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Über die Produktion

Als die Produzenten Jimmy Miller, David Householter und George Gatins mit der Arbeit an „Zu scharf um wahr zu sein“, begannen, war ihnen klar, dass der Erfolg des Films von zwei Faktoren abhing: Sie mussten den richtigen Ton treffen und ihre Figuren glaubwürdig gestalten. „Wir wussten, dass das Drehbuch deshalb funktionierte, weil es wirklich witzig war und es die Charaktere und deren Gefühle ernst nahm”, erklärt der ausführende Produzent Gatins. „Wir wollten einen Film machen, der einem ans Herz geht. Unsere Figuren sind echte Menschen, keine Karikaturen. Das mussten wir den Zuschauern plausibel machen, sonst würden sie sich für unsere Figuren und unseren Plot nicht interessieren.“

Die erste Aufgabe für die Produzenten bestand also darin, den richtigen Regisseur für den Stoff zu finden. Er musste die Figuren verstehen und auch dieselbe Vision vom Endprodukt haben. „Wir hatten einen Kurzfilm von Jim Field Smith, einem jungen britischen Werbefilm- und Sketch-Regisseur, gesehen, der uns sehr gefallen hatte“, erinnert sich Gatins. „Jim hatte bis dato zwar noch nie einen Spielfilm inszeniert, aber er besaß offensichtlich genau jenes Gespür für Komödie, nach dem wir suchten. Er verstand es, Dinge ‚richtig‘ aussehen zu lassen.“

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Field Smith hielt sich in London auf, wo er lebt und arbeitet, als er eines Tages einen überraschenden Anruf von seinem Agenten in Los Angeles bekam. Der teilte ihm mit, dass DreamWorks daran interessiert sei, mit ihm an einer romantischen Komödie zu arbeiten. „Ich mochte das Drehbuch auf Anhieb“, erinnert sich Smith. „Der Witz entstand durch die Figuren, er war weder formelhaft noch klischeebeladen. Also setzte ich mich ins nächste Flugzeug und machte mich auf den Weg nach Los Angeles, um die Produzenten zu treffen.“

Field Smith spürte, dass die Drehbuchautoren Sean Anders und Tim Morris eine ganz allgemeingültige Geschichte zu Papier gebracht hatten. „Das Konzept stand auf soliden Füßen und die Figuren waren einfach klasse“, erzählt er. „Ich hatte schon verschiedene Skripts zu Komödien dieser Art gelesen und mir gedacht: ‚Wow, toll, aber bin ich der richtige Mann für diesen Stoff?‘. Es gibt viele Loser-trifft-super-Mädchen-Geschichten, aber diese hier, die hatte wirklich etwas, was mich ansprach. Die Komödie ist einfach breiter, sie ist nicht nur komisch, sondern lebt von den fein ausgearbeiteten Figuren. Die haben Herz, deshalb fühlt man sich gleich zu ihnen hingezogen. So folgt man dem Plot auch gerne, wenn der Spaß etwas grober, etwas derber wird. Hier stimmt die Balance und darum gibt es jede Menge aberwitzig komischer Szenen.“

„Das ist genau meine Art von Komödie“, fährt der Regisseur fort. „Ich will auf der Leinwand Menschen sehen, mit denen ich mich identifizieren und durch die Hölle gehen kann. So kann ich nämlich verstehen, warum sie wie agieren und reagieren. Es ist komisch, wenn man jemanden sieht, der auf einer Bananenschale ausrutscht. Noch komischer ist es für mich jedoch, wenn just in diesem Moment das Handy dieser armen Person klingelt und die Freundin am anderen Ende einem mitteilt, dass sie hiermit die gemeinsame Beziehung beendet. Der arme Kerl landet sozusagen doppelt auf dem Hosenboden. Das ist für mich 400-mal komischer als die Norm, denn der arme Held muss sich nun zweimal aufrappeln. Einmal im wortwörtlichen und einmal im übertragenen Sinn.“

