1. Kino.de
  2. Filme
  3. Zerbrochen - Ein Fall für Dr. Abel

Zerbrochen - Ein Fall für Dr. Abel

  

Filmhandlung und Hintergrund

Im dritten packenden Krimi der Reihe jagt der Rechtsmediziner einen Serienmörder und muss gleichzeitig seine Kinder vor Menschenhändlern retten. Der Held in einer scheinbar ausweglosen Situation, von Feinden umzingelt oder in eine tödliche Falle geraten: Das ist der klassische „Cliffhanger“, mit dem die Autoren von Fortsetzungsgeschichten früher erfolgreich die Spannung auf das nächste Abenteuer schürten. So ähnlich...

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

3,0
2 Bewertungen
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(1)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Im dritten packenden Krimi der Reihe jagt der Rechtsmediziner einen Serienmörder und muss gleichzeitig seine Kinder vor Menschenhändlern retten.

    Der Held in einer scheinbar ausweglosen Situation, von Feinden umzingelt oder in eine tödliche Falle geraten: Das ist der klassische „Cliffhanger“, mit dem die Autoren von Fortsetzungsgeschichten früher erfolgreich die Spannung auf das nächste Abenteuer schürten. So ähnlich endete auch „Zerschunden“, der zweite Fall für Fred Abel: Kaum hat der BKA-Rechtsmediziner eine Nachricht seiner beiden Kinder bekommen, von deren Existenz er bis zu diesem Moment keine Ahnung hatte, da wird er von einem Unbekannten fast zu Tode geprügelt. Auf die Motive des Schlägers geht die Fortsetzung, die mit der gleichen Szene beginnt, seltsamerweise nicht weiter ein, auch Abel scheint nicht wissen zu wollen, wer ihn da beinahe umgebracht hat (es handelt sich um ein Mitglied des Clans, aus dem der in „Zerschunden“ zur Strecke gebrachte Mörder stammte). Allerdings hat der Arzt ohnehin ganz andere Probleme. Kaum hat er sich acht Monate später ins Leben zurückgekämpft und erstmals Besuch von seinen 17 Jahre alten Zwillingen Manon und Noah (Joy und Pablo Grant) bekommen, schlägt das Schicksal ein weiteres Mal zu: Bereits an ihrem ersten Abend in Berlin kommen die beiden einem Serienmörder in die Quere und landen in den Fängen einer europaweit organisierten Menschenhändlerbande.

    In den ersten beiden Filmen vom gleichen Gespann (Regie: Hansjörg Thurn, Buch: Thurn und Christian Demke) bildete ein Gespräch Abels mit dem Generalstaatsanwalt (Dietmar Bär) den Rahmen der Handlung. Gerade bei „Zerschunden“ war das zwar plausibel, weil der Rechtsmediziner wieder mal seine Kompetenzen überschritten hatte und sich außerdem für einen unschuldig des Mordes verdächtigen Freund einsetzte, aber die Feindseligkeit des Juristen wirkte unmotiviert und daher aufgesetzt. In „Zerbrochen“ liegen die Dinge anders, und das nicht nur, weil Abel es diesmal mit einer Frau zu tun hat: Polizeipsychologin Kunert (Mariele Millowitsch) muss sich davon überzeugen, dass er wieder diensttauglich ist. Der Psychologin ist nicht entgangen, dass Abel unter einem unbewältigten Kindheitstrauma leidet. Aufgrund seiner Erlebnisse wollte Abel keine eigenen Kinder haben; deshalb hat seine damalige Geliebte ihm nie etwas von Manon und Noah erzählt.

    Vordergründig lebt „Zerbrochen“ natürlich von der Jagd auf den Täter, der seine Opfer mit Liquid Ecstasy betäubt und sich dann in den zwielichtigen Hinterzimmern der Berliner Clubszene an ihnen vergeht, was ihm den Namen „Darkroom-Killer“ einbringt. Nicht minder spannend ist die Suche nach den Zwillingen; ihre Entführer sind wahre Teufel, die in ihrem belgischen Bordell Vergewaltigungen „auf Bestellung“ anbieten. Der Film wäre also auch ohne den psychologischen Subtext ein fesselnder Thriller, zumal die Handlung durch die packende Musik (Alexander Hacke, Danielle de Picciotto) vorangetrieben wird; auch Schnitt und Bildgestaltung (erneut Sonja Rom) sorgen für Tempo. Dank Abels Trauma ist die Geschichte jedoch auch hintergründig fesselnd und daher mehr als ein üblicher Serienkillerkrimi, weil der von Tim Bergmann sehr glaubwürdig als innerlich zerrissener Held verkörperte Arzt auch noch mit den Dämonen seine Vergangenheit kämpfen muss. Gemessen am Facettenreichtum der Hauptfigur ist der Entwurf des Mörders dagegen eher schlicht. Auch die Besetzung mit Arnd Klawitter ist nicht gerade einfallsreich: Der Schauspieler muss regelmäßig Durchschnittstypen spielen, hinter deren harmloser Fassade Abgründe lauern; das macht er allerdings immer wieder gut. tpg.

Kommentare