laut Drehbuch eine Menge einstecken – ich bewundere Til, weil er sich einer solchen Rolle mutig stellt“, sagt Schweigers Produktionspartner Tom Zickler. „Auch das seine Schauspielpartner in ihren Rollen derart vorteilhaft wirken, liegt nicht zuletzt daran, dass Til sie strahlen lässt, indem er sich selbst zurücknimmt und Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer, Ken Duken und Edita Malovcic ihre Chance gibt. Er ist sehr souverän – meine langjährige Zusammenarbeit mit ihm gründet sich auch darauf, dass ich ihn als Darsteller sehr schätze. Es ist zum Beispiel tief beeindruckend, wenn Ludo sehr verhalten auf Annas Vertrauensbruch reagiert, als sie die SMS auf seinem Handy liest – Til wirkt absolut glaubwürdig. In den Szenen zwischen ihm und Nora hat man das Gefühl, wie zufällig mit ihnen im Raum zu stehen und einen echten Streit zu erleben. Die Qualität ihrer Leistung liegt in dieser Authentizität. Die war bereits ausschlaggebend für den Erfolg von ‚Keinohrhasen‘ – man schaut den beiden zu und erlebt mit, was man auch in der Realität erlebt.“

Nora Tschirner engagierte sich sehr intensiv für das Projekt und war als Vollprofi auch beim Casting der Marie-Rolle neun Tage lang dabei, damit die Filmemacher sofort feststellen konnten, ob die Kandidatinnen mit Nora/Anna bei ihrem Schlagabtausch der Eifersüchteleien angemessen (dis-)harmonieren. „Es war traumhaft, wie schnell sich Nora wieder in die Anna verwandelte“, erinnert sich Zickler. „Autorin Anika Decker saß immer dabei, um gleichzeitig zu testen, ob die Dialoge auch noch funktionierten, wenn sie von den Darstellerinnen gesprochen wurden.“

Umgekehrt stand auch Til Schweiger zumindest in der Endphase des Castings den Ralf-Kandidaten zum Anspielen zur Verfügung, obwohl er als Regisseur die Kandidaten gleichzeitig ,von außen‘ beurteilen musste. Denn auch zwischen Ludo und Ralf muss die (negativ aufgeladene) Chemie unbedingt stimmen.

Beim Casting des Ralf spielten die zahlreichen Kandidaten jene Szene, in der Ralf den eifersüchtigen Ludo beim Abendessen vorführt, ihm pädophile Neigungen unterstellt etc. Die Rolle übernahm schließlich Ken Duken („Willkommen zuhause“, „Störtebeker“). Dazu Tom Zickler: „Über Ken muss man sagen: Er kam, sah und siegte! Er war hervorragend vorbereitet und hatte die Rolle bereits verinnerlicht. Til bat ihn, acht Kilo abzunehmen und schickte ihn ins Solarium, denn er sollte wie ein echter Sunny Boy aussehen. Das hat Ken gemacht, beim Drehstart hatte er eine hervorragende Kondition. Und er spielt seine Rolle so traumhaft, dass die Zuschauerinnen wie gewünscht angeekelt auf Schleimer Ralf reagieren. Er ist ein wirklich toller Kollege und dabei sehr unkompliziert.“

Für die wichtige Rolle von Ludos intriganter Ex-Freundin Marie sprachen praktisch alle namhaften deutschen Schauspielerinnen der Altersgruppe vor. Casting-Director Emrah Ertem machte für das letzte Casting den Vorschlag, auch die Wienerin Edita Malovcic („Der Knochenmann“, „Vier Minuten“) einzuladen. Sie spielte mit Nora Tschirner die Szene in der Boutique, und alle anwesenden Frauen reagierten einhellig: „Nein, die ist es auf gar keinen Fall!“ Dazu Zickler: „Til hörte sich das an und sagte dann: ‚Genau eine solche Reaktion wünschen wir uns doch! Wenn sie auf Frauen so wirkt, ist sie goldrichtig!‘ Er grinste mich an: ‚Wir haben sie gefunden!‘“