Nachdem die Produzenten mit Field Smith gesprochen hatten, waren sie überzeugt, den richtigen Mann für ihren Film gefunden zu haben. „Jim hat sich nicht nur auf die beiden Hauptdarsteller konzentriert“, führt Gatins aus, „er hat sogleich erkannt, dass auch die Nebenfiguren für die Handlung von größter Wichtigkeit sind. Er wusste sofort, wie die verschiedenen Figuren einzusetzen und mit den richtigen Wesenszügen auszustatten sind. Sie mussten sich ergänzen und gleichzeitig zueinander passen.“

Der Protagonist des Films, Kirk Kettner, arbeitet als Sicherheitsbediensteter am Flughafen, hat aber immer schon davon geträumt, eines Tages Pilot zu werden. „Obwohl ‚geografisch‘ durchaus nebeneinander angesiedelt, kann man sich kaum zwei unterschiedlichere Berufe in Sachen Status und Ansehen vorstellen“, erläutert Field Smith.

„Kirk wartet darauf, dass mit ihm und seinem Leben endlich etwas passiert ­– aber es fehlt ihm die nötige Motivation. Das ist eine Situation, die viele von uns nur allzu gut kennen.“

Gleichzeitig traut sich Molly, die kurz als Anwältin gearbeitet hat und nun gemeinsam mit ihrer Freundin Patty eine erfolgreiche Event-Agentur führt, nicht, ihren Eltern von ihrem neuen Freund zu erzählen. „Im Prinzip geht’s im Film darum, dass sie ihm Selbstbewusstsein beibringt, ihm klarmacht, dass es vollkommen unerheblich ist, was andere Leute von ihm denken“, erzählt Field Smith.

Trotz ihres klugen Kopfes und all ihrer Schönheit findet Molly in Kirk noch etwas, wonach sie eigentlich gar nicht gesucht hat. „Er ist die Lösung für Probleme und Schwächen, derer sie sich eigentlich nicht so bewusst ist“, fährt der Regisseur fort. „Sie ist vom Aussehen her gewiss die perfekte 10, aber ihr ist gleichzeitig Geld überaus wichtig und was ihre Freunde von ihr halten. Das ist etwas, was Kirk an ihr gar nicht interessiert. Erst als er sich auch – von den Umständen und den Freunden in diese Richtung gedrängt – mit diesen Äußerlichkeiten zu beschäftigen beginnt, fangen ihre Probleme an und die Beziehung gerät ins Wanken.“

Das ganze Hinterfragen beginnt eigentlich mit dem „todsicheren“ Bewertungssystem, das Kirks Kumpel Stainer, gespielt von T.J. Miller, ausgearbeitet hat, um das (romantische) Potenzial einer möglichen Freundin zu beurteilen. Im Prinzip besteht es aus zehn Zahlen, beginnend bei der 1, abschließend mit der 10. 1 steht dabei für ganz schlecht, 10 für perfekt. Und perfekt sind nur ganz wenige, Molly etwa, die ist jemand, den man ganz beruhigt und gewinnbringend als Freundin auserwählen kann.

Aber das ist erst die Basis des Systems. Von der „Grundzahl“ ausgehend subtrahiert oder addiert Stainer Punkte. Beispiel: Was für ein Auto fährt die Frau? Ist der Wagen uncool, gibt’s einen Minuspunkt – Ausnahme: Die Frau ist Künstlerin, dann wird erwartet, dass sie ein uncooles Gefährt lenkt. Ein Typ wiederum kann einen Pluspunkt bekommen, weil er in einer Band spielt, sich gut kleidet oder ordentlich enthaart.

