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Fakten und Hintergründe zum Film "Wolfman"

Kino.de Redaktion |

Wolfman Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

In den 30er und 40er Jahren präsentierte Universal Pictures eine Serie von Horrorfilmen, die ein neues Genre schufen: den Monsterfilm. Schauspiel-Legenden wie Bela Lugosi, Boris Karloff und Claude Rains erweckten Ikonen wie Dracula, Frankenstein, die Mumie und den Unsichtbaren Mann zu Albträumen auf der Leinwand, die zuvor nur in der Fantasie von Lesern existierten.

Eine der schauerlichsten Kreaturen wurde 1941 von Lon Chaney, Jr. geschaffen. Ein einsamer Mensch verwandelte sich in ein unheimliches Wesen, das dem Kinopublikum den Atem nahm. Bei Vollmond kam eine archaische Wut zum Vorschein, die aus den dunkelsten Abgründen der Psyche stammt. Halb Mensch und halb Dämon – ein Fluch für alle Zeiten.

Seit vielen tausend Jahren sind Legenden über Verwandlungen zwischen Mensch und Tier in den verschiedenen Kulturen zu finden. Eine besondere Faszination gilt einer mythologischen Kreatur, die als Lykanthrop bekannt ist – ein Mensch, der sich bei Vollmond zu einer Wolfskreatur verwandelt. Der Mythos Werwolf reicht von der griechischen Antike über die „Otia Imperialia“ von Gervasius von Tilbury aus dem 13ten Jahrhundert bis zu modernen Horrorgeschichten.

Vor sieben Jahrzehnten fand der Werwolf auch den Weg auf die Leinwand. 1935 veröffentlichte Universal „Der Werwolf von London“ von Stuart Walker. Doch erst 1941 wurde mit dem Klassiker „Der Wolfsmensch“ von George Waggner nach dem Originaldrehbuch von Curt Siodmak der Mythos für das Kino etabliert. Die tragische Figur des Lawrence Talbot wird von Lon Cheney, Jr. gespielt, dem Sohn der Stummfilm-Ikone Lon Cheney („Das Phantom der Oper”, „Der Glöckner von Notre Dame”).

Die Figur des Talbot taucht später in weiteren Universal-Filmen auf, so in „Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“, „Frankensteins Haus“, „House of Dracula“ und „Abbott und Costello treffen Frankenstein“.

Trotz seiner Laufzeit von nur 70 Minuten wurde „Der Wolfsmensch“ zum sofortigen Erfolg und machte Lon Cheney, Jr. zum Star. Andere Helden aus der Monster-Familie von Universal haben hier ebenfalls Auftritte. Claude Rains aus „Der Unsichtbare“ spielt den Sir John Talbot und „Dracula“ Bela Lugosi verkörpert den Zigeuner Bela, der den Fluch erkennt, der auf Lawrence liegt.

Der Schauspieler und Produzent Benicio Del Toro ist seit langem ein Fan dieses Genres und unterhielt sich bereits vor etlichen Jahren mit seinem Manager und Produzenten Rick Yorn über die Idee zu einer Hommage. Über seine Faszination an dem Projekt sagt Yorn: „Als Jugendlicher machten diese Monsterfilme einen großen Eindruck auf mich und meine Brüder. Schon seit meinen Anfängen in Hollywood wollte ich ein Remake von einem alten Horrorfilm machen. Vor ein paar Jahren besuchte ich Benicio in seinem Haus und mir fiel ein Poster von ‚Der Wolfsmensch’ auf, das eine Großaufnahme von Lon Cheney, Jr. als Monster zeigt. Ich schaute auf das Plakat und dann auf Benicio, der damals einen Vollbart trug, und fragte: ‚Was würdest du von einem Remake von ‚Der Wolfsmensch’ halten?’“

Del Toro war sofort fasziniert von der Idee zu einer Hommage, schließlich ist er seit seiner Jugend ein großer Fan dieser Filme.

„Frankenstein, Dracula und die Mumie kenne ich seit meiner Kindheit”, erläutert Del Toro. „Meine früheste Erinnerung an einen Schauspieler ist Lon Cheney, Jr. als Wolfsmensch. Wir wollten diesem Klassiker und Henry Hulls ‚Werwolf von London’ die Ehre erweisen und zwar auf eine klassische, handwerkliche Weise.“

Del Toro wollte mit dem Remake keine bloße Kopie des Originals liefern, sondern eine Neufassung für das heutige Publikum. Deshalb haben die beiden Drehbuchautoren Andrew Kevin Walker und David Self dem Film „einige Wendungen gegeben und moderne Elemente eingefügt, dennoch bleiben sie dem Original treu.“

Del Toro und Yorn machten sich an die Umsetzung des Projekts und bei einem Essen mit Produzent Scott Stuber wurde das Update des Originals beschlossen. „Wir haben ein paar Wendungen eingebaut, aber wir wollten dem Original treu bleiben“, erläutert Stuber. „‚Der Wolfsmensch’ ist deshalb solch eine Ikone, weil er auf gewisse Weise in jedem von uns steckt. Wir alle kennen dieses Gefühl der Wut. Jeder erinnert sich an Situationen, in denen er zu weit ging, zu wütend war und Dinge tat, die er bereut. Es gibt etwas Archaisches in jedem von uns, das wir unter Kontrolle halten müssen, um nicht unterzugehen.“

