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Fakten und Hintergründe zum Film "Willkommen in Cedar Rapids"

Kino.de Redaktion |

Willkommen in Cedar Rapids Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Als der aus Wisconsin stammende Phil Johnston seine Arbeit an dem Skript über einen Mann aus dem Mittelwesten begann, der noch nie seinen Heimatort verlassen hat und sich dann plötzlich mit dem Chaos der weiten Welt konfrontiert sieht, hatte er nur einen Schauspieler für diesen Part im Sinn: Ed Helms. Helms, der über Nacht als geplagter Junggeselle in der Hit-Komödie THE HANGOVER zum Star avanciert war, erschien Johnston als der ideale Mann, um jemanden zu spielen, dessen Unschuld höchst komisch wirkt, aber gleichzeitig sein größer Vorzug ist.

Helms war sogleich von Johnstons Konzept und dessen origineller zentraler Figur angetan: Tim Lippe - wie in „don’t get lippy with me“, sprich „werd’ nicht frech!“ Der behütete und unschuldige Tim wird erstmals in seinem Leben mit den Tücken der Großstadt, in diesem Fall Cedar Rapids, Iowa, konfrontiert. Hier wird alljährlich der ASMI-Versicherungskongress veranstaltet und Helms soll für seine Firma den begehrten Two Diamonds-Preis mit nach Hause bringen. Die extreme Wettbewerbs-Stimmung, die hier herrscht, ist ihm völlig fremd, dennoch setzt er alles daran, die Auszeichnung zu gewinnen – und erlebt dabei das verrückteste und wichtigste Abenteuer seines Lebens. „Schon bald nachdem ich Phil kennen gelernt hatte, wuchs mir WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS ans Herz und wurde für mich ein sehr persönliches, wichtiges Projekt”, erinnert sich Helms.

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Helms sagte zu, bei dem Projekt mitzumachen, noch ehe die Finanzierung komplett unter Dach und Fach war. Er und Drehbuchautor Johnston arbeiteten eng zusammen, verfassten zahlreiche Drehbuchfassungen und feilten besonders an der Hauptfigur, um diese entsprechend mit Leben zu füllen. Besonders gefiel Helms die Idee, einen Mann zu spielen, dem Anmaßung und Ambition vollkommen fremd sind. Mehr noch, Lippe weiß nicht, wie man betrügt, wie man lügt, nicht einmal sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen, kommt ihm in den Sinn.

„Besonders schätzte ich an Tim Lippe, dass ihm Zynismus vollkommen fremd ist”, kommentiert Helms. „Zynismus hat, glaube ich, viel mit Weltgewandtheit zu tun – und zu Beginn des Films ist Tim alles andere als weltgewandt. Er ist noch nie geflogen, hat noch nie in einem Hotel eingecheckt und seine Kreditkartennummer hat er auch noch nie hinterlassen. Trotzdem stellt er sich allen neuen, verwirrenden Situationen voller Hoffnung und voller Optimismus. Das zu spielen, ist für einen Darsteller eine spannende Herausforderung.”

Er fährt fort: „Das Wichtigste für Phil und mich und dann auch für Regisseur Miguel Arteta, war, dass WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS nicht zu einer lauten, schrillen Komödie werden würde. Diese Gefahr bestand, wir wollten aber nicht überzeichnen, nicht auf den Putz hauen, sondern die Leute alle möglichst authentisch erscheinen lassen. Natürlich sind sie mit all ihren Schwächen lustig, aber wir wollten, dass man ihnen ihr Benehmen und ihre Art glaubt. Phil hat ein tolles, einfühlsames Drehbuch geschrieben und ich bin stolz darauf, hier mitgemacht zu haben.”

Helms ist ein großer Fan von Alexander Paynes Filmen, die von großer Menschlichkeit geprägt sind und in denen unterschwellig stets der besonders komische Ton des Mittelwestens mitschwingt. Und so kontaktierte er Ad Hominem Enterprises, die Firma in der Payne gemeinsam mit seinen Partnern Jim Burke und Jim Taylor arbeitet, denn sie schienen ihm die richtigen Produzenten für WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS zu sein.

Burke gefiel die Story auf Anhieb. „Ich konnte herzhaft lachen und gleichzeitig rührten mich die Charaktere. Diese Art von Filmen mögen und machen wir. Die Menschen stehen bei uns im Zentrum”, erläutert er.

