Wie das Leben so spielt

  1. Ø 1.5
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Wie das Leben so spielt: Komödie mit Adam Sandler als Starkomiker, der von seiner unheilbaren Krankheit erfährt und sein Leben überdenkt.

Starkomiker George Simmons befindet sich gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er von seiner unheilbaren Bluterkrankung erfährt. Sein Arzt eröffnet ihm, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat. Simmons muss gerade in seiner schwierigen Situation feststellen, dass er keine richtigen Freunde hat und die einzige Frau, die er wirklich liebte, betrog. Er stellt den aufstrebenden, erfolglosen Standup-Comedian Ira als Assistenten und Mädchen für alles ein. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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    Starkomiker George Simmons befindet sich gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er von seiner lebensbedrohlichen Bluterkrankung erfährt. Nach einem zufälligen Zusammentreffen stellt er den aufstrebenden Standup-Comedian Ira als seinen persönlichen Assistenten ein, der auf dem Weg zur zweiten Chance bald sein einziger Vertrauter wird. Der für seine eigenwilligen Komödien bekannte Regisseur Judd Apatow widmet sich in seinem neuen Film den Mechanismen des Showgeschäfts mit der Unterstützung eines großen Star-Aufgebots und reihenweise großartiger Comedy-Einlagen. Eine ebenso komische wie bewegende Charakterstudie über amerikanische Comedians.

    Jurybegründung:

    Komisch zu sein ist ein Handwerk, und wie jede Profession prägt es jene, die es ausüben! Davon erzählt Judd Apatow in diesem Film, der zwar oft komisch, aber dennoch keine Komödie, sondern eher eine Charakterstudie ist. Nahezu alle Filmfiguren sind professionelle Komiker und der Film zeigt, wie in dieser Gilde ein Meister mit den Gesellen und Lehrlingen umgeht, wie alles bei ihm auf einen Witz zuläuft und wie ihn diese berufliche Obsession deformiert, so dass er menschlich scheitert, wenn es um den Tod und die Liebe geht.

    Adam Sandler spielt diesen Superstar der Komikerszenen, der in Hollywood mit seinen Komödie eine große Karriere gemacht hat und von allen Kollegen in der Branche als einer der Besten angesehen wird. Als er erfährt, dass er todkrank ist, fällt er in eine Krise, die er dadurch bewältigen will, dass er einen jungen, erfolglosen Komiker als seinen persönlichen Assistenten anheuert. Im Grunde kauft der sich so einen Freund, den er allerdings immer deutlich spüren lässt, dass dieser abhängig von ihm ist. Menschliche Nähe ist für ihn nur in dieser pervertierten Weise möglich, und weil dies ein tieftrauriger Befund ist, kann WIE DAS LEBEN SO SPIELT keine Komödie sein.

    Natürlich ist der Film oft witzig, denn Apatow ist ein großes komisches Talent und wenn man ein Handwerk vorstellt, muss man immer auch die gefertigten Produkte ausstellen. Aber Apatow untersucht hier auch selbstkritisch und ehrlich sein Metier, und diese Innensicht ist mit einem faszinierenden Detailreichtum inszeniert. So ist etwa die Wohngemeinschaft, in der drei Jungkomiker leben, die sich gegenseitig zwar unterstützten, aber sich auch voller Konkurrenzgefühle belauern, authentisch und voller Sympathie gezeichnet. Apatow wohnte nicht umsonst mit Sandler in einer WG, und auch sonst gibt es viele Hinweise darauf, wie autobiografisch der Film ist. So spielen etwa Apatows Frau und ihre beiden Töchter mit. Er weiß wohl so gut wie kaum ein anderer, wie sich ein Star wie Adam Sandler im Laufe seiner Karriere verändert hat und wie etwa Passanten auf seinesgleichen reagieren.

    Nach einem furiosen und gänzlich überzeugenden ersten Akt zerfasert der Film leider dramaturgisch ein wenig. Er fächert sich in zu viele Erzählstränge auf und deshalb braucht Apatow weit über zwei Stunden, um ihn schließlich zum Ende zu führen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Judd Apatow steht auf diesem Film drauf, und Adam Sandler und Seth Rogen, und im Original heißt er „Funny People“. Also, ganz klar: dieser Film muss eine Komödie sein.

    Tja, so kann man sich täuschen. Denn diese dritte Regiearbeit von Apatow – der als Produzent und Autor inzwischen so was wie die graue Eminenz der US-Filmcomedy darstellt – ist gar keine Komödie. Sondern ein Porträt von Komikern. Und das ist etwas ganz anderes. Denn hier ist nicht der Film selbst witzig, sondern seine Figuren machen Witze, und zwar meistens über ernste Dinge; oder über Penisse und Furzen. Apatow beschreibt das Leben von Stand-Up-Comedians, und das ist meistens, gelinde gesagt, scheiße. Genau daraus ziehen sie ja ihre Gags.

