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Fakten und Hintergründe zum Film "Wen die Geister lieben"

Fakten und Hintergründe zum Film "Wen die Geister lieben"

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Produktion: Das Konzept des Films

Zahnarzt Dr. Bertram Pincus ist ein unausstehlicher Großstadtsnob, ein Einzelgänger, der ausschließlich mit sich selbst beschäftigt ist und für seine Mitmenschen in Manhattan nur Verachtung übrig hat. Sein ganzes mürrisches Weltbild stürzt jedoch nach einer Nahtod-Erfahrung komplett zusammen. Plötzlich kann er Tote sehen, mehr noch, es ist ihm sogar unmöglich, ihnen aus dem Weg zu gehen. Es nützt nichts – Pincus muss sich wohl oder übel mit diesen aufdringlichen und lästigen Geistern auseinandersetzen, und was noch schlimmer ist: Um diese nervtötenden Poltergeister wieder loszuwerden, muss er ihnen sogar helfen.

Die übernatürliche und gleichzeitig sehr menschliche Geschichte WEN DIE GEISTER LIEBEN stammt von Regisseur und Co-Autor David Koepp, der zu Hollywoods meistbeschäftigten Drehbuchautoren gehört. Er schrieb u. a. die Drehbücher zu den Welterfolgen Jurassic Park (1993) von Steven Spielberg, Brian De Palmas Carlitos Way (1993), David Finchers Panic Room (2002) und zu Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008). Als Regisseur und Autor zeichnete er für die hochgelobten Mysterythriller Das geheime Fenster (2004, nach einem Roman von Stephen King) und Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999) verantwortlich.

Okkulte und unheimliche Stoffe beherrscht Koepp also. Doch ihm kam niemals in den Sinn, eine Geistergeschichte als Komödie zu erzählen. Bis ihm eines Tages die Idee zu WEN DIE GEISTER LIEBEN kam, als er an einer Zahnarztpraxis vorbeiging: „Ich stellte mir einen Typen vor, der seinen Job als Zahnarzt liebt, weil er Menschen nicht ausstehen kann, und es ihm gefällt, dass sie nicht mit ihm reden können, während er arbeitet“, erinnert sich Koepp. „Ich erzählte meinen Schreibpartner John Kamps davon und er fragte mich: ’Was ist das Schlimmste, das einem eingefleischten Einzelgänger passieren kann?’ Die Antwort war einleuchtend und klar: natürlich, dass er plötzlich von Tausenden bedrängt wird und es keinen Zufluchtsort gibt.“

Von da an reifte die Idee, Manhattan als eine Geisterstadt zu zeigen, in der es buchstäblich vor unsichtbaren Geistern wimmelt. Bis eines Tages etwas schief geht: Während einer routinemäßigen Darmspiegelung wird Pincus’ Leben völlig auf den Kopf gestellt. Dazu Kamps: „Als mir Dave diese Idee eines misanthropischen Zahnarztes präsentierte, der von verzweifelten Geistern belagert wird, habe ich mir sofort Gedanken gemacht, wie die Story weitergehen könnte. Dann mussten wir anderen Verpflichtungen nachgehen und ließen die Sache eine Weile ruhen. Nach ein paar Monaten kam die Idee erneut auf und wir begannen, konkret darüber nachzudenken und erste Entwürfe zu entwickeln. Tausend Cola Lights später war WEN DIE GEISTER LIEBEN geboren.“

Je mehr sie über Bertram Pincus und seine Begegnung mit New Yorks Geisterwelt nachdachten, desto klarer wurde ihnen, dass sie Pincus als schrecklich asozialen Mann charakterisieren sollten, dem dringend die Augen geöffnet werden mussten. Dazu Koepp: „Pincus erinnert mich an den Warren- Zevon-Song ’Splendid Isolation’, in dem ein Mann sagt, er möchte gern in der Upper East Side leben und niemals auf die Straße runtergehen, und er möchte seine Fenster mit Alufolie bekleben, damit er keine anderen Menschen hören muss. Pincus hat ebenfalls einen Weg gewählt, so wenig wie möglich mit anderen in Kontakt zu treten. In seiner Vergangenheit gab es eine unglückliche Liebesgeschichte und jetzt möchte er einfach nur allein sein. Anfangs hilft er dem Geist von Frank Herlihy auch nur, weil der verspricht, ihm die die anderen Geister vom Leib zu halten, wenn Pincus im Gegenzug die Hochzeit von Franks Witwe verhindert.“