Payne war von dem klugen Konzept des Films entzückt, aber was ihn letztendlich für das Projekt einnahm, war Ed Helms, dessen Spiel in THE HANGOVER ihn begeistert hatte. Er war seiner Meinung nach absolut der richtige Schauspieler für die schwierige Rolle des Tim Lippe, er würde dessen Katastrophen und Dilemmas glaubwürdig transportieren können. „Ich hatte keine Ahnung, dass Ed ein so begnadeter Komödiant ist”, sagt Payne. „Natürlich liebe ich ihn für seine Auftritte in ‚The Daily Show’, aber erst als ich ihn in THE HANGOVER sah, erkannte ich sein ganzes Potenzial. Wie Ed seinen Tim Lippe anlegt, erinnert mich an Harold Lloyd. Er ist eine moderne Version dieses begnadeten Künstlers, ein unschuldiger Mann, der eine Frau erobern möchte und dabei immer wieder Rückschläge hinnehmen muss. Man muss einfach auf seiner Seite sein.”

Nachdem die Hauptrolle besetzt war, bestand die nächste große Herausforderung darin, den geeigneten Regisseur zu engagieren. Die Schwierigkeit war, jemanden zu finden, der den richtigen Ton treffen würde. Die Geschichte sollte lustig und menschlich erzählt werden, sich aber keinesfalls über die Figur Tim Lippes lustig machen. Payne führt aus: „Das Skript war extrem gut konstruiert, die Schwierigkeit bei der Umsetzung lag jedoch darin, nicht übers Ziel hinauszuschießen. Das Ganze sollte nicht nur witzig sein, sondern auch menschlich. Wir benötigten also einen Regisseur mit einem guten Gespür für leise Zwischentöne, er sollte Lacher hervorrufen, aber auch gleichzeitig Mitgefühl – und beides sollte auf eine Art miteinander kombiniert werden, die man so noch nicht gesehen hat.”

Als richtiger Mann für den Job erwies sich Miguel Arteta, der in seinen bisherigen Filmen schon unter Beweis gestellt hat, dass er eine gute Hand für schrullige, zeitgenössische Charaktere besitzt. Burke über Arteta: „Nachdem wir lange gesucht hatten, wurde klar, dass Miguel der richtige Mann für diese Herausforderung war. Der Film sollte einerseits natürlich lustig sein, andererseits aber seine Charaktere lieben und mit Respekt behandeln. Miguel kann das. Er versteht es, Comedy zu inszenieren, liebt die Menschen und besitzt am Set zudem die nötige Autorität und Präzision.”

Arteta war begeistert, für Ad Hominem arbeiten zu dürfen und entwickelte schnell seine ganz eigene Vision des Films: „Ich wollte für WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS genau jenen Ton treffen, der für die im Mittleren Westen angesiedelten Komödien Alexander Paynes so charakteristisch ist. Mein Ansatz bestand darin, einen Mann zu zeigen, der erst als Erwachsener die Welt entdeckt. Da ich selbst in die USA immigriert bin, fiel es mir nicht schwer, mich in diesen Fisch-auf-dem-Trockenen-Plot hineinzudenken. Das Gefühl, sich als Fremder in einem fremden Land zu fühlen, kenne ich – und das habe ich in meinen Film eingebaut.”

Arteta weiter: „Meine Strategie für WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS bestand darin, die Charaktere leiden zu lassen, während wir Spaß haben, ihnen dabei zuzuschauen. Es ist eine sehr heikle Angelegenheit, Komödien so zu inszenieren, dass sie nicht nur über breite, derbe Witze funktionieren. Will man das vermeiden, muss man die Herzen der Zuschauer rühren und ihnen gleichzeitig etwas zum Lachen geben. Das habe ich so gut wie möglich zu tun versucht.”

„Im Kern ist der Film wie sein Hauptdarsteller”, führt Arteta aus. „Lippe traut sich, neue Sachen auszuprobieren, Sachen, die ihn fordern und entnerven. Gleichzeitig aber bleibt er ganz bei sich, bleibt der Mensch, der er ist. Dieses Wochenende, das er durchlebt ist, ist das beste und gleichzeitig auch das schlimmste seines Lebens. Tim Lippe lernt etwas, was wir alle lernen müssen: Du bist immer der, der du bist – ganz egal wo du dich gerade aufhältst.”

