Beim diesjährigen Filmfestival in Venedig soll Robert De Niro die italienische Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen werden. Doch die „Sons of Italy“ versuchen die Auszeichnung mit allen Mitteln zu verhindern.

Robert De Niro: Muster-Mafiosi in Italien unerwünscht? Bild: Warner

Die Organisatoren des Filmfestivals in Venedig haben sich dieses Jahr eine ganz besondere Einlage für die Eröffnungsfeier einfallen lassen: Robert De Niro erhält einen italienischen Pass. Der amerikanische Schauspieler hat ein Anrecht auf die doppelte Staatsbürgerschaft, weil sich seine Wurzeln bis nach Mittelitalien zurückverfolgen lassen: Urgroßvater De Niro wanderte vor über 100 Jahren aus dem Dorf Ferrazzano nach Amerika aus.

Doch nicht alle Italiener sind stolz auf den Mann, der für seinen Don in „Der Pate“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Die „Sons of Italy“, eine Interessensgemeinschaft von in den USA lebenden Italienern, wollen nicht mit dem 60-jährigen Star in Verbindung gebracht werden.

Vendetta in Venedig

Vergangene Woche hat der Präsident des Vereins einen Brief an Staatsoberhaupt Silvio Berlusconi persönlich geschrieben: „Hiermit fordere ich die italienische Regierung auf, ihr Angebot an Robert De Niro zurückzuziehen. Er hat nichts getan, um das Ansehen der Italiener zu verbessern. Mit seinen Gangster-Rollen hat De Niro vielmehr dem guten Ruf der Italiener geschadet.“

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In Filmen wie „Raging Bull„, „Goodfellas“ und „Es war einmal in Amerika“ spielte Robert De Niro Figuren im Mafia-Mileu. Jetzt stellt er in Italien den animierten Film „Shark Tale“ vor, in dem er den Haifisch-Boss Don Lino synchronisiert.

Ob Robert De Niro nun eingebürgert wird oder nicht, ist noch unklar. Sollte Berlusconi auf die „Sons of Italy“ hören, will sich der Bürgermeister von Ferrazzano für die Schauspiellegende einsetzen: „Wir haben seit Jahren darauf gewartet. Die Regierung kann nicht einfach ihre Meinung ändern. Falls sie es doch tut, werde ich persönlich nach Venedig fahren und De Niro zum Bürger von Ferrazzano machen.“

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