Über den Darsteller des Moritz, Ludos Freund und ehemaligen Reporter-Kollegen, sagt Tom Zickler: „Matthias Schweighöfer ist immer gern bereit, mit uns zu arbeiten, musste aber um die Dreharbeiten zu einem ,Tatort‘ herumplanen, und vor allem war er sehr nervös, weil er gerade zum ersten Mal Vater geworden war. Doch wenn er sich für eine Rolle engagiert, dann als Vollprofi, der sein Bestes gibt. Und wie immer bemühen wir uns intensiv, allen Mitwirkenden die Dreharbeiten so angenehm wie möglich zu gestalten. Aus Erfahrung wissen wir, dass uns das gelingt.“ In „Zweiohrküken“ ist Moritz derjenige, der die meisten Lacher abräumt – eine Traumrolle wie damals die von Abdul (Moritz Bleibtreu) in „Knockin’ on Heaven’s Door“.

Ludos Arbeit beschränkt sich in „Zweiohrküken“, wie er es in Teil 1 versprochen hat, auf die Tätigkeit im Kindergarten – die Welt des Star-Reporters bleibt außen vor. Dennoch gibt es ein Wiedersehen mit Yvonne Catterfeld und Wladimir Klitschko, die laut Drehbuch wieder als Paar und diesmal in der TV-Show von Johannes B. Kerner auftreten. „Der russische Weltvertrieb bat inständig um Wladimirs Mitwirkung, weil der Film dort durch seinen Auftritt sehr viel attraktiver wird“, berichtet Tom Zickler. „Lustig war der ukrainische Trailer zu ,Keinohrhasen‘, der so aussah, als ob das ein Klitschko-Film unter Mitwirkung von Til Schweiger wäre! Das führte dazu, dass dort das Publikum am Startwochenende zu 94 Prozent aus Männern bestand …“

Produktion: Die Dreharbeiten

Wie „Keinohrhasen“ gestaltete Barefoot Films auch das Sequel als Heimspiel – gedreht wurde in und um Berlin.

Das Loft, in dem Ludo und Anna wohnen, richtete man in einer Fabrikhalle im Gewerbegebiet an der Spree speziell für den Film ein. Dort waren zehn Drehtage vorgesehen, die in einer richtigen Wohnung für das Filmteam sehr problematisch geworden wären. Auf diesem gebauten Set ließen sich dagegen die Wände verschieben, um der Kamera jeden gewünschten Blickwinkel zu erlauben.

Die Kindergartenszenen entstanden innerhalb von vier Drehtagen an der schon aus „Keinohrhasen“ bekannten Location in Paretz im Havelland, wo das Barefoot-Team erneut herzlich willkommen geheißen wurde. Auch die Kinder sind dieselben wie im ersten Film und sorgen für komische und sehr anrührende Momente. Die Stimmung entwickelte sich bestens und ein wenig nostalgisch, als sich die Beteiligten nach zwei Jahren in der stadtfernen Idylle wiedersahen.

Die Ruderpartie von Anna und Ralf inszenierte Schweiger im Berliner Zentrum im Tiergarten. Moritz’ urkomische Abenteuer in der Wohnung der schönen Lana beanspruchten vier verschiedene Drehorte: Die Wohnung selbst befand sich in Wedding, das malerische Treppenhaus und das Dach mit dem weiten Blick bis zur Siegessäule in Kreuzberg. Und als Ludo und Moritz vom Dach rutschen, filmte das Team ein gebautes Set auf einer freien Fläche in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Wieder war die erste Schnittfassung bereits einen Tag nach Drehschluss fertig, weil Regisseur Schweiger mit seinem Cutter Constantin von Seld bereits während des Drehs praktisch den kompletten Film geschnitten hat. Um Himmelfahrt/Pfingsten standen dem Drehteam bedingt durch die Feiertage nur vier Arbeitstage pro Woche zur Verfügung, und Schweiger nutzte den jeweiligen Feiertag zum Schneiden. „Dieses System hat sich derart bewährt, dass wir das in Zukunft grundsätzlich so machen wollen“, sagt Tom Zickler. „Die Mitarbeiter haben sowieso pro Woche auf einen Urlaubstag Anspruch, an dem sie sich ausruhen können, während wir dadurch mit dem Schnitt während des gesamten Drehs immer auf dem neuesten Stand sind. Der große Vorteil besteht darin, dass wir sofort merken, ob die Szenen insgesamt funktionieren, und falls nicht, stehen die Dekorationen noch, und wir können entsprechende Einstellungen wiederholen. Denn wenn man den Fehler erst Wochen später bemerkt und ein Set womöglich nochmals neu aufbauen muss, ist das viel aufwändiger und teurer.“

