Welcome

  1. Ø 4
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Welcome: Bewegendes, um Authentizität bemühtes Drama über einen jungen kurdischen Flüchtling, der über den Ärmelkanal nach England zu seiner Freundin schwimmen will.

Der 17-jährige Kurde Bilal schafft es vom Irak nach Europa zu gelangen. Er möchte seine mit der Familie nach England emigrierte Freundin wieder finden und eine Fußballerkarriere starten. Doch vorerst strandet er in Calais an der Nordküste Frankreichs. Sein Plan ist durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Der Franzose Simon, ein Schwimmlehrer, kümmert sich um ihn und trainiert ihn. So möchte er Eindruck auf seine Ex-Frau machen und sie zurückgewinnen.

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Kritikerrezensionen

  • Das französische Drama „Welcome“ von Regisseur und Drehbuchautor Philippe Lioret besichtigt mit unbeschönigtem Realismus einen Teil des gegenwärtigen Frankreich, den nicht einmal die Einheimischen kennen. Zumindest schaut der Schwimmlehrer Simon nicht hin, wenn in seiner Heimatstadt Calais junge Araber nicht in einen Laden eingelassen werden oder frierend am Hafen stehen und auf die Mahlzeit warten, die eine Wohlfahrtsorganisation austeilt. Doch als Simon den 17-jährigen Flüchtling Bilal kennen lernt, wird er selbst zur Zielscheibe für Repressionen der Behörden.

    Das riesige Hafengelände von Calais am Ärmelkanal ist Zielort Tausender illegaler Einwanderer, die nach England wollen. Doch die Behörden bewachen die Grenze lückenlos. Sie suchen die Lastwägen, in denen sich Flüchtlinge verstecken könnten, mit Herzschlag- und Atemluftdetektoren ab. Bilal und seine Gruppe, die sich in einem Laster versteckt, stülpen sich deswegen Plastiktüten über den Kopf. Doch Bilal gerät in Panik und die Polizei holt alle aus dem Fahrzeug.

    Man sieht Bilal fortan am Hafen mit unzähligen anderen obdachlosen Flüchtlingen auf die Essensausgabe einer Hilfsorganisation warten. Und weil Bilal erzählt, dass er im Schwimmbad geduscht hat, stürmen alle das Bad – nur um von Simon rausgeworfen zu werden. Der vom Leben enttäuschte ehemalige Sportler, den seine Frau verlassen hat, beginnt sich für seinen ehrgeizigen Schüler Bilal zu interessieren. Zwar möchte er anfangs nur Eindruck bei seiner Frau schinden, als er Bilal und einen Kumpel in seine Wohnung mitnimmt. Doch dann erwacht auch sein rebellischer Geist, weil die Behörden ihn ins Visier nehmen. Entgeistert muss Simon feststellen, dass es illegal ist, die Flüchtlinge in Calais im Auto mitzunehmen, und erst recht, sie bei sich übernachten zu lassen.

    „Welcome“ ist in diesem schonungslosen Drama die Aufschrift auf dem Fußabstreifer des Nachbarn von Simon. Der Mann schaltet die Polizei ein, als er Simon mit den beiden Fremden ins Haus kommen sieht. Simon wird von Vincent Lindon als herzlicher Mensch unter einer rauen Schale gespielt, der Laiendarsteller Firat Ayverdi zeigt Bilal als schüchternen, aber von seinem Schwärmen für Mina beflügelten Jugendlichen. Umsonst versucht Simon, ihn von seinem Fluchtplan nach England abzubringen. Sogar die Telefonanrufe von Mina, die an einen anderen Mann verheiratet werden soll und ihm rät, nicht nach London zu kommen, bewirken das Gegenteil: Bilal schwimmt los.

    Regisseur Lioret inszeniert das Drama mit staunendem Blick für ein Frankreich, das er zum ersten Mal sieht. Der Alltag der illegalen Einwanderer, die auf dem riesigen Hafengelände herumstehen und nicht nach England dürfen, aber in Calais unerwünscht sind, ist streng abgeschnitten von dem Leben der Einheimischen. Freundschaften wie die zwischen Bilal und Simon sollen gar nicht erst entstehen. Doch die Abschottung vor dem Flüchtlingselend bedeutet auch die Beschneidung der Freiheit und Bürgerrechte für die Einheimischen: Diese Verknüpfung thematisiert das zeitgenössische Kino zurzeit auch in Frankreich.

    Fazit: Das realistische Drama beleuchtet die Ausgrenzung illegaler Einwanderer in der französischen Hafenstadt Calais.
  • Bewegendes Drama über einen jungen kurdischen Flüchtling, der sich gegen sein Migrantenschicksal auflehnt, um seine Würde und seine große Liebe kämpft.

    „Die illegalen Einwanderer von Calais sind in der Situation der Juden von 1943“. Dieser Interviewsatz von Philippe Lioret erboste den für Immigration zuständigen französischen Minister, der dem Regisseur vorwarf, mit dieser Äußerung eine Grenze überschritten zu haben. Die heutige französische Polizei mit der des Vichy-Regimes zu vergleichen, sei obszön. Mit „Welcome“ (Prix Lux des Europäischen Parlaments und Verleihförderpreis bei den Französischen Filmtagen in Tübingen) legt Lioret den Finger auf die Wunde, macht entwürdigende Zustände öffentlich und löste eine kontroverse Debatte aus. Denn nicht nur die Illegalen werden verfolgt – auch Franzosen, die ihnen helfen, müssen mit Strafen rechnen.

    Die Geschichte: Ein 17-jähriger Kurde schafft es vom Irak nach Europa, bis an den Ärmelkanal. Er möchte seine mit der Familie nach England emigrierte Freundin wieder finden und eine Fußballerkarriere starten. Doch er strandet in Calais an der Nordküste Frankreichs. Unbeirrbar verfolgt er seinen Plan, die meist befahrene Schifffahrtsstraße der Welt schwimmend zu durchqueren. Im örtlichen Hallenbad freundet er sich mit dem Schwimmlehrer an, der ihn trainiert und ihm und seinem Freund Unterschlupf bietet. Er tut es nicht aus reinem Altruismus, sondern auch um seine Ex-Frau zurück zu gewinnen.

    Lioret arbeitete mit zahlreichen Laien schnell und ohne Proben und lässt die Kamera sie diskret beobachten. Trotz höherer Kosten als in Rumänien oder Tschechien wollten Produzent Christophe Rossignon und Lioret on location drehen auf den Straßen in Calais, am riesigen Kanalhafen und am Strand, um durch die authentische Umgebung dem Film eine ganz besondere Wahrheit zu verschaffen. Es stehen weniger die politischen, sozialen oder kulturellen Hintergründe der Flucht im Fokus, auch wenn sich der Blick auf die gleichgültige oft feindliche Haltung in der Bevölkerung bis hin zur Denunziation richtet. Lioret geht es vor allem um das individuelle Schicksal zweier Männer und ihre ungeordneten Gefühle – Vincent Lindon, der einsame und enttäuschte Ältere, Firat Ayverdi der hoffnungsvolle und tatkräftige Jüngere. Keine Larmoyanz, sondern Wut über eine repressive Politik, aber auch tiefe Emotionen bestimmen den leisen und aufrichtigen Ton des an in seiner Radikalität an Ken Loach erinnernden vielschichtigen Dramas, das gleichzeitig auch ein berührender Liebesfilm ohne Happy End ist. mk.

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