Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist

  1. Ø 5
   2015
Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist: ORF-LandKrimi.

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Kritikerrezensionen

  • In dem sehenswerten ORF-Landkrimi macht sich ein braver Kärntener Dorfpolizist auf Mördersuche bei seinen Mitbürgern unbeliebt.

    Die Geschichte dieses österreichischen „Landkrimis“ erinnert an einen anderen Film aus der ORF-Reihe, den das ZDF vor einigen Wochen gezeigt hat: Wie in „Drachenjungfrau“ wird eine junge Frau nach einem Brauchtumsfest tot aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen tragischen Unfall hin: Die 16jährige Barbara ist nach dem „Hüttenberger Reiftanz“ in einen Schacht gestürzt. Bei der Obduktion stellt sich jedoch heraus, dass sie schon vorher tot war. Der Mörder muss aus dem Dorf stammen, denn nur ein Einheimischer konnte wissen, dass der Schacht wegen einer Rettungsübung nicht gesichert war.

    Es gehört zum Konzept der in immer wieder anderen Bundesländern angesiedelten „Landkrimis“, dass ein Ermittler aus der Stadt die Mördersuche in der Provinz übernimmt. Hauptfiguren sind in der Regel jedoch die Dorfpolizisten, was den Geschichten einen zusätzlichen Reiz verleiht. In „Wenn Du wüsstest, wie schön es hier ist“ (ORF-Premiere war bereits im Dezember 2015 und somit ein Jahr vor „Drachenjungfrau“) ist dies ein Mann mit dem beredten Namen Hannes Muck. Der kleine Muck hat Hüttenberg nie verlassen und muss nun gegen seine Mitbürger ermitteln; eine gute Grundlage für eine Geschichte, die ebenso Drama wie Krimi ist. Trotzdem lebt der Film vor allem vom Hauptdarsteller. Gerhard Liebmann, famos als Mörder in „Der Tod ist unser ganzes Leben“ (2017), einem „Tatort“ aus München, versieht den Dorfpolizisten mit einer faszinierenden Unscheinbarkeit und vielen Zwischentönen. Dank eines Toupets und betont weicher Gesichtszüge wirkt er zehn Jahre jünger als in seiner Rolle als Kaffeehausbesitzer in der ZDF/ORF-Reihe „Spuren des Bösen“. Muck leidet sichtlich unter den Befragungsmethoden des überheblichen Klagenfurter Inspektors Plöschberger (Simon Hatzl), der keinerlei Rücksicht darauf nimmt, dass der Kollege weiter mit den Hüttenbergern zusammen leben muss, wenn der Fall geklärt ist. Plöschberger dreht jeden Stein um und stößt auf ein Geflecht aus Neid, Eifersucht und enttäuschter Liebe.

    Das Drehbuch stammt von den „Soko Kitzbühel“-Autoren Stefan Hafner und Thomas Weingartner, aber der interessantere Name ist ein anderer: Andreas Prochaska ist nicht nur wegen „Spuren des Bösen“ einer der spannendsten österreichischen Regisseure. „Wenn Du wüsstest, wie schön es hier ist“ funktioniert natürlich ganz anders als die Großstadtkrimis, zumal Thomas W. Kiennast in dem Dorfdrama eine ganz spezielle Atmosphäre entstehen lässt. Der Kameramann („3 Tage in Quiberon“) hat für Prochaska schon beim Alpenwestern „Das finstere Tal“ und dem spätmittelalterlichen Dreiteiler Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ für eine vorzügliche Bildgestaltung gesorgt. Seine Nebelbilder verströmen auch dank der interessanten Musik eine ähnliche Melancholie wie die Hauptfigur. tpg.

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