Während der Dreharbeiten standen den Filmemachern jederzeit drei Avid-Schnitteinheiten zur Verfügung: am Set, bei Til Schweiger zu Hause und in der Postproduktionsfirma „Das Werk“. Aufgrund der modernen, schnellen Datenübertragung ist es heute möglich, überall parallel zu arbeiten.

Ein Tag nach Drehschluss die erste Schnittfassung und eine Woche später die erste Testvorführung – das ist eine professionelle Arbeitsmethode, wie sie im historischen Studiosystem von Hollywood ebenfalls üblich war: Ein kreativer Prozess, bei dem das eingespielte Team der Mitarbeiter keinerlei technische Reibungsverluste verursacht. Weil Til Schweiger hundertprozentig weiß, was er will, arbeitet er auf diese Weise rekordverdächtig schnell.

Produktion: Das Finale

Das Finale am Meer drehte das Team im Slowinzischen Nationalpark bei Leba an der polnischen Ostseeküste. Weil es in dieser geschützten Landschaft keine Häuser gibt, baute das Filmteam vor Ort für Ludo ein Feriendomizil, um es in den traumhaften Dünen vor dem Meerespanorama filmen zu können.

„Erstmals habe ich den letzten Drehtag einer unserer Produktionen nicht persönlich miterlebt, weil der diesmal in dem schwer zugänglichen Nationalpark in Polen stattfand und ich mir die lange Anreise zeitlich nicht leisten konnte“, bedauert Tom Zickler. Die letzten Einstellungen zeigt Ludo und Anna auf einem Kutter, vom Helikopter über der Ostsee gefilmt. Im Film sieht die Sequenz wie geplant so aus, als ob ständig gutes Wetter herrschte, doch der Frühsommer 2009 war leider sehr durchwachsen – jeder Drehtag wurde zur Zitterpartie.

„Es sollte wohl so sein“, sagt Zickler. „Denn damals bei ,Knockin’ on Heaven’s Door‘ ergab sich im Finale ein ähnliche Situation: Wir mussten auf der niederländischen Insel Texel bei Sturm am Meer stundenlang im Regen ausharren, bis der Wind endlich drehte und die geplante Kranaufnahme möglich wurde – vor den immer noch aufgepeitschten Wellen, wie es sie dort sonst nur ganz selten zu sehen gibt: Ein wunderbares Bild, das aber vom Team mit großer Anstrengung erkämpft werden musste.“

Bei „Zweiohrküken“ musste die Crew an der Ostseeküste zur Sicherheit für jeden Drehtag als Alternative auch eine wetterunabhängige Innenszene vorbereiten. Um sechs Uhr morgens fiel die Entscheidung, ob das Wetter die geplanten Außenaufnahmen erlaubte. Diesmal verhinderten die Orkanböen zeitweilig sogar, dass der Kutter auslaufen und der Kamerahubschrauber in Berlin überhaupt starten konnte.

Doch am entscheidenden letzten Tag klappte der Dreh wie am Schnürchen: Die Kamera im Helikopter filmte den Kutter auf der leicht bewegten See im golden gleißenden Gegenlicht – viel beeindruckender, als wenn es windstill und das Meer glatt gewesen wäre.

Die Mühe hatte sich gelohnt. Und als die letzte Einstellung im Kasten war, machte sich unter den Mitwirkenden ein bisschen Wehmut breit. „Der polnische Aufnahmeleiter hatte zum Abschied einen ganzen Feuerwerksladen leergekauft, und als der Kutter in den Hafen einlief, gab es ein riesiges Feuerwerk“, berichtet Zickler. „Alle waren zu Tränen gerührt.“

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