Basierend auf diesem Werteschema Stainers ist Kirk eine 5 – die Neon-Karre, die er fährt, kostet ihn dabei einen Punkt. Daher ist er für Molly eigentlich vollkommen ungeeignet, schlägt sie ihn doch mit doppelter Punktzahl …

„Ich persönlich beurteile Frauen nie nach diesem Punktesystem“, sagt Miller. „Ich habe mein eigenes, ein alphanumerisches System. Da wären manche Frauen beispielsweise 849B.“

Produktion: Das Casting

30 Sprechrollen und neun Hauptfiguren zu besetzen, würde selbst einen hocherfahrenen Regisseur vor gewisse Probleme stellen – und das war für Debütregisseur Field Smith bei „Zu scharf um wahr zu sein“ nicht anders. Doch seine Erfahrung als Sketch-Regisseur half ihm, eine Truppe zusammenzustellen, die gut harmonierte und auch auf gleicher Wellenlänge lag. „Das Ganze ist ein Ensemblefilm“, erläutert er. „Natürlich sind Molly und Kirk unsere Helden, aber für einen Großteil des Spaßes sorgen Kirks Kumpel und dessen durch geknallte Familie. Wir haben hier viel Wert auf Wortwitz gelegt. Darum brauchten wir Darsteller, die gut harmonierten und sich glaubhaft kabbeln konnten. Die Dialoge mussten einfach richtig rüberkommen.“

Die Filmemacher stellten ein interessantes Ensemble zusammen, das aus Komikern mit Stand-up-Hintergrund, TV-Veteranen und vielversprechenden Newcomern bestand, die Kirks und Mollys Freunde und Verwandte spielen sollten. „Wir hatten mit unserer Truppe extremes Glück“, sagt Gatins.

Sowohl die Produzenten als auch der Regisseur waren sich einig, dass die Besetzung Jay Baruchels als Kirk maßgeblich für das Gelingen des Films war. Er ist Kirk und umgekehrt. „Er ist genau das, was wir uns für Kirk vorgestellt haben, wie er spricht, wie er sich bewegt und wie er mit den Leuten in seinem Umfeld umgeht“, sagt Field Smith. „Schon seine Erscheinung ist komisch. Er hat die längsten Arme, die ich je gesehen habe, und wenn er jemandem die Hand schüttelt, steht er ungefähr drei Meter von seinem Gegenüber entfernt. Das haben wir uns natürlich zunutze gemacht. Obendrein ist er so ein liebenswerter Kerl“, fügt Field Smith hinzu. „Man ist einfach auf seiner Seite und will, dass er mit Molly zusammenkommt. Man will, dass er sich zusammenreißt und alles daransetzt, sie zu erobern.“

Baruchel fühlte sich seiner Filmfigur Kirk durchaus verwandt. „Kirk ist der typische Jedermann“, sagt der Schauspieler. „Es wäre ein Leichtes, so eine Figur zum Nerd, zum Loser zu machen. Aber Kirk fühlt sich in seiner Haut wohl, er ist nicht sonderlich ambitioniert, legt keinen besonderen Ehrgeiz an den Tag. Er fühlt sich in seinem Leben recht wohl. Ich glaube, genau das ist ein Grund, warum sich Molly zu ihm hingezogen fühlt. Aber in dem Moment, in dem sie beginnt, ihm den Hof zu machen, gerät sein Leben aus dem Takt. Plötzlich fühlt er sich in seiner Haut nicht mehr wohl, beginnt sich unsicher zu fühlen und reagiert paranoid.“

Aber trotz aller Ähnlichkeiten mit Kirk war es für Baruchel eine große schauspielerische Herausforderung, diese Figur zu spielen. „Ich musste jeden Tag am Set auftauchen und Alice Eve küssen“, grummelt er. „Ich habe echt einen harten Job, aber ich weiß, dass es Schlimmeres gibt. Auf alle Fälle war es schon komisch, was ich da so machen musste. Ich habe noch nie die Mädchen, mit denen ich ausgegangen bin, vor den Augen meiner Freunde geküsst – geschweige denn vor rund 150 wildfremden Menschen.“

Der Unterschied in ihrem schauspielerischen Hintergrund spiegelt sich auch in den Figuren wider, die sie im Film verkörpern, glaubt Baruchel. „Alice ist gerade in einem Broadway-Stück aufgetreten“, sagt er. „Ich habe derweil so getan, als sei ich völlig zugekifft, und habe vor Seth Rogen und Jonah Hill herumgeflucht. Es passieren ganz tolle und interessante Sachen, wenn zwei Schauspieler, die aus gegensätzlichen Lagern stammen, aufeinandertreffen.“