Pincus’ Kommunikationsprobleme geben der Geschichte ihre märchenhafte Struktur, denn die paranormalen Begegnungen machen aus ihm einen anderen Menschen, was den Film weit über eine reine Gespensterkomödie hinaushebt. „Wir wollten ein Märchen mit Biss und Tiefe erzählen“, sagt Koepp. „Emotionen sollte mindestens so viel Platz eingeräumt werden wie Gags. Schließlich geht es um ein Leben nach dem Tod, Trauer und Verlust, und da bedingt das eine das andere: Stehen keine echten Gefühle auf dem Spiel, ist es auch nicht lustig, und wenn man hin und wieder lachen kann, verstärkt es die Gefühle sogar noch.“

Als Koepp und Kamps festgelegt hatten, dass es Verstorbene sein sollten, die Pincus wieder in die Gesellschaft integrieren, schufen sie damit ihr eigenes Autoren-Paradies: Oder wer würde nicht gerne mal eigene ’Geisterregeln’ aufstellen? Dazu Koepp: „Es haben sich im Laufe der Zeit viele Regeln etabliert, etwa dass die meisten von uns keine Geister sehen können, diese aber durch alles hindurchgehen können. Oder, dass sie zwar den physikalischen Gesetzen folgen, aber nicht auf ihre Umgebung einwirken können. Darauf hat man sich sozusagen geeinigt. Aber wie man diese Regeln in einem Film interpretiert, ist eine ganz andere Sache. Ich entschied mich schon sehr früh dafür, dass unsere Geister nicht durch Spezialeffekte leben sollten, sondern durch ihren Witz und ihre Menschlichkeit. Außerdem wollte ich sie sehr simpel halten. Und dann haben wir einfach unsere eigenen Regeln aufgestellt, beispielsweise: Wenn man auf der Straße unerklärlicherweise niesen muss, ist man vielleicht gerade durch einen Geist gelaufen!“

Während Koepp und Kamps herumsponnen, kam ihnen plötzlich der Einfall, warum sich die Geister überhaupt an Pincus wenden. „Wir dachten darüber nach, wie in traditionellen Geistergeschichten immer alles rückwärtsgewandt ist“, erklärt Koepp. „Geister hängen nicht bei den Lebenden ab, weil sie noch etwas zu erledigen hätten, sondern im Gegenteil: weil ihre Hinterbliebenen noch etwas auf dem Herzen haben und nicht loslassen können. Und so lange, bis dieses etwas aus der Welt geschafft ist, stecken die Geister hier fest.“ Der Geist von Frank Herlihy entdeckt beispielsweise, dass nicht er es ist, der von seiner Frau loskommen muss, sondern Gwen ihn auf der Erde festhält, bis sie bereit ist, ihn loszulassen.

Sehr früh entschied sich Koepp außerdem dafür, die Geister während des ganzen Films für das Publikum sichtbar zu machen, ähnlich wie in Warren Beattys Der Himmel kann warten (1978). „Wenn jemand einen Geist sieht, den andere nicht sehen können, dann zeigt man üblicherweise, wie die Person mit dem Geist redet, dann gibt’s den Schnitt, und man sieht, wie die Person mit sich selbst spricht. Ein alter Gag, den ich vermeiden wollte. Wir erzählen aus Pincus’ Blickwinkel, und das bedeutet: Wir sehen die meiste Zeit, was er sieht… und das sind Gespenster, überall.“

Als Produzent Gavin Polone das Drehbuch zu WEN DIE GEISTER LIEBEN las, war er nicht überrascht, dass Koepp wieder einmal eine neue Richtung eingeschlagen hatte. Schließlich arbeiteten beide zu dem Zeitpunkt bereits seit über zwanzig Jahren zusammen. Erst war Polone Koepps Agent, später produzierte er Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt und Das geheime Fenster. „Es gibt nur wenige, die soviel auf dem Kasten haben wie Dave. Aber mit dieser Komödie zeigt er einmal mehr eine ganz neue Seite von sich“, sagt Polone. Der ausführende Produzent Ezra Swerdlow ergänzt: „David hat die Fähigkeit, aus großartiger Comedy und verschrobenen Figuren etwas sehr berührendes, liebenswertes und gleichzeitig witziges zu zaubern. Er ist sehr, sehr begabt.“

Obwohl Koepp bereits für viele renommierte Regisseure Drehbücher geschrieben hat, wollte er WEN DIE GEISTER LIEBEN von vornherein selbst inszenieren. Er hatte sogar schon genaue Vorstellungen von dem Film, bevor das Drehbuch fertig war. „Ich wollte die Geschichte ganz einfach halten, nur mit der Kamera die Darsteller einfangen. Meine frühen Filme, waren oft bis auf’s I-Tüpfelchen geplant. Diesmal wollte ich auf meine Lieblingsweise vorgehen: Die Story sollte sich während der Arbeit mit den Schauspielern weiterentwickeln.“ Doch dafür musste er die drei Hauptrollen mit absoluten Profis besetzen.