Produktion: Die Besetzung

Die Komik von WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS liegt in ihren Figuren, in den Menschen, die jährlich für ein Wochenende zum ASMI-Versicherungskongress nach Iowa anreisen – alle mit eigenen Wünschen, Hoffnungen und Zielen im Gepäck. Niemand ist darüber so schockiert und erstaunt wie es hier hinter den Kulissen vorgeht wie Tim Lippe, der bislang noch nie sein ländliches Wisconsin verlassen hatte. Das Flirten ist ihm fremd, das Partyfeiern, das Intrigieren und das Networken. Er kennt die moralischen Gefahren, die bei so einem Event an der Tagesordnung sind, einfach nicht.

Seit Jahren hat Tim friedlich und zufrieden vor sich hin gelebt, nie seinen Heimatort verlassen und ein geordnetes Leben als Angestellter der Brown Star Versicherung geführt. Jetzt aber, einmal in Cedar Rapids angekommen, muss er herausfinden, wie man in dieser fremden Welt funktioniert – er muss seinen Job retten, seine Firma und letztendlich auch seine Seele.

Regisseur Miguel Arteta beobachtete mit viel Freude wie Ed Helms als unschuldiges Landei plötzlich mit einer ihm fremden Welt konfrontiert wird. (Außerehelicher) Sex, heftiges Trinken, unlautere Geschäfte… und all dem widersteht er, bleibt der, der er ist. „Ed hat den Charakter, den er hier spielt, intuitiv verstanden“, weiß Arteta. „Er hat sich furchtlos in diesen Part hineingeworfen. Es ist wirklich toll zu sehen, wenn jemand so in einer Rolle aufgeht, wenn einer für jede Szene sein wirklich Bestes gibt.”

Arteta führt weiter aus: „Ed besitzt diese Jimmy-Stewart-Qualität, er ist ein großzügiger, ruhiger Kerl, der fast allen Dingen eine gute Seite abgewinnen kann. Außerdem stimmte die Chemie zwischen Ed und dem Rest der Besetzung und er verstand genau, was wichtig war, damit der Film funktionierte. Von Beginn der Dreharbeiten an erklärte er, dass diese Versicherungsvertreter, die hier zusammen kommen, zu einer Art Familie zusammen wachsen mussten, eine Familie, die man als Zuschauer mochte.”

Helms sieht Cedar Rapids als eine Art Erweckungserlebnis für Tim: „Er hat sich noch nie mit etwas wirklich auseinandersetzen, sich nie wehren müssen. Er weiß nicht, was Wettbewerb heißt. Dieses Defizit macht viel vom Spaß des Films aus – es ist witzig zu sehen, wie er immer wieder auf dem falschen Fuß erwischt wird. Am tollsten finde ich aber nach wie vor, wie er die Welt entdeckt – und wie er dennoch versucht, der zu bleiben, der er ist. Er bleibt nett, optimistisch, zuvorkommend – Tim Lippe eben.”

Bei seiner (Erweckungs-)Reise durch Cedar Rapids wird Tim Lippe von einem vorzüglichen Ensemble begleitet.

Tim trifft zunächst einen seiner beiden Zimmergenossen, den zuverlässigen, sittenstrengen Ronald „The Ronimal” Wilkes, der Tim einen richtigen Schrecken einjagt, als er ihn erstmals trifft. Isiah Whitlock, Jr., ein Broadway-Star, wurde zuletzt als Mitglied des Ensembles der wegweisenden HBO-Serie „The Wire” gefeiert. Eine schöne Idee war, dass er als „Ronimal” ein geradezu besessener Fan eben dieser Serie ist. Whitlock, der als ist eisenharter Senator Clay Davis aus „The Wire” bekannt ist, stammt aus Indiana. Als man ihm den Part des Ronald anbot, griff er begeistert zu, hatte er doch noch nie so eine Rolle gespielt. Hier war er erstmals ein Mann, der ein sehr privates Dasein führt – bis er Tim Lippe trifft und plötzlich Sachen tut, die er nie zuvor getan hätte.

„Ronald ist ein guter Kerl, ein bisschen ein Nerd und zugleich auch recht konservativ. Er ist im Umgang mit Menschen eher zurückhaltend”, erklärt Whitlock, „und als er Tim Lippe trifft, geht er erstmals etwas aus sich heraus. Das macht seinen Part sehr witzig.”