    Ira Wright lebt auf der Couch in einer WG mit Freunden, die keine sind, weil sie nur entweder an sich selbst denken oder jeden Versuch von irgendwas Ernsthaftem gleich mit Kalauern und doofen Scherzen kommentieren. George Simmons, ein Comedian-Star, hat nicht mal Freunde. Und das ist schlimm für ihn, als bei ihm eine seltene Form der Leukämie erkannt wird; und er will es sich gar nicht eingestehen, dass ihm das alles nahe geht. Weil das seine Coolness gefährden würde, die er sich auferlegt hat. Und genau deshalb schnappt er sich Ira, weil der nämlich zwar Gags schreiben kann, aber als Stand-Up-Darsteller ziemlich scheiße ist. Und George das mit sicherem Auge erkannt hat: Ira wird ihm nie gefährlich werden, und er wird devot alles tun, was er verlangt.

    Es geht also im Ganzen Apatow und dem Film weniger um Witze, darum, Komik zu erzeugen, als darum, zu zeigen, wie die Typen eigentlich drauf sind, die all diese Witze reißen. Und dabei ist Apatow ziemlich schonungslos: er durchsetzt seinen Film mit früheren und heutigen Stand-Up-Leuten, allen voran Sandler und Rogen; und auch er selbst hat so angefangen. Und zeigt diese ganzen Typen als selbstbezogene, zwanghafte, unglückliche, einsame, neurotische, lebensuntüchtige Taugenichtse, die ehrgeizig an ihrem Traum arbeiten, mal irgendwas Witziges zustandezukriegen und dafür Geld zu bekommen. Einige haben es geschafft: Iras Mitbewohner spielt in einer sehr, sehr schlechten TV-Serie mit und gibt ungehemmt mit seinen Gehaltsschecks an. Und George hat mit infantilen Filmen ein Vermögen gemacht, lebt in einer Traumvilla und weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Mit dem, was von seinem Leben noch übrigbleibt.

    Das hat was zu tun mit dem Klischee vom traurigen Clown, vom Witzereißer, der eigentlich ein ganz einsamer und unglücklicher Kerl ist. Aber vielleicht ist ja an diesem Klischee auch was dran, zumal, wenn es sich um jüdische Komiker handelt – wie es hier der Fall ist, und wie es bei Woody Allen der Fall ist, der genau dasselbe Motiv immer wieder aufgreift. „Zu deiner Zeit gab es schon Scheidungen“, sagt George einmal zu Ira, „da hast du es viel schwerer als ich.“ Bei ihm nämlich sind die Eltern auf ewig zusammengewesen, und die Kindheit damit unendlich viel unglücklicher. Und hatten damit viel mehr Material zum Witzigsein.

    In der Tat geht Apatow sehr viel subtiler vor, als dieser Kern des Klischees es vermuten lassen würde. Und das liegt nicht zuletzt an Adam Sandler, der – wieder mal – beweist, dass er eben nicht nur den Kindskopf spielen kann, wie es auch seine Figur George Simmons in seinen Filmen getan hat und damit stinkreich geworden ist. Sondern dass er seine Charaktere auch mit Leben füllen kann; wenn er will. Und dabei auch selbstironisch sein eigenes Ich sehr souverän durch den Kakao zieht. Seth Rogen dagegen fällt um einiges ab: sein Ira Wright passt einfach mit seiner offenen Art, mit seiner Emotionalität und seiner Einfühlsamkeit in andere nicht in das Comedian-Klientel, das der Film beschreibt. Er ist allzu sehr als Identifikationsfigur des Publikums aufgebaut, er, der sehr schnell Freundschaft schließt mit dem egozentrischen, aufbrausenden, sich selbst und alle anderen hassenden George. Der nur in wenigen Momenten offenbart, dass er seine bezahlte Assistenzstelle bei George – was bedeutet, das George ihn auf jede Weise missbrachen darf – auch als Karrieresprungbrett begreift.

    Dabei dauert der Film 140 Minuten; aber dafür packt Apatow auch gleich drei Filme in diesen einen Film rein. Am Anfang ist es eine Mentoren-Geschichte, George sucht sich Ira aus als Gagschreiber und für seelischen Beistand vorm Schlafengehen, wenn Ira mit George plaudern muss, bis der einschläft. Und dabei fördert er Ira auch, nimmt ihn unter seine Fittiche, nur um ihm dann auch wieder mal kräftig eins auf die Nase zu geben.

