Filmhandlung und Hintergrund

Sehenswertes Zwei-Personen-Drama mit Hans Löw und Katharina Marie Schubert als einstiges Teenager-Paar, das sich nach 20 Jahren wieder begegnet. Die Handlung dieses Zwei-Personen-Dramas ist zwar längst nicht so schlicht und spröde, wie der sparsame Titel „Zwei“ nahelegt, aber die Umsetzung ist in der Tat eher sachlich. Hans Löw und Katharina Marie Schubert spielen zwei Menschen um die vierzig, Martin und Fiona, die...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sehenswertes Zwei-Personen-Drama mit Hans Löw und Katharina Marie Schubert als einstiges Teenager-Paar, das sich nach 20 Jahren wieder begegnet. Die Handlung dieses Zwei-Personen-Dramas ist zwar längst nicht so schlicht und spröde, wie der sparsame Titel „Zwei“ nahelegt, aber die Umsetzung ist in der Tat eher sachlich. Hans Löw und Katharina Marie Schubert spielen zwei Menschen um die vierzig, Martin und Fiona, die sich einst als Teenager ineinander verliebt haben. Sie war Au-pair-Mädchen für seine kleinen Geschwister, er träumte von einer Karriere als Musiker; als sie überstürzt abreisen musste, haben sie sich aus den Augen verloren. Nach zwanzig Jahren treffen sie sich zufällig in einer Hotelbar wieder. Es dauert nicht lange, bis die alten Gefühle wieder erwachen. Die beiden fahren an die Ostsee ins Ferienhaus der Familie, wo sie einst einen gemeinsamen Sommer verbracht haben. Martin ist in die Firma seines Vaters eingestiegen, hat aber weder beruflich noch privat sein Glück gefunden und wäre bereit, für Fiona alles aufzugeben; sie spürt jedoch, dass er sich erst von seinem dominanten Vater lösen muss. Außerdem hütet sie gleich zwei Geheimnisse: eins, das sie verbindet, und eins, das sie trennt. Faszinierend an „Zwei“ ist weniger die Romanze als solche, sondern der Rahmen, in den das Drehbuch von Regisseurin Ariane Zeller und ihrem Mann Frank (Bearbeitung: Annette Simon) die Beziehung stellt: Martin hat in seiner Jugend einen entscheidenden Schritt Richtung Erwachsenwerden verpasst und bekommt nun die Gelegenheit, dies nachzuholen. Zeller erzählt seine „Coming of Age“-Geschichte in drei Akten, zwischen denen jeweils ein längerer Zeitraum liegt; mit Ausnahme des Prologs und einer wenig erfreulichen Stippvisite beim Firmenjubiläum trägt sich die Handlung ausschließlich im Urlaubsdomizil und am Strand zu. Für die Entwicklung der elliptisch erzählten Geschichte hat das Ehepaar Zeller fünf Jahre gebraucht; der Film selbst ist in erstaunlichen 16 Drehtagen entstanden. Dass die Produktion so reibungslos funktioniert hat, dürfte auch an den beiden Hauptdarstellern liegen: Löw und Schubert ergänzen sich ausgezeichnet, die Chemie zwischen den beiden funktioniert vortrefflich. Von den früheren oft eher leichten Fernsehfilmen Ariane Zellers unterscheidet sich „Zwei“ nicht zuletzt durch den für eine Liebesgeschichte ungewöhnlich ernsten Tonfall. An den Gefühlen zwischen Fiona und Martin besteht kein Zweifel, aber das Drehbuch konzentriert sich vor allem auf die Konflikte zwischen dem Paar. Sehenswert ist der Film nicht nur wegen Löw und Schubert, sondern auch wegen der Bildgestaltung. Aufgrund der vielen Dialoge wirkt „Zwei“ über weite Strecken wie ein geschickt adaptiertes Theaterstück. Allerdings streut Zeller zwischen den Akten Passagen ein, in denen die Beteiligten und somit auch die Handlung zur Ruhe kommen. Kameramann Florian Emmerich und Komponist Oliver Thiede füllen diese wohltuende Leere mit schönen Ostseebildern und noch schönerer Musik. Reizvoll ist auch das ästhetische Konzept, das die jeweiligen Stimmungen des Paars in den unterschiedlichen Akten perfekt widerspiegelt. Und dann gibt es noch einen kleinen Besetzungscoup, der belegt, wie viel Herzblut die Beteiligten in das Projekt investiert haben: Der große Schweizer Theaterschauspieler Jürg Löw, Hans‘ Vater, war bereit, in einer kurzen, aber wichtigen Szene mitzuwirken, die praktisch ohne Worte das gestörte Verhältnis zwischen Martin und seinem Vater illustriert. tpg.

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