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Fakten und Hintergründe zum Film "Wir werden uns wiederseh?n"

Kino.de Redaktion |

Wir werden uns wiederseh'n Poster

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Anmerkungen der Regisseure

Warum wir improvisieren und was wir darunter verstehen

Seit dem Jahr 2000 haben wir verschiedene improvisierte Filme miteinander realisiert und unser improvisatorisches Prinzip kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass Improvisation für ein Art Zufallsprodukt gehalten wird. Wir möchten hier ausdrücklich klar stellen, dass Improvisation für uns Kunstform und Handwerk ist. Für uns bedeutet Improvisation die permanente Beschäftigung mit dem „Hier und Jetzt“, egal ob in der Küche, auf der Bühne, in der Musik oder beim Film.

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Improvisation braucht die Fähigkeit, sich aufeinander zu beziehen und gegenseitig wahrzunehmen. Die Interaktion von Jazzmusikern verdeutlicht das recht anschaulich: Das Zusammenspiel der Musiker folgt nicht nur ihrer Intuition, sondern auch klaren Regeln, insbesondere geht es darum, vorgegebene Ideen (oder Rhythmen) aufzunehmen und weiter zu entwickeln.

Für uns als kleine und unabhängige Produktionsfirmen bietet der improvisatorische Arbeitsprozess neben dem kreativen Potential aber auch große ökonomische Chancen. Dank der immer kostengünstigeren, digitalen Bildaufzeichungsmöglichkeiten, erlaubt es Improvisation als Methode, verschiedene Arbeitsprozesse zu vereinfachen und wesentlich flexibler zu gestalten. So können wir Filme mit einem überschaubaren Budget realisieren.

Ein weiteres wichtiges Merkmal unserer gemeinsamen filmischen Arbeit ist das Miteinbeziehen von Laiendarstellern, deren Interaktion mit professionellen Schauspielern sowie die Arbeit an real existierenden, funktionierenden Orten.

Hierbei gehen wir in der Vorbereitung unserer Projekte ähnlich wie bei der Realisierung von Dokumentarfilmen vor und versuchen so tief wie möglich in die vor uns liegende Welt einzutauchen. Das erfordert eine Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen des Dokumentarfilms: Wie wird Wirklichkeit oder Wahrheit abgebildet? Wie weit können wir als Filmemacher das reale Lebensumfeld von Menschen „dramaturgisch“ gestalten? Unser Hauptdrehort, das Richard-Böttger-Pflegeheim in Mannheim besuchten wir einige Monate vor Drehbeginn regelmäßig, um auf der einen Seite ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, auf der anderen Seite aber auch diesen Ort und seine Bewohner möglichst gut verstehen zu lernen. Während dieser Besuche konnten wir auch unsere Laiendarsteller „verpflichten“. Wir begannen, mit den Laiendarstellern Charaktere zu entwickeln und szenisch zu arbeiten. Es war uns wichtig sicherzustellen, dass bei der Erarbeitung der Rollen kein Laiendarsteller das Gefühl hatte, sich selbst zu spielen.

Unserer Ansicht nach führt die Interaktion dieses dokumentarischen Prinzips mit szenischer Fiktion zu einer sehr eigenwilligen und wahrhaftigen Art, Geschichten zu erzählen.

Mit WIR WERDEN UNS WIEDERSEH’N möchten wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen, die wir mit DIE WURSTVERKÄUFERIN und WENN DER RICHTIGE KOMMT begonnen haben.

Stefan Hillebrand und Oliver Paulus

Hintergrund

Realer als die Realität…

Das Regieduo Hillebrand / Paulus gilt seit seinen vielfach preisgekrönten Filmen DIE WURSTVERKÄUFERIN und WENN DER RICHTIGE KOMMT als ein öffentlicher Geheimtipp unter den Nachwuchsregisseuren, und die beiden haben mit ihrem Eigensinn eine unverkennbare Zukunft.

Mit ihrer ungewöhnlichen Arbeitsweise, an real existierenden Orten mit einem Schauspielerensemble aus Profis und Laien zu drehen, verleihen sie ihren Filmen eine so erfrischende und glaubwürdige Authentizität, dass die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwinden. Dabei gelingt es ihnen, auch schwierige Themen mit Achtung und dem nötigen Respekt, aber dennoch voller Humor auf die Leinwand zu bringen. Man lacht über die Figuren, ohne dass sie bloß gestellt würden, weil ihre Schwächen, die einem nur allzu bekannt vorkommen, nachsichtig und anrührend gezeichnet werden.

«Wir gehen immer zuerst von den Menschen aus, ihren Lebensumständen ihren Geheimnissen, Träumen und Wünschen. Daraus ergibt sich eine Geschichte meistens von selbst.»

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