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Wiegenlieder

Kinostart: 25.02.2010

Filmhandlung und Hintergrund

Berlin-Dokumentation, die, ausgehend von Wiegenliedern, die Kindheit ihrer Interviewpartner rekapituliert und gute wie schlechte Erinnerungen zu Tage fördert.

Das erste Lied, das man als Kind hört, ist das Wiegenlied, mit dem einen die Mutter in den Schlaf singt. So sollte es sein. Wer erwachsen ist, kann sich zwar häufig noch an die Texte entsinnen - sofern ihm das Lied je vorgesungen wurde -, doch nicht bei jedem erlaubt der Rückblick auf die Kindheit angenehme Erinnerungen. Das beruhigende Gefühl, nicht allein zu sein, Eltern und Familie zu haben, haben manche ganz vermisst. Andere, die etwa von Gehörlosen großgezogen wurden, mussten ihre Beziehung zur Musik erst lernen.

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Kritikerrezensionen

  • Wiegenlieder: Berlin-Dokumentation, die, ausgehend von Wiegenliedern, die Kindheit ihrer Interviewpartner rekapituliert und gute wie schlechte Erinnerungen zu Tage fördert.

    Berlin-Dokumentation, die, ausgehend von Wiegenliedern, die Kindheit ihrer Interviewpartner rekapituliert und gute wie schlechte Erinnerungen zu Tage fördert.

    Tamara Trampe, die mit der Tschetschenienkriegdokumentation „Weiße Raben“ Soldatenschicksale ergründete, und Johann Feindt sind durch Berlin gezogen, um dort Menschen aller Couleur nach den Liedern zu fragen, mit denen ihre Mütter sie als Kinder in den Schlaf gesungen haben. Zu einigen wenigen entsteht ein enger Kontakt mit wiederholten Gesprächen, die von Beschütztsein, Hoffnungen und Träumen handeln - oder auch deren schmerzliche Abwesenheit. Die Frage nach den Wiegenliedern sind der Anlass, eine oft schwierige Kindheit zu offenbaren, was einiges an verschütteten Emotionen freilegt. Ein ehemaliger Inhaftierter, ein Komponist experimenteller Musik, ein misshandelter Flüchtling aus Grosny geben teilweise anrührenden, bestürzenden und auch fast unerträglich kummervollen Einblick in ihre Biografien und Gefühlswelten.

    Natürlich werden viele Wiegenlieder aus aller Herren Länder gesungen. Überhaupt ist die Doku ein sehr musikalisches Werk, das afrikanischem Gesang und den Proben für ein modernes Orchesterstück beiwohnt. Daneben gelingt Trampe und Feindt mit viel Lokalkolorit auch eine Liebeserklärung an die deutsche Hauptstadt und ihre Bewohner, ein Multikulti-Beitrag par excellence ohne jede Berührungsängste. Sie präsentieren ein Work in Progress, das zwar einen Leitfaden, aber keine sonderlich erkennbare Struktur aufweist und auch gar nicht aufweisen soll. Vieles wirkt wie unfertig, als sei es noch Recherchematerial, spontan aufgenommen, anderes ist erkennbar inszeniert. Das kann man leicht und beiläufig nennen, aber auch bizarr und ziemlich obskur. Es gibt dafür recht unverfälscht die Lebenswirklichkeit wieder und blickt aus einer ganz eigenen Perspektive auf Familie, Kindheit und Erinnern. tk.

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