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Zack Snyder's Justice League

Filmhandlung und Hintergrund

Zack Snyders vierstündige Version von "Justice League", umgesetzt für den US-Streamer HBO Max.

Nach dem Tod von Superman sind Batman und Wonder Woman auf sich allein gestellt. Sie stellen schnell fest, dass sich ihnen mit Steppenwolf eine Nemesis gegenüberstellt, die sie alleine nicht bezwingen können. Mit Flash, Cyborg und Aquaman holen sie neue Mitstreiter zu sich, um dem Feind die Stirn zu bieten. Als auch das noch nicht ausreicht, greift Batman zu verzweifelten Mitteln: Superman soll von den Toten auferstehen, egal welche Konsequenzen das haben wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zack Snyder's Justice League: Zack Snyders vierstündige Version von "Justice League", umgesetzt für den US-Streamer HBO Max.

    Zack Snyders einzigartige vierstündige Vision von „Justice League„, der bei seinem Kinoeinsatz Ende 2017 bzw. Anfang 2018 nur halb so lang gewesen war.

    Er habe Familie, fleht ein Mensch und hofft auf das Mitleid von Bösewicht Steppenwolf, der ihn in seinen Fängen hat. „Das bedeutet, dass du eine Schwäche hast“, schnarrt Steppenwolf im tiefsten Stimmenregister und zermalmt sein Opfer. Es ist ein ganz kurzer Moment, in einem vier Stunden langen Film ohnehin. Aber es ist ein Schlüsselmoment im „Snyder-Cut“ von „Justice League“, der knapp dreieinhalb Jahre nach der Kinofassung nun doch noch das Licht des Tages erblickt, in den USA als große Attraktion bei HBO Max, in Deutschland exklusiv bei Sky, wo sich zuletzt auch schon „Wonder Woman 1984“ nach wiederholten Kinostartverschiebungen erstmals dem deutschen Publikum präsentierte. Es ist unmöglich, besagten Moment nicht als zutiefst persönlich für Regisseur Zack Snyder zu lesen: Nach den an den Kinokassen erfolgreichen, aber vom Publikum nur bedingt geliebten „Man of Steel“ und „Batman v Superman: Dawn of Justice“ sollte „Justice League“ ein krönender Höhepunkt werden, der „Avengers“ der DC-Comic-Verfilmungen, in dem erstmals alle Protagonisten des DC Cinematic Universe Seite an Seite kämpfen sollten, Superman, Batman, Wonder Woman, Aquaman, Flash und Cyborg vereint für das Gute. Während der Arbeiten an dem Film beging Snyders 20-jährige Tochter Autumn Suizid, und der Regisseur schied zusammen mit seiner Frau Deborah, die als Produzentin an dem Film gearbeitet hatte, nach langen Kämpfen mit dem Studio um den finalen Schnitt aus dem Projekt aus. Ausgerechnet „Avengers“-Architekt und -Regisseur Joss Whedon wurde zur Fertigstellung an Bord geholt und lieferte schlussendlich einen zweistündigen Film ab, der als Werk divergierender Vision weder Fisch noch Fleisch war, eine Enttäuschung für das Publikum und auch nach Einspielzahlen.

    Nun durfte Snyder seinen Schnitt doch noch fertigstellen, ein vielleicht überlanger Koloss, aber durch seine Unterteilung in sechs Kapitel plus Epilog tatsächlich weniger Spielfilm als eine Miniserie der Superlative, die Fans nach Belieben auch bingen können. „Zack Snyder’s Justice League“ ist aber nicht nur Götterdämmerung galore, wie man es von dem Regisseur von „300“ und „Watchmen“ erwartet, dem Großmeister gewaltvoller Stilisierung und stilisierter Gewaltdarstellung. Er ist auch ein langer, sehr langer Schmerzensschrei, ein regelrechter Exorzismus: Der Film ist angefüllt mit Vätern, die von ihren Kindern getrennt werden, mit Kindern, die mit Verlust fertig werden müssen, mit dem Versuch, die Zeit förmlich anzuhalten, schließlich sogar zurückzudrehen, mit dem Bestreben, die Toten zu neuem Leben zu erwecken. Und sollte noch ein Zweifel bestehen, was Snyder selbst angetrieben haben könnte, dieses Mammutwerk doch noch fertigzustellen, den erwartet nach diesem so bitteren, düsteren, exzessiven und ernsten Film zum Abschluss die Schrifttafel: „Für Autumn“. Dazu spielt, wie gerne mal bei Snyder, „Hallelujah“.

