Wir lieben das Leben

  

Filmhandlung und Hintergrund

Roter Faden der sehenswerten Tragikomödie mit Günther Maria Halmer und Petra Schmidt-Schaller als Vater und Tochter ist ein alter Hit von Vicky Leandros. Selbst Schlagerhasser werden keinen Grund finden, diesen Film nicht zu mögen: „Wir lieben das Leben“ ist in gewisser Weise die Verfilmung eines über vierzig Jahre alten Chansons von Vicky Leandros; und man muss beileibe kein Fan der gebürtigen Griechin sein, um...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

4,5
15 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Roter Faden der sehenswerten Tragikomödie mit Günther Maria Halmer und Petra Schmidt-Schaller als Vater und Tochter ist ein alter Hit von Vicky Leandros.

    Selbst Schlagerhasser werden keinen Grund finden, diesen Film nicht zu mögen: „Wir lieben das Leben“ ist in gewisser Weise die Verfilmung eines über vierzig Jahre alten Chansons von Vicky Leandros; und man muss beileibe kein Fan der gebürtigen Griechin sein, um der Geschichte mit großer Anteilnahme und Gerührtheit zu folgen. Genau genommen ist das Lied auch nur die Ausgangsbasis für das Drehbuch von Produzentin Gabriela Sperl und Koautorin Lena May Graf. Der Trennungsschmerz, von dem Leandros singt, spielt in der Geschichte jedoch durchaus eine Rolle, wenn auch bloß indirekt: Nach ihrer Scheidung versucht die Berliner Galeristin Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller), die einst Kunst und Englisch studiert hat, einen Neuanfang, und bewirbt sich an einer Spandauer Schule. Tatsächlich bekommt sie den Job, allerdings im Fach Musik. Für eine Benefizveranstaltung soll Maria mit einer zehnten Klasse eine Aufführung des Leandros-Klassikers „Ich liebe das Leben“ einüben. Das Lied hat sie kurz zuvor noch gehört, als sie ihren Vater (Günther Maria Halmer) abgeholt hat, um ihn in eine Seniorenresidenz zu bringen.

    „Wir lieben das Leben“ ist schon allein wegen der Konstellation der beiden Schauspielgenerationen sehenswert, von den liebevoll entworfenen Figuren ganz zu schweigen. Max Schellinger war sein Leben lang Berufssoldat und ist es im Grunde immer noch, weshalb er darauf besteht, dass man ihn als Oberst anspricht, und selbstredend vermisst er bei der heutigen Jugend Zucht und Ordnung; viele seiner meist kurzen Sätze („Armes Deutschland“) beginnen mit Formulierungen wie „Zu meiner Zeit…“. Das große Geschick des Drehbuchs und erst recht der Umsetzung durch Regisseurin Sherry Hormann besteht darin, diese beiden Ebenen harmonisch miteinander zu verknüpfen: hier der alte Mann, der sich weigert, im Altenheim auf den Tod zu warten, dort die Lehrerin, der es mit ungewöhnlichen Mitteln gelingt, ihre renitente Klasse zu bändigen. Die Verbindung zwischen den verschiedenen Handlungssträngen ist Maria, die nie verwunden hat, dass der Vater die Familie im Stich gelassen hat, als sie noch ein Kind war. Schmidt-Schaller und Halmer haben gar nicht so viele gemeinsame Szenen, selbst wenn der Alte anfangs mehrfach aus dem Altenheim abhaut, um bei Maria zu übernachten. Trotzdem beeinflussen sich die Ebenen gegenseitig: Der Oberst und seine Tochter können zwar beide nicht aus ihrer Haut, erkennen aber trotzdem, dass sich etwas ändern muss. Die Figuren der Jugendlichen sind zwar zum Teil recht klischeehaft geraten, aber dafür ist der Schluss umso mitreißender: Am Ende erklingt als angemessener Höhepunkt „Ich liebe das Leben“ erstmals in voller Länge, allerdings nicht in der Version von Vicky Leandros, sondern als Aufführung der Schüler. tpg.

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