Eve, die gerade eine Reihe ernsterer Rollen absolviert hatte, war froh, endlich einmal eine lustigere Figur spielen zu dürfen. „Ich liebe das Genre der romantischen Komödie“, schwärmt sie. „Aber wer tut das nicht? Diese Gattung ist doch die Sahneschnitte unserer Arbeit. Und ich liebe meinen Part. Sie ist eine wirklich eine reale Person und einfach ein gutes Mädchen. Man bekommt selten Drehbücher in die Hand gedrückt, in denen man einfach einen liebenswerten Menschen darstellen darf. Ich war positiv überrascht, wie gut dieses Skript mit Frauen umging.“

Obwohl sie sich durchaus geschmeichelt fühlte, sagt Eve, dass sie durchaus so ihre Zweifel hatte, als „perfekte“ Frau besetzt zu werden. „Ich habe mich noch nie so unter Druck gesetzt gefühlt. Es war für mich sehr anstrengend, diese Rolle richtig auszufüllen.“

Die Filmemacher hatten lange nach der richtigen Darstellerin für den Part der Molly Ausschau gehalten. Es war dann schließlich Field Smith, der ein Treffen mit Eve vorschlug. „Wir brauchten jemand, der verdammt gut aussieht, gleichzeitig aber auch liebenswert und verletzlich rüberkommt“, erläutert er. „Sie ist mir für diese Rolle sofort eingefallen.“

Auch was die Rollen von Mollys Eltern anging, war heftiges Brainstorming angesagt. Die Besetzung kam dann eher überraschend. „Meine richtigen Eltern spielen meine Filmeltern“, enthüllt Eve, „sie sind beide als Schauspieler in England tätig. Ich hatte in meinen Filmen schon vier oder fünf verschiedene Elternpaare und meine Mutter hatte sich immer schon gewünscht, eines Tages auch auf der Leinwand meine Mutter spielen zu dürfen.“

Da das Drehbuch viele wichtige Nebenrollen vorsah, war auch die Besetzung dieser Figuren eine kniffelige Angelegenheit. „Aber wir hatten unglaubliches Glück, all diese hochbegabten Talente für diese Rollen zu finden. Sie ergänzten uns Hauptdarsteller perfekt“, sagt Baruchel. „Selbst wenn sich alle nur einfach ans Drehbuch gehalten hätten, wäre unser Film zum Schreien komisch geworden. Aber alle haben noch viel mehr in ihre Parts eingebracht, sie mit Persönlichkeit gefüllt. Sämtliche Figuren sind wirklich fein ausgearbeitet und wirken echt und lebensnah.“

T.J. Miller, Nate Torrence und Mike Vogel spielen Kirks Kumpel, die maßgeblichen Einfluss auf dessen Leben ausüben und auch Mitschuld an seinem wenig ausgeprägten Liebesleben tragen. Regisseur Field Smith war mit dem Spiel dieser drei Herren mehr als zufrieden. „In T.J. Miller steckt noch ein Vierjähriger“, sagt der Filmemacher. „Er sprüht vor Energie und weiß mit Worten umzugehen. Er beherrscht das Comedy-Handwerk aus dem Effeff. Nate Torrence wiederum ist vollkommen unschuldig und in gewisser Weise auch naiv, das prädestiniert ihn dazu, als Devon der Prügelknabe der Gruppe zu sein. Jack schließlich, den Mike Vogel spielt, ist eine meiner Lieblingsrollen. Die Ratschläge, die er gibt, kommen bei ihm nicht von Herzen. All diese Dating-Tipps, die er abgibt, hat er sich scheinbar in diversen einschlägigen Ratgeberbüchern angelesen. Als Kirk erzählt, dass er Molly zu einem gemeinsamen Abendessen mit seinen Eltern eingeladen hat, moniert Jack, dass er viel zu schnell vorangeht. Er sagt, dass er ‚sechs Züge‘ überspringt. Woher hat er diese merkwürdige Information? Aus einem FHM-Artikel?“