    Das wird dann zu einer Krankheitsgeschichte, und hier ist Apatow nah dran, sentimental auf die Tränendrüse zu drücken. „Du bist mein einziger Freund, und ich kann dich nicht mal leiden“, sagt George zu Ira; weil er nur ihm von seiner tödlichen Leukämie erzählt hat. George wird jetzt mit den existentiellen Fragen konfrontiert, und er verliert seine Attitüde des zynisch-distanzierten Possenreißers. Ja: er macht eine Wandlung durch, wie sie jede Figur des Hollywood-Krankheitskitschfilmes durchmacht. Und glücklicherweise kriegt Apatow noch die Kurve im dritten Teil des Films, wenn er auf Liebe und Romantik macht, und das auf ziemlich verdrehte Weise: George nämlich setzt alles daran, seine Ex-Freundin wiederzugewinnen, die allerdings inzwischen – wenn auch unglücklich – verheiratet ist und zwei kleine Töchter hat. Verheiratet übrigens mit einem fluchenden Australier, der auch gerne Witze reißen können würde. Hier lässt Apatow jeder möglichen warmherzigen, positiven Hollywood-Mainstream-Botschaft die Luft raus, weil George sich halt doch nicht so einfach vom cool distanzierten Saulus zum liebenden, familientauglichen Paulus wandeln kann.

    Fazit: Eine Komödie? Nein: ein schonungsloses Porträt von Komikern; voller Witze, die sich aber am Unglück und an der Einsamkeit abarbeiten.
  • Wehmütiger Insider-Blick auf die Standup-Comedian-Szene von und mit einschlägigen Profis.

    Der als Produzent, Autor und Regisseur derzeit erfolgreichste Funny Man im amerikanischen Kino, Judd Apatow, erkundet die von Nerds bevölkerte Standup-Comedian-Szene und verarbeitet dabei eigene Erfahrungen. Seine „Funny People“ besetzte er mit Mitarbeitern aus seinen vergangenen Filmen und anderen Schauspielern vom Fach. So wirkt die Tragikomödie, die gleichzeitig auch die existenzielle Frage stellt, ob ein Mensch sein Leben im Angesicht des Todes wirklich ändert, in seinen besten Momenten wie ein entspanntes und sehr familiäres 15-jähriges Klassentreffen. Man spürt immer Apatows Sympathie getränkten Blick auf die Figuren, auch wenn diese nicht nur sympathische Eigenschaften haben und der Konkurrenzkampf untereinander ein harter ist.

    Den Senior gibt dabei Adam Sandler, mit dem Apatow früher in einer WG zusammenwohnte und hier erstmals zusammenarbeitet. In einer starken Performance spielt der Komödienstar einen Komödienstar. George hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann – Geld, Ruhm und Frauen. Als er erfährt, dass er an einer üblicherweise tödlich verlaufenden Blutkrankheit leidet, merkt er, dass er keine echten Freunde, keine Frau an seiner Seite hat. Doch davon ungerührt macht er weiter wie bisher. Fast. In einem Improclub, wo das Publikum erstaunt auf seine düsteren Witze reagiert, erlaubt er sich ein Zeichen der Schwäche. Der erfolglose Nachwuchs-Comedian Ira wird Zeuge davon und prompt als Assistent engagiert. Der von Seth Rogen (u.a. in Apatows zweiter Regiearbeit „Beim ersten Mal“ und dem von Apatow produzierten „Superbad“ zu sehen) gespielte herzensgute, junge Mann ist der eigentliche Sympathieträger. Er teilt sich die Wohnung mit zwei anderen Jung-Komikern. Jonah Hill (mit Rogen in „Beim ersten Mal“ und „Superbad“), gibt den einen, Jason Schwartzman, der auch den Score mitverantwortet, den anderen. Diese Dreier-WG sorgt für einen guten Teil der Komik. Zum Ensemble gehören außerdem echte Familienmitglieder, wie Apatows Frau Leslie Mann und ihre beiden Töchter. Etliche echte Komödienveteranen treten als sie selbst auf. Einen prägnanten, aber zu kurzen Auftritt hat Eric Bana als australischer Macho.

    Witze, Oneliner sowie Situations- und Dialogkomik werden dem Thema entsprechend genauso auf, wie hinter den Bühnen geboten und variieren von saukomisch bis Standard, wobei die hinter der Bühne meist die besseren sind. Der Einblick in das Leben der Funny People, den Apatow dem Zuschauer gewährt, macht Spaß, da man den Menschen vor und hinter der Kamera ihre Liebe zum Thema ansieht und wunderbare Details, wie die an den Anfang gesetzten Telefonstreiche des jungen Sandlers, damals von Mitbewohner Apatow gefilmt, ungemein authentisch wirken. Apatow hätte bei der auf 140 Minuten ausgebreiteten Geschichte aber deutlich straffen und strukturieren und bei den zahlreichen Comedian-Auftritten kürzen können. Bei manchen der ernsthaften Passagen und moralischen Botschaften mag er für ein europäisches Publikum ein bisschen zu dick auftragen. Das US-Publikum, das am Startwochenende nicht ganz so zahlreich in die Kinos strömte wie noch „Beim ersten Mal“ hätte sich womöglich mehr Fun statt Ernst vom Großmeister der Komödie erwartet. hai.

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