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Wasser und Blut

Kinostart: 02.09.2010

Filmhandlung und Hintergrund

Poetisches Südstaaten-Jugenddrama um sexuellen Missbrauch und Rassismus und bittersüße Ballade auf den Nonkonformismus.

Den 15-jährigen Afroamerikaner Sequan verschlägt es nach dem Tod seiner Mutter von New York zu seiner Tante in ein Südstaatenkaff. Als literaturbegeisterter Einzelgänger ist der homosexuelle, schmächtige Junge sofort Prügelknabe an der Highschool. Dann vergewaltigt ihn auch noch sein heimlich schwuler Vetter Michael, der der Getto-Gang des Schul-Basketballstars Ahmed angehört. Doch er bittet nicht um Hilfe. Allein Ahmeds Freundin Lori bewundert den unbeugsamen Nonkonformisten Sequan und freundet sich mit ihm an.

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Kritikerrezensionen

  • Wasser und Blut: Poetisches Südstaaten-Jugenddrama um sexuellen Missbrauch und Rassismus und bittersüße Ballade auf den Nonkonformismus.

    Poetisches Südstaaten-Jugenddrama um sexuellen Missbrauch und Rassismus und bittersüße Ballade auf den Nonkonformismus.

    Es sind schon einige schwere Geschütze, die John G. Young („Winter der Entscheidung“) in Stellung bringt: Vergewaltigung, Inzest, Rassismus - und das alles verwoben mit seinen Lieblingsthemen, schwule Schwarze und den Reiz des „Jungle Fever“. So viel (sozialer) Sprengstoff detoniert in seinem dritten Spielfilm nicht so spekulativ wie in „Kids“. Denn das Porträt einer Kleinstadt in den Südstaaten und verlorenen Jugend ist zwar ähnlich dokumentarisch angelegt, aber weit unaufgeregter, lakonischer und läuft nicht dem Zeitgeist hinterher.

    Vielmehr kann man die Provinztragödie als Abrechnung mit dem kaputten Herzland der USA und ihrer heuchlerischen Einwohnerschaft betrachten. Denn in der programmatisch getauften, idyllisch gelegenen Südstaatengemeinde Jefferson hat sich die weiße Mittelschicht nach dem präsidialen Namensvorbild ihren Rassismus bewahrt. Hierhin verschlägt es den 15-jährigen Afroamerikaner Sequan (Derrick Middleton), der nach dem Tod seiner Mutter aus New York zu seiner Tante zieht. Als literaturbegeisterter Einzelgänger ist der homosexuelle schmächtige Junge sofort Prügelknabe an der High School, wo bildungsferne Ignoranz regiert. Dann vergewaltigt ihn auch noch sein heimlich schwuler Vetter Michael, der der Ghetto-Gang des Schul-Basketballstars Ahmed angehört und seine Zukunft im Drogendealen sieht. Es ist das feige und desinteressierte Umfeld, das den fortgesetzten Missbrauch ermöglicht und auch das Opfer selbst erträgt den Alptraum lieber, als um Hilfe zu bitten. Die böte der engagierte Sheriff, der als Schwarzer aber empfindlich geschnitten wird. Allein Ahmeds Freundin Lori (stark: Elizabeth Dennis), die koksende Schul-Schlampe mit großem Herz, bewundert den unbeugsamen Nonkonformisten Sequan und freundet sich mit ihm an. Sie wollen der Hölle in eine bessere Welt entfliehen.

    Ihre gemeinsamen Szenen machen aus einem mitfühlenden, desillusionierenden Jugenddrama, das die Verkommenheit, Achtlosigkeit und Selbstgerechtigkeit der Menschen anprangert, eine wehmütige, melancholische Ballade. Young geht es um ein lyrisches Stimmungsbild, auf psychologische Innenansichten verzichtet er. tk.

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