Baruchel vergleicht die Arbeit der Schauspieler mit der einer Band: „Jeder hat eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen, die muss aber auf die anderen abgestimmt sein, sonst kommt es zu schweren Disharmonien. Wenn aber alles gut geht, hört es sich toll an und sieht auch gut aus. Wenn man so will, spielt der eine Gitarre, der andere Bass, der dritte Schlagzeug und einer singt. Bei uns macht das Nebeneinander all dieser schrägen und verschiedenen Figuren einen Großteil des Spaßes aus. Wir zumindest haben uns übereinander köstlich amüsiert.“

Miller sieht seinen Charakter Stainer als jemanden, der als richtig harter Hund angesehen werden möchte, in Wirklichkeit aber nur nach einem Kumpel sucht. „Diese vier Freunde sind eine kunterbunt zusammengewürfelte Truppe, die nach der Highschool einfach irgendwie versucht, mit dem Leben klarzukommen. Stainer möchte immer für seine Freunde da sein, sie beschützen, und tut das manchmal auf ruppige, aggressive Art und Weise.“

Miller stand bei „Zu scharf um wahr zu sein“ bereits zum zweiten Mal mit Vogel vor der Kamera. Ihre erste Zusammenarbeit war bei CLOVERFIELD („Cloverfield“, 2007): „Ich weiß nicht, ob Sie Mike Vogel vor Augen haben, aber er wirkt sehr furchteinflößend – sowohl physisch als auch psychisch. Kurz nach dem Start von „Cloverfield“ zierte er das Cover von Men’s Health. Ich schmückte hingegen das von Toddler Bodies.“

Vogel spielt den Kerl der Truppe, der noch am ehesten als Frauenversteher durchgehen würde. „Er ist der Typ, an den sich Freunde in Frauenfragen wenden“, erläutert der Schauspieler. „Und trotz aller Ratschläge von Jack gelingt es Kirk, bei Molly zu landen.“

Der einzige Nichtkomiker der Truppe, Vogel, erzählt, dass es ihm ganz besonderen Spaß bereitete, seinen Kollegen dabei zuzusehen, wie sie das Skript konsequent nach Lachern durchforsteten und diese dann umsetzten: „Aber sie ziehen bei ihrem Spiel nicht voll vom Leder, sie werfen einander eher die Bälle zu. Die Chemie zwischen ihnen war einfach perfekt.“

Molly bekommt auch ihre Ration schlechter Ratschläge, in ihrem Fall von Geschäftspartnerin Patty, die Krysten Ritter spielt. „Patty ist eine recht brutale Person“, lacht Ritter. „Sie ist aufrichtig, lustig, laut und flucht extrem gerne. Ich hatte gerade die Dreharbeiten zu CONFESSIONS OF A SHOPAHOLIC („Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“, 2009) abgeschlossen. Da spielte ich eine richtig quirlige Person. Patty ist ihr glattes Gegenteil. Sie ist eine staubtrockene Frau, eine Hexe, deren Augen stets schwarze Lidstriche zieren.“

Ritter durfte in diesem Film ein Talent zeigen, das die Zuschauer von ihr noch nicht kannten. „Ich liebe Bowling und so war es toll für mich, als Patty einen Strike zu werfen, sprich alle Pins auf einmal abzuräumen. Als ich an dem Tag, als diese Szene auf dem Drehplan stand, an den Set kam, hatte man für mich einen professionellen Bowling-Spieler angestellt, der für mich werfen sollte. Ich bestand aber darauf, selbst zu werfen: ‚Das kann ich selbst!‘ wiederholte ich dauernd. Jedenfalls war es dann so, dass der Bowler offensichtlich gelogen hatte und keinen Strike werfen konnte. Ich erledigte das dann letztendlich selbst. Ich bin die, die Sie beim Bowling sehen!“

