1. Kino.de
  2. Filme
  3. Wittstock, Wittstock

Wittstock, Wittstock

   Kinostart: 25.09.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Sechster Teil der Langzeitdokumentation über drei Frauen aus Wittstock. Berührendes und spannendes Porträt.

Edith, Elsbeth und Renate leben seit Jahrzehnten in Wittstock an der Dosse, in der ehemaligen DDR. Die Wende hat den ehemaligen Textilverarbeiterinnen nicht viel Glück gebracht. Alle drei sind inzwischen arbeitslos und halten sich mit Teilzeit-Jobs über Wasser. Eine von ihnen zieht nach Süddeutschland. Doch keine von den Dreien läßt sich unterkriegen…

Sechster Teil der Langzeitdokumentation über drei Frauen aus Wittstock. Berührendes und spannendes Porträt.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

5,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Wittstock, Wittstock: Sechster Teil der Langzeitdokumentation über drei Frauen aus Wittstock. Berührendes und spannendes Porträt.

    Fast 23 Jahre dauerte die Langzeitbeobachtung von Volker Koepp im märkischen Wittstock an der Dosse, in deren Mittelpunkt die Entwicklung dreier Frauen steht. Vier Wittstock-Filme entstanden noch zu DDR-Zeiten, „Neues in Wittstock“, 1992 nach der Wende gedreht, erhielt den Bundesfilmpreis. Mit „Wittstock, Wittstock“ beendet der 54jährige Dokumentarfilmer den Wittstock-Zyklus.

    Als Volker Koepp erstmals Edith, Elsbeth und Renate traf, waren sie noch junge Mädchen, träumten den Traum von einer gesicherten Zukunft. Inzwischen hat das Leben bei den einstigen Textilverarbeiterinnen Spuren hinterlassen: Schicht, Heirat, eigene Wohnung im Plattenbau, Nachwuchs, Scheidung und sich arrangieren mit und im Arbeiter-und Bauernstaat, dann die Wende mit neuen Hoffnungen, sieben Jahre später Desillusionierung und Pragmatismus.

    Dem alten Material wird neues hinzugefügt, um die Geschichte aktuell zu erzählen. Es ist bewundernswert, wie offen die drei Protagonistinnen sich in die Seele schauen lassen, ihre Enttäuschungen nicht verhehlen, aber niemals in Larmoyanz verfallen. Alle drei sind inzwischen arbeitslos, die Textilfabrik geschlossen, sie halten sich mit Teilzeit-Jobs über Wasser, eine von ihnen zieht nach Süddeutschland. Wer nun Schuldzuweisungen erwartet, wird positiv enttäuscht. Die drei Frauen, vor allem die aktive Elsbeth, strahlen eine Stärke aus, um die man sie beneiden könnte. Sie lassen sich nicht unterkriegen, auch wenn um sie herum gewohnte Strukturen zusammenbrechen. Es macht einfach Spaß, ihnen zuzuhören und zuzusehen, an ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen teilzunehmen. Geschickt verbindet der frühere Regisseur am DEFA-Studio für Dokumentarfilm Vergangenheit und Gegenwart, fragt nach, stellt Antworten aus den siebziger und achtziger Jahren denen von heute gegenüber, so daß die Zuschauer die persönliche Entwicklung gespannt und hautnah mitverfolgen können. In brillantem Schwarz-Weiß entwirft der Film das Bild politischen Wandels und dessen Auswirkungen auf das Individuum und Lebensentwürfe. „Wittstock, Wittstock“ wäre mit 90 Minuten ein wunderbarer, runder und berührender Dokumentarfilm geworden, den man wegen seiner Menschlichkeit und Intensität einfach lieben müßte. Leider verfällt Koepp wieder in seinen kapitalen Fehler: Er dehnt in der letzten halben Stunde den Film gnadenlos aus, präsentiert verschiedene Endungen und verliert jegliche Struktur, wird dadurch beliebig. Schade. mk.

Kommentare