Filmhandlung und Hintergrund

Spannendes Kinostück in neorealistischer Tradition zwischen politischer Analyse und Alltagsbeobachtung.

Familienvater Mehmet Umut wird am frühen Morgen von der Polizei aus seiner Kölner Wohnung abgeholt und aus Deutschland ausgewiesen. In der Türkei muß er sich ohne einen Pfennig in der Tasche durchschlagen. Da sein Einreiseantrag abgelehnt wird, versucht er, über einen Schlepper zurückzukommen. Eine Reise voller Hoffnung und Verzweiflung beginnt.

Der Emigrant Mehmet Umut wird aus Köln in seine Heimat, die Türkei, abgeschoben. Zurück bleiben Frau und Kind. In Istanbul versucht der Familienvater die deutsche Botschaft dazu zu bewegen, ihm ein Einreisevisum nach Deutschland auszustellen, doch sein Gesuch wird abgelehnt. Verzweifelt wendet Mehmet sich an eine Schlepperorganisation. Die nötigen 7000 Mark für die Überführung bringt er durch den Verkauf des Brautschmucks seiner Frau auf. Für Mehmet und viele andere beginnt so eine gefährliche Reise quer durch den Balkan…

Spannendes Kinostück in neorealistischer Tradition zwischen politischer Analyse und Alltagsbeobachtung.

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    Kritikerrezensionen

    • Winterblume: Spannendes Kinostück in neorealistischer Tradition zwischen politischer Analyse und Alltagsbeobachtung.

      Wie schon in „Kalte Nächte“ versucht der Kölner Türke Kadir Sözen auch in seinem zweiten Spielfilm, humanistisches Engagement, politische Analyse und alltägliche Beobachtungen zu einem spannenden Kinostück in neorealistischer Tradition zu vereinen. Doch so authentisch seine traurige Geschichte um deutsche Abschiebewillkür und den Versuch, heimlich in die Bundesrepublik zurückzukehren, auch sein mag: In der filmischen Umsetzung bleibt der 33jährige hinter dem interessanten Wurf seines Erstlings zurück.

      Sözen, der mehrfach für gründlich recherchierte TV-Reportagen ausgezeichnet wurde, hat das Schicksal seines eigenen Vaters zum Ausgangspunkt eines tragischen Gastarbeiter-Dramas gemacht. Der wurde eines Morgens von der Polizei aus dem Bett gezerrt und nach 17 Jahren am Rhein kommentarlos in die Türkei abgeschoben, weil seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war. Während seine Familie bei der Justiz Hilfe gegen die Mühlen der Bürokratie sucht, fristet Mehmet (Menderes Samancilar) in Istanbul als Tagelöhner ein kärgliches Auskommen. Sein Antrag auf baldige Rückkehr wird vom deutschen Konsulat aber abgelehnt. Also stiehlt er Geld, um eine Schlepperorganisation bezahlen zu können. Zusammen mit einer Handvoll anderer Verzweifelter, unter ihnen eine alte Frau und ein kleines Kind, begibt er sich auf eine entbehrungsreiche, gefahrvolle Tortur.

      Im Zentrum dieses staubigen Road-Movies durch Südosteuropa stehen die Auseinandersetzungen innerhalb der Flüchtenden. Illusionslos schildert Sözen die gnadenlose Anspannung innerhalb der kleinen Gruppe, die sich umso mehr in Aggression verwandelt, je mehr die Hoffnungen schwinden und die Emigranten realisieren, daß sie betrogen werden. Die bittere Wahrheit solcher Schicksale, die täglich zu Hunderten an den westeuropäischen Grenzen scheitern und denen der Film seine Stimme leihen will, findet jedoch zu selten Ausdruck in Bildern, denen man ihre dramaturgische Absicht schon auf den ersten Blick ansieht. Wesentlich aufschlußreicher sind dagegen eine Reihe von Randbeobachtungen, vom Bauboom an der türkischen Westküste etwa, an der unzählige Betonskelette in die Höhe schießen, dem ökonomischen Stillstand in Bulgarien oder der Solidarität unter Landsleuten in der Fremde. Hier gelingt, was das Publikum von Programmkinos zu schätzen weiß: Fiktion so weit mit Realismus zu durchwirken, daß sich darin ein Stück Wirklichkeit widerspiegelt. led.

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