Kirks Freunde mögen seine Ersatzfamilie sein, aber es gibt da auch noch seine echte. „Die Familienmitglieder sind wahre Monster, die dauernd auf Kirk herumhacken, sie machen ihn körperlich und moralisch fertig“, sagt Field Smith. „Sein Bruder prügelt dauernd auf ihn ein und sein Vater macht ihn nur runter. Eine meiner liebsten Drehbuchzeilen ist die, in der Kirk Molly erzählt, dass er eigentlich aufs College hatte gehen wollen, aber ‚mein Vater hat stattdessen einen Swimmingpool gekauft‘. Ich glaube, das zeigt ganz gut Kirks Stellenwert in der Familie und was er bisher so hat durchmachen müssen.“

Adam LeFevre spielt Walt, den Chef des Kettner-Clans. „Als Vater hat er seine Aufgabe darin gesehen, seine Jungs als echte Männer großzuziehen, ihnen zu zeigen, wie man gleichzeitig weich und hart ist, wie man ordentlich trinkt und dennoch noch Auto fahren kann“, erklärt der Schauspieler. „Dinge also, die man nur als Vater seinen Kindern vermitteln kann. Walt ist echt begeistert, als Kirk mit dieser tollen Frau auftaucht. Das heißt für ihn, dass er wirklich etwas richtig gemacht hat. Wenn er nur seine Karten richtig gespielt hätte, wäre er bei Jill St. John gelandet.“

Zur Familie gehört obendrein die Matriarchin Barb (Debra Jo Rupp), der ältere Bruder Dylan (Kyle Bornheimer) sowie dessen schwangere Verlobte Debbie, die Jessica St. Clair spielt. „Sie ist die Art Frau, die sich nicht geniert, auch noch hochschwanger im Bikini herumzulaufen“, beschreibt St. Clair ihre Figur. „Und nur weil sie schwanger ist, heißt das doch lange noch nicht, dass sie nicht mehr auf dem Markt ist – oder? Sie verstehen, was ich meine …“

Lindsay Sloane verkörpert Marnie, die Ex-Freundin von Kirk, der er auch noch nachtrauert, als Molly seinen Weg kreuzt. „Marnie war in der Gegend, in der sie aufwuchs, ein echt scharfes Schnittchen und so glaubt sie heute noch, dass das überall auf der Welt für sie zutrifft. Für sie heißt sexy immer noch rosa Lippen nebst 80er-Jahre-Mega-Haarpracht!“

Einig in ihrem Lob sind sich sämtliche Schauspieler für ihren Regisseur Field Smith. „Jim hat sein Handwerk als Sketch-Regisseur in England erlernt, nicht zuletzt deshalb hat er ein untrügliches Gespür für Humor“, sagt Sloane. „Er besitzt ein ungeheuer gutes Gespür für Rhythmus und weiß, wie man Pointen verfeinert. Er findet den Witz, wenn er gar nicht im Drehbuch steht, ist aber auch klug genug, wenn nötig, das Tempo herauszunehmen und nicht Lacher um jeden Preis zu wollen.“

„Seine Anwesenheit am Set war sehr beruhigend“, fügt Alice Eve hinzu. „Auf einem Set bricht durchschnittlich zehnmal am Tag die Welt zusammen und man hat oft das Gefühl, dass der ganze Dreh gleich explodiert. Peng. Schluss. Aus. Jim ist einer, der die Dinge zusammenhält. Wenn ich ihn in kritischen Momenten angesehen habe, war er stets die Ruhe selbst. Er hat, wenn nötig, einfach innegehalten und gewartet, bis die ganze Panik sich gelegt hatte.“

„Man hätte nie geglaubt, dass dies der erste Spielfilm ist, bei dem Field Smith Regie geführt hat“, fügt Debra Jo Rupp hinzu. „Er weiß, wann er den Schauspielern Luft zum Atmen geben muss. Er hat uns miteinander spielen lassen und so haben wir uns in kürzester Zeit bestens kennengelernt. Man muss als Regisseur schon sehr viel Selbstvertrauen besitzen, um so viel Vertrauen in die Schauspieler zu legen.“

Produktion: Die Drehorte

Ehe sich die Filmemacher auf die Suche nach der richtigen Stadt machten, um „Zu scharf um wahr zu sein“ zu drehen, stellten sie eine Checkliste zusammen. Sie brauchten einen luxuriösen romantischen Hintergrund, ein NHL-Eishockeyteam und vor allem einen Flughafen, auf dem sie ausgiebig drehen durften.

