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Fakten und Hintergründe zum Film "Wie beim ersten Mal"

Kino.de Redaktion |

Wie beim ersten Mal Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Wie beim ersten Mal ist die Geschichte einer Liebe, in der das Feuer schon lange erloschen ist. “Kay möchte ihrem Ehemann Arnold wieder näherkommen”, so Meryl Streep, die neben Tommy Lee Jones und Steve Carell in dieser Komödie spielt. “Sie möchte sich wieder mit ihm verbunden fühlen, ihm nah sein und auch wieder das Gefühl haben, dass er noch an ihr interessiert ist. Dabei denkt Arnold nicht mal, dass es ein Problem gibt. Würde man ihn fragen, an welchem Punkt sich seine Ehe befindet, würde er wohl sagen ‘Keine Ahnung – irgendwo in der Mitte.’”

“Er ist ein ziemlich selbstzufriedener Kerl,” sagt Jones über seine Figur. “Er hat sich in seinem Leben eingerichtet und denkt nicht viel über den Zustand seiner Ehe nach. Arnold ist nicht der Typ, der den Status Quo in Frage stellt.”

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Streep ist der Meinung, dass so eine schleichende Entfremdung vielen Paaren widerfährt – gerade in unserer Kultur, die von so viel Ablenkung geprägt ist. “Je mehr unsere Aufmerksamkeit aufgesplittert ist, umso größer ist unser Bedürfnis, einander wieder näher zu kommen”, sagt Streep. “Intimität und Gewolltwerden, Sehnsucht und das Verlangen danach, gesehen und verstanden und geliebt zu werden, sind zentrale Themen unserer Kultur.”

Die Drehbuchautorin Vanessa Taylor hat sich beim Schreiben von diesen großen Lebensfragen inspirieren lassen. “Ich habe viel über die Ehe nachgedacht und auch darüber, wie es Menschen gelingt, Leidenschaft und Sex in einer langen Partnerschaft aufrecht zu erhalten”, sagt sie. “Ich habe mich auch viel mit dem Thema Eheberatung beschäftigt. Und dann habe ich mich gefragt, wie sich der Funken wohl wieder entfachen lässt, den man eigentlich nie hatte? Gerade aus der Sicht einer Frau; wenn du mit dir und deiner Sexualität unglücklich bist, wie viel Mut braucht es da eigentlich, den Mund aufzumachen und zu sagen: ‘Unsere Ehe ist okay, aber nicht gut genug. Ich will mehr. Ich verdiene etwas Besseres.’”

“Ich war zwar niemals verheiratet, aber auch ich habe in meinen Beziehungen erlebt, wie sich da eine Distanz eingeschlichen hat”, sagt Taylor weiter. “Ich war entsetzt über die Erkenntnis, wie schwer es ist, wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Aber irgendwie sollte es doch möglich sein. Die Suche nach einer Lösung des Problems hat mich veranlasst, dieses Buch zu schreiben – ich wollte wissen, ob diese Menschen zurück können.”

Produzent Guymon Casady bescheinigt Taylor eine einzigartige Sichtweise: “Sie beobachtet sehr genau und hat die Fähigkeit, Figuren mit Tiefe und großem Detailreichtum zu kreieren.”

Casady war sozusagen „Geburtshelfer“ für Wie beim ersten Mal. Er erinnert sich, wie er selbst zum ersten Mal von dem Buch hörte: “Meine Frau Robyn, die ebenfalls Drehbuchautorin ist, hat Vanessa Taylor bei einer Grillparty kennen gelernt und bekam daraufhin von ihr das Script geschickt. Eine Woche später lagen Robyn und ich im Bett, sie war in das Buch vertieft. Als sie es zu Ende gelesen hatte, drehte sie sich zu mir um und sagte: ‘Ich weiß, es ist spät, aber dieses Drehbuch musst du lesen, es ist fantastisch.’” Ich las es noch in derselben Nacht, habe mich sofort in die Geschichte verliebt und gleich entschieden, dass ich das Projekt mit unserem Produktionsarm, Film 360, voranbringen würde. Robyns Rolle dabei ist nicht zu unterschätzen, weil sie so ein gutes Auge für Stoffe besitzt und das Buch schließlich ja auch entdeckt hat.” Casady kontaktierte Taylor und ließ sie wissen, wie sehr er das Buch mochte und dass er den Film produzieren wolle. Anschließend ging Casady zu Todd Black, den er als weiteren Produzenten für sein Vorhaben gewinnen konnte. Black wiederum holte Nathan Kahane (Mandate Pictures) als Executive Producer ins Boot. Gemeinsam überzeugten die drei die Hauptdarsteller und Regisseur David Frankel von dem Projekt.

Nach Der Teufel trägt Prada ist dies bereits die zweite Zusammenarbeit von Regisseur David Frankel und Meryl Streep. “David hat sofort verstanden, dass diese Geschichte gleichermaßen intim wie universell ist”, sagt Produzent Todd Black. “Es ist nicht leicht, dabei die Balance zu finden – es kann schnell zu groß oder zu persönlich werden. David hat es aber geschafft, der Geschichte beide Ebenen mitzugeben.”