John C. Reilly ist der dritte Mann der Gruppe, die sich ein Zimmer teilt. Er ist der lebhafteste des Trios. Reilly hat jüngst einen Independent Spirit Award gewonnen – für THE GOOD GIRL, ein Film, bei dem ebenfalls Arteta Regie führte. Kurz davor war er für seinen Part in dem Filmmusical CHICAGO mit einer Oscar-Nominierung bedacht worden. Reilly spielt Dean „Deanzie” Ziegler, einen berüchtigten, wortgewaltigen und ewig Sprüche klopfenden Versicherungsvertreter, vor dem man Tim Lippe im Vorfeld gewarnt hat. Und nun muss er ausgerechnet mit ihm ein Zimmer teilen…

Reilly stürzte sich kopfüber in die Rolle. Er improvisierte und produzierte ad hoc witzige Einzeiler. Er war nie um einen derben Spruch verlegen, sprach darüber hinaus in dem für Zentral-Wisconsin typischen Akzent und zeigte, dass sein Deanzie tief im Inneren eigentlich ein überaus herzlicher Kerl ist.

„John spielt Dean ganz wunderbar”, lobt Arteta. „Man weiß zu Beginn wirklich nicht, ob man diesem Typ trauen kann oder nicht. Ist er ein rücksichtsloser Karrierist oder tief im Inneren ein aufrechter Kerl? Ein Teil des Filmspaßes besteht darin zuzusehen, wie sich die Beziehung zwischen Dean und Tim entwickelt.“

Reilly über Deanzie: „Dean zu spielen, hat viel Spaß gemacht. Er ist ein lauter, ewig gut gelaunter Kerl, der in jeder Situation garantiert das Falsche sagt. Er neigt zu ordinären Sprüchen und benimmt sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Es ist toll, so jemanden spielen zu dürfen. Er versteckt seine Probleme und Unsicherheiten hinter Humor und Sarkasmus. Eins der großen Themen des Films ist für mich sicherlich, dass Leute oft äußerlich so erscheinen wie sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Dieser Umstand trifft auf Deanzie sicherlich zu. Es ist überhaupt so, dass all die vermeintlich unmoralischen Menschen, auf die Tim Lippe im Verlauf des Kongresses trifft, eigentlich die Guten sind – und umgekehrt.”

Auch Reilly stammt aus dem Mittleren Westen, aus Chicago – und so sprach ihn der Film auch aus dem Umstand heraus an, dass er dort spielte, wo seine Wurzeln lagen. „Mir gefiel sofort, dass man es hier einmal nicht mit all diesen hippen und aalglatten Großstadt-Typen zu tun hat. Die Leute unseres Films sind bodenständig”, weiß er. „Der Film ist in einer kleinen, unschuldigen und aufrechten Welt angesiedelt – ich denke, das ist ein perfektes Fundament für eine große Komödie.”

Das zweite Mal mit Arteta zusammen arbeiten zu dürfen, war für Reilly eine tolle Erfahrung. „Ich habe quasi gesehen, wie er groß geworden ist”, sagt er, „und ich glaube, er hat hier tolle Arbeit geleistet. Er besitzt ein großes Herz, einen wunderbaren Sinn für Humor und hat obendrein ein vorzügliches Auge für die Dummheiten und Ungeschicklichkeiten unseres Alltags.”

Fehlt nur noch die letzte Person dieser bunt zusammen gewürfelten Truppe: Joan Ostrowski-Fox, die von Anne Heche gespielt wird, die man jüngst in der respektlosen HBO-Comedy „Hung“ bewundern konnte. Sie ist eine rothaarige Sirene, die nach Cedar Rapids gekommen ist, um sich wieder einmal die Hörner abzustoßen – und sie erwählt Tim Lippe als Objekt ihrer Begierde.

„Ich fand die Idee, die hinter dem Film steckt, lustig”, berichtet Heche. „All diese Leute, die zu diesem Versicherungskongress nach Cedar Rapids kommen, um eine gute Zeit zu haben – und mittendrin dieses Unschuldslamm, dieser aufrechte Mann, der nicht weiß, wie ihm geschieht. Sein Leben wird förmlich auf den Kopf gestellt. Joan ist ein alter Hase im Geschäft. Sie ist nach Cedar Rapids gereist, um ein wildes Wochenende zu verleben. Zunächst möchte sie mit Tim nur ihren Spaß haben. Aber dann kommt alles anders und die beiden entwickeln eine echte Beziehung, sie werden richtige Freunde.”