„Zuerst suchten wir nach dem Airport“, erinnert sich Field Smith. „Er spielt in unserem Film eine Schlüsselrolle. Aber einen geeigneten Flughafen zu finden, ist nahezu unmöglich. Meist ist es einfacher, einen Set zu bauen.“

Bei ihrer Suche stießen sie schließlich auch auf den Pittsburgh International Airport. Nachdem sie sich dort genau umgesehen hatten, wurde ihnen klar, dass alle Auflagen in puncto Zeit und Ort das Drehen dort nahezu unmöglich machten. „Es gab gewisse Locations, wo wir zwischen 2 und 3 Uhr früh drehen durften, und eine andere, wo es uns um 5 Uhr gestattet wurde. Aber wir durften nur mit einer Kamera drehen”, erzählt Field Smith. „Als wir gerade zusammenpackten, sagte uns jemand, dass es eine weitere Flughafenhalle gibt, die nicht benutzt wird, und ob wir uns die ansehen wollten. Wir waren also zwar quasi schon auf dem Heimweg, dachten uns aber: ‚Warum eigentlich nicht?‘“

„Und dann öffnete man uns diese kleine Tür“, fährt der Regisseur fort. „Da lag vor uns ein halber Flughafen – total leer. Durch die Scheiben konnte man die Flugzeuge sehen, die Beschilderung, die Laufbänder und die Gangways. Alles, was wir brauchten, war da.“

„Schlecht für die Betreiber und gut für uns, stellte sich doch heraus, dass die Flüge von und nach Pittsburgh abgenommen hatten und man deshalb diesen Teil des Flughafens einfach zugesperrt hatte“, fügt Field Smith hinzu. „Wir konnten also dort ganz nach Belieben drehen, schalten und walten, wie wir wollten. Wir mussten nur das Licht anmachen und schon ging’s los. Ich fühlte mich wie Alice in Wunderland.“

Aber obwohl sie den halben Flughafen für sich zur Verfügung hatten, waren die Sicherheitsbestimmungen für die Schauspieler und das Team dennoch enorm hoch. „Den Flughafen zu betreten und zu verlassen, hat durchaus gewisse logistische Probleme bereitet“, sagt George Gatins. „Jeder Tag war so, als würde man selbst für einen Flug einchecken. Wir mussten die Sicherheitsschleusen passieren, unsere Schuhe ausziehen und die Gürtel abnehmen. Es gab jede Menge Vorschriften zu beachten. Und weil wir Gäste auf dem Flughafen waren, haben wir uns strikt an alle Bestimmungen gehalten, wir wollten keinen Ärger bereiten und auch nicht für unnötige Aufregung sorgen. Und vor allem wollten wir nicht die Gastfreundschaft der Verantwortlichen strapazieren.“

Die Statisten wurden täglich daran erinnert, nichts mitzubringen, was man nicht an Bord eines Flugzeuges mitnehmen darf – auch kein Essen und Trinken. „Und natürlich bitte auch keine Pistolen oder Messer“, fügt Field Smith schmunzelnd hinzu. „Es war für uns echtes Glück, dass wir Pittsburgh als Drehort fanden. Zunächst kamen wir natürlich wegen des Flughafens, aber dann entdeckten wir auch noch all diese anderen tollen Dinge.“

Punkt zwei auf der Liste war ein Hockeyteam, das zu einer Kooperation bewegt werden musste. Produzent Jimmy Miller, der aus Pittsburgh stammt, hatte als Teenager als Platzanweiser in der Mellon Arena gearbeitet. „Jimmy hält immer noch Saisonkarten für die Penguins“, weiß Gatins. „Und einer seiner College-Freunde arbeitet als Vizepräsident fürs Unternehmen. So kriegten wir von den Penguins jede Hilfe, die wir uns nur wünschten. Wir bekamen die VIP-Boxen, die Sitze direkt am Eis und wir durften bei einem ausverkauften Spiel in der Mellon Arena drehen.“

