Wonderstruck

  1. Ø 5
   2017
Wonderstruck Poster

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 2015 begeisterte Todd Haynes mit seiner Romanverfilmung „Carol“ beim Festival de Cannes, nun kehrt er zurück mit einer weiteren Literaturadaption, „Wonderstruck“ von Brian Selznick, eine Mischung aus Roman und Comic, wie es zuvor schon „Hugo Cabret“ gewesen war. Tatsächlich sind sich die beiden Geschichten auch sehr ähnlich, wobei sich „Hugo Cabret“ als Liebeserklärung an die Pioniere der Filmkunst besser eignete für eine filmische Aufarbeitung als dieses Stück magischer Realismus, in dem das hohe Lied auf Museen und Büchereien und die Menschen, die sie mit Leidenschaft am Leben erhalten,angestimmt wird, wenn zwei 50 Jahre voneinander getrennte Kinder, beide einsame, sich ungeliebt fühlende Außenseiter, beide gehörlos, jeweils von Zuhause ausreißen, um in New York Geheimnissen auf den Grund zu gehen, ohne deren Lösung sie ihre Leben nicht mehr weiterführen zu können glauben. Die Geschichte des Mädchen spielt im Jahr 1927, kurz vor der Geburt des Tonfilms, und Haynes erzählt sie schwarzweiß im Stil eines Stummfilms. Die Geschichte des Jungen ist 1977 angesiedelt, dem Jahr des großen Blackouts in New York, und hier findet Haynes mit seinem Kameramann eine visuelle Anmutung, die an die Filme dieser Zeit erinnert, an „French Connection“ oder „Taxi Driver„. Fließend springt „Wonderstruck“ zwischen den beiden Erzählebenen, bis sich schließlich in einem zehnminütigen Crescendo, in dem sich Todd Haynes mit einem Puppenspiel vor seinem eigenen „Superstar“ verbeugt, beide Ebenen auf nicht ganz überraschende Weise miteinander verbinden.

    Dabei gelingen immer wieder Momente großer Poesie, wie man sie von dem Regisseur von „Velvet Goldmine“ oder „I’m Not There“ erwartet, dessen Herz schlägt für die Ungeliebten, die Einzelgänger, die Individualisten, die über Kreuz sind mit der Gesellschaft. Aber „Wonderstruck“ ist so eingenommen von sich und seiner Absicht, die Herzen rühren zu müssen im Stile eines Steven Spielberg mit einer Art amerikanischem „Amélie“, dass der Film auch schlicht und bisweilen banal wirkt: So kunstvoll Haynes auch zwischen den beiden Handlungsebenen schneiden mag, es passiert oft nicht viel mehr als den Kindern dabei zuzusehen, wie sie durch die Straßen eines feindseligen New York laufen. Was mag Haynes, diesen feinfühligsten aller Filmemacher mit einem untrüglichen Gespür für Popkultur geritten haben, ausgelutschte Lieder wie „Space Oddity“ von Bowie oder „Fox on the Run“ von Sweet einzusetzen oder eine wichtige weibliche Figur zu Beginn des dritten Akts zu den Klängen von Eumir Deodatos Jazzfunk-Version von „Also sprach Zarathustra“ auftreten zu lassen. Wirklich? Auch sonst bleibt nicht viel der Fantasie des Zuschauers überlassen, dem alles minuziös erklärt wird, was doppelt schwer wiegt, wo es sich doch um einen Film handelt, der von der Macht des Wunders und der Fantasie erzählt. ts.

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