Es gab nie einen Zweifel für den Produzenten, dass Del Toro die perfekte Wahl für die Titelrolle war. Über den Oscar®-Preisträger sagt Stuber: „Benicio hat sehr ausdrucksstarke Augen, die auch noch unter einer Maske große Wirkung entfalten. Wir wollten den Schauspieler nicht vom Wolfsmenschen trennen. Am Ende hatten wir Benicio auf der einen und das Biest auf der anderen Seite. Um Gefühle für eine Figur zu entwickeln, ist die Darstellung entscheidend. Die Spezialeffekte sind großartig, sie verstärken die Darstellung – aber sie erschaffen sie nicht.“

Die drei Filmemacher bekamen Verstärkung durch den Produzenten Sean Daniel, der durch seine Arbeit an „Die Mumie“ für Universal Pictures bereits über Erfahrung mit der Neuauflage von Monsterfilmen besitzt. Über seine Beteiligung an dem Projekt sagt Daniel: „Es war wirklich aufregend dabei zu sein, wenn ein weiteres klassisches Universal Monster, das mich schon als Kind sehr begeistert hat, zu neuem Leben erweckt wird.“

Gemeinsam machten sich die Produzenten auf die Suche nach einem Regisseur, der nicht nur das Drama der Geschichte umsetzen, sondern einen Horrorfilm inszenieren konnte, bei dem visuelle Effekte, Kreaturen und CGI mühelos verbunden sind.

Als Mark Romanek das Projekt nach der Vorproduktion verließ, übernahm Regisseur Joe Johnston das Ruder. Als art director bekam Johnston einen Academy Award® für seine Arbeit an „Jäger des verlorenen Schatzes“, als Regisseur stellte er sein Können als Geschichtenerzähler mit Filmen wie „October Sky“ unter Beweis und bewies mit Filmen wie „Jurassic Park III“ und „Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm” sein großes Talent für den Umgang mit visuellen Effekten.

Wie bei all seinen Projekten stand für den Regisseur vor allem die Geschichte im Mittelpunkt. Über die Story der Drehbuchautoren Walker und Self sagt er: „Unter der Oberfläche von Action, Blut und Angst gibt es eine Liebesgeschichte zwischen Lawrence Talbot und Gwen, der Verlobten seines toten Bruders. Ich wollte, dass diese Beziehung die Geschichte zusammenhält. Sie ist der Schlüssel, damit das Publikum versteht, welche schrecklichen Dinge mit Lawrence geschehen.“

Der ehemalige art director war begeistert von den visuellen Herausforderungen, die dieser Action-Horrorfilm bot. „Ich wollte dem Publikum etwas zeigen, was es so noch nie zuvor bei einer Verwandlung zum Werwolf gesehen hat“, erläutert Johnston. „Bei allen bisherigen Werwolf-Filmen geschieht die Umwandlung mehr oder weniger durch die gleichen visuellen Elemente: Knochen werden gestreckt und auf dem Gesicht wachsen Haare. Die Art, wie wir die Verwandlung zeigen, wurde erst durch den Einsatz von computergenerierter Animation möglich. Mit Benicio Del Toro haben wir einen großartigen Ausgangspunkt für die Verwandlung, die mit dem Make-up von Rick Baker vollendet wird.“

Den Filmemachern war klar, dass sie für die spektakulären Sequenzen ein perfektes Gleichgewicht zwischen realen Effekten und Spezialeffekten schaffen mussten. Bevor diese Arbeit in Angriff genommen werden konnte, mussten erst noch die Schauspieler gefunden werden, die Del Toro dabei unterstützen, diese berüchtigte Kreatur noch einmal zum Leben zu erwecken.

Produktion: Die Besetzung

Den Filmemachern war wichtig, die klassischen Figuren des Originals beizubehalten. Zugleich sollte eine moderne Version entstehen. Ausgebaut wurde deshalb die Figur von John, dem Vater von Lawrence, der 1941 von Claude Rains verkörpert wurde. Ebenfalls mehr Raum bekamen Gwen Conliffe, das Objekt der Begierde von Lawrence, sowie Maleva, die Anführerin der Zigeuner.

Über seine Darsteller sagt Produzent Stuber: „Benicio, Anthony, Emily und Hugo verleihen der Geschichte gemeinsam eine unglaubliche Tiefe und bringen zugleich die Horrorelemente zum Leben.“

Die Geschichte des Originals wurde um zusätzliche Elemente erweitert. So kehrt der junge Talbot nicht nur nach Blackmoor zurück, um das Schicksal seines geliebten Bruders zu klären, sondern er will sich auch mit seinem Vater versöhnen, der ihn vor vielen Jahren abgeschoben hatte. Als er von einem Werwolf gebissen wird, muss er erkennen, dass er selbst zu einem Monster wird. Für die neue Qualität der Beziehungen bekam die Figur des Sir John Talbot ein größeres Gewicht.

Besetzt wurde Benicio Del Toros exzentrischer Filmvater mit dem legendären Schauspieler Sir Anthony Hopkins. Seit Jahren hatten Vater und Sohn keinen Kontakt mehr miteinander, entsprechend gespannt ist das Verhältnis zwischen den beiden. Del Toro fiel es nicht schwer, diesen Aspekt der Rolle zu spielen, da er

ohnehin mit großer Nervosität der Zusammenarbeit mit Sir Antony Hopkins entgegen sah. „Zu Beginn hatte ich mehr Ehrfurcht als Vergnügen“, lacht Del Toro. „Aber Anthony hat mir wunderbar geholfen und gab mir immer wieder gute Ratschläge. Es ist sehr schön, wenn man Tipps von den Kollegen bekommt. Anthony ist präzise und erledigt seine Szenen in zwei Einstellungen. Es war wunderbar, mit ihm zu arbeiten.“

