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TV-Drama: Götz George als Berliner Antiquar, dessen Einsatz für einen überfallenen Obdachlosen sich bitter zu rächen scheint...

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Kritikerrezensionen

  • Zivilcourage: TV-Drama: Götz George als Berliner Antiquar, dessen Einsatz für einen überfallenen Obdachlosen sich bitter zu rächen scheint...

    Der WDR bleibt seinem Ruf treu. Nach Sozialdramen wie „Wut“ oder „Guten Morgen, Herr Grothe“ befasst sich auch „Zivilcourage“ mit einem hochbrisanten Thema: Jeder lobt die gute Tat, aber wer schützt einen vor ihren Folgen?

    Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich mitten in der urbanen Betriebsamkeit eine Oase geschaffen hat. Als er seine Umgebung eines Tages nicht länger ignoriert, bricht das fragile Gleichgewicht aus Toleranz und Ignoranz in sich zusammen: Antiquar Jordan (Götz George) steht einem Obdachlosen bei, der von einem Jugendlichen fast zu Tode getreten wird. Damit löst er eine Spirale des Schreckens aus; am Ende besorgt er sich eine Waffe.

    Die Parallelen zu „Wut“ sind unverkennbar: Auch dort verriet ein Idealist angesichts der Realität seine Überzeugungen. Allerdings erzählt Autor Jürgen Werner seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, so dass die in „Wut“ noch klar erkennbaren Grenzen zwischen Gut und Böse viel stärker verwischen. Dank des differenzierten Spiels des Slowenen Marko Mandic ist beispielsweise der Bruder des jungen Delinquenten nicht mal unsympathisch. Und Einsiedler Jordan ist ohnehin alles andere als ein strahlendes Vorbild.

    Während Afrim, der jugendliche Schläger (Arnel Taci), weitgehend dem Stereotyp des aggressiven Großmauls mit Migrationshintergrund entspricht, macht Jordans junge Praktikantin Jessica ebenfalls eine Entwicklung durch. Die beiden trennen zwar neben dem sozialen Gefälle auch Jahrzehnte, aber sie repräsentieren die Hoffnung, dass sich die beiden Parallelgesellschaften einander annähern. Das junge Mädchen, von Carolyn Genzkow eindrucksvoll verkörpert, ist Afrims Freundin und deshalb hin- und hergerissen, als sie erst mal Zutrauen zu Jordan gefasst hat. Angesichts der immer weiter eskalierenden Gewalt muss sie sich schließlich für eine Seite entscheiden.

    Selbst wenn sich am Ende alles halbwegs zum Guten wendet, ist der Film im Grunde höchst pessimistisch. Wären die Großstadtimpressionen (gedreht wurde in Berlin-Kreuzberg) nicht mit Rap-Musik unterlegt, würden sie vielleicht freundlich multikulturell wirken. So aber vermitteln die Bilder neben urbaner Tristesse vor allem eine latente Aggressivität, die in der Geschichte auch immer wieder zum Ausbruch kommt; ohne jede Perspektive sind die Jugendlichen wie lebende Zeitbomben. Auf der anderen Seite hält sich Dror Zahavi („Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben“) bei der Inszenierung zurück. Dank langer Einstellungen strömt die Bildgestaltung (Gero Steffen) mitunter fast eine gewisse Gelassenheit aus. Gleiches gilt für Götz George, der stark zurückgenommen agiert. Schon allein wegen seiner gemeinsamen Szenen mit der über fünfzig Jahre jüngeren Carolyn Genzkow ist „Zivilcourage“ sehenswert. tpg.

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