Der Tod und das Mädchen - Van Leeuwens dritter Fall

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Krimi nach der Romanreihe von Claus Cornelius Fischer.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Tod und das Mädchen - Van Leeuwens dritter Fall: TV-Krimi nach der Romanreihe von Claus Cornelius Fischer.

    Die Geschichte dieses Krimis wird schon allein wegen ihres Empörungspotenzials niemanden kalt lassen: Dreißig Jahre nach der Vergewaltigung der neunjährigen Vicky kann der Täter endlich überführt werden. Umso größer ist der Schock, als sich rausstellt, dass der Mann nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann.

    Das Gesetz, das eine Verjährung von derart schweren Sexualdelikten vorsah, ist zwar zwischenzeitlich reformiert worden; doch die Tat war schon vor dieser Änderung verjährt. Zu allem Überfluss kommt es zu einem Rollentausch, als Vicky ihren einstigen Peiniger Piet Martens angreift; nun steht nicht der Täter vor Gericht, sondern das Opfer. Als der Mann schließlich spurlos verschwindet, gilt sie ebenso als verdächtig wie ihre Eltern.

    Der Tod und das Mädchen“ ist der dritte Fall für den Amsterdamer Kommissar Bruno van Leeuwen (Peter Haber). Die ersten beiden Filme, inszeniert von Matti Geschonneck, bescherten dem Montagskrimi im ZDF eine neue Farbe, bewegten sich aber im üblichen Fernsehfilmrahmen. Hans Steinbichler setzt dagegen ganz andere Akzente. Formal ist das durchaus faszinierend, weil er beim Schnitt immer wieder optische und akustische Widerhaken eingebaut hat. Als roter Faden dient das wechselweise von der kleinen und der großen Vicky gesungene Lied „Der Mond ist aufgegangen“, das voll‘ grimmiger Ironie in der letzten Zeile eine für Fürbitte für den „kranken Nachbarn“ enthält: Martens war und ist ein Nachbar von Vickys Eltern.

    Das ist als Stilmittel nicht uninteressant, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte einige Lücken aufweist. Das Drehbuch stammt von Nicole Armbruster und basiert erstmals nicht auf einer konkreten Vorlage von Claus Cornelius Fischer. Der Handlungskern mit dem Verjährungsskandal ist eine ausgezeichnete Einführung, aber später bleiben viele Fragen offen oder werden nur unbefriedigend erklärt. Der Film, eher ein Drama als ein Krimi, ist zwar vorzüglich besetzt (unter anderem mit Barbara Auer und Jörg Schüttauf als Eltern), aber nicht alle Mitwirkenden sind durchgängig überzeugend; gerade Susanne Wuest ist als Ehefrau des Täters mit ihrer ätherischen Art und der eigenartigen Sprechweise sehr gewöhnungsbedürftig. Der Schwede Peter Haber verkörpert den Kommissar mit gewohnter Intensität, und Bruno Cathomas war schon allein wegen seiner treuherzigen Knopfaugen eine gute Wahl für den Täter, weil er in der Tat wie der freundliche Nachbar wirkt. Gerade die Rolle der Vicky war natürlich eine besondere Herausforderung. Katharina Lorenz hat sich gemeinsam mit Steinbichler zu einer Gratwanderung entschlossen, die nicht immer funktioniert. Vicky tut zwar so, als sei ihr traumatisches Erlebnis kein Thema mehr, aber das stimmt natürlich nicht; dafür finden Steinbichler und seine Stammkamerafrau Bella Halben äußerst stimmige Bilder. Will Vicky Stärke demonstrieren, grenzen die Darbietungen allerdings mitunter ans unfreiwillig Komische, etwa wenn die Sportlehrerin im Angesicht einer Bedrohung in Boxerstellung ihren Bizeps präsentiert. Davon abgesehen verkörpert Lorenz das Opfer, das keins mehr sein will, buchstäblich ungeschminkt und sehr ungeschützt. tpg.

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