Über das Verhältnis der beiden Figuren sagt Hopkins: „Die Beziehung ist von Kälte und Verlassenheit bestimmt. Lawrence hat seinen Vater nie kennengelernt, er wurde als Kind fortgeschickt, nachdem er Zeuge einer schrecklichen Tat wurde: dem Tod seiner Mutter. Sir John schickte ihn nach Amerika, als berühmter Schauspieler kehrt er nach England zurück und erlebt, dass sein Bruder in Schwierigkeiten steckt.“

Über seine Faszination an der Rolle sagt Hopkins: „Psychologisch gesehen betrachten die Menschen gerne die düsteren Seiten des Lebens. Transformation, Auferstehung, Rettung – diese Story bietet alles.“ Den Schauspieler interessierte vor allem, wie sich die Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt. „Sir John ist eiskalt, er zeigt keinerlei Zuneigung und Mitgefühl für seinen Sohn“, erläutert Hopkins. „Er manipuliert und quält ihn mit Bemerkungen, die zwar nie offen grausam sind, aber immer voller Andeutungen stecken.“

Mit dreckigen Fingernägeln, schmutziger Kleidung und ungepflegten Haaren lebt Sir John in einem großen Haus, das zur Ruine verkommen ist.

Johnston gefiel es, den Wahnsinn von Sir John anwachsen zu lassen und die Spannungen mit seinem Sohn zu steigern. „Sir John ist vollkommen wahnsinnig, aber er sieht diesen Wahnsinn als die normalste Sache von der Welt“, erläutert der Regisseur. Anthony hat in der Vergangenheit ähnliche Rollen gespielt, aber in ‚Wolfman’ ahnen wir bis zur Hälfte des Films nichts von seinem Wahnsinn. Bis dahin gibt uns Anthony immer kleine Hinweise auf den Wahnsinn von Sir John, doch dann schließt sich das Fenster und wir warten, bis es wieder aufgeht. Mit dieser Methode macht er den Zuschauer ständig neugierig darauf, was als nächstes passiert.“

Über seinen Regisseur sagt Hopkins: „Joe ist erfolgreich, er ist zugänglich, er ist freundlich und absolut jeder kann mit ihm reden. Er hat es für alle sehr leicht gemacht, was gewiss nicht immer einfach ist, bei dieser großen Verantwortung.“

Die Rolle der Gwen Conliffe, die im Original von der zeitlosen Evelyn Ankers gespielt wird, wurde mit Emily Blunt besetzt. Seit ihrem Durchbruch als scharfzüngige Assistentin von Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“, hat sie mit ihrer Arbeit bei Presse und Publikum gleichermaßen für Furore gesorgt.

Als Gwen spielt sie die Verlobte von Ben, dem Bruder von Lawrence. Sie kommt nach London, um ihren künftigen Schwager um Hilfe bei der Suche nach ihm zu bitten. Als beide entdecken, dass Ben tot ist, verliebt sich Gwen in Blackmoor langsam in Lawrence. Über Blunt sagt ihr Regisseur: „Emily kann alleine mit ihrem Gesicht eine ganze Geschichte ohne Worte erzählen. Jeden überflüssigen Dialog, den wir gefunden haben, haben wir gestrichen. Emily erzählt die Geschichte von Gwen so überzeugend mit Gefühlen und benötigt dazu nicht viele Worte.“

Über ihre Faszination an der Rolle sagt Blunt: „Mir gefiel die Aussicht, mit diesen Kollegen zu arbeiten und ich fand das Drehbuch sehr bewegend. Es hat mich gereizt, dass es nicht nur um den Horror geht, sondern um eine Liebesgeschichte und um menschliche Konflikte. Joe hatte von Anfang an die Absicht, einen klassischen, mitreißenden und großen Monster-Film zu machen und er hat diese Vision bei den Dreharbeiten durchgehalten.“

Blunt, die im Unterschied zu ihren Kollegen nicht stundenlang in der Maske verbringen musste, entwickelte eine intensive Beziehung zu der Kreatur und zu den Gefühlen von Gwen gegenüber dem Werwolf. Übereinstimmend mit Hopkins sagt sie: „Ich glaube, wir mögen diesen Verlust von Kontrolle und die Fähigkeit, die düsteren Seiten in uns zu verstehen. Wenn Tiere angreifen, funktioniert das nach einfachen Regeln. Was Menschen einander antun, ist viel furchterregender, da gibt es Berechnung und Bösartigkeit.“

Gwen erkennt schnell, dass Lawrence eine dunkle Seite und eine Wildheit besitzt, die sie so in ihrem Leben bislang noch nie erlebt hat. Es lauert ständig eine Gefahr in ihm, und sie ahnt, dass diese Gefahr mit ihrer eigenen Person verbunden ist. Wegen ihrer Stärke sieht Blunt in Gwen ein „Fanal der Hoffnung“. Ergänzend erläutert sie: „Mir gefällt besonders, dass Gwen trotz aller Not, aller Angst und aller Verluste die Fähigkeit besitzt, an eine Veränderung zu glauben. Sie gibt die Hoffnung nie auf.“

Der Mord am Bruder von Lawrence erregt die Aufmerksamkeit von Inspector Aberline von Scotland Yard, der von Hugo Weaving gespielt wird. Die Figur basiert auf dem echten Inspector Frederick George Aberline, der die Ermittlungen bei den Morden von Jack the Ripper übernahm, nachdem das London Whitechapel Criminal Investigation Department mit dem Fall überfordert war.

