Filmhandlung und Hintergrund

Griechische Komödie, die zeigt, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.

Einst lebte der Astrophysiker Fanis (Georges Corraface) wie viele Griechen im türkischen Istanbul. Doch als 1964 die Osmanen ihre hellenischen Nachbarn zwangen, das Land praktisch über Nacht zu verlassen, musste auch Fanis sein Päckchen schnüren. Nun steht ein Wiedersehen bevor, denn sein in Istanbul verbliebener Großvater, der ihn einst nicht bloß die hohe Kunst des Kochens lehrte, ist schwer erkrankt. Das ist Anlass genug für Fanis, seinen eigenen Lebensweg zu hinterfragen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Dieses gern als mediterrane Antwort auf „Bittersüße Schokolade“ apostrophierte Drama um Liebe, Familienbande und die völkerverbindende Macht der guten Küche wurde ein echter Publikumserfolg an der östlichen Adria.

Als der griechische Astrophysiker Fanis erfährt, dass sein Großvater Vassilis erkrankt ist, macht er sich auf eine letzte Reise zu ihm in seine alte Heimat Istanbul, wo ihm der Großvater seinerzeit anhand von Gewürzen erste Lektionen in Astronomie erteilte und deren magische und heilende Fähigkeiten erklärte. Die Idylle zerbrach, als die Türken 1964 die Griechen zwangen, das Land zu verlassen.

35 Jahre nachdem seine griechisch-stämmige Familie aus der Türkei fliehen musste, reist der Grieche Fanis ans Sterbebett seines türkischen Opas ins Nachbarland. Dort überkommen ihn Erinnerungen an glücklichere Tage, die kulinarischen Freuden der Kindheit und die kleine Saime, mit der er wunderbare Nachmittage auf dem großväterlichen Dachboden verbrachte. Derart aufgerüttelt und aus seinem Phlegma erwacht, beginnt sich Hobbykoch Fanis zu fragen, ob nicht auch in seinem Leben eine gewisse Würze fehlt.

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Zimt und Koriander

Darsteller und Crew

  • Stelios Mainas
    Stelios Mainas
    Infos zum Star
  • Georges Corraface
    Georges Corraface
  • Ieroklis Mihailidis
    Ieroklis Mihailidis
  • Renia Louizidou
    Renia Louizidou
  • Tamer Karadagli
    Tamer Karadagli
  • Tasos Bandis
    Tasos Bandis
  • Markos Osse
    Markos Osse
  • Basak Koklukaya
    Basak Koklukaya
  • Thodoros Exarchos
    Thodoros Exarchos
  • Yannis Firios
    Yannis Firios
  • Pavlos Orkopoulos
    Pavlos Orkopoulos
  • Odysseas Papaspiliopoulos
    Odysseas Papaspiliopoulos
  • Athinodoros Prousalis
    Athinodoros Prousalis
  • Mimis Thiopoulos
    Mimis Thiopoulos
  • Ersi Malikenzou
    Ersi Malikenzou
  • Kakia Panagiotou
    Kakia Panagiotou
  • Mikhalis Yannatos
    Mikhalis Yannatos
  • Tassos Boulmetis
    Tassos Boulmetis
  • Lily Padopoulos
    Lily Padopoulos
  • Artemis Skouloudi
    Artemis Skouloudi
  • Robert Kirby
    Robert Kirby
  • Harry Antonopoulos
    Harry Antonopoulos
  • Takis Zervoulakos
    Takis Zervoulakos
  • Yorgos Mavropsaridis
    Yorgos Mavropsaridis
  • Evanthia Reboutsika
    Evanthia Reboutsika
  • Sotiria Marini
    Sotiria Marini

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

3,9
10 Bewertungen
5Sterne
 
(7)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(1)
1Stern
 
(2)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Zimt und Koriander: Griechische Komödie, die zeigt, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.