“Gute Regisseure wie David geben dir das Gefühl, dass alles möglich ist und es keine falschen Entscheidungen gibt”, sagt Streep. “Man kann sich bei ihm wirklich exponieren und vieles ausprobieren – man kann eine Figur schaffen, die all ihre Facetten zeigt, ohne dabei lebensfremd zu werden. Er lässt einem dabei alle Freiheiten.”

“David kann seine Schauspieler sanft in eine andere Richtung führen, wenn er es für nötig hält, aber er vertraut ihnen völlig bei der Entwicklung ihrer Rollen,” so Steve Carell über den Regisseur. “Er ist großzügig und unterstützt einen sehr, das gibt einem Raum, sich seiner Figur aus allen möglichen Perspektiven zu nähern.”

Und Tommy Lee Jones ergänzt: “Es ist sehr angenehm, mit David zu arbeiten – er verschwendet weder Zeit noch Worte”.

Frankel war sehr glücklich darüber, dass es Meryl Streep, Tommy Lee Jones und Steve Carell waren, die die Figuren zum Leben erwecken – für ihn der Schlüssel für die Geschichte: “Alle drei sind außergewöhnliche Schauspieler, die dieselbe Sprache sprechen”, sagt er. “Sie fühlen sich miteinander wohl, gehen sehr natürlich miteinander um und haben die Figuren bis ins Tiefste verstanden. Fast könnte ich sagen, es sei leicht gewesen. Ich weiß, dass sie hart gearbeitet haben. Aber mir haben sie es wirklich leicht gemacht.”

Meryl Streep spielt Kay. “Sie will die Dinge aufrütteln – sie will wirklich wieder die Verbundenheit der frühen Jahre mit Arnold spüren,” sagt sie. “Kay ist auf der Suche – sie spürt diese Unzufriedenheit und sucht nach Antworten, die ihr das Buch von Dr. Feld liefert. Aber das reicht ihr nicht, und deswegen bucht sie kurzerhand – heimlich mit ihrem eigenen Geld – einen Trip zu dessen Therapiezentrum in Maine.”

Der Ort, der für Great Hope Springs Pate stand, liegt am östlichsten Punkt Connecticuts: Stonington ist ein malerisches Fischerdorf auf einer winzigen Halbinsel, weit entfernt von jeder Autobahn. Gegründet wurde der Ort während der Kolonialzeit, viele seiner Gebäude im Kolonial-, neogriechischen und viktorianischen Stil finden sich im Nationalregister der historischen Orte wieder. Seine Grünflächen, sein Meerblick und seine Hummer- und Fischkutter boten die ideale Kulisse für das fiktionale Great Hope Springs in Maine. “Es war perfekt”, sagt Frankel. “Diese hübsche kleine Stadt hatte alles, was wir für unsere Geschichte gesucht haben – die Kneipe in der Stadtmitte, ein großzügiges Haus, das Dr. Feld bezog, ein Restaurant – und am Rande der Stadt fanden wir das preisgünstige Motel, das Arnold und Kay wählen, um ein bisschen Geld zu sparen.”

Arnold jedoch von ihrer Therapie-Idee zu überzeugen, ist für Kay zunächst alles andere als leicht – aber ihre Beharrlichkeit bringt ihn schließlich dazu, mit ihr ins Flugzeug zu steigen. “Das ist eine große Sache für Kay”, so Todd Black. “Sie sagt: ‘Ob du mitkommst oder nicht: Ich gehe.’ Und mit einem Mal entwickelt diese Frau aus der Provinz, aus Omaha, Nebraska, übermenschliche Kraft.”

Arnold hingegen, so Frankel, nähert sich diesem Problem von komplett gegensätzlicher Seite. “Kay hat Angst, dass der Rest ihres Lebens in diesem sich selbst verbietenden, kalten Stadium stagniert. Sie macht sich Sorgen, dass es immer so weitergehen wird. Aber ich glaube, dass Arnolds Sorge darin besteht, dass er alles verlieren könnte”, sagt Frankel. “Er hat wirklich Angst davor, was er selber herausfinden wird, wenn all diese Fragen erst einmal gestellt sind – wie sind sie dahingekommen, wie sind sie so geworden? Er sagt diesen Satz im Film: ‘Wenn du ohne Probleme eine Therapie beginnst, wirst du sie auf jeden Fall mit Problemen beenden, weil du Dinge sagen wirst, die sich nicht zurücknehmen lassen’ – das will Arnold nicht riskieren.”

Arnolds Zurückhaltung, ein Problem überhaupt einzugestehen, ist die Grundlage der Charaktere – aber aus Blacks Sicht schaffen es die Schauspieler, die Charaktere nicht als abgeschlossene Karikaturen, sondern als warmherzige, lebensechte Menschen zu zeigen. “Sie können zwar nicht miteinander kommunizieren,” sagt er, “aber wenn Meryl und Tommy diese Rollen spielen, glauben wir sofort, was Kay und Arnold am anderen lieben, selbst wenn sie es jahrelang nicht ausgesprochen haben – oder vielleicht sogar nie.”

