Wilsberg: Das Jubiläum

  1. Ø 5
   2008
Wilsberg: Das Jubiläum Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Wilsberg: Das Jubiläum: 25. Wilsberg-Krimi, in der es um einen Mord beim 30-jährigen Abi-Jubiläum geht. Mit dieser Folge würdigt das ZDF Leonard Lansink, der seit zehn Jahren den verschrobenen Titelhelden gibt.

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Kritikerrezensionen

  • Genau genommen ermittelt der Privatdetektiv aus Münster ja schon seit 1995, und damals sah er auch noch nicht aus wie Leonard Lansink, sondern wie Joachim Król. Aber erst 1998 wurde aus dem Einzelstück eine Filmreihe, und seither leiht der unverwechselbare Lansink dem verkrachten Juristen sein Gesicht.

    Am 27. Dezember 2008 zeigt das ZDF den 25. „Wilsberg“-Film, weshalb die Folge ebenso kurz wie treffend „Jubiläum“ heißt. Allerdings spielt die Geschichte ausnahmsweise nicht in Münster: In einem Hotel vor der Stadt trifft sich Wilsbergs einstige Abiturklasse, und weil sich der schon vor Jahrzehnten gemobbte Bernhard (Uwe Rohde) am Abend mit allen anlegt, ist auch klar, wer die Nacht nicht überleben wird. Verdächtig ist jeder, erst recht jedoch der arrogante Mario (Peter Sattmann), dem Bernhard einst die Buchführung fälschte, was Mario ihm nie gedankt hat; ganz zu schweigen von zwei Schlägern, die Bernhard im Auftrag ihres Chefs auf die Pelle gerückt sind. Die Sache hat nur einen Haken: Als die Polizei in Gestalt von Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) am Tatort eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Dafür nistet sich Anna kurzerhand bei Wilsberg ein, in dessen Hotelbett aber auch schon Kumpel Ekki (Oliver Korittke) schläft.

    Stefan Rogall, kürzlich noch Autor einer Paraderolle für Fritz Wepper („Alter vor Schönheit“), hat in alter „Wilsberg“-Tradition eine wunderbare Mischung aus Krimi und Komödie geschrieben. Die Dialoge grenzen zuweilen an die Qualität der Klassiker von Ernst Lubitsch oder Billy Wilder; gerade die Bosheiten zwischen Anna und Wilsberg sind von einer mitunter fast schon dreisten Doppelbödigkeit. Und weil in den „Wilsberg“-Filmen auch die Mitstreiter des schrulligen Privatdetektivs zur Geltung kommen sollen, haben Ekki und Wilsbergs einstiges Mündel Alex (Ina Paule Klink) ebenfalls ihre Auftritte. Damit sind auch zwei der drei Zutaten genannt, die laut Lansink das Erfolgsgeheimnis der Reihe ausmachen: das ausgezeichnete Ensemble sowie die Ausgewogenheit von Spannung und Humor. Als dritten Aspekt nennt der vor 52 Jahren in Hamm (Westfalen) geborene Schauspieler die Familientauglichkeit: „Bei uns gibt es grundsätzlich keine grausamen Szenen, hier spritzt kein Hirn. Die Opfer sind immer schon tot, wenn Wilsberg sie findet. Das können sich auch Zehnjährige anschauen.“

    Lansink war derart von der Nachhaltigkeit des Erfolgs überzeugt, dass er 2005 bei einer zweiten ZDF-Samstagsreihe, „Ein starkes Team“, ausstieg. Er fühlte sich in den Berliner Krimis am Ende allerdings auch überflüssig: „Die Autoren haben die Nebenfiguren nicht mehr gut bedient. Ich habe für viel Geld im Bild rumgestanden und als gutbezahlter Edelstatist schlichte Sätze von mir gegeben, das hat keinen Spaß mehr gemacht. Den ‚Wilsberg‘-Autoren gelingt es deutlich besser, dem ganzen Ensemble mehr Gewicht zu verleihen.“ Dass Lansink dank „Wilsberg“ nun in einer Schublade steckt, kann er verkraften: „Wenn ich mich darüber beschweren würde, wäre das Klagen auf sehr privilegiertem Niveau. Außerdem spiele ich ja hin und wieder auch in anderen Filmen mit.“

    Ein „running gag“ der Geschichten war von Anfang an Wilsbergs Immobilität: Der ohnehin ewig klamme Antiquar aus Münster hat kein Auto. Früher musste er sich den Wagen von Kumpel Manni (Heinrich Schafmeister) leihen. Dessen Rolle übernahm 2005 Oliver Korittke, was die Reihe problemlos überstanden hat: War „Wilsberg“ ohne Schafmeister nicht vorstellbar, so ist Korittke aus dem Schatten des Vorgängers getreten. Lansink selbst hat interessanterweise selbst gar keinen Führerschein: „Mit 18 konnte ich ihn mir nicht leisten, später war es dann nicht mehr nötig. Ich beherrsche zwar die Technik, finde Autofahren aber nicht besonders sexy.“ Und dann verrät er auch noch, warum in jeder Geschichte Bielefeld erwähnt wird: Es ist die Heimat von ZDF-Redakteur Martin R. Neumann, der „Wilsberg“ von Anfang betreut hat.

    In Münster ist Wilsberg naturgemäß eine Art Volksheld. Jede neue Folge wird hier uraufgeführt, und wenn Lansink privat in der Stadt unterwegs ist, bleibt das nicht ohne Aufsehen. Dass ihn die Menschen aufgeregt mit „Herr Wilsberg“ anreden, sieht er gelassen: „Die Leute haben nun mal ein besseres Gedächtnis für Gesichter als für Namen.“ Wenn’s nach ihm geht, wird er auch noch einige Jahre lang Georg Wilsberg bleiben: „Für 25 Folgen gab’s jetzt die Silberne Rathausgedenkmünze, aber die Goldene will ich natürlich auch haben. Lieber tot als Zweiter“. tpg.

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