Über die Besetzung von Weaving sagt Produzent Stuber: „Hugo vermittelt eine Intensität, die sehr glaubwürdig wirkt. Für einen Monsterfilm ist das sehr wichtig, damit das Publikum diesen Mythos als sehr real erlebt. Je mehr Realismus eine Story bekommt, umso wirkungsvoller und größer fällt der Schrecken aus.“

Weaving, der von „Priscilla - Königin der Wüste“ bis zur „Matrix“-Trilogie überzeugende Leistungen bot, sagt über seine Rolle: „Ich habe sofort zugesagt. Ich las das Drehbuch und war begeistert. Es war eine instinktive Entscheidung, aber ich mochte den Stoff und fand Aberline eine faszinierende Figur.“

Er führt fort: „Aberline ist eine reale Figur, aber die Autoren und Joe haben ihn neu interpretiert. Er ist ein intelligenter Typ, der bei den Ripper Morden viel durchgemacht hat. Er ist clever, umsichtig und kann charmant sein. Zugleich ist er unglaublich misstrauisch und fest davon überzeugt, dass nur ein Mensch für die Morde in Blackmoor verantwortlich sein kann.“

Aberline hält Lawrence für den Mörder, doch als er für weitere Ermittlungen in das Dorf reist, muss er erkennen, wie sehr er dort selbst zum großen Außenseiter wird. „In diesem kleinen Dorf auf dem Land reden alle über Werwölfe und Dämonen“, erläutert Weaving. „Bei Vollmond verriegeln die Bewohner ihre Türen. Aberline kommt aus London und er glaubt kein Wort von dem, was ihm erzählt wird.“

Doch schließlich wird er persönlich Zeuge, wie sich Lawrence verwandelt.

Zu den weiteren Schauspielen gehören Geraldine Chaplin („Nashville“) als Maleva, die Zigeunerin, die den Fluch von Lawrence erkennt; Art Malik („The Path to 9/11”) als Singh, der Vertraute von Sir John; Anthony Sher („Shakespeare in Love“) als wahnsinniger Bösewicht Dr. Hoenneger und David Schofield („Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat“) als verhexter Constable Nye von Blackmoor.

Produktion: Kreaturen und Effekte

Für die Effekte konnte der creature effects designer und sechsfache Academy Award®-Gewinner Rick Baker gewonnen werden, der mit seiner Verwandlung von David Naughton im John Landis-Klassiker „American Werewolf“ für Furore sorgte. Baker wollte dem Aussehen des „Wolfsmensch“-Originals von 1941 möglichst treu bleiben und so der Kreatur von Jack Pierce seinen Respekt erweisen. „Jack Pierce war mein Idol“, sagt Baker. „Ich habe ihn sehr bewundert und wollte seiner Arbeit mit Respekt begegnen, ohne dabei auf eine Modernisierung zu verzichten. Es ist noch immer der Wolfmensch von Jack Pierce, mit einer kleinen Prise Rick Baker. Mein Wolfsmensch sollte etwas böser ausfallen, man sollte ihm mehr Zerstörungskraft zutrauen als damals Lon Chaney, Jr.”

Für Produzent Rick Yorn war es unerlässlich, dass einer der besten Make-up-Künstler die Verwandlung von Del Toro übernahm. „Rick war unsere erste Wahl, er ist eine Legende“, sagt Yorn. „Wenn man in sein Atelier geht, sieht man all die Filme, für die er gearbeitet hat. Es ist ein echtes Museum. Für uns hat er ganz großartige Arbeit geleistet.“

Unterstützt wird Baker von dem für den Academy Award® nominierten Dave Elsey, der sich an die ersten Tage der Vorproduktion erinnert: „Unsere Vorgaben für das Aussehen des Werwolfs waren sehr offen, wir konnten also fast alles tun, was wir wollten. Wir saßen im Atelier von Rick und je länger wir über die Konzepte sprachen, desto klarer wurde, dass wir eine frische Version wollten von dem, was die Leute als Wolfsmenschen erkennen. Rick hat enorm viele Ideen und eine große Leidenschaft für diese Art von Film. Es war ein Traum, gemeinsam diese klassische Kreatur neu zu erschaffen.“

Den Produzenten und Regisseur Johnston war klar, dass die Verwandlung eines Menschen in den titelgebenden Werwolf beim Publikum die größte Neugier auslöst. „Wolfman“ geht dabei einen Schritt weiter und nutzt die Möglichkeiten der visual effects, eine Technologie, die Johnston bestens vertraut ist.

Der Regisseur sagt über den Synergieeffekt: „Das Make-up besteht aus unterschiedlichen Elementen und wird individuell angewendet. Weil es keine Maske ist, konnte Benicio sich bewegen und ausdrücken. Wir wollten nicht völlig auf Computeranimation setzen, denn damit überschreitet man leicht die Grenzen der Glaubwürdigkeit oder die Gesetze der Physik. Unser Ziel war es, die Verwandlung so realistisch wie möglich zu gestalten. Die digitalen Effekte waren dabei ein Werkzeug, um die Möglichkeiten des Make-up zu vergrößern.“

Baker testete das aufwändige Make-up zunächst an sich selbst, bevor er Del Toro zum ersten Mal auf seinen Schminksessel bat, worin er drei Stunden verbringen musste. Baker wollte die Maske aus der Sicht des Schauspielers sehen, er schmierte sich Leim in die Haare, schminkte sein Gesicht, trank Theaterblut und fotografierte sich dann als Wolf. „Als Maskenbildner bist du ständig im Wettlauf gegen die Zeit, um das Aussehen der Schauspieler rechtzeitig fertig zu stellen. Und die Uhr tickt immer schneller“, erläutert Baker. „Wenn du hingegen selbst in diesem Sessel sitzt, bekommt die Zeit eine ganz andere Qualität.“

