Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Interview mit Autor Brösel

Was ist das Neue an EISKALT?

Neu ist das Doku-Drama, das kam von Thomas Platt. Und die Idee mit dem scheintoten Brösel war von Herman Weigel, inspiriert von einer Sitcom-Folge, die Thomas mal für Herman entwickelt hatte. Aber es gibt ja Filme, in denen Leichen durch die gesamten USA gekarrt werden. Ich habe mich so tierisch gefreut, weil ich ja noch den alten Leichenwagen im Keller hatte. Außerdem musste ich dann nicht so viel spielen. Ich bin ja kein Schauspieler. Das hab ich schon beim ersten Film kapiert.

Bilderstrecke starten(27 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Werner - Eiskalt

Wie haben Sie als Zeichner das Drehbuch-Schreiben erlebt?

Thomas Platt und ich haben monatelang in der Kieler Forstbaumschule unter freiem Himmel gesessen, im Herbst noch unter diesen Gaslichtern, und haben auf DIN A4-Blöcke unsere ganzen Ergüsse aufgeschrieben. Und irgendwann kam Herman Weigel an und sagte: Das ist ja alles Scheiße. Da müssen wir noch mal bei! Herman kommt angeflogen mit der Eisenbahn, stellt sich vor uns hin und fängt an, die Figur des Verlegers zu spielen. Das musst Du dann festhalten. Und ich habe gedacht, er spielt die Rolle im Film.

Was ist denn in die Irre gelaufen damals?

In die Irre, so kann man’s sagen. Wir waren zum Beispiel im tiefsten Mittelalter mit Drachentöter und Exgummibur, dem Kampfflansch der Gerechtigkeit. Dann wollte der Ritter Röhrich diesen Pümpel vom Stein ziehen zur Sonnenwende – und er kann es nicht. Ich weiß nicht mehr, wie die Geschichte genau ging. Ein Karnevalszug von mittelalterlichen Gesellen mit Wagen und Fässern stieg in die Berge, die Highlands zur Drachenhöhle, Werner vorneweg, um das Ungetüm zu erlegen. Dann löste sich das so auf: Die beiden kannten sich, Werner und der Drache. Und zwar aus dem Chinarestaurant in der Alten Lübecker Straße, wo Thomas und ich früher gerne saßen, wo so Drachen als Dekor geschnitzt sind. Dann haben die beiden sich über Gerichte unterhalten, über Frühlingsrollen und Wan-Tan-Suppen. Werner befreit die Jungfrau, die der Drachen in seine Gewalt gebracht hatte. Sie küssen sich. Alles wird gut. Plötzlich fragt der Drache ihn: Kinderwagen, Rasenmäher, Einbauküche – Mensch, Werner, willst Du Dir das antun? Und Werner antwortet: Habbich kein Bock auf! Soweit waren wir abgeschweift!

Muss man nicht bei so einem Drehbuch dem Affen zwangsläufig Zucker geben?

Haben wir ja. Da gab es noch eine komplette Story, die auf einem fernen Planeten spielt. Die Menschen stehen dort über schäumende Zuber gebeugt und waschen ihre Schlafhasen. Alle haben sie Pümpel auf dem Kopf, das sind Antennen. Über die werden sie ferngelenkt von einem riesigen Pümpel aus, eine Art Fernsehturm, von dem die ganze Strahlung kommt. Alle sind selig, dass sie ihre Hasen waschen dürfen. Und singen dabei wie im Musical: Wir sind so gut, wir sind so toll, wir waschen Hasen in Perwoll, Hoffmans ideale Stärke bringt die Kraft in unsre Werke, wir spülen nur mit Wunderappretur…

Warum sind solche Sachen nicht im Film?

Meister Röhrich bei der Domina? Hatten wir auch. Werner, sagt Röhrich, wir müssen noch bei der Tochter von Frau Hansen ein Rohr verlegen! – Au ja!, antwortet der Lehrling. Der Meister geht dann die Stiege hoch mit ihm und Eckat und klingelt bei Hansen. Vorher sagt der Meister noch zu seinen Leuten: Jetzt passt mal gut auf, Männer, wie man ein Kundengespräch führt. Dann steht er vor einem jungen Mädchen und sagt seinen Spruch. Was?!, fragt die entgeistert. Ja, ein Rohr verlegen, wiederholt Röhrich. Und watsch! hat er eine sitzen. Eins-A-Kundengespräch, sagt Werner direkt in die Kamera. Dann gerät Röhrich ein Stockwerk höher in so einen Puff. Ich soll mich um ihr Becken kümmern, beginnt er. Ach so einer sind sie! sagt die Domina dort. Am Ende kriecht er auf allen Vieren an der Leine.