Produktion: Ricky Gervais als Dr. Bertram Pincus

In der romantischen Komödie WEN DIE GEISTER LIEBEN spielt Ricky Gervais seine erste Kinohauptrolle, einen Einzelgänger, dem eine ganze Horde Gespenster buchstäblich auf den Geist geht. Gervais war mit seiner komödiantischen Sensibilität geradezu perfekt für die Rolle des Bertram Pincus. Dazu David Koepp: „Ricky ist ein Meister des peinlichen, absonderlichen Humors. Das beherrscht er besser als jeder andere. Sobald sein Name ins Spiel kam, war es unmöglich, sich jemand anderen in der Rolle vorzustellen. Er hat seine ganzen zwanzig Jahre Comedy-Erfahrung in diese Rolle gesteckt.“

Und Gavin Polone fügt an: „Pincus ist Rickys Charakteren aus „The Office“ und „Extras“ sehr ähnlich, ein Misanthrop, der die unverschämtesten Sachen veranstaltet, und oft die Grenze zur Geschmacklosigkeit überschreitet. Aber Ricky ist dabei so charmant und unwiderstehlich, dass man ihm einfach nichts übelnehmen kann und ganz auf seiner Seite steht. Er weiß, wie er die Leute zum Lachen bringt, aber auch wie er sie zu Tränen rührt. So komisch er auch ist, hat er bei den gefühlvollen Szenen des Films einige seiner großartigsten Momente. Gervais war fasziniert von Pincus’ Menschlichkeit, die unter seinem miesen Verhalten begraben lag. „Er ist einerseits sehr menschlich, aber er ist eben auch ein mürrischer, sarkastischer Einzelgänger – bis er sich ganz langsam verändert“, sagt Gervais. „Mir gefiel dieser Erlösungsaspekt, denn das ist eines meiner liebsten Themen. Tief drinnen mag er ja ein Idiot sein, aber er hat auch ein großes Herz, es muss nur die richtige Person zum Vorschein bringen – was dann ja glücklicherweise auch passiert.“

Außerdem fand Gervais, dass der Reiz des Films, trotz seiner übernatürlichen Atmosphäre, in erster Linie von den realistischen, manchmal sarkastischen Figuren ausgeht. „Abgesehen von den Geistern, geht es doch recht normal zu, und die Story dreht sich um zentrale Themen, die jeden betreffen: Einsamkeit, Verlust, Eifersucht, Liebe“, sagt er. „Spezialeffekte und übernatürliche Gags spielen keine Rolle. Es geht um die Beziehung zwischen Pincus, Frank, Franks Ex-Frau und ihre vertrakte Situation.“ Gervais war klar, dass Pincus mit Abstand seine größte Herausforderung als Schauspieler werden würde. „Eine echte Feuertaufe, schließlich hatte ich im Kino bis dahin nur ein paar Cameos absolviert. Mir war schon etwas flau im Magen, obwohl ich ja einen kleinen, fetten Mann aus London spiele, eine Rolle, die mir nur zu vertraut ist“, lacht er.

Co-Star Greg Kinnear findet, Gervais’ Performance gehe weit über ein Typ-Casting hinaus. „Ricky hat Pincus zum Leben erweckt“, sagt er. „Es ist unsagbar schwierig, dem Publikum einen Typen näher zu bringen, der einerseits ein gehässiger, schrecklicher Kotzbrocken ist und andererseits so witzig, bissig und berührend. Es gibt nicht viele Darsteller, die diesen Drahtseilakt hinbekommen.“ Obwohl Gervais für die Dreharbeiten seine geliebte Heimat London verlassen musste, war er begeistert, an einer Liebeserklärung an New York mitzuarbeiten. „Ich verehre die Stadt, in Manhattan hat jedes Filmbild grundsätzlich ikonischen Charakter. Es war großartig, dort zu drehen.“

Manhattans Architektur, der Central Park und das Metropolitan Museum of Modern Art funktionieren darüber hinaus wie echte Nebenfiguren. Die Geister fühlen sich dort genauso zuhause wie die Lebenden – in der Stadt der tausend Möglichkeiten: Jeder, der in dem Film herumläuft, kann vom Bus überfahren werden, von Geistern besucht werden oder in jemanden hineinstolpern, der sein Leben für immer verändert.