Er ergänzt, dass er oft vertrauter mit seinen Kreaturen ist als mit den Schauspielern dahinter. „Ich verbringe viel Zeit mit Schauspielern, die hinter der Maske sitzen, die ich für sie entworfen habe“, erzählt er. „Wenn sie morgens zu mir kommen, klebe ich ihnen meist sofort die ersten Teile der Maske auf das Gesicht und sehe nur noch die entstehende Kreatur und nicht den Schauspieler. Ich kenne Benicio als Wolf, ich habe ihn kaum in echt erlebt.“

Für Del Toro entwarf das Team von Baker eine Maske aus Schaum und Latex, die Augenbrauen und Nase abdeckte. Die Ränder waren sehr dünn, damit sie nahtlos auf die Haut des Schauspielers übergingen. Anschließend bekam Del Toro eine Kinnprothese, ein Gebiss mit scharfen Reißzähnen, eine Echthaar-Perücke sowie einen Bart, womit er zum furchteinflößenden Wolfsmenschen wurde.

Wenngleich die Maske mehrere Stunden dauerte, war Del Toro von seiner Verwandlung begeistert. „Als Kind wollte ich schon immer so große Zähne haben“, lacht der Schauspieler. „Es ist egal, wie lange du in diesem Schminksessel verbringen musst, bei Rick passiert die Magie Stück für Stück. Du schließt für fünf Minuten die Augen und wenn du sie öffnest, ist etwas passiert. So ein Prozess fällt leicht, wenn du mit einem großartigen Team arbeitest, das sein Handwerk perfekt beherrscht.“

Nachdem Baker für seine Entwürfe von den Produzenten grünes Licht bekommen hatte, machte sich sein Team daran, das Werwolf-Kostüm dem neuen Gesicht von Del Toro anzupassen. Ursprünglich sollte der Werwolf Kleidung tragen, die Baker nicht zu üppig ausfallen lassen wollte. Mit vier Jahrzehnten Erfahrung im Make-up-Geschäft wusste er allerdings, dass es bei einem Film immer neuer Entwicklungen geben kann. „Wir planten ein Ganzkörperkostüm aus Haaren, ein bisschen wie eine gigantische Perücke“, erläutert er. „Aber ein Kostüm allein genügt nicht, man benötigt mindestens drei für den Schauspieler und weitere drei für die stunt doubles, die auf Dächer klettern oder in echtem Feuer kämpfen. Dazu sind viele Haare notwendig!“

Die Wolfskostüme wurden aus Yak-Haaren gefertigt, einem Material, das von Maskenbildnern gerne verwendet wird, um Bärte zu machen. Baker benutzte bei Del Toro das gleiche Material, mit dem Jack Pierce im Originalfilm Lon Chaney, Jr. verwandelt hatte. „Ich verwendete zudem viel Kreppwolle, mit der ich schon als Kind gerne Masken gemacht habe“, erläutert Baker. „Kreppwolle ist viel weicher als Yak-Haare, deshalb benutzten wir es für die Ränder, um nahtlose Übergänge zu Benicios Gesicht zu schaffen.“

Für die Herstellung der Wolfskostüme war die Textilexpertin Lou Elsey zuständig. „Es gibt so viele unterschiedliche Elemente bei Kreatureffekten und ganz verschiedene Spezialisten“, erläutert Elsey. „Unsere Textilabteilung berücksichtigte jede Körperform der Kreatur, wodurch unser Wolfsmensch gut erkennbare Muskeln bekam. Über diese Muskeln kam das Haarkostüm, dessen Grundlage aus einem fleischfarbenen Gummianzug bestand. Für Brust und Arme modellierten wir eigens zusätzliche Elemente.“ Lachend fährt sie fort: „Es müsste inzwischen sehr viele rasierte Yaks in der Welt geben, denn unser Bedarf war ganz enorm.“

Damit der Wolfsmensch seine zerstörerische Kraft bereits optisch demonstrieren konnte, bekam das Kostüm eindrucksvolle Krallen. „Wir arbeiteten eng mit Benicio zusammen, um ihn bei seiner Darstellung der Kreatur zu unterstützen“, erläutert Elsey. „Selbst die Art, wie Benicio seine Hand mit den Krallen hält, bekommt eine eigene Dynamik und macht die Figur lebendig.“

Für die Verwandlung von Del Toro vom ruhigen Zeitgenossen zum Höllenhund mussten sich nicht nur seine Haare an Gesicht und Körper verändern. Um den ohnehin großen Schauspieler noch größer erscheinen zu lassen, bekam er von Bakers Team eine Beinverlängerung, die auf der Technik von Prothesen beruht. Diese sehr leichten künstlichen Beine kamen bei langsamen Bewegungen zum Einsatz, für die Actionsequenzen, bei denen der Wolf rennt oder springt, wurden andere Füße konstruiert.

So, wie Chaney im Originalfilm immer als Wolfsmensch erkennbar war, sollte es auch bei Del Toro sein. „Trotz Maske und Haaren kann man Benicio immer erkennen“, erläutert Elsey. „Andere Werwölfe sehen viel animalischer aus, wir wollten ihm sehr menschliche Elemente verleihen. Auch hinter dem Make-up gelingt Benicio, was nicht viele können: er hat ein großartiges Gesicht mit sehr ausdrucksstarken Augen.“

Del Toro nahm seine Verwandlung sehr ernst. So sehr, dass die Maskenbildner oft Mühe hatten, das Make-up nach wenigen Szenen seiner intensiven Angriffe wieder zu restaurieren. Häufig war die Kinnprothese nach seinen heftigen Attacken lädiert.

