Filmhandlung und Hintergrund

Doku über Prostituierte in aller Welt, ihre Arbeitsbedingungen und Träume, vom Macher von "Workingman's Death".

Junge, schöne Frauen stellen sich in Bangkoks „Fish Tank“ hinter einer Glasscheibe ihren potenziellen Freiern zur Schau. In kurzer Zeit wollen sie damit viel Geld für ein gutes Leben verdienen. In Bangladesch werden die Frauen in ihr Schicksal hineingeboren oder dorthin verkauft. Sie leben in einem Huren-Getto, das sie nie verlassen werden. Und die „zona de la toleranzia“ in Mexiko ist Endstation für alle jene, die nur noch ihren Körper zu verkaufen haben - für Drogen und Alkohol, eng umschlungen mit Santa Muerte, dem heiligen Tod.

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Kritikerrezensionen

  • Whores' Glory - Ein Triptychon: Doku über Prostituierte in aller Welt, ihre Arbeitsbedingungen und Träume, vom Macher von "Workingman's Death".

    Michael Glawoggers Abschluss seiner Trilogie zur globalisierten Arbeitswelt. Kluge, fesselnde Dokumentation über Prostituierte in Bangkok, Bangladesch und Mexiko.

    Wie bei jedem guten Film nimmt zunächst der Titel gefangen: „Whores‘ Glory“. Als klangliche Referenz an den Roman „Huren für Gloria“ von William T. Vollman will der österreichische Regisseur Michael Glawogger den Titel verstanden wissen und inhaltlich als Verweis an den Berufstand der Prostituieren und seiner Vertreterinnen. Seine mit „Megacities“ und „Workingman’s Death“ begonnene Trilogie zum Thema globalisierte Arbeitswelt schließt er ab, erzählt in seinem filmischen Triptychon über Liebesdienerinnen in Thailand, Bangladesch und Mexiko - drei Schauplätze, drei Sprachen, drei Religionen.

    Im „Fish Tank“ in Bangkok stellen sich junge hübsche Frauen hinter einer Glasscheibe ihren Freiern zur Schau. Viel Geld wollen sie in kurzer Zeit für ein gutes Leben verdienen. Ein „Ansager“ preist mit Mikrophon die „Ware“ an, es wird gefeilscht, anschließend kassiert und dann geht’s auf die Zimmer. In Bangladesch werden die Frauen in ihr Schicksal hineingeboren oder dorthin verkauft. Sie leben in einem Huren-Ghetto, die „Mutter“ steckt den Liebeslohn ein, teilt Taschengeld und Essen zu. Die Frauen werden nie die Chance auf ein anderes Leben haben. Und schließlich die mexikanische „zona de la toleranzia“, Endstation für alle jene Frauen, die nur noch ihren Körper zu verkaufen haben - für Drogen und Alkohol, eng umschlungen mit Santa Muerte, dem heiligen Tod.

    Glawogger und sein vorzüglicher Kameramann Wolfgang Thaler („Import Export“), beide haben häufig - was deutlich sichtbar ist - mit Ulrich Seidl kooperiert, nehmen sich Zeit. Jeder ihrer vorgestellten Frauen geben sie Platz, hören ihren Geschichten zu. Um Sehnsüchte geht’s, Hoffnungen, Begierden, um Freier und deren Wünsche und was die für ihr Geld bekommen. Nie wird die Dokumentation dabei spekulativ. Nur in Mexiko wird einmal gezeigt, wie das Geschäft abläuft. Was ist im Preis inbegriffen, Stellungswechsel kosten extra, wird die Zeit ohne Befriedigung abgeschlossen, muss nachgezahlt werden.

    Der Regisseur und Autor öffnet den Frauen einen Raum, der aber von ihm vorgegeben wird. So erzählt Glawogger letztendlich aus seiner Perspektive. Aber er kommentiert nicht, bleibt so neutral wie möglich. Er ist Kunde mit der Kamera, dem aber immer wieder ein Näheverhältnis gelingt. So bekommt der Zuschauer mehr als die üblichen Einsichten und Antworten. Nur Lösungen nicht. Die sind im Kino laut Michael Glawogger Lügen, schlechte Kunst, weil sie sich der Vielschichtigkeit der menschlichen Seele verwehren.

    geh.

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