Produktion: Greg Kinnear als Frank Herlihy

Ein hartnäckiges Gespenst bringt Bertram Pincus’ bislang geistloses Leben ganz besonders durcheinander: Frank Herlihy, einst ein attraktiver, eleganter, aber entschieden untreuer Ehemann, der urplötzlich sein Leben verloren hat, und nun hofft, für seine verwitwete Frau wenigstens jetzt das Richtige zu tun. Doch das heisst, dass er denletzten Rest seiner New Yorker Nonchalance ablegen und Pincus penetrant auf die Pelle rücken muss, damit dieser ihm hilft. Für die Rolle kam nur jemand in Frage, der einen liebenswerten Mann voller Schwächen verkörpern konnte.

Niemand erfüllte die Voraussetzungen besser als Greg Kinnear, der es mit einigen der größten Komödienhits der letzten Jahre zu Bekanntheit brachte. Darunter Little Miss Sunshine (2006) und Besser geht’s nicht (1997). „Als Greg ins Spiel kam, sah ich mir einige seiner vorherigen Filme an und war begeistert von seinen wunderbar schurkischen Qualitäten“, sagt Koepp. „Er kann fragwürdiges Verhalten sehr liebenswürdig rüberbringen. Vor fünfzig Jahren hätte Cary Grant den Geist von Frank Herlihy gespielt. Greg ist ein perfekter Nachfolger.“

Kinnear gefiel Frank Herlihys Dilemma eines Geists, der sich von seinen irdischen Fesseln befreien möchte und Pincus deshalb wie ein moderner Cyrano de Bergerac coacht, damit der unbeholfene Misanthrop Franks Ex-Frau von ihrem zukünftigen Mann weglockt. „Frank hat noch was zu erledigen“, sagt Kinnear. „Die Ausgangslage des Films ist absolut packend: zwei Männer – einer tot, einer lebendig – die sich beide mit ungelösten Problemen herumschlagen müssen“. Er ergänzt: „Das Drehbuch war so lebhaft geschrieben und ich mochte die Figuren, die auf den ersten Blick eher unangenehm wirken, aber dann ihre Aufrichtigkeit und ihren Anstand offenbaren. Ganz langsam fangen sie an, sich zu verändern.“

Auch Kinnear gefiel es, dass an Originalschauplätzen in Manhattan gedreht wurde. „Wenn es einen Film gibt, der nirgendwo anders hätte entstehen können, dann dieser“, sagt er. „New York steckt so voller Leben und ist dabei gleichzeitig so alt und geschichtsträchtig. Diese Geschichte voller Geister, die nach Erlösung streben, passt so wunderbar hierher.“ Darüber hinaus reizte es Kinnear, mit Téa Leoni zu arbeiten – obwohl er anfügt, dass es dazu kaum kam, weil er für sie im Film ja meist unsichtbar blieb. „Ich wollte schon so lange mit ihr drehen, aber das zählt jetzt nicht“, scherzt er. „Denn im Film sieht mich ihre Figur ja nie, weil ich tot bin. Es bleibt also dabei: Ich möchte nach wie vor sehr gern mal mit ihr zusammenarbeiten.“

Produktion: Téa Leoni als Witwe Gwen

Im Zentrum von WEN DIE GEISTER LIEBEN steht Franks Witwe, die brillante, mumienbesessene Archäologin Gwen. Für die Rolle schwebte David Koepp ein Schauspielertypus vor, den es heutzutage kaum noch gibt – eine klassische Screwballkomödiantin, die über innere Eleganz und Intelligenz verfügt und selbst in den absurdesten und witzigsten Situationen zu glänzen vermag. Mit Téa Leoni, die zuletzt in den Komödien You Kill Me (2008), Dick und Jane – Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen (2006) und Spanglish (2005) überzeugte, fand Koepp, wonach er suchte. „Téa ist eine unserer begabtesten Komödiantinnen“, sagt er. „David Denby vom ’New Yorker’ verglich sie mit Carole Lombard, was ich nur bestätigen kann. In WEN DIE GEISTER LIEBEN spielt sie eine Archäologin, die von den sehr alten, sehr toten Menschen aus vergangener Zeit fasziniert ist. Eine Paraderolle in einer Komödie über den Tod – und Téa spielt sie absolut glaubwürdig.“

Am Anfang von WEN DIE GEISTER LIEBEN muss sich Gwen gleich von zwei Schocks erholen, nämlich dem Tod ihres Ehemannes und der Tatsache, dass er sie nach Strich und Faden betrogen hat. Während sie versucht, die Vergangenheit zu verarbeiten, rechnet sie selbstverständlich nicht damit, jemals wieder von Frank zu hören - besonders nicht aus dem Jenseits mit einem plumpen Zahnarzt als Vermittler. Leoni fand diese Ausgangssituation unwiderstehlich. „Nach allem, was sie durchgemacht hat, ist Gwen jetzt an einem Punkt im Leben angekommen, wo sie im richtigen Moment sagt, was zu sagen ist“, findet Leoni.