Die Bewegungen des Wolfsmenschen erforderten von Regisseur Johnston und Kameramann Johnson eine sorgfältige Planung. „Wir wollten den Wolf mit seinen Hundebeinen zeigen“, erläutert Johnston. „Diese Füße fühlten sich für stuntmen fast wie high heels an. Damit sie damit laufen, rennen oder angreifen konnten, sicherten wir sie mit Seilen von der Decke.“

Für andere Szenen wurden die Beine von Del Toro digital darstellt. „Wir benutzen Computeranimation, wenn die Zehen des Wolfsmenschen in den Boden greifen, wenn er springt oder seine Muskeln anspannt. Dadurch wirkt die Transformation noch glaubwürdiger“, erläutert Johnston. „Die besten visuellen Effekte sind diejenigen, die man nicht sieht. Die man nicht erkennt und die sich nicht in den Vordergrund bringen.“

Das Team um den VFX supervisor Steve Begg hatte die Aufgabe, die Effekte von Rick Baker je nach Bedarf zu erweitern. Wenn Johnston ein hängendes Kinn oder eine mutierte Augenbraue benötigte, brachte Begg die realen, atemberaubenden Effekte von Baker auf ein neues Level. „Einer der eindrucksvollsten Effekte des Films ist die Verwandlung zum Wolfsmenschen“, erläutert Begg. „Mit unserer Verbindung aus Computereffekten, Prothesen und Make-up wollen wir erreichen, dass die Zuschauer nicht wissen, wie diese Effekte gemacht wurden.“

Das Team war stolz darauf, beide Effekt-Schulen zu verbinden. „Der heutige Trend setzt auf völlige Computereffekte und es gibt eine Menge CG“, erläutert Begg. „Aber darin liegt letztlich nicht die Lösung, es ist schön, wenn man die traditionellen Effekte mit Hightech-Einsatz verbindet. Zum Beispiel in jener Szene, wo Joe die Muskeln des Werwolfs noch größer haben wollte. Das haben wir mit digitalen Mitteln erreicht, mit einer Verschmelzung der Effekte, die hoffentlich mühelos wirkt.“

Produktion: Design und Schauplätze

Weil Werwölfe nur bei Vollmond heulen, wurden etliche Nachtdrehs für die Produktion erforderlich. Von Anfang an wussten die Filmemacher, dass der Crew anstrengende Dreharbeiten bevorstanden. Die ersten sechs Wochen verbrachten sie in wasserdichten Zelten, in denen sie ihre nasse Kleidung trockneten.

Ein grundlegender Unterschied zwischen den Versionen von 1941 und 2010 liegt in der Zeit, in der sie spielen. Als Schauplatz des Originals diente das Wales der Gegenwart, während die Neufassung im viktorianischen England von 1890 handelt.

Einer der Gründe liegt darin, dass ein dreckiges, nebliges London im Licht von Gaslampen und ein verschlafenes Dorf eine düstere Atmosphäre schaffen, die für einen klassischen Horrorfilm ideal sind.

„Wir müssen alle den selben Film machen“, gab Johnston seinem Team als Vorgabe. „Die Crew hat sehr sorgfältig darauf geachtet, wie die Dinge in jener Zeit ausgesehen haben. Visuell wollte ich flexibel bleiben, um die Story zu erzählen. Ich bin sehr zufrieden, wie alles aussieht: kalt, düster und trostlos.“

Produktionsdesigner Rick Heinrichs, der für die Ausstattung von „Sleepy Hollow“ einen Academy Award® bekam, erzählt über seine Arbeit: „Die Dreharbeiten in England waren eine wunderbare Erfahrung, zugleich war es eine Herausforderung, das viktorianische London nachzubilden. Durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden auch viele Gebäude aus dem 19ten Jahrhundert zerstört.“ Heinrichs suchte nach Stadtvierteln, die noch erhalten waren, und erbaute dort mit Hilfe von Kulissen und visuellen Effekten sein viktorianisches London.

Von großer Bedeutung war es, den richtigen Schauplatz für das Familienhaus der Talbots zu finden. „Dieses Haus ist so wichtig für die Geschichte, dass wir bei der Suche danach sehr sorgfältig vorgingen“, erläutert Heinrichs. „Die Architektur sollte zum visuellen Stil der Geschichte passen. In vielen Horrorfilmen gehört ein gotisches Haus zum Standard. Dieses Klischee wollten wir vermeiden, statt der gängigen Gruselfassade sollte unser Haus durch das Design seine ganz eigene Ausstrahlung bekommen.“

Nach langer Suche in ganz England, fand die Crew das Chatsworth House in Derbyshire, das vom Duke und der Duchess of Devonshire bewohnt wird und als „Palace of the Peak” bekannt ist. Das eindrucksvolle Gebäude wurde im Jahr 1500 erbaut, Andrew Robert Buxton Cavendish ist der elfte Duke, der darin residiert.

Die verschiedenen Fassaden von Chatsworth House ermöglichten die vier unterschiedlichen Ansichten, die Heinrichs und Johnston für den Film vorschwebten. Glücklicherweise erlaubten der Duke und die Duchess dem art department, die Außenansicht vorübergehend zu verändern. So wurde der Garten überwuchert und die Eingangsfront umgebaut, um den Eindruck eines verlassenen, ungepflegten Anwesens zu erzeugen, in das niemand gerne zurückkehrt.

