Zwei ungleiche Schwestern (2004)

Originaltitel: Les soeurs fachées
Zwei ungleiche Schwestern Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Zwei ungleiche Schwestern: Komödie um zwei ungleiche Schwestern: Ein heiteres Landei verbringt drei Tage bei ihrer verbitterten, luxusverwöhnten Blutsverwandten in Paris.

Die nette, lustige Louise (Catherine Frot) hat ein Buch geschrieben. Nun kehrt sie vom Land in die Großstadt Paris zurück, um auf Cocktail Parties Eindruck zu schinden und wenn möglich einen lukrativen Vertrag mit einem renommierten Verlag abzuschließen. Ihre Schwester, die eiskalte Martine Demouthy (Isabelle Huppert) ist davon überhaupt nicht erbaut, weil sie missgünstig und aus tiefstem Herzen verbittert ist. Eine handfeste Konfrontation zwischen den ungleichen Damen scheint unvermeidlich.

Die fulminant vorgetragene Culture-Clash-Komödie der französischen Regisseurin Alexandra Leclère balanciert auf dem schmalen Grat zwischen Psychodrama und schwarzer Satire.

Landei Louis hat einen Roman geschrieben. Anlässlich eines Gesprächs mit ihrem Verleger reist sie nach Paris, wo sie drei Tage lang bei ihrer Schwester Martine unterkommt. Martine ist so ziemlich das Gegenteil von Louis und führt ein absolut konträres Leben in der Upper Class von Paris, wo Luxus und weniger provinzielle Werte regieren.

Höchst aufgeregt trifft die aus der Provinz angereiste Kosmetikerin Louise in Paris ein – steht ihr doch ein Gespräch mit einem Verleger ihres Debütromans bevor! Zuerst aber gilt es eine andere Hürde zu nehmen: die Dauer-Gereiztheit ihrer älteren Schwester Martine. Die lebt zwar mit Mann und Dienstmädchen in Wohlstand, kann aber dem Leben und seinen vielen Unannehmlichkeiten, die entweder Teint, Kleidung oder soziale Stellung ruinieren könnten, absolut nichts abgewinnen. Drei Tage bleibt Louise bei ihr – die Zeichen stehen auf Sturm.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sie kann’s einfach: Isabelle Huppert ist für herbe Rollen prädestiniert und die beste Zicke, die es gibt – hier als gelangweilte Pariserin mit Bösartigkeitsfaktor 100 nicht zu toppen. In Catherine Frot als naives Schwesterherz vom Land hat sie einen würdigen Gegenpart gefunden. Nicht nur Freunde des französischen Kinos sollten das sich die Bälle zuspielende Damen-Duo genießen.

    Chapeau für Alexandra Leclères Spielfilmdebüt! Mit Wortwitz und Dialogschärfe entwirft sie den Zusammenprall zweier Welten und lässt ihre Protagonistinnen das Innere nach Außen kehren. Martine lebt mit Mann und Sohn in einer großbürgerlichen Wohnung und geht tagsüber Kaffeetrinken, Lunchen oder Shoppen. Die eingefrorenen Mundwinkel hängen tief und man merkt, mit dieser Frau ist nicht zu spaßen, weil sie keinen Spaß am Leben hat. Und am ehelichen Sex schon mal gar nicht. Da macht sie gelangweilt die Beine breit und denkt an was anderes. Was den Gatten in die Arme der Kunstgalerie-Freundin treibt, die ihn lustvoll tröstet.

    In diese Konstellation platzt Louise, Kosmetikerin und frisch gebackene Buchautorin aus Le Mans. Für wenige Tage logiert sie bei der Schwester und bringt alles durcheinander. Sie plappert, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, läuft in grellbunten Klamotten und gewöhnungsbedürftigem Hutschmuck herum, genießt die Metropole mit großen Augen – die in gedeckten Farben gekleidete Martine geniert sich für das Landei, zählt die Stunden bis zur Abreise. Wer glaubt, nichts könne sie mehr erschüttern, irrt. Als schmerzvolle familiäre Erinnerungen hochkochen, bricht die mühsam gehaltene Balance zusammen, verliert sie die Fassung, bröckelt die Fassade gewaltig.

    Trotz aller Dramatik und karthatischen Momenten fehlt es nicht an brillantem Humor und Spitzfindigkeiten, holt der banale Alltag die Heldinnen immer wieder ein. Es wird Tacheles geredet, auch wenn es weh tut. Die Komik erwächst aus den Situationen. Da kippt sich Madame beim Essen mit Freunden Wein rein wie Wasser und strotzt nur so vor Bösartigkeit, während Louise unbekümmert von ihrer großen Liebe erzählt, Basis für das Buch. Und als das Schwesterlein mit Lob bestückt vom Verleger-Gespräch zurückkommt, rastet die Ältere voller Neid und Niedertracht aus. Selten war es so spannend, zu beobachten, wie sich die Verzweiflung in die Seele schleicht, der schöne Schein zerstört wird und ein Mensch vor dem Scherbenhaufen seiner Lebenslügen steht. Mal triumphiert die Leichtigkeit, dann die Beschwerlichkeit des Seins. Die Handlung lebt aus der Stimmigkeit des Milieus, vor allem aber aus den Gegensätzen, dem unterschiedlichen Typ von Frau. Kurzfristig sind sich die Schwestern nahe, dann wieder liegen ihre Sehnsüchte meilenweit auseinander. Große Schauspielerkunst aus Frankreich. Zum Sattsehen schön. mk.

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