Willkommen zu Hause

  1. Ø 5
   2008
Willkommen zu Hause Poster
Alle Bilder und Videos zu Willkommen zu Hause

Filmhandlung und Hintergrund

Willkommen zu Hause: Sensibel inszeniertes Drama über einen Bundeswehrsoldaten, der nach seinem Einsatz in Afghanistan mit einem schweren Trauma zu kämpfen hat.

Bundeswehrsoldat Ben Winter überlebt bei seinem Einsatz in Afghanistan nur knapp einen Selbstmordattentäteranschlag. Als er in seine pfälzische Heimat ausgeflogen wird, freut er sich auf sein altes Leben. Allerdings plagt ihn ein schweres Trauma: Das am Hindukusch erlebte lässt ihn nicht los. Weder seiner Familie noch seiner schwangeren Freundin kann er sich mitteilen – Ben kapselt sich ab. Nur seine Nachbarin, eine Ärztin, bringt ihn dazu, therapeutische Hilfe anzunehmen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(2)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Die ambitionierte SWR-Produktion „Willkommen Zuhause“ über einen Bundeswehrsoldaten, der bei einem Afghanistan-Einsatz nur knapp dem Tod entronnen ist und zurück in seiner Heimat mit einem schweren Trauma zu kämpfen hat, kommt nun im zweiten Anlauf zum Zug, nachdem der Film im Oktober 2008 einer Fußball-Übertragung weichen musste.

    Mit dem sensibel inszenierten Drama „Willkommen Zuhause“ bringt Drehbuchautor Christian Pfannenschmidt („Girlfriends“), der – neben Nico Hofmann (Teamworx) – über seine Firma Kromschröder + Pfannenschmidt auch als Produzent verantwortlich zeichnet, ein politisch brisantes Thema zur Sprache, nämlich Sinn und Zweck des Bundeswehr-Mandats in Afghanistan. Die intensive Drehbuchrecherche, bei der – wie Pfannenschmidt in einem Interview erläuterte – vor allem die ausführlichen Gespräche mit einem Spezialisten in Sachen posttraumatisches Belastungssyndrom berücksichtigt wurden, kommt der Glaubhaftigkeit des mit Ken Duken und Ulrike Folkerts prominent besetzten Psychogramm zugute.

    Als Ben Winter (Duken) nach einem Selbstmordattentäteranschlag in Kunduz seinen humanitären Einsatz in Afghanistan unterbricht und in seine pfälzische Heimat ausgeflogen wird, freut er sich auf sein altes Leben im Kreise seiner Eltern, seiner Freundin Tine (Mira Bartuschek) und den Kumpels von der Bundeswehr. Doch kaum zuhause angekommen, zieht sich Ben immer mehr zurück. Der in Afghanistan erlebte Anschlag, bei dem er einen engen Freund verloren hat, lässt ihn nicht los. Weder den Eltern noch der Freundin, die bald nicht mehr wissen, wie sie ihm gegenübertreten sollen, kann er sich anvertrauen. Ben verschließt die Augen, lässt niemanden an sich ran und verstummt. Als er eines Abends einen unkontrollierten Aggressionsanfall bekommt und seinen besten Freund krankenhausreif prügelt, ist das Maß voll. Nicht nur seine Freunde wenden sich von ihm ab, auch Tine, die von ihm schwanger ist, kommt mit der Situation nicht klar und zieht nach einem heftigen Streit aus. Einzig die Nachbarin Lona Reimann (Folkerts) kann sich Ben nähern. Sie ahnt, dass der junge Soldat aufgrund schrecklicher Erlebnisse diese physische und psychische Zerstörungswut auslebt und bringt ihn dazu, im Bundeswehrkrankenhaus eine Therapie zu machen.

    Dass Hollywood regelmäßig gute und diskussionswürdige Heimkehrerdramen liefert, ist bekannt. Dass sich nun auch eine deutsche Produktion an das schwierige Thema Bewältigung von Erlebnissen in Kriegs- bzw. Krisengebieten heranwagt, ist erfreulich. In sehr sorgfältiger Manier unter der Regie von Andreas Senn gefilmt, reflektiert „Willkommen Zuhause“ nicht nur dank hervorragender schauspielerischer Leistung von Ken Duken überzeugend die Themen Krieg und Reintegration in die Gesellschaft. Mithilfe zahlreicher Rückblenden, die immer wieder die schrecklichen Erlebnisse des Anschlags zeigen, schafft es der Film, dem Zuschauer die traumatische Belastung des Protagonisten nahe zu bringen. Auch Original-Footage aus Nachrichtensendungen, Interviewausschnitte mit deutschen Politikern zum Thema Afghanistan-Einsatz und Informationen über die derzeitige Anzahl von dort stationierten Bundeswehrsoldaten, die am Filmende eingespielt werden, bringen das Anliegen der Macher nachdrücklich zur Geltung: Eine verstärkte öffentliche Diskussion über den Einsatz in Afghanistan anzuregen. bas.

Kommentare