Filmhandlung und Hintergrund

Um Authentizität bemühtes Hiphop-Drama, in dem zwei Crews von Graffitisprayern in Wettstreit miteinander treten.

Keep Steel Burning, kurz KSB, ist das Motto und der Name einer Münchner Gang von Sprayern, unter denen Teenager David (Mike Adler) den Ton angibt. Gemeinsam mit den Kumpels Tino (Florian Renner), Elyas (Elyas M’Barek) und Achim (Jacob Matschenz) verziert er Züge und Wände mit seinem tag, stets auf der Hut vor Cops und privaten Sicherheitsfirmen. Eigentlich ist David auf Bewährung, doch ausgerechnet jetzt fordert die Gegenwart einer fremden Gang den ganzen Künstler in ihm.

Regisseur und Drehbuchautor Florian Gaag lädt zu Besuch in eine fremde und doch so nahe Subkultur auf halber Strecke zwischen Kriminalität und Kunstgalerie.

Keep Steel Burning ist der Name einer Crew von Graffitiwritern, die ihre Pieces überall in der Stadt anbringen und unter Sprayern zu den Stars der Szene gehören. Doch die Tage der Alleinherrschaft sind gezählt: Eine neue Crew taucht in der Stadt auf und versucht Keep Steel Burning den Rang abzulaufen. Ein erbitterter Wettstreit auf kreativer Ebene entbrennt, der die Jungs ihre gesamte Lebenseinstellung hinterfragen und wichtige Entscheidungen treffen lässt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Dieser beeindruckende Low-Budget-Film hat die gleiche Wildheit und Radikalität wie die Graffitikünstler, deren Leben er beschreibt. Form und Inhalt entsprechen einander ideal. Manchmal wie mit der Kamera gesprayt, erzählt der intensive Film von der Besessenheit von Künstlern, nimmt die Zuschauer mit auf die nächtlichen „Mean Streets“ von München. Nichts ist der Gruppe von Graffiti-Writern um David, Tino, Elyas und Achim so wichtig wie ihre an Wände und S-Bahnzüge gesprühten Werke. Dieses unbedingte Wollen vermittelt der Film, indem die Kamera atemlos und auf gleicher Höhe den Protagonisten durch die nächtliche Stadt, über Bahngleise und durch Bahnhöfe folgt. Das Leben der Protagonisten ist so hektisch, laut und kompromisslos wie ihre Graffitis, die Musik, ihre Attitüden – und wie der Film. Nicht umsonst stammt auch die Musik von Regisseur Florian Gaag, der selber zur Münchner Grafitti-Szene gehört hat.

      All diese Aspekte fügen sich auf eine faszinierende Weise zusammen und lassen den Film wie eine Einheit erscheinen. Er wirkt authentisch, scheint ganz aus der Szene selber entstanden zu sein, und bietet so eine Innensicht, die absolut realistisch wirkt. (…)

      Dies ist ein Film ohne falsche Töne und natürlich auch eine grandiose Selbstinszenierung der Szene, in der ein erhobener moralischer Zeigefinger völlig fehl am Platze wäre. Da darf dann in der Sequenz am Schluss auch der so grandios bemalte S-Bahnzug – der „Wholetrain“ – als das vollendete Meisterwerk ein paar mal öfter durchs Bild fahren, als es eigentlich notwendig gewesen wäre.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Wholetrain: Um Authentizität bemühtes Hiphop-Drama, in dem zwei Crews von Graffitisprayern in Wettstreit miteinander treten.

      Für die einen ist es Schmiererei und Sachbeschädigung, für die anderen Kunst: An Graffiti scheiden sich die Geister. Auf jeden Fall ist es eine flüchtige Kunst, denn die Sprühbilder sind nie von Dauer. Das kann durchaus schade sein, denn manchmal sind die Werke von atemberaubender Kunstfertigkeit. Natürlich sind auch in „Wholetrain“, dem Regiedebüt von Florian Gaag, ausschließlich Künstler am Werk.

      Wenn schließlich ihr gigantisches Gemälde durch die Stadt rollt, während es in Parallelschnitten schon wieder abgewaschen wird, darf man das bedauern. 24 Jahre hat es gedauert, bis der erste deutsche Graffiti-Film entstanden ist. „Wild Style!“ (USA 1982) von Charlie Ahearn gilt seither als der Kultfilm der Szene. Zumindest hierzulande dürfte „Wholetrain“ nun an seine Stelle treten, denn Gaag trifft das urbane Lebensgefühl perfekt. Dank der von ihm selbst geschriebenen Musik und einer ungemein agilen Kamera (Christian Rein) ist der Film von einer eindrucksvollen Dynamik. Der Schnitt wiederum ist überraschend moderat; es sind vor allem die Akteure, die die Handlung vorantreiben. Und die läuft zielsicher auf einen reizvollen Wettbewerb hinaus: Sprayer David (Mike Adler) und seine Clique (unter anderem Elyas M’Barek aus der ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“) bekommen plötzlich Konkurrenz. Um zu beweisen, wer die Nummer eins in der Stadt ist, planen die Jungs den großen Coup: Sie wollen einen kompletten S-Bahnzug („Wholetrain“) bemalen. Die humorlose Polizei (als Gast: Alexander Held) hat allerdings etwas dagegen, und als einer der Jungs zu Tode kommt, schaffen die beiden konkurrierenden Gruppen etwas noch nie Dagewesenes.

      Nicht erst der triumphal zur Schau gestellte „Wholetrain“ am Ende ist so etwas wie ein Denkmal für die Sprayer. Gaag, der früher selbst zur Münchener Graffiti-Szene gehört hat, lässt keinen Zweifel daran, auf wessen Seite er steht. Dies, die Musik wie auch die ausgezeichnete Führung der jungen Darsteller machen den Film vor allem für ein gleichaltriges Publikum unerhört authentisch und reizvoll; erwachsenen Zuschauern hingegen muss die Welt aus „Wholetrain“ ziemlich exotisch vorkommen. Aber Graffiti werden auch sie in Zukunft mit anderen Augen betrachten. tpg.

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