Für den in England geborenen und aufgewachsenen Field Smith war der US-Eishockeysport eine völlig neue Erfahrung. „Da ich aus Großbritannien stamme, hatte ich von Hockey überhaupt keine Ahnung“, gibt er freimütig zu. Während der Vorbereitung zum Dreh besuchte ich vier Spiele, um ein Gefühl für den Sport zu entwickeln und mir zu überlegen, wie ich die entsprechenden Szenen auflösen wollte. Unseren ersten Drehtag hatten wir dann gleich im Stadion, direkt an der Eisfläche – das war meine Feuertaufe, oder sollte ich besser Eistaufe sagen?“

Wie gerade von Field Smith erwähnt, fand der erste Drehtag von „Zu scharf um wahr zu sein“ während eines Live-Spiels in der Mellon Arena statt. „Wir arbeiteten quasi mit 18.000 inoffiziellen Statisten“, erinnert sich der Regisseur. „Die Penguin-Fans erwiesen sich als äußerst geduldig und kooperativ, obwohl wir ihnen mit unserem Kamerateam dauernd vor der Nase herumfuhren. Wir mussten alle zehn Minuten unsere Filmmagazine wechseln und die Pittsburgh-Fans reichten sie uns von Reihe zu Reihe herunter – so als würden sie Hotdogs weitergeben.“

Gekrönt wurde der Dreh im Stadion durch die Tatsache, dass der beliebte Mannschaftskapitän Sidney Crosby nach langer Verletzungspause sein Comeback gab. Field Smith: „Die Fans waren außer sich vor Freude und Jay sprachlos. Er durfte nämlich seinem Helden Sidney Crosby die Hand schütteln. Er war aufgeregt wie ein Fünfjähriger und wir hatten dabei einen Mordsspaß.“

Manche Kinogänger werden sicherlich überrascht sein zu sehen, wie schön die am Zusammenfluss von Monongahela and Alleghany gelegene „Stahlstadt“ ist. Ab hier heißt der Strom Ohio und entsprechend viele Brücken gibt es. Gepaart mit der imposanten Skyline von Pittsburgh boten diese einen wunderbar dramatischen Hintergrund für die Story. Man nutzte die tollen Locations entsprechend ausgiebig, drehte unter anderem im weltberühmten Andy Warhol Museum und auf dem Mount Washington, den das Magazin „USA Weekend“ als „Best Urban Vista“ auflistet. „Als wir ankamen, hatten wir eigentlich keine Ahnung, was diese Stadt alles zu bieten hat“, erzählt Field Smith. „Aber kaum waren wir da, fingen wir auch schon damit an, unsere Szenen den Schauplätzen anzupassen. Es gibt da zum Beispiel diese Sequenz mit Kirk und Molly am Mount Washington mit der Stadt im Hintergrund. Die sieht wirklich fantastisch aus!“

Zu guter Letzt hatte der Regisseur in Pittsburgh alles gefunden, was er sich vorgestellt und gewünscht hatte – und das war nicht wenig. „Es war in Sachen Drehorte und Statisten eine große Produktion. Es mutet so an, als hätten wir in fast jeder Szene Hunderte von Statisten beschäftigt“, sagt Field Smith. „Ich nahm eine Szene auf und dann drehten wir eine Sicherheit. In zehn Minuten positionierten wir 300 Statisten um. Ich fühlte mich wie ein Kind im Spielzeugladen, verfügte über zig Menschen, eine Flugschau, Autos, Stuntmen und alles, was so dazugehört. Das Einzige, auf das ich verzichten musste, waren Explosionen!“

Nach Ende der Dreharbeiten zeigt sich Field Smith hochzufrieden, sein Film war so geworden, wie er ihn sich vorgestellt hatte. „Wenn ich zum ersten Mal ein Drehbuch lese, stelle ich mir sofort vor, wie ich es umsetzen würde. Oft muss man dann aber während des Drehs Kompromisse eingehen. Hier war das nicht so. Das Ergebnis sieht weitestgehend so aus, wie ich es ursprünglich visualisiert hatte.“

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