Heche fügt hinzu: „Es war eine grandiose Erfahrung mit Ed Helms zu arbeiten. Allein durch sein Spiel wird einem sein Charakter, sein riesengroßes Herz verständlich. Er macht Tim zur lustigen Figur – aber gleichzeitig auch anrührend. Er legt seine Rolle als Reise ins innere Ich an. Zum Schluss weiß er, weiß der Zuschauer, wer Tim Lippe wirklich ist. Ich liebte die Szene, in der Tim Joan erklärt, warum er Versicherungsvertreter werden wollte. Er kann das so gut begründen, und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum der Film so gut funktioniert. Mit all diesen Schauspielern vor der Kamera zu stehen, war ein Vergnügen, und auch die Geschichte von einem Mann. der daran glaubt, dass edel zu sein einen Wert besitzt, ist außergewöhnlich. Das Ganze war eine ganz spezielle Erfahrung.”

„Es war diese besondere Beziehung, die die Schauspieler zueinander entwickeln, die diese Story so außergewöhnlich macht“, merkt Arteta an. „Die Chemie, die zwischen Ed, Anne, John und Isiah herrschte, war wirklich unbezahlbar. Ed war der Schlüssel im Besetzungsprozess und es war toll anzusehen, wie die vier dann harmonierten. Die Kombination war überaus überraschend und hat gut funktioniert.”

Wie in seiner Figur des Ronald ließ sich Whitlock durch die Kameradschaft, die er mit seinen Kollegen entwickelte, inspirieren. „Wir waren wie die vier Musketiere”, führt er aus. „Es herrschte eine große Kreativität, es wurde viel improvisiert und man fühlte sich bei der Arbeit sehr frei. Jeder holte das Letzte aus sich heraus. Wir lernten uns alle sehr gut kennen und freundeten uns an.”

Eine Schlüsselrolle kam auch der Besetzung von Tims Freundin zu, jener Frau, die zu Hause in Wisconsin an seiner Seite steht. Macy Vanderhei, so heißt sie, war auch seine Lehrerin in der siebenten Klasse. Aber während Tim glaubt, dass es ihr Schicksal ist, „vor-verlobt” zu sein, beharrt Macy darauf, dass die ganze Beziehung nicht mehr als ein harmloses, wenn auch vergnügliches Techtelmechtel ist. Den Part Macys füllt die Oscar-nominierte Sigourney Weaver aus, die jüngst in der Hauptrolle der Wissenschaftlerin des Mega-Hits AVATAR („Avatar – Aufbruch nach Pandora“, 2009) überzeugte.

„Sigourney war die perfekte Besetzung für die Rolle, weil sie so eine komplexe Persönlichkeit besitzt”, weiß Arteta. „Macy ist nicht die stereotype, verschüchterte Kleinstadt-Lehrerin. Sie ist klug, weltgewandt und weiß, was sie will – und Sigourney ist in diesem Part zum Schreien komisch. Sie hat sich kopfüber in die Rolle hineingestürzt und sich dabei ungeheuer amüsiert – ich glaube, ihre Figur gibt dem Film noch mehr Tiefe.”

Weaver hat absolut begriffen, warum Frauen mit Männern wie Tim Lippe ausgehen. „Tim ist ein so entwaffnend ehrlicher Kerl und Ed spielt ihn so überaus glaubhaft. Er ist witzig und schräg, aber gleichzeitig auch ernst und lebensfroh”, sagt sie. „In jedem von uns steckt ein wenig Tim Lippe, dieses 'sein wollen wie man ist', dieses 'sich nicht verändern wollen'. In unserer Zeit brauchen wir Geschichten von normalen, durchschnittlichen Kerlen, die sich durchsetzen können.”

Es ist Macy, die Tim ermutigt, Brown Valley zu verlassen, sich in der Welt außerhalb seines „Nests“ umzusehen. „Ich mag Macy, weil sie eine Figur ist, die ich noch nie gespielt habe. Sie ist sehr zielgerichtet, ruht in sich. Sie ist eine Person, die ich gerne als Lehrerin gehabt hätte”, erläutert sie. „Sie will, dass Tim endlich aus seinem Alltagstrott herauskommt, dass er die Welt sieht und zu leben anfängt. Sie will nicht sein Hemmschuh sein, sie hat ein eigenes Leben, mit dem sie fertig werden muss. Sie genießt ihre Beziehung, aber nun will sie, dass Tim endlich auch auf seinen eigenen Füßen steht.”