Entscheidende Frage: Wäre dieser Film besser gewesen?

Nee, ich weiß nicht, ob da einer noch hätte folgen können. Können Sie noch folgen?

Sie sollen doch, hört man, derart geglänzt haben vor der Kamera, dass es fast zu einer Rebellion der professionellen Schauspieler gekommen wäre?

Was hätte ich da machen sollen? Etwa schlechter spielen? Mario Adorf würde das doch auch nicht machen. Trotzdem hab ich mir ja alle Mühe gegeben, so schlecht wie möglich zu sein, damit die andern nicht frustriert sind.

Wie war das eigentlich, als Sie in einer Holzkiste lagen und die wurde von einer Hochbrücke geworfen?

So wie im Flugzeug in großer Höhe, wenn die Weltraumfahrer die Schwerelosigkeit üben wollen, so ähnlich war das. Der Aufprall war ganz schön spritzig. Insgesamt vier Kisten hatten wir gebaut, das hat nachher immer mehr Spaß gemacht. Ich hab ja schon vieles mitgemacht. Wok-Rennen und Crash-Car-Challenge, also da mit der Kiste aus 60 Meter Höhe in den Kanal runter, pfff, ha. Nach dem vierten Versuch haben wir doch entschieden, dass wir das Werner lieber machen lassen. Ist ja nicht einfach in dem Moment, wo man weiß, jetzt passiert‘s wieder. Man wird ja jedes Mal kürzer auch um zwei, drei Rückenwirbel. Ich bin immer noch bei der Krankengymnastik.

Stimmt es, dass Sie nach der vielen Tot-Spielerei lange gebraucht haben, um wieder aufzuwachen?

Ich bin ja auch nachher oft noch in so eine Art gleitendes Koma gefallen. Wie sagt man zu dieser japanischen Kunst, wenn man ganz ruhig bleibt? Wenn man lange so in sich geht? – Meditatives Dauerliegen. Ich betreibe das heute noch. Immer um 20.15 Uhr muss ich mich hinlegen. Und kuck Fußball an – oder nicht. Bis morgens um drei.

Und wie war die Geschichte mit der Putzfrau?

Die hat sich zu Tode erschrocken, als sie mich in der Werkstatt wie tot daliegen sah. Ich habe übrigens alles ohne Doppelmann gespielt. Bis auf die Szene, wo ich in eine Harke treten muss. Das hat ein Stuntman übernommen.

Den Flachköpper haben aber Sie gemacht?

Das wollte ich auch. Das kann kein anderer. Der Sprung in knietiefes Wasser, das kann auch nicht jeder umsetzen. Man muss das Gelände lesen und die Wellenbewegung des Wassers mit einbeziehen.

Ist die Philosophie des Flachköppers echt oder nur für den Film entwickelt worden?

Die ist wahr. Der Flachköpper ist eine hochsensible Sportart, die wirklich ernsthaft betrieben werden muss. Wenn man das nicht macht, kann es zu Lähmungen oder zur Beendigung des Lebens kommen. Kinder sollen das nicht probieren.

Warum verspricht sich Werner soviel vom Flachköpper? Geht es um das Spiel mit dem sinnlosen Risiko?

Loslassen, darum geht‘s. Was Neues anfangen. In dem Augenblick, wo er abspringt, kann er nicht mehr zurück. Dieser Moment, dieses Kribbeln: Mach ich’s oder mach ich’s nicht? In einer Zehntelsekunde entscheidet sich alles.

Zu den Kommentaren

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Werner: Eiskalt!"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

    Kino.de Redaktion  
  • Werner knattert wieder ins Kino

    Werner knattert wieder ins Kino

    Nicht "beinhart", sondern "eiskalt" kehrt Werner auf die Leinwand zurück. Zeichner Brösel spielt sich wieder selbst.

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Drehbeginn bei "Werner - Eiskalt!"

    „Werner - Eiskalt!“ heißt das neue Kinoabenteuer der berühmt-berüchtigten Comicfigur, das derzeit in Kiel und Umgebung gedreht wird. Das Projekt ist eine Mischung aus Realfilm- und Animationssequenzen. Der Erfinder und Comiczeichner von Werner, Brösel alias Rötger Feldmann, übernimmt die Regie der Zeichentrickszenen. Feldmann spielt sich selbst als Brösel in den Realfilmteilen, weitere Rollen übernehmen Richard...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare