Filmhandlung und Hintergrund

Eine Gruppe Juden organisiert 1941 einen Zug, der als Deportationszug getarnt, ihr Überleben und ihre Flucht nach Palästina sichern soll.

Die jüdische Bevölkerung eines rumänischen Dorfs will der drohenden Deportation durch die Deutschen dadurch entgehen, dass sie sich selbst einen Eisenbahnzug organisiert und den Verfolgern die Deportation vorspielt. Zu diesem Zweck steckt sich eine durch den Rabbi bestimmte Gruppe in deutsche Uniformen, während die andern die Rolle der Opfer übernehmen - in der Hoffnung, auf diese Weise nach Palästina zu entkommen.

Um der drohenden Deportation durch die Nazis zu entgehen, beschließt die jüdische Bevölkerung eines rumänischen Dorfes, einen Eisenbahnzug zu organisieren und den NS-Schergen die eigene Verschleppung vorzuspielen. So kommen die „Deportierten“ in die Viehwagons und die „Bewacher“, die noch schnell Deutsch lernen müssen, in die eleganten Salonwagen. Da der „Geisterzug“ jedoch auf keinem Fahrplan aufgeführt ist, droht der Schwindel aufzufliegen.

Mit zahlreichen Festivalpreisen ausgezeichnete Tragikomödie über rumänische Juden, die sich einen Eisenbahnzug besorgen und die eigene Deportation inszenieren, um so der drohenden Verschleppung durch die Nazis zu entgehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zug des Lebens: Eine Gruppe Juden organisiert 1941 einen Zug, der als Deportationszug getarnt, ihr Überleben und ihre Flucht nach Palästina sichern soll.

    Dieser Film des in Frankreich lebenden Exilrumänen Radu Mihaileanu ist, bevor man ihn überhaupt sehen konnte, in einen unglücklichen und missverständlichen Dunstkreis von Roberto Benignis „Das Leben ist schön“ gekommen. Inzwischen hat er seit 1998 diverse Festivalpreise bekommen und endlich auch einen engagierten kleinen deutschen Verleih gefunden. Mit dem oft absurden, aber letztlich immer vitalen jüdischen Humor erfindet Mihaileanu eine bewegende durchaus nachdenklich stimmende Variation zur Shoah-Thematik

    Was wäre, wenn man der drohenden Deportation durch die Nazis zuvorkommen würde in dem kleinen osteuropäischen Schtetl im Sommer 1941? Dorfnarr Schlomo hat die geniale Idee, einen falschen Zug zusammenzustellen, alle Bewohner des jüdischen Dorfes in Deportierte und Deutsche einzuteilen und über die Sowjetunion ins gelobte Land Palästina zu fliehen. Nach „Schindlers Liste“, so meinte Mihaileanu, könne man von der Judenverfolgung „nicht noch einmal in den Kategorien von Tränen und Schrecken erzählen. Und er findet für seinen Film einen spielerischen Ton im Fabulieren und Inszenieren, der stilsicher am Rande des Abgrundes der historischen Wirklichkeit balanciert. Denn es ist das Wissen um das, was tatsächlich passiert ist, das uns diesen Film mit einem besonderen Blick erleben lässt, also mehr vermittelt als pures Kino. So geht es in Mihaileanus Story um Sein oder Nichtsein - weniger schwarz im Humor als Lubitsch. Eher melancholisch grotesk in der absurden Tradition eines Ionesco. Mit vereinten Kräften beschaffen sich die Dorfbewohner in kürzester Zeit - die Nazis sind schon in unmittelbarer Nachbarschaft mit Exekutionen und Deportationen tätig - die nötigen Lebensmittel, gefälschten Ausweise, Uniformen und schließlich einen ganzen Zug, den die ganze Gemeinde bei Nacht und Nebel besteigt. In die Viehwagons kommen die „Deportierten“, in die eleganten Salonwagen und Sitzabteile die „Bewacher“, die zuvor im Schnellverfahren Deutsch büffeln müssen, um auch sprachlich überzeugen zu können. Bestens gerüstet starten die Männer, Frauen und Kinder in die ersehnte Freiheit. Doch schon bald verselbständigt sich die Rollenverteilung, nehmen sich die Uniformierten ein bisschen zu ernst, entstehen Streitigkeiten, formiert sich eine Gruppe von Kommunisten. Das Abenteuer wird aber auch von außen immer bedrohlicher, weil schließlich der „Geisterzug“ auf keinem Steckenfahrplan aufgeführt ist. Partisanen wollen den Zug sprengen und verstehen die Welt nicht mehr, als sie beobachten, wie die „Nazis“ mit ihren Opfern auf freiem Feld beten und Schabbes feiern. Der Aberwitz erreicht seinen Höhepunkt in der dramatischen Begegnung mit Zigeunern, die ganz offenbar die gleiche Idee hatten wie der Narr Schlomo (und in der Nazizeit ohnehin das gleiche Schicksal hatten wie die Juden). Aus dieser Begegnung macht Mahilanu fast ein verbrüderndes Volksfest, und Kusturica-Komponist Goran Bregovic („Time of the Gypsies“) kann aus dem Vollen schöpfen, mit einer Kombination aus Zigeuner- und Klezmer-Musik brillieren.

    Radu Mihaileanu hatte die Rolle des Schlomo vor Jahren Roberto Benigni angeboten. Jetzt wird sie von Lionel Abelanski mit einer wunderbar traurigen Pfiffigkeit und der klassischen Weisheit des Narren eindrucksvoll gespielt. Er schafft es auch, mit der vielleicht doch ein wenig zu einfachen Schlusspointe des Films zu versöhnen. fh.

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