    Wer glaubt, Filme über das Kochen seien ein Privileg der Franzosen wird in „Zimt und Koriander“, der bewegenden Geschichte über Verlust von Heimat, Freundschaft und Liebe, eines Besseren belehrt. Seit seiner Kindheit bereitet der griechische Astrophysiker Fanis die köstlichsten Speisen zu. Gelernt hat er das bei seinem Großvater. Als der im Sterben liegt, fährt er nach Istanbul, wo die Familie einst lebte. Die Reise wird zur fast philosophischen Reflexion über das menschliche Sein.

    „Damit es interessant bleibt, braucht das Leben ein bisschen Würze - wie das Essen“. Diese Lektion seines Großvaters hat der arrivierte griechische Professor Fanis nicht vergessen. Auch wenn er nur noch als Hobbykoch die leckersten Gerichte kreiert, denkt er oft an die betörenden Düfte aus der Kindheit, die Mischung aus „Zimt und Koriander“, den dunklen Krämerladen, in dem Säcke bunten Inhalts lagerten und er nicht nur Wissen über Kräuter erfuhr, sondern auch über Parallelen zwischen den diversen Zutaten und dem Leben, der Liebe und der Politik. Denn irgendwie hing für Opa Vassilis alles mit allem zusammen. Die Erinnerungen an Früher werden aufgefrischt, als der inzwischen über Vierzigjährige ans Sterbebett des Alten nach Istanbul eilt. Da kehren sie zurück die Bilder, die sich in seinem Kopf festgesetzt haben. Die Besuche mit dem Großvater auf dem Markt, die ersten Lebensweisheiten, Familienstreitigkeiten über die Frage wieviel Zimt in ein Hackbällchen gehört, die süßen Geheimnisse auf dem Speicher und natürlich die kleine Saime, die für ihn zwischen Knoblauchzöpfen und Chilibündeln tanzte. Doch die große Politik zerstört das kleine Glück. Nach der Zypern-Krise 1964 begannen in der Türkei die Vertreibungen, Fanis‘ Familie galt als griechischstämmig und musste „freiwillig“ innerhalb einer Woche nach Griechenland auswandern. Für den siebenjährigen Fanis brach eine Welt zusammen, musste er Freundin und den türkischen Großvater zurücklassen. 35 Jahre später lässt der Erwachsene noch einmal sein Leben Revue passieren und fragt, ob er ihm wirklich genug Würze gegeben hat.

    „Zimt und Koriander“ ist eine nostalgische und gemächliche Erzählung voller Gefühl, subtilem Humor und Stolz auf die eigenen Wurzeln und auch darüber, wohin man gehört. Basierend auf eigenen Erfahrungen strukturiert Regisseur Tassos Boulmetis, der 1957 in Konstantinopel geboren wurde und in Athen Physik studierte, den Film wie ein kulinarisches Menü mit Vorspeise (Vergangenheit Anfang der 60er Jahre), Hauptgericht (das neue Leben mit allen Schwierigkeiten als ausgegrenzte „Konstantinopoliten“ in Griechenland) und Nachspeise (der Besuch im heutigen Istanbul und das Treffen bei der Beerdigung des Großvaters mit der inzwischen verheirateten Saime). Lebensfreude, Entdeckerlust, zarte Liebe und leises Bedauern sind die Zutaten für dieses Cineasten-Schmankerl, an dessen Ende der Abschied steht, aber nicht Traurigkeit die Oberhand gewinnt, sondern Hoffnung und die lapidare Erkenntnis, dass alle Gegenwart aus der Vergangenheit resultiert. Der erfolgreichste griechische Film aller Zeiten, als „mediterrane Antwort“ auf „Bittersüße Schokolade“ gelobt, schlug im Heimatland Blockbuster wie „Findet Nemo“, stand sieben Wochen hintereinander auf Platz 1. Das wird zwar bei uns nicht passieren, aber einen Erfolg im Arthouse-Sektor sollte diese zärtlich-melancholische Komödie verzeichnen. mk.

Kommentare