Zur Besetzung von WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS gehört auch noch Kurtwood Smith als heuchlerischer Vorsitzender des Versicherungskongresses. Als Orin Helgesson entscheidet er, wer den prestigeträchtigen und begehrten Two Diamonds Award mit nach Hause nehmen darf. Des Weiteren spielt Alia Shawkat eine Dame des horizontalen Gewerbes, die Tim aus dem Hotel lockt, und Stephen Root schlüpft in die Rolle von Lippes Boss, der – alles andere denn eigennützig – alles daran setzt, dass sein Angestellter den Two Diamonds Award gewinnt .

Smith, den man besonders durch seinen Part in der langlebigen Sitcom „That 70s Show” kennt, wurde in Wisconsin geboren und sagt, dass er einfach nicht widerstehen konnte, Teil der Besetzung von WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS zu sein. „Die Charaktere sind witzig, echt und liebenswert”, sagt er, „und Miguel Arteta hat genau das richtige Gespür für solche Leute.”

Die erste Szene, die Smith mit Ed Helms zusammen brachte, hatte es gleich in sich: Die Herren treffen sich in der Umkleide und müssen sich nackt umarmen! „Das Ganze fühlte sich ungefähr so an”, lacht Smith: „Kurtwood: „Darf ich dir Ed vorstellen – und nun zieh dich bitte aus. Aber es war wirklich nicht so schlimm, weil Ed mir die Sache leicht gemacht hat. Er ist ein unglaublich talentierter Kerl.”

Alia Shawkat, die man zuletzt in THE RUNAWAYS („The Runaways“, 2010) und WHIP IT („Roller Girl“, 2009) gesehen hat, bot der Film die Gelegenheit, eine ungewöhnliche Figur zu spielen, eine abgetakelte Prostituierte, die den unvorbereiteten Tim Lippe aus seiner heilen Welt reißt und ihn mit wilden Partys und Drogen konfrontiert – nicht zu vergessen, dass sie schuld daran trägt, dass er das erste Mal in seinem Leben um selbiges rennen muss. „Meine Rolle ist sehr facettenreich, überhaupt nicht stereotyp”, weiß Shawkat. „Zunächst gehe ich als Bree ganz ‚normal’ meinem Gewerbe nach, reiße beim Kongress Männer auf und koche sie ab. Dann treffe ich Tim, der keinen Schimmer hat, dass ich als Nutte arbeite. Er ist so aufrichtig und naiv, dass Bree anfängt, ihn zu mögen und ihn nicht mehr ausnutzen will. Sie hat in ihrem Leben noch nie jemanden wie ihn getroffen. Er weiß nicht, was es bedeutet, gemein zu sein, er ist durch und durch gut. So eine positive Erfahrung hat sie noch nie mit einem Mann gemacht. Manchmal lernt man gerade von den merkwürdigsten Menschen etwas fürs Leben.”

Stephen Root, der bekannte Charakterschauspieler, der seine ganze darstellerische Bandbreite in Filmen von NO COUNTRY FOR OLD MEN („No Country for Old Men“, 2008) bis hin zu OFFICE SPACE („Alles Routine“, 1999) unter Beweis gestellt hat, verkörpert Bill Krogstad, Tims Boss bei der Brown Star Versicherung. Er entschließt sich, Tim zum Versicherungskongress zu entsenden, nachdem sein Star-Vertreter einen höchst ungewöhnlichen, um nicht zu sagen verrückten Unfall erleidet.

Root, der viel Erfahrung im Komödiengenre hat, sagt dass das CEDAR RAPIDS-Skript sich gleich richtig anfühlte. „Eine große Komödie macht aus, dass das Publikum die Figuren liebt”, sagt er. „Und hier sind die Charaktere sehr glaubwürdig geschrieben – das war der Grund, warum ich beim Rollenangebot zugegriffen habe. Alle Figuren haben Herz und fühlen sich authentisch an. In meinem Fall lag der Spaß darin, einmal den Bösewicht spielen zu dürfen – auch wenn Bill Krogstad unter den Schlitzohren nur ein kleines Licht ist. Die Bandbreite meiner Figur ist jedoch sehr spannend: Zuerst trägt Bill das Herz auf der Zunge, als sein Vorzeigevertreter sein Leben lässt und dann ist er der fiese Mopp, der Tim missbraucht, um das zu bekommen, was er will.”