„Unsere Geschichte handelt von einem Menschen, der gegen zwei Seiten ankämpft: Die zivilisierte Seite, die von der Gesellschaft bestimmt wird und die animalische Seite, die in ihm steckt“, erläutert Heinrichs die Dualität, die Johnston für den ganzen Film wichtig war. „Wir fanden es eine gute Idee, dass diese beiden Seiten sich visuell im Anwesen der Familie widerspiegeln. Die sehr saubere, klassische Fassade versahen wir mit Gras und Pflanzen, damit alles vernachlässigt und unbenutzt erscheint. Vieles wirkt wie verfilzte Wolle, was die animalische Seite von Lawrence widerspiegelt.“

Das Szenenbild sollte dem Leben der Talbots entsprechen, die Außenfassaden stehen in Kontrast zur Inneneinrichtung: „Wir zeigen den Heiligen und den Sünder”, erläutert Heinrichs, dessen Entwürfe das Publikum auf eine Reise von Ordnung und Zivilisation in wilde, animalische Abgründe führen.

Neben den 13 großen Schauplätzen errichtete Heinrichs mit seinem Team weitere 90 bis 95 Kulissen, um die Welt von „Wolfman“ eindrucksvoll zum Leben zu erwecken. Mit Hilfe von visuellen Effekten wurde für die notwendige Stimmigkeit gesorgt, so wurden die modernen Pflastersteine nachträglich digital von den Straßen entfernt.

Als Double für das viktorianische Dorf Blackmoor diente das 900 Jahre alte Castle Coombe mit seinen mittelalterlichen Gebäuden, die auf die frühste britische Architektur zurückgehen und vielfach als historisch bedeutsam eingestuft sind. Für den Film verwandelte sich Castle Coombe in ein grusliges Dorf mit abergläubischen Bewohnern, die in düsteren Häusern leben und sich gegenseitig mit ihrem Irrglauben anstacheln.

Um die notwendigen Drehgenehmigungen der Einwohner von Castle Coombe kümmerte sich location manager Emma Pill. In enger Zusammenarbeit mit Heinrichs und dem art department sorgte Pill dafür, dass die modernen Pflastersteine der Straßen für die Dreharbeiten entfernt oder abgedeckt wurden. Außerdem mussten Stromkabel, Antennen, Alarmanlagen und moderne Türen von den Häusern verschwinden. Nur die Briefkästen der Royal Mail, die sich im Besitz der Queen befinden, durften nicht versetzt werden. Deshalb entwickelte das art department eigens eine raffinierte Abdeckung, die nach jedem Dreh wieder abgenommen werden konnten, damit der Briefkasten weiter in Betrieb blieb.

Als Lawrence Talbot zum zweiten Mal in seinem Leben in die Irrenanstalt geschickt werden soll, beginnt der Wolfsmensch seinen Vernichtungszug durch London. Dafür einen geeigneten Schauplatz in der richtigen Größe zu finden, gestaltete sich als nicht ganz einfach. Die Wahl der Filmemacher fiel auf das Old Royal Naval College in Greenwich, das von Sir Christopher Wren geplant und den Architekten Nicholas Hawksmoor, Sir John Vanbrugh und James „Athenian” Stuart erbaut wurde. Ursprünglich sollte das Gebäude am Ufer der Themse als Krankenhaus für Seeleute dienen, schließlich wurde daraus ein maritimes Ausbildungszentrum für Schiffsoffiziere aus der ganzen Welt.

Über die Dreharbeiten sagt Heinrichs: „Es war eine große Herausforderung für unser Team, in London Schauplätze zu finden, die das richtige Aussehen boten und über ausreichend Platz verfügten. Einer dieser Orte ist Greenwich, wo schon viele Filme gedreht wurden und wo wir unsere Vorstellungen perfekt umsetzen konnten. Mit Hilfe einiger visueller Effekte haben wir daraus unsere eigenen Stadt gemacht.“

Greenwich erlaubte den Filmemachern die langen Vorbereitungen und Dreharbeiten, außerdem ermöglichte es acht Nachtdrehs, bei denen zwei Drehteams ideale Bedingungen für die Stuntszenen nutzen konnten.

Erweitert wurden die Schauplätze durch visuelle Effekte, die unter Leitung von VFX supervisor Begg entstanden. „Im Verlauf des Films haben wir viele Schauplätze geschaffen, wie etwa den Panoramablick auf London“, erläutet Begg. „Wir waren nicht nur für den Werwolf zuständig, sondern haben bei den verschiedensten Drehorten für die richtige Atmosphäre gesorgt.“

VFX-Produzentin Karen Murphy ergänzt: „Wir haben sehr viel mit matte painting gearbeitet. Es müssen erst viele störende Dinge beseitigt werden, damit in einem Historienfilm jemand über eine nächtliche Straße laufen kann.“

Produktion: Der Schrei des Wolfes

VFX, SFX, Make-up, Schauplätze oder Drehpläne waren nichts im Vergleich zur größten Herausforderung, der sich Regisseur Johnston bei dieser Produktion stellen musste. So überraschend es klingen mag, war es ein enormes Problem, das perfekte Heulen der Titelfigur zu finden. Dazu erläutert Johnston: „Für den Sound des Wolfsgeheuls haben wir alles probiert, von Tier-Imitatoren über ein schreiendes Baby bis zu künstlichen Klängen. Wir haben den Sound digital bearbeitet und mit verschiedenen Kombinationen das perfekte Heulen gesucht – aber vergeblich. Wir wollten etwas Einzigartiges schaffen, einen Sound, den die Zuschauer noch nie gehört haben“.

