Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

  

Filmhandlung und Hintergrund

Von der alten Volkslegende inspirierter TV-Mysterythriller.

Im österreichischen Waldviertel hat die Legende vom „schwarzen Mann“ neue Nahrung erhalten, als ein kleiner Junge beim Versteckspiel tot umfällt. Kurz drauf ereilt einen Jugendlichen das gleiche Schicksal. Medizinstudentin Sophie glaubt nicht an die Ammenmärchen. Als auch die Tochter des Polizeichefs stirbt, ergibt die Mordserie ein Muster: Die Väter der Opfer eint ein düsteres Geheimnis. Und auch Sophie kleiner Sohn schwebt in großer Gefahr.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?: Von der alten Volkslegende inspirierter TV-Mysterythriller.

    Dieser Thriller ist ein treffendes Beispiel dafür, welchen entscheidenden Anteil die Musik an der Wirkung der Bilder hat: Erst die Kompositionen von Stephan Massimo quetschen den Horror aus den optisch oftmals harmlosen Einstellungen. Wenn ein Lehrer bei der Verfolgung des „schwarzen Manns“, der bereits mehrere Kinder und Jugendliche auf dem Gewissen hat, durch den Chemiesaal schleicht, ist es in erster Linie das Crescendo der Geigen, das an den Nerven zerrt. Hinzu kommen die mutwilligen Verfremdungen, die Kameramann Peter Nix seinen Bildern angedeihen lässt; gerade die subjektive Perspektive des Mörders sorgt immer wieder für zusätzliche Spannung.

    Die Geschichte (Wolfgang Brandstetter) ist hingegen vergleichsweise schlicht: Im beschaulichen österreichischen Waldviertel hat die Legende vom „schwarzen Mann“ neue Nahrung erhalten, als ein kleiner Junge beim Versteckspiel tot umfällt. Der Arzt des Ortes diagnostiziert plötzliches Herzverssagen. Als kurz drauf ein Jugendlicher volltrunken von einer Party nach Hause geht, ereilt ihn das gleiche Schicksal. Sophie (Luisa Katharina Davids), die ihr Medizinstudium in Berlin abgebrochen hat und in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist, glaubt nicht an die Ammenmärchen, die sich die Leute erzählen. Aber dann stirbt auch noch die Tochter des örtlichen Polizeichefs (Heio von Stetten), und plötzlich ergibt die Mordserie ein Muster: Die Opfer waren Kinder des Wirts, des Bürgermeisters und des Polizisten; und diese drei eint ein düsteres Geheimnis. Weil Sophies Vater (Miguel Herz-Kestranek) ebenfalls beteiligt war, droht auch ihr kleiner Sohn dem gesichtslosen Wesen zum Opfer zu fallen.

    Ähnlich wie in dem gleichfalls gelungenen Horrorfilm „Gonger“ (auch von ProSieben) geht es also um eine Schuld der Väter; ähnlich wie dort zieht die Regie (hier Christine Hartmann) alle Register, die das Genre bietet. Geradezu lustvoll schickt sie ihre allerdings etwas unbedarfte Heldin immer wieder in äußerst fiese Albträume. Größeren Anteil an der Wirkung als knarrende Türen und Dielen hat allerdings wie schon in „Gonger“ auch hier das vortreffliche Sounddesign, das Schnitte gern lautstark unterstützt und gemeinsam mit Massimos Musik dafür sorgt, dass die Geschichte einen enorm hohen Spannungspegel hat. Die Führung gerade der jüngeren Darsteller ist zwar nicht immer rundum gelungen, und seltsamerweise spricht im Waldviertel niemand österreichisch (der ORF war Koproduzent), aber das tut dem Nervenkitzel keinen Abbruch. tpg.

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