„Sie ist sehr direkt, was sie urkomisch macht und manchmal auch etwas unbeholfen wirkt.“ Zusätzlich zu den schlagfertigen Scharmützeln, die sie sich mit Ricky Gervais liefert, gefiel Leoni, dass der Film nie seinen verschrobenen Blick aufs Ganze verliert. „Die Idee, dass Geister bei uns herumhängen, weil die Lebenden sie nicht gehen lassen, finde ich sehr romantisch. Es hat etwas Bewegendes, sich vorzustellen, dass der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen den Verstorbenen festhält und nur der Hinterbliebene ihm den ewigen Frieden geben kann.“ Am Set ließ sich Leoni schnell von Ricky Gervais’‚ alles ist erlaubt’-Motto anstecken. „Sein komödiantisches Gespür ist schon fast unheimlich“, sagt sie. „Wie man ihn mit seiner ganz speziellen Art von Humor identifiziert, erinnert er mich an Woody Allen. Man möchte diese faszinierende, offensichtlich verrückt gewordene Welt, in die der arme Teufel gerät, unbedingt durch seine Augen sehen.“

Doch so sehr Leoni die Arbeit mit Gervais auch liebte, verlangte ein ganz anderer Kollege ihre volle Aufmerksamkeit: eine 90 kg schwere Dänische Dogge, die Gwens „Puppy“ spielt. „Ich habe noch nie ein so riesiges Tier gesehen, das noch als Hund durchgeht“, lacht sie. „Seine Hängebacken sind groß wie Trenchcoats. Wenn ich ihn spazierenführte, hat er mir buchstäblich die Schuhe ausgezogen! Aber ich liebe die Hundeszenen des Films wegen ihrer wunderbaren, märchenhaften Stimmung.“ Mit Kinnear gab es hingegen ganz andere Probleme. „Es ist schwierig, mit jemandem zu spielen, den man eigentlich gar nicht sehen soll. Aber ich konnte nichts dagegen machen, ich musste Greg einfach ständig ansehen“, sagt sie. „Er ist so auf zack und lustig – und zeigt als Frank gleichzeitig eine wunderbare männliche Verletzlichkeit, die Gwen in ihm auslöst.“

Produktion: Die weiteren Rollen…

Gwens Verlobter Richard spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in WEN DIE GEISTER LIEBEN. Er wirkt fast zu gut, um wahr zu sein, ein ungemein ehrlicher, aufrichtiger Anwalt für Menschenrechte. Doch Frank hält ihn für einen nichtsnutzigen Lügner, der etwas zu verbergen hat – ein Typ, wie Frank selbst einer war, als er noch lebte. Der populäre TV-Schauspieler Billy Campbell, der zuletzt mit der Serie „4400 – Die Rückkehrer“ erfolgreich war und für die Serie „Noch einmal mit Gefühl“ 2000 für einen Golden Globe nominiert wurde, spielt den unantastbaren Richard. Eine Rolle, die Koepp den „Dean- Martin-Part“ nennt – aufrecht, geradlinig und ein Ausgleich zu den Albernheiten, die zwischen Ricky Gervais und Téa Leoni vor sich gehen.

Campbell hat diese Aufgabe sehr genossen: „Ich fühlte mich in meine Anfangszeit beim Improvisationstheater zurückversetzt. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß bei Dreharbeiten“, sagt er. „Ricky ist so energetisch, sein Verstand so schnell und messerscharf. Ich musste alles aufbieten, um mithalten zu können. Und Téa hält man auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt für eine geniale Komikerin, aber glauben sie mir: das ist sie! Dann noch Greg Kinnear. Ich konnte manchmal wirklich nicht glauben, dass ich mit diesen drei großartigen Comedians zusammenarbeite.“

Der unglaublich vielschichtige Humor von WEN DIE GEISTER LIEBEN gefiel Campbell ebenfalls. „Es handelt sich natürlich um eine romantische Komödie, aber andererseits ist es auch ein ironischer Kommentar darauf, wie wir mit Verlust und Verstorbenen umgehen“, sagt er. „Im Grunde lässt sich der Film auf ein Einstein-Zitat komprimieren, wonach sich ein Leben nur lohnt, wenn man für andere da ist. David Koepps Brillanz besteht darin, die Botschaft nicht zu aufdringlich zu gestalten, sondern mit intelligentem Witz zu verpacken. Der Film istungemein warmherzig und rührend, aber auch oft zum Totlachen“.