Der Durchbruch gelang mit einer einzigartigen Idee der Sounddesigner, wie Johnston berichtet: „Howell Gibbens fragte: ‚Wo findet man die reinste und kontrollierteste Stimme, die es gibt? Bei einem Opernsänger!’ Also hörten wir uns etliche Opernsänger aus Los Angeles an und wählten die perfekte Stimme aus: einen Bassbariton.“

Nachdem Johnston und seine Sounddesigner Aufnahmen von einem Dutzend Wolfsstimmen gemacht hatten, fanden sie ihr perfektes Geheul. Dazu sagt der Regisseur: „Der Heulen von Wölfen entspricht unterschiedlichen Stimmungen, von Angst über Triumph bis Trauer. Wir regelten die Klänge um 40 Prozent herunter, wodurch sie wirklich furchteinflößend wurden. Wir bekamen so gespenstische Tierklänge, dass wir im Studio eine Gänsehaut hatten - das war genau, wonach wir gesucht hatten.“

„Ich erinnere mich noch daran, wie Joe uns zum ersten Mal das Heulen des Wolfsmenschen vorspielte“, sagt Stuber. „Es dreht dir den Magen um und bricht dir das Herz. Es lässt dich erschaudern und zittern, aber zugleich fühlt man Mitleid mit dieser fluchbeladenen Figur Lawrence. Neben der Verwandlungssequenz ist dieses Heulen mein liebster Moment des Films.“

Produktion: Die Kostüme

Die dreifache Oscar®-Gewinnerin Milena Canonero, die zuletzt die atemberaubenden Kostüme für „Maria Antoinette“ entwarf, verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Historienfilmen. Johnston wollte die Kostüme für „Wolfman“ sehr gotisch und mit kantigen Formen, wie sie 1890 üblich waren. Dazu verwendete Canonero dunkle, gedeckte Farben, die sich von den frischen Tönen unterschieden, die man Ende des 19ten Jahrhunderts in England oft findet.

Perfektionistisch bis ins Detail, wollte Canonero die Unterschiede zwischen Oberschicht und Arbeiterklasse deutlich machen. Die Kostüme der Oberschicht bekamen klare Silhouetten und lange, elegante Linien. Die Stoffe aus Seide, Samt und Pelz lassen den sozialen Status erkennen. Für die Kleidung der Arbeiterklasse wurden Wolle, Leinen und Baumwolle verwendet. Während die Oberschicht elegante Zylinder und Bowler-Hüte trägt, bekamen die Männer aus der Unterschicht schlichte Mützen.

Die meisten Kostüme für die Schauspieler wurden von Hand gefertigt. Wegen des Verschleißes bei den Verwandlungs- und Actionszenen, mussten einige Kostüme bis zu zwanzig Mal erneuert werden. Viele Kleidungsteile wurden mehrfach angefertigt, insbesondere für die Szenen mit Blut und Feuer, wobei die Stoffe für die Stuntleute besonders gegen Flammen imprägniert wurden. Für die Massenszenen stattete das Team von Canonero die Darsteller im Hintergrund mit Kostümen aus, die in Frankreich, Italien und ganz England gefunden wurden.

Die Kleidung von Gwen Conliffe, die während des Films meist trauert, ist vornehmlich schwarz gehalten. Als Mitglied der Oberklasse trägt sie ein Korsett aus verschiedenen schwarzen Materialien. Als Farbtupfer wurde der Kragen des Kleides der trauernden Verlobten mit grüner Seide versehen. Nachdem Gwen ihre Trauer überwindet und die unerwartete Liebe zu Lawrence entdeckt, trägt Emily Blunt dunkles Violett und Lila. Über ihr Korsett amüsiert sich Blunt: „In dieser Zeit drehte sich alles um die Hüftweite, was bedeutet, dass mich meine inneren Organe nun hassen.“

Wenngleich Sir John Talbot sehr aristokratisch ist, hat er sein heruntergekommenes Haus in den letzten Jahrzehnten kaum verlassen und kümmert sich nicht um sein Aussehen. Inspiriert von einer Zeichnung von Edward Gorey, entwarf das Team von Canonero die Kleidung für Talbot mit Elementen, die ihre einstige Schönheit ahnen ließen, aber nun völlig abgenutzt sind. Das Ergebnis war eine Kreation der untergegangenen Eleganz. Als ehemaliger Jäger, der gefährliche Expeditionen in Indien machte, besitzt Sir John zahlreiche Trophäen und Souvenirs, die er teilweise als Accessoire benutzt, wie etwa Pelze, die er zu seinem Mantel trägt.

Als Lawrence von Amerika nach England zurückkehrt, tritt er als Star von Shakespeares „Hamlet“ vor das Publikum. Da er lange in Amerika gelebt hat, entwarf das Team von Canonero seine Kleidung großzügiger als die eines britischen Gentleman aus der Oberschicht.

Für die Verwandlungssequenzen wurde der Anzug von Del Toro so präpariert, dass die Nähte platzen und der Stoff zerreißt, wenn seine Muskeln wachsen. Dafür wurden dehnbare Stoffe und Fäden verwendet, die den Anschein erweckten, als könnten sie jederzeit zerfetzen. Die größte Ähnlichkeiten zu den Tweed-Anzügen, die Del Toro sonst meist trägt, fand man in dehnbarem Nylon. Das letzte Ausstattungsstück, das man für Lawrence Talbot entwarf, war zugleich der Liebling der Produktion: Eine Nachbildung des Stocks mit Wolfskopf, den Lon Cheney, Jr. im Film von 1941 trug.

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