Filmhandlung und Hintergrund

Der 50. Film mit dem Detektiv aus Münster ist kein Ausnahmekrimi, aber sorgfältig ausgedacht und umgesetzt.

Ekki hat einen Supermarkt verklagt, weil er auf einem zerbrochenen Joghurtbecher ausgerutscht ist und sich einen schmerzhaften Bänderriss zugezogen hat. Die Gegenseite kann jedoch belegen, dass er Alkoholiker ist und vermutlich betrunken war. Als Ekki den Filialleiter zur Rede stellen will, findet er jedoch nur eine Leiche und gilt nun als mordverdächtig. Wilsberg lässt sich im Supermarkt als Aushilfe engagieren und gerät in ein komplexes Geflecht aus Liebe, Eifersucht und Betrug in großem Stil.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wilsberg: Tod im Supermarkt: Der 50. Film mit dem Detektiv aus Münster ist kein Ausnahmekrimi, aber sorgfältig ausgedacht und umgesetzt.

    Fünfzig Folgen will er mindestens drehen, hat „Wilsberg„-Darsteller Leonard Lansink vor einigen Jahren gesagt. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht, selbst wenn die Folge „Tod im Supermarkt“ Episode Nummer 50 ist.

    Beim ersten Auftritt 1995 („Und die Toten lässt man ruhen“) wurde der ehemalige Jurist, der sein Dasein als Anwalt irgendwann nicht ganz freiwillig beendete und ein Antiquariat eröffnete, noch von Joachim Król verkörpert; der erste Krimi mit Leonard Lansink („In alter Freundschaft“) wurde erst 1998 ausgestrahlt. Ein Ende der Erfolgsreihe ist nicht abzusehen, und das ist auch gut so: Lansink und Konsorten bilden nach wie vor eins der interessanten Krimi-Ensembles, die Geschichten sind außerdem immer wieder originell. Die Kontinuität hinter der Kamera sorgt zudem dafür, dass die Bildsprache zwar moderat dem Zeitgeist angepasst wird, „Wilsberg“ sich aber stets treu geblieben ist: Martin R. Neumann war von Anfang an Redakteur der Reihe, Anto Moho ist seit dem zweiten Film als Producer dabei; er war es, der Neumann auf Lansink aufmerksam gemacht hat.

    Gründe zum Feiern gäbe es also genug. Trotzdem ist „Tod im Supermarkt“ eine Folge wie viele andere auch: grundsolides, professionell gemachtes Fernsehen, aber kein Jubiläums-„Event“. Es gibt weder berühmte Gaststars noch spektakuläre Einlagen, doch dafür eine hochinteressante Geschichte, die scheinbar harmlos beginnt: Wilsbergs Freund Ekki (Oliver Korittke) hat einen Supermarkt verklagt, weil er auf einem zerbrochenen Joghurtbecher ausgerutscht ist und sich einen schmerzhaften Bänderriss zugezogen hat. Die Anwältin der Gegenpartei kann jedoch belegen, dass Ekki offenbar Alkoholiker ist, am Tag des Unfalls vermutlich betrunken war und somit selbst schuld ist. Ekki will daraufhin den Filialleiter (Sönke Möhring) zur Rede stellen, findet den Mann jedoch erschlagen in einem Müllcontainer; und weil zufällig ein Wachmann auftaucht, gilt er nun als Mörder. Wilsberg lässt sich im Supermarkt als Aushilfe engagieren, ermittelt „undercover“ und gerät mitten hinein in ein komplexes Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Ehrgeiz und Betrug in großem Stil.

    Martin Enlen inszeniert seinen sechsten „Wilsberg“ unauffällig, führt die Darsteller aber ausgezeichnet. Außerdem sorgt er dafür, dass der Film gerade auch dank der Vielschichtigkeit des Drehbuchs stets hintergründig spannend bleibt, denn Eckehard Ziedrich konfrontiert einige Hauptfiguren mit ungewohnten Herausforderungen: Kommissarin Springer (Rita Russek) wird nahe gelegt, den Vorruhestand anzutreten, weshalb nun Overbeck (Roland Jankowsky) die Ermittlungen übernimmt. Er hat gerade mit Auszeichnung ein Seminar als Profiler absolviert, schwafelt ständig hochtrabend daher und fühlt sich nun erst recht wie der Superbulle von Münster. Sehr hübsch sind auch die eingeblendeten Twitterkommentare von Jugendlichen, als Overbeck wieder mal Geheimagent markiert und Tarnnamen wie „Kuranter Tokus“ (hübscher Hintern) aus der Masematte verwendet, eines nur in Münster gebräuchlichen Soziolekts. Für die Handlung ist das völlig unerheblich, aber es belegt die Hingabe zum Detail, mit der Ziedrich sein Drehbuch verfasst hat. tpg.

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