Wir sind Papst! - Marktl am Inn (2008)

Wir sind Papst! - Marktl am Inn Poster

Bilder

Filmhandlung und Hintergrund

Wir sind Papst! - Marktl am Inn: Dokumentation über die Veränderungen in Marktl am Inn, dem Geburtsort von Papst Benedikts XVI.

19. April 2005: Kardinal Joseph Ratzinger wird überraschend zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt – und in seiner oberbayrischen Geburtsstadt Marktl am Inn ist nichts mehr, wie es war. Umgehend mutiert das vormals verschlafene 2700-Einwohner-Nest zum hektischen global village, in dem alle am Personenkult um Papst Benedikt XVI. kräftig mitverdienen wollen. Der Rummel nimmt zu, als der Ehrenbürger im Herbst 2006 zu Besuch kommt.

Pilger und Touristenscharen prägen das Stadtbild eines kleinen bayrischen Dorfes: Was die Kommerzialisierung des Katholizismus anrichtet, belegt die Doku von Mickel Rentsch auf offene und vergnügliche Art. Kritisch und genau beobachtet, kündet diese Realsatire von Markt und Stolz.

Das Leben der 2700 Einwohner in Marktl am Inn nimmt eine rasante Wendung, als am 19. April 2005 Kardinal Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wird. Nun ist das Nest am Rande Oberbayerns schlagartig als Geburtsort des Papstes bekannt, wird Ziel von Pilgern und Touristenscharen. Fortan schlagen die Bewohner zum Verdruss der Kirche ihren Profit aus dem einsetzenden Personenkult um “ihr” Kirchenoberhaupt. So wird eine Defizitzone zum Wachstumsmarkt, denn das Merchandising kennt keine Grenzen.

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Kritikerrezensionen

  • Ein großer Spaß ist Mickel Rentschs Doku über den oberbayerischen Geburtsort Papst Benedikts XVI., wo sich Katholizismus und Kommerz zur (schein)heiligen Realsatire vereinen.

    Das Leben der 2700 Einwohner im bislang unbekannten Dorf Marktl am Inn nimmt eine rasante Wendung, als am 19. April 2005 Kardinal Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wird. Nun ist das Nest am Rande Oberbayerns schlagartig als Geburtsort des Papstes bekannt, wird Ziel von Pilgern und Touristenscharen. 10 Tage nach der Papstwahl stand Mickel Rentsch mit seiner Kamera bereit, um sich ein Bild zu machen – ihm gelang ein ehrliches, stets spontanes Portrait der rasanten Verwandlung einer Gemeinde, bis hin zum Besuch des Ehrenbürgers Ratzinger im September 2006.

    Gerührt von diesem einmaligen Ereignis schlagen die euphorischen Bewohner zum Verdruss der Kirche ihren Profit aus dem einsetzenden Personenkult um “ihr” Kirchenoberhaupt. So wird eine Defizitzone zum Wachstumsmarkt, denn das Merchandising kennt keine Grenzen: Devotionalien und Kitsch bringen harte Euros, Läden sprießen wie Pilze aus dem Boden, die Betreiber entwickeln ungeahnte Kreativität im Erfinden von Waren: Selbst von Pizzen, Wienern, Kochbüchern und Fußabstreifern prangt das Konterfei des Papstes. Immerhin verschwindet manch absurdes Produkt nach Kritik auch wieder, wie Rentsch kommentarlos und aufmerksam festhält. Wenn die Stunde der Geschäftemacher schlägt, will jeder seinen Schnitt machen – eine Lektion in Sachen Kapitalismus. Alles und jeder ist käuflich. Besonders im global village.

    Historisch gesehen sind Kirche und Kommerzialisierung keine Gegensätze: Ablasshandel, Dom-Prunk und die irdischen Latifundien des Vatikanstaats sprechen für sich. Dennoch ist dieses Kuriosenkabinett Realsatire pur, wenn eine Veranstaltung die nächste jagt und die totale Vermarkt(l)ung regiert, bis sich der kirre Kirmes-Trubel ins Unermessliche steigert. Ein Dorf im Ausnahmezustand und Nabel der allgegenwärtigen Medienwelt. Zwischenzeitlich gibt Benedikt XVI. im Überflug nach Rom seinen Segen aus dem Bordfunk für die stolzen Bürger – ganz klar: hier ist ein Bayer im Himmel. tk.

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