Root genoss die Chance, neben Helms zu arbeiten. „Es war toll, mit ihm allein Szenen zu haben, denn keiner kann Komödie so gut wie Ed”, strahlt er. „WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS ist sein Film und die Wärme und Herzlichkeit, die er ausstrahlt, wird in den USA sehr gut ankommen.”

Produktion: Die Dreharbeiten

Der überwiegende Teil von WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS spielt im Royal Cedar Suites Hotel, wo Tim Lippe im Verlauf eines Wochenendes erstmals mit den Realitäten eines Versicherungskongresses konfrontiert wird. Da Tim durch die neue Umgebung vollkommen aus seinem ruhigen Leben gerissen wird, war es von oberster Priorität, dass man die richtige Umgebung (er)fand, in der der Film spielte. Um das zu gewährleisten, verpflichtete Miguel Arteta ein Team, dem sein langjähriger Kameramann Chuy Chavez, Produktionsdesigner Doug Meerdink und Kostümbildnerin Hope Hanafin angehörten.

Die „Erschaffung“ des Royal Cedar Suite begann mit der Suche nach dem geeigneten Mittelwesten „holidome” Hotel, das mitten im Atrium einen riesigen Swimmingpool haben musste, der den ganzen Platz nach Chlor riechen ließ. Schließlich wurden die Filmemacher fündig – nicht in Cedar Rapids, Iowa, sondern ein paar Minuten außerhalb von Ann Arbor, Michigan, wo das örtliche Clarion Hotel and Conference Center genau jene Charakteristika bot, die man fürs Royal Cedar brauchte. (Zusätzliche Szenen drehte man in Cedar Rapids, um den Flair der zweitgrößten Stadt Iowas einzufangen, die im Film kaum zu sehen ist)

„Das Hotel bildet die Basis des Films”, sagt Meerdink, der zuletzt für den Look der schrägen Komödie THE INFORMANT! („Der Informant!“, 2009) mit Matt Damon zuständig war. „Wir haben uns Dutzende von Hotels angesehen, die ungefähr zu 40 Prozent unseren Ansprüchen genügten – aber das war uns nicht genug. Schließlich fanden wir, es war wirklich schon kurz vor Zwölf, das Clarion mit seinen spannenden Räumen und der symmetrischen Topografie. Und dann verpassten wir dem Hotel noch unseren ganz eigenen Stil.”

Meerdink und sein Team statteten die Räume mit neuem Mobiliar aus, änderten die Beleuchtung und strichen sogar gewisse Wände um. Wir wollten einen typischen Mittelwesten-Look, der gleichzeitig aber auch komisch sein sollte.

In enger Abstimmung mit Arteta kontrastierte Meerdink die glitzernde Hotelwelt mit Tim Lippes gemütlichem Zuhause in Wisconsin. „Miguel verlangte von mir, dass Tim Lippes Charakter sich auch in seinem Heim widerspiegelte”, erklärt der Produktionsdesigner. „Tims Zuhause sollte behaglich, in fast kindlichen Farben gehalten sein, in Cedar Rapids alles glamourös und pompös aussehen. Das Hotel sollte im Grundcharakter echt aussehen, aber gleichzeitig auch fantastisch und wie nicht von dieser Welt wirken – ebenso wie Tim es sieht. Die Nobelherberge ist schließlich für Tim eine ganz neue Erfahrung.”

Meerdink und sein Team legten sich schwer ins Zeug, wollten sie doch Tims neue Erfahrung möglichst realistisch sichtbar machen. „Chuy, unser Chefkameramann, Hope, unsere Kostümbildnerin, Jeannette, unsere Ausstatterin, und ich entwickelten eine Bildsprache, die die entsprechende Stimmung in jeder Szene unterstreichen sollte.”

Chuy Chavez, der die meisten von Artetas Filmen inklusive seines letzten YOUTH IN REVOLT (2009) fotografiert hat, betont, dass es ein Drahtseilakt war, den richtigen visuellen Stil zu finden. „Wir wollten den Film im Bild möglichst unaufdringlich halten und die Zuschauer nicht von den Figuren ablenken. Trotzdem sollte alles möglichst echt wirken”, erklärt er. „Zu Beginn halten wir alles in warmen Erdtönen, dann – in Cedar Rapids – arbeiten wir mit hellen Farben, grellen Lichtern und vielen Reflektionen.”

Chavez betont, dass er es sehr schätzt, wie Arteta Filme macht. „Er ist überhaupt nicht prätentiös, er will nicht cool sein”, sagt er. „Er ist nicht diese Art von Regisseur. Mit Miguel unterhalte ich mich nicht über spezifische Dinge, wir tauschen uns primär ums große Ganze aus, reden über das Gefühl, das der Film vermitteln soll und suchen den optimalen Weg, die Story zu erzählen.”

Kostümbildnerin Hope Hanafin, die die Kleidung für die innovative Komödie 500 DAYS OF SUMMER („(500) Days Of Summer“, 2009) entworfen hatte, harmonierte sehr gut mit Chavez und Meerdink, um die seismographischen Veränderungen in Tim Lippe sichtbar zu machen. „Ich benutzte weiche Stoffe und Kleider, Kord, Sweater…, Anziehsachen, die bequem, nicht forsch oder fordernd wirken. In Cedar Rapids nutzte ich dann eine coolere Farb- und Stoffpalette und ließ mich von der Skyline von Cedar Rapids inspirieren. Blau und grau bestimmen zunächst die Welt der Vertreter und Geschäftsleute, auf der Hochzeit, in die Tim und seine neuen Freunde hineinplatzen, herrschen dann mutige, helle Farben vor,” erläutert sie.

Hanafin steckte Ed Helms in sackartige, etwas zu große Klamotten, um zu unterstreichen, dass Tim Lippe sich auf einem für ihn ungewohnten Terrain bewegt. Außerdem wirkt seine Kleidung etwas kindlich – wobei auch hier Authentizität oberstes Gebot war.

„Ich wollte unbedingt diese Offenheit, diese unprätentiöse Art der Kleidung des Mittelwestens kommunizieren. Dabei sollten die Anziehsachen alle echt wirken. Ich wollte niemanden durch seine Kleidung lächerlich wirken lassen”, erklärt sie. „Wir kauften bei Sears, JC Penney’s, Men’s Warehouse und örtlichen Geschäften ein. Sogar Sigourney Weavers Ausstattung erwarben wir in Ann Arbor – und das, obwohl sie die ungewöhnlichste Person des Films ist. Ihr Look gefiel mir besonders gut, sie repräsentiert die andere Seite der Kleinstadt-USA.”

Durch sein Filmdesign wollte Arteta auch die verwirrende Welt der Kongresse unterstreichen – ob es sich nun um Geschäftstagungen, Politkongresse oder gar Filmfestivals handelt. Hier kommen ganz verschiedene Leute zusammen und verbringen gemeinsam ein paar anstrengende Tage.

„Einen Kongress zu besuchen, birgt durchaus etwas Gefährliches, Spannendes – sie sind wie eine Art Sommerlager”, räsoniert Arteta. „Man trifft auf fremde Leute und weiß nicht, wer es gut und wer es schlecht mit einem meint. Man bewegt sich plötzlich in einer vollkommen fremden Welt. Solche Zusammenkünfte sind meist eine ganz neue, ungewöhnliche Erfahrung. Gruppen haben etwas sehr Ursprüngliches, Kräftiges, Gefährliches – und entsprechend passiert oft auch Unerwartetes.”

Jim Burke fügt hinzu: „Es gibt in den USA täglich Hunderte von Tagungen und jeder Mensch hat wohl schon die eine oder andere besucht. Wir wissen alle, was da so abläuft – nur auf der Leinwand haben wir so etwas noch nie gesehen. Ich kenne keinen anderen Film, der auf einem Kongress wie dem unseren angesiedelt ist. So ist WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS schon in seinem Setting überaus originell. Elektrizität liegt in der Luft – und Tim Lippe läuft schnurstracks in sie hinein.”

Für Tim wie auch seine neuen Freunde und Partner erweist sich dieser Versicherungskongress als einzigartige, neue und horizonterweiternde Erfahrung. Regisseur Arteta hofft, dass es seinem Publikum ebenso ergeht: „Ich wünsche mir, dass die Zuschauer den Humor in ganz außergewöhnlichen Stellen von WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS finden werden”, fasst er zusammen. „Wir leben in schweren Zeiten und ich hoffe, dass mein Film dazu beträgt zu zeigen, dass es Herzensgüte noch gibt und Lachen hilft, Schwere und Dunkelheit zu überwinden.”

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