    Natürlich ist die Handlung der beiden Filme grundsätzlich identisch, die jeweils direkt am Ende von „Batman v Superman“ ansetzen: Nach dem Tod von Superman versammelt Bruce Wayne eine Gruppe von Superhelden um sich, um die Zerstörung der Welt zu verhindern. Fahndete Marvel-Bösewicht Thanos in den abschließenden „Avengers“-Filmen nach den Infinity-Steinen, so will seine DC-Entsprechung Darkside die drei Mutterboxen vereinen, mit deren Hilfe alles Leben ausgelöscht werden kann. Will man den entscheidenden Unterschied zwischen der Kinoversion von „Justice League“ und dem „Snyder-Cut“ auf den Punkt bringen, muss man sich nur die jeweils ersten Szenen der beiden Filme ansehen. Der Kinofilm begann denkbar lo-fi, mit auf dem iPhone festgehaltenen Momenten, in denen Superman gefragt wird, was ihm an der Erde am meisten am Herzen liege. Man sieht ihn kurz innehalten und dann lächeln. Bei Snyder lächelt niemand, schon gar nicht am Anfang, wenn der langgezogene Todesschrei von Superman rund um die Welt gehört wird. Oder kurz: Joss Whedon strebt nach Licht. Zack Snyder hüllt sich in Finsternis. Letzteres passt besser zu „Justice League“. Ja, es ist eine lange Session. Man muss gehörig Sitzfleisch mitbringen für die vielen umständlichen Expositionen und zahllosen Schlachten in Zeitlupe, für die verschiedenen Vorgeschichten und Handlungsstränge. Die Kino-„Justice League“ ist bereits längst zu Ende, da wird im „Snyder-Cut“ überhaupt erst der Sarg von Clark Kent ausgegraben. Bei Snyder ist episch gleichbedeutend mit harter Arbeit.

    Aber, und ich kann nicht glauben, dass ich das wirklich aufrichtig tippe, es lohnt sich. Man kann diese Geschichte vielleicht in 120 Minuten erzählen, aber man wird zwangsläufig das Gefühl haben, dass da etwas fehlt. Es bedarf eines langen Anlaufs, damit der ausufernde Showdown überhaupt erst seine Wucht entfalten kann. Natürlich ist hier nicht mit Subtilität und Eleganz zu rechnen, auf dem Weg ist der Film auch albern und sein seltenes Streben nach befreiendem Humor in diesem molasseartigen Mahlstrom des Leids bleiern und unpassend. Und doch entfaltet dieser Triumph des Willens seine ganz eigene Anmut, wenn er für sich und seine Figuren nach Erlösung strebt. Weil es sich unverkennbar um eine nunmehr einheitliche Vision handelt, von Snyder vielleicht augenzwinkernd im klassischen Fernsehformat von 1,37 zu 1 präsentiert, als so etwas wie ein Edel-Serial in der Tradition von „Flash Gordon“, aber mit all dem Aufwand und der Starpower, die man in Hollywood für Geld kaufen kann. Eine volle Dröhnung mit einem Epilog, der so lang und ausführlich ist, dass der nächste Film der Saga nicht einfach nur angekündigt wird, sondern man den Eindruck hat, sich bereits mittendrin zu befinden. Man könnte gut auch noch zwei Stunden weitergucken.

    Thomas Schultze.
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