Filmhandlung und Hintergrund

Doku des Oscar-prämierten Regisseurs Alex Gibney über die Entstehung einer der berühmtesten und berüchtigtsten Websites der Welt.

Schon 1989 wird der australische Hacker Julian Assange mit einem Computer-Virus in Verbindung gebracht, der den sorglosen Start einer Raumsonde mit Plutonium-Batterie ahnden soll. Aber erst viele Jahre später gelingt ihm sein größer Coup: Die Gründung der Internet-Plattform Wikileaks, die anonym Geheimnisse enthüllt, die Regierungen ihren Bürgern vorenthalten. Rasch steigt Assange zum dubiosen Bannerträger der Transparenz auf, von den USA erbost als Terrorist betitelt. Sein wichtigster Zuträger, der idealistische US-Soldat Bradley Manning, steht schließlich vor Gericht.

Mit der Gründung der Enthüllungs-Website Wikileaks verändert Julian Assange die Weltpolitik. Doku des Oscar-prämierten Regisseurs Alex Gibney über die Entstehung einer der berühmtesten und berüchtigtsten Websites der Welt.

Bilderstrecke starten(28 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Der Dokumentarfilm "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" bietet eine umfassenden Überblick über die Ereignisse, die der Enthüllungsplattform in den vergangenen Jahren viel öffentliche Aufmerksamkeit bescherten. Den Oscar-gekrönten Dokumentarfilmer Alex Gibney ("Enron: The Smartest Guys in the Room", "Taxi zur Hölle") interessiert vor allem auch die schillernde Persönlichkeit des WikiLeaks-Gründers Julian Assange. Ausführlich wird außerdem der Beitrag des Hauptinformanten Bradley Manning diskutiert, dem eine hohe Gefängnisstrafe droht. Der Film ist nicht nur sehr informativ, sondern streckenweise spannend wie ein Thriller.

      Gibney konnte weder Assange, noch Manning für den Film interviewen. Er würdigt zunächst mit Statements von Experten, Journalisten und Weggefährten den geradezu revolutionären Beitrag Assanges, das Internet als politisches Enthüllungsmedium zu erschließen. Den im Titel zitierten Satz, "Wir stehlen Geheimnisse", sagt im Film übrigens der ehemalige CIA-Direktor Michael Hayden. Gibney legt damit dar, dass WikiLeaks etwas vorgeworfen wird, was Regierungsbehörden ungehindert tun - auch unter Nutzung des Internets. Später holt Gibney den WikiLeaks-Star Assange teilweise vom Sockel, indem er fragt, ob er sich seit 2010 nicht auch selbst demontiert hat und die Webseite gleich mit.

      Lobenswert ist, dass der Film den Bekanntheitsgrad des unglücklichen Informanten Bradley Manning erhöht. Fehlendes Bildmaterial ersetzt Gibney hier mit einem wirkungsvollen Mittel: Er lässt die sehr persönlichen Chatbeiträge des Soldaten mit einem Gesprächspartner im Internet über die Leinwand laufen, die 2010 zu seiner Enttarnung führten.

      Die breit gestreuten Informationen, die Gibney liefert, sind natürlich nicht vollständig und gehen nicht selten in Spekulation über. So wertvoll die vielen Statements, die WikiLeaks bewerten, als Grundlage für weitere Diskussionen auch sind: Sie wirken zu wenig geordnet. Und Überlegungen zur Zukunft des Prinzips WikiLeaks kommen trotz einer Filmlänge von knapp über zwei Stunden zu kurz.

      Fazit: Alex Gibneys spannende und sehr informative Dokumentation "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" setzt sich kontrovers mit dem Wert der Enthüllungsplattform und den Motiven zweier zentralen Figuren auseinander.
    2. We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte: Doku des Oscar-prämierten Regisseurs Alex Gibney über die Entstehung einer der berühmtesten und berüchtigtsten Websites der Welt.

      Wie ein Politthriller porträtiert Alex Gibney differenziert die Geschichte von Wikileaks und Julian Assange.

      Ausgewogen und kritisch rekapituliert Oscarpreisträger Alex Gibney Tatsachen um die berühmt-berüchtigte Enthüllungsplattform Wikileaks, ihren Organisator Julian Assange und seinen wichtigsten Zuträger, den Whistle-Blower Bradley Manning. Jemand Geeigneteren dafür könnte man sich kaum denken, als den renommierten New Yorker, dessen preisgekrönte Dokumentationen wie „Enron: The Smartest Guys in the Room “ oder „Taxi to the Dark Side“ (Oscar 2008) bravourös politische Aufklärung leisten.

      Die Chronik der Webseite ist eng verbunden mit Aufstieg und Fall ihres schillernden Betreibers, dem weißhaarigen Mastermind Assange. Fernab lauten Agitprops zeigt Gibney zahlreiche Interviews mit dem Porträtierten selbst, lässt Unterstützer und Gegner sprechen, verwendet Medienberichte und Privatvideos, Mitschnitte von Auftritten und Chatdialoge. Sie vermitteln einen umsichtigen, unaufgeregten, von der Suche nach Wahrheit beseelten Politthriller. Der ohne Partei zu ergreifen kritische Distanz wahrt und sehr genau nachforscht, wie sich beteiligte Personen und Regierungen verhalten.

      Während Gibney die globale Geschichte nachzeichnet, gelingt es ihm mit Biografischem sowohl die Psyche Assanges wie auch Mannings aufzuschlüsseln. Und er enthüllt gewissermaßen den Mythos Assange zwischen Online-Robin-Hood und dubios-fragwürdiger Märtyrer-Pose. Aufschlussreich ist der Vergleich zum zerrissenen Idealisten Manning, dem nach drei Jahren Isolationshaft und Folter die Todesstrafe droht. Er startete mit dem Bord-Video eines Apache Kampfhubschraubers, das die Ermordung unbewaffneter Zivilisten im Irak zeigt, eine Reihe von diplomatischen Debakeln für die USA. Bis das Imperium zurückschlägt und die Regierung, die ihre Bürger ausspioniert, die Offenlegung ihrer Schnüffelei als Terrorismus diffamiert. Fox News stößt Todesdrohungen gegen Assange aus, das Pentagon dreht den Spenden-Geldhahn für Wikileaks zu, Assange wird wegen Sexualdelikten angeklagt und harrt seitdem in der Londoner Botschaft Ecuadors aus. Dazu darf man sich seine eigene Meinung bilden, weil Gibney nichts verschweigt und sich auf keine Seite schlägt, sondern unbequeme Fragen aufwirft. Kein Freiheits-Pathos vernebelt die nachdenkliche Sicht auf den Wert der Wahrheit in der Überwachungs-Ära seit 9/11, die Ausleuchtung moralischer Dilemmata und die Folgen der Transparenz-Ethik für die Betroffenen. tk.

    News und Stories

    Kommentare