Frankel bewundert Jones’ Fähigkeiten, diese so zurückgezogene Figur so glaubwürdig und emotional zu zeigen. “In Wahrheit ist Tommy ein charismatischer, übergroßer, Polo spielender Cowboy – nichts von alldem steckt in Arnold. Es war eine wunderbare Erfahrung zu sehen, wie er sich in diesen Mann verwandelte, den er durchaus auch als bedauernswert hätte sehen können – er aber hatte große Sympathie für ihn. Arnold ist ein durchschnittlicher Mann, der aufbricht – und das ist Tommys großer schauspielerischer Fähigkeit zu verdanken.”

Steve Carell spielt Dr. Feld, den Psychiater, der Kay und Arnold hilft, ihre Liebe zueinander wieder zu entdecken. “Er hat sich auf intensive Paartherapie spezialisiert”, sagt Carell. Er selbst habe auch einiges getan, um sich auf die Rolle vorzubereiten, scherzt er, “ich habe all die Großen gelesen – Freud, Jung – und war außerdem noch sieben Jahre in Therapie.” Tatsächlich, so Carell, sei das Geheimnis von Dr. Felds Zauber aber, dass er nicht zaubere. “Er ist intelligent, hört zu und hilft den Leuten, eins und eins zusammenzuzählen. Er gibt den Leuten keine Ratschläge und sagt ihnen, was sie tun sollen. Er hilft ihnen nur, sich neuen Ideen zu öffnen und dabei herauszufinden, wie sie sich selbst helfen können. Viele Leute haben ja eine klare Vorstellung von ihrer Beziehung – wo sie steht, und wo sie sich hinbewegen muss, um erfolgreich zu sein”, sagt Steve Carell, “Deshalb ist der Film so lustig – die Leute wissen genau, was Kay und Arnold durchmachen, sie können sich damit identifizieren und darüber lachen.”

“Steve ist großartig in ernsthaften Rollen,” sagt Black. “Man denkt bei ihm natürlich sofort an all seine lustigen Figuren, die er in ’The Office’ oder anderen Komödien gespielt hat. Aber wenn man sich beispielsweise Little Miss Sunshine ansieht, merkt man sofort, welches Talent er für Dramen hat. Weil er aber gleichzeitig auch ein Komödiant ist, bringt er eine Empathie in die Figur des Dr. Feld wie kein zweiter.”

Frankel verzichtete bei den Therapieszenen meist auf Proben, um die Szenen frisch und lebendig wirken zu lassen. Carell fand diese Arbeitsweise aus naheliegenden Gründen ein wenig furchterregend: “Stellen Sie sich vor, Sie sitzen Meryl Streep und Tommy Lee Jones gegenüber und sollen eine neun Seiten lange Szene spielen. Jemand sagt ’Action ’ und Sie müssen einfach loslegen! Das kann einem schon ziemlich Angst machen. Ich glaube, David wollte bei mir diesen Reh-im-Scheinwerferlicht-Blick einfangen. Allerdings macht das auch ziemlich Spaß. Ich kann verstehen, warum David nicht so viel proben wollte – oder manchmal sogar gar nicht; er wollte, dass alles frisch und organisch rüberkommt und nicht so künstlich. Manchmal führen zu viele Proben dazu, dass die Ideen bereits so festgefahren sind – im Gegensatz zu einem Prozess, in dem man sie erst gemeinsam findet, was sie weniger glatt erscheinen lässt.”

Viele Szenen zeigen auch die ungeschickten, linkischen Versuche des Paares sich wieder an Vorspiel und Sex anzunähern. “Schlafzimmerszenen sind immer schwierig, weil man versuchen muss, die Illusion von Privatheit und Intimität zu erschaffen, während sich in Wirklichkeit eine riesige Kamera und sechzehn Leute in einem kleinen Raum drängen und jemand ein Mikrofon über das Bett hält. Es ist nichts Privates oder Intimes an diesem Vorgang”, sagt Frankel. “Gute Schauspieler können solche Szenen trotzdem sehr persönlich und bewegend gestalten. Unser Job ist also, ihnen dabei nicht im Weg zu stehen und eine Atmosphäre zu kreieren, die solche unmittelbaren Emotionen zulässt.”

Black und Casady glauben, dass sich all diese Einzelteile zu einem Film zusammengefügt haben, der die Höhen und Tiefen einer Ehe glaubwürdig einfängt. “Mit all dem Schmerz und all dem Witz ist dieser Film ein ungeschöntes Porträt einer Ehe. Uns hat dieses universelle Konzept der Ehe deshalb angesprochen, weil es so großes Identifikationspotential bietet. Wenn es unsere Geschichte schafft, die Diskussionen darüber anzuregen, wie schwierig es ist, eine Ehe am Leben zu erhalten und dass wir alle diese Arbeit leisten müssen, haben sich unsere Hoffnungen erfüllt.”

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