Produzent Gavin Polone findet, dass Campbells Geradlinigkeit in der Rolle den Humor nur noch verstärkt. „Es ist viel witziger, weil Billy sich eben nicht als Blödmann entpuppt, sondern jemand, den man einfach ins Herz schließen muss. Das macht es für den armen Pincus natürlich umso schwerer“, sagt er.

Auch für die kleineren Rollen suchte Koepp nach Schauspielern, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. Dazu gehören die Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin Dana Ivey als übellauniger Geist Mrs. Pickthall und „Saturday Night Live“-Star Kristen Wiig als Ärztin, die bei Bertram Pincus die schicksalhafte Darmspiegelung vornimmt. Dazu Ivey: „Ich mochte den außergewöhnlichen Mix aus Humor und Menschlichkeit. Wenn wir über die ganzen menschlichen Schwächen darin lachen, lachen wir eigentlich über uns selbst. An den Geistern wie Mrs. Pickthallgefiel mir, dass sie nicht wie halbverwesteLeichen herumlaufen, sondern auf ihre Art sehr lebendig sind und wir sie wie echte Menschen spielen.“

Wiig sagt, ihre Verehrung für Ricky Gervais habe sie zu WEN DIE GEISTER LIEBEN hingezogen: „Er ist genial und ich wollte immer schon mal mit ihm zusammenarbeiten. Für mich ist ein Traum wahr geworden. Ricky inspiriert einen zu den witzigsten Ideen. Größtenteils haben wir uns natürlich an das tolle Skript gehalten, aber David Koepp ließ uns genügend Freiheiten, um unsere Figuren zu entwickeln. Außerdem war es einfach unwiderstehlich, den Augenblick des Todes dermaßen auf die Schippe zu nehmen. Wenn man Humor in etwas an sich überhaupt nicht Komischem sucht, erlebt man die größten Überraschungen“, sagt sie. Auch für die anderen Geister in Manhattans Jenseits mussten prägnante Darsteller gefunden werden.

„Jeder von ihnen, und sei er auch noch so kurz im Bild, sollte absolut liebenswert wirken“, erklärt Produzent Gavin Polone. „Unsere Castingchefs Pat McCorkle und John Papsidera haben ganze Arbeit geleistet und ein wunderbares Geisterensemble zusammengestellt.“

Produktion: Das Design der Geisterstadt

Es gibt unzählige Filme, die Manhattans Zauber und romantische Ausstrahlung eingefangen haben. Dennoch gelang es WEN DIE GEISTER LIEBEN einen überraschend unverbrauchten Blick auf die Metropole zu werfen – bunt, gediegen und wunderschön wie immer, aber ausgestattet mit einer wuseligen Subkultur Verstorbener aus allen Teilen der Bevölkerung, die direkt unter der sichtbaren Oberfläche der Stadt ihr Dasein fristen.

Es stand nie zur Debatte, WEN DIE GEISTER LIEBEN woanders als an Originalschauplätzen zu drehen. „Es gibt keine Alternative zu New York“, stellt der ausführende Produzent Ezra Swerdlow fest, „und wir konnten uns glücklich schätzen, in den Museen, Restaurants, Straßen, dem Central Park, der gesamten Upper East Side und in der Fifth Avenue drehen zu dürfen. Dadurch erhält unser Film dieses unverwechselbare New-York-Feeling, das Leute befällt, sobald sie ihre Lieblingsorte wiedererkennen.“ Das künstlerische Team hatte die schwierige Aufgabe, Manhattans ikonografische Orte neu und anders aussehen zu lassen.

Kameramann Fred Murphy, der mit Koepp schon an Das geheime Fenster (2004) und Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999) zusammenarbeitete, Produktionsdesigner Howard Cummings, der ebenfalls an Der geheime Garten und an Koepps Der große Stromausfall – Eine Stadt im Ausnahmezustand (1996) mitarbeitete, und die New Yorker Kostümdesignerin Sarah Edwards, die hier erstmals für Koepp tätig war, leisteten gespenstisch hervorragende Arbeit.

Fred Murphy schuf die reichen Bilderwelten. Dazu Swerdlow: „Fred ist ein wahrer Kamerakünstler, ein hochsensibler, sehr erfahrener Filmemacher und absoluter Profi. Und er hat ein sensationelles Auge. Er lässt alle Schauspieler gut aussehen, weiß, wie man große, aber auch kleine intime Szenen ausleuchtet, und wie man New York bei Nacht ins rechte Licht rückt.“ Murphy und Cummings stießen schon früh zu der Produktion und hatten schnell Ideen, wie der Film visuell umzusetzen wäre. „Das herbstliche New York mit seinen Farben hat uns sehr inspiriert“, erinnert sich Cummings. „Wir beschlossen, den Film am Ende des Sommers beginnen zu lassen und den herbstlichen Ton zu verstärken, je weiter die Story voranschritt. Außerdem schwebte uns ein ursprünglicher, unverfälschter Blick auf New York vor, der die Stadt und ihre Bewohner so zeigt, wie sie wirklich aussehen.“

Zusätzlich zu den Originalschauplätzen des Films schuf Cummings diverse Sets in den Steiner Studios im Brooklyn Navy Yard. Dort entstanden beispielsweise Pincus’ und Gwens sehr unterschiedliche Apartments, die der Produktionsdesigner mit vielen Details zum Leben erweckte. „Sie leben zwar beide in einem Fifth-Avenue-Gebäude inklusive Portier, aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf“, erklärt er. „Pincus’ Wohnung ist sehr ordentlich, aufgeräumt und erstaunlich unspektakulär, ohne Blick auf den Park. Gwens hingegen ist lichtdurchflutet und bunt, vollgestopft mit Souvenirs von ihren Weltreisen.“ Auch bei Pincus’ Zahnarztpraxis, dem Schauplatz vieler witziger Momente, spielte Cummings mit den Gegensätzen zur Praxis von Dr. Prashar (Aasif Mandvi). Bei Pincus ist alles langweilig und zweckmäßig eingerichtet, bei seinem Partner Dr. Prashar hingegen freundlich, einladend und sympathisch – mit Familienfotos und Postern, also allem, was Pincus sturköpfig verachtet – bis zu seiner Metamorphose.

Für Cummings war es am aufregendsten, an den legendären Orten New Yorks, wie dem Museum of Modern Art und im Central Park zu drehen. Im Museum entstand eine Szene im spektakulären Tempel von Dendur, der während eines Vortrags über Gwens jüngste Mumienentdeckungen als imposanter Hintergrund diente. „Eine dramatische Location, die unserem Film zusätzliche Größe verleiht und gleichzeitig Gwens Bedeutung als weltweit anerkannte Ägyptologin unterstreichen soll“, sagt er. Swerdlow ergänzt: „Dave wollte schon immer einmal im Tempel von Dendur drehen. Ein prächtiger Drehort und der ehrfurchtgebietendsten Schauplatz des Films.“

Die Dreharbeiten im MoMA stellte die Produktion vor gewaltige Zeitprobleme, schließlich musste die aufwändige Szene, für die sie einen riesigen Kamerakran benötigten, im Kasten sein, bevor die Tore des Museums öffneten und Hunderte Besucher zu dem Tempel strömten. „Im MoMA zu filmen, ist sehr heikel“, sagt Swerdlow, „denn man darf sich keine Fehler erlauben, weil man nicht wirklich von vorne anfangen kann. Das bedeutet natürlich viel Druck. Aber wir hatten Glück, alles klappte reibungslos und sieht großartig aus.“ Außerdem drehte man im ebenso schönen Ägyptischen Sektor des Brooklyn Museum, einem würdigen „Double“ für das MoMA in einigen Szenen.

Gwens preisgekrönte Mumie Pepi III., deren Dentalbakterien Gwen und Pincus erstmals aufeinandertreffen lassen, wurde der Mumie von Pharao Ramses I, dem Gründer der 19. Dynastie Ägyptens, nachempfunden „Auf Basis von Ramses I. stellten wir ein Skelett her und überzogen es mit verschrumpelter, ausgetrockneter Haut aus Latex und Farbe“, erklärt Cummings. „Es sah so echt aus, dass wir damit einige Menschen im Museum hinters Licht führen konnten“.

So wie das MoMA New Yorks Kultur repräsentiert, stehen die Szenen im Central Park für Manhattans Romantik und Schönheit. Weil der Park schon so häufig in Filmen zu sehen war, wählte Cummings eher unbekanntere Ecken aus, darunter den Literary Walk, ein Gebiet am südlichen Ende der Promenade „The Mall“, wo Statuen von Shakespeare, Walter Scott, Robert Burns und anderen Schriftstellern stehen. „Ich habe den Literary Walk immer geliebt. Es hat was einzigartig verwittertes, wie die Bäume miteinander verflochten sind und die Parkbänke aussehen. Sehr beschaulich und romantisch“, sagt der Designer.

Dass New York in WEN DIE GEISTER LIEBEN so wunderbar zum Leben erweckt wurde, liegt nicht an den Schauplätzen und der Kameraarbeit allein, sondern auch an den Kostümen der Designerin Sarah Edwards, die zuletzt für den Oscar-prämierten Film Michael Clayton (2008) tätig war. Ihre Arbeit begann mit Pincus’ Look, der absolut uncharismatisch wirken sollte. Ein Mann, dessen Leben sich ausschließlich zwischen Zahnarztpraxis und Zurückgezogenheit abspielt. „Seine Kleidung sollte einfach freudlos aussehen“, erklärt sie. „Eintönig, viel schwarz, grau und braun. Sogar seinen Zahnarztkittel haben wir für den speziellen Pincus-Look umgenäht. Je weiter die Story vorangeht, desto mehrverändert Pincus sich. Wärmere Farben, sogar sein Haar ist nicht mehr so streng frisiert.“

Greg Kinnear brauchte dagegen nur ein todschickes Outfit, denn seine Figur Frank Herlihy stirbt im Smoking. „Er sieht auf ewig so aus, als ginge er auf eine edle Dinnerparty. Er trägt einen Smoking von Canali, sehr elegant, aber nicht zu aufdringlich, so dass man ihn den ganzen Film über ansehen mag.“ Am meisten Spaß brachte Edwards allerdings die Arbeit an Gwens auffälliger Garderobe. „Sie ist eine wunderbare Figur, so gebildet und smart“, sagt sie. „David wollte nicht, dass sie zu folkloristisch gekleidet ist, nach dem Motto: ’Ich bin eine Ägyptologin auf Safari!’ und wie eine Karikatur wirkt. Téa sollte attraktiv und glaubwürdig aussehen. Es war eine Freude sie einzukleiden, weil sie so kooperativ war. Für eine Partyszene im MoMA probierten wir rund 25 verschiedene Abendkleider an und entschieden uns – ganz New York – schließlich für die klassische Variante… und sie sah hinreißend aus.“

Edwards’ größte kreative Herausforderung waren jedoch die Kostüme der unzähligen Geister der kürzlich Verstorbenen, die in ihren letzten Outfits gefangen sind, was auch immer sie gertragen haben mochten. „Die Geister unterschieden sich natürlich von herkömmlichen Filmgeistern, weil sie eben nicht aus einer anderen Zeit stammen und nicht entsprechend altertümlich aussehen. David schlug vor, dass der älteste Geist, der durch die Erinnerungen seiner Hinterbliebenen in unserer Welt festsaß, so aus den 1940ern stammen sollte“, erklärt Edwards.

„David wollte, dass die Geister höchst unterschiedlich aussahen und wir sichteten viele Fotos. Wir haben beispielsweise ein altes Ehepaar aus den 1960ern, eine Krankenschwester aus dem Zweiten Weltkrieg, einen Cop aus den 1970ern, der wie Al Pacino in Serpico gekleidet ist, einen bedauernswerten Kerl, der nackt gestorben ist, einen Hardcore-Biker, einen Tennisspieler und ein paar reizende Damen. Alle wurden über den Film verteilt und gemischt. David wollte nicht, dass ein spezifischer Look überhand nahm.“

Weil die Seele von WEN DIE GEISTER LIEBEN in den Performances der Schauspieler lag – auch, was die Geister betraf – begrenzte er die Spezialeffekte auf ein nötiges Minimum. „Wir wollten keinen Effekt-Film drehen, aber die übernatürlichen Phänomene sollten schon elegant aussehen“, erklärt Ezra Swerdlow. „Der wichtigste Geister-Effekt bestand in ihrer Fähigkeit, durch Objekte gehen zu können, egal ob durch Busse, Gebäude oder sogar Menschen. Darauf konzentrierten wir uns bei der Computerarbeit, denn es sollte nicht plump wirken.“

Abgesehen von diesen nahtlos integrierten CGISequenzen, drehte sich alles um die Story und die Schauspieler. Gavin Polone fasst zusammen: „WEN DIE GEISTER LIEBEN ist ein urkomischer Film über Menschen und große Gefühle: Verlust, Schuld, Sehnsucht und Liebe. Darum kamen wir überein, dass wir den Film nicht mit visuellen Effekten überfrachten wollten. Alle Spezialeffekte dieser Welt sind überflüssig, wenn man